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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fisch geheilt oder ?



mw-gu
06.02.2010, 12:55
Hallo Meerwasserfreunde,

ich möchte etwas von meiner durchgeführten Heilmethode wiedergeben.

Nach 6-monatlicher Einlaufzeit habe ich wieder Fische in mein AQ eingesetzt. Anfang Dezember erwarb ich 2 kleine Orange Ringelfische (Amphiprion ocellaris). Sie sind schwimmfreudig und nehmen jede Nahrung an. Doch für einen war das Ende Januar vorbei. Er stand nur noch in einer Ecke, verweigerte Futter, atmete schnell, spreizte öfter die Kiemendeckel, sein darminhalt ein weißer Kotfaden.

Eine genaue Analyse, welche Krankheit zutrifft, ist bei Fischen schwer möglich. Ich stellte fest, Pünktchen nicht ersichtlich, Streß durch andere Beckeninsassen keine, einseitiges Futter, Sauerstoffmangel ebensowenig.
Stehen im Luftstrom, Scheuern keine Anzeichen. Wasserwerte ok.

Ich nehme an, er hatte bereits Krankheitsprobleme beim Kauf (Giftfang?).
Die Krankheitssymtome konnten zu einer gestörten Darmflora oder Kiemenparasiten deuten. Nach 5 Tagen setzte ich den Fisch ca 2 Stunden in Süßwasser, denn Kiemenwürmer vertragen kein Süßwasser. Der Fisch verkraftet das ohne Probleme. Die gleiche Prozedur 2 Tage später. Ein Tag danach, setzte ich ihn in mit Traubenzucker versehenen Meerwasser (besser ist Glucose, hatte es nicht da, Mengenverhältnis ist zu beachten). Da Fische trinken, sollte der Traubenzucker den Fisch stärken und den Darm heilen. Ein Tag später schwimmt er wieder munter im Becken und getraut sich wieder ans Futter. Wahrscheinlich hat die Methode angeschlagen. Ich werde alles weiter beobachten und notfalls die kur wiederholen. bei solch einer Sache ist viel Glück dabei. Den Heilungs-
prozeß sollte man sehr zeitig beginnen.

Viele Grüße Günter :oo:

Timo J
06.02.2010, 22:19
Hallo,

es ist immer schwer aus der Ferne zu urteilen, aber gerade die A. ocellaris werden als Anemonenfische nicht oder nur äußerst selten mit Gift gefangen. Dieses Argument wird leider zu häufig als Alibi bei Haltungsfehlern heran gezogen. Darauf kann ich auch näher eingehen, da wir mehrmals monatlich importieren. Kaum ein Händler importiert ein zweites Mal bei einer Fangstation (als Mitimport), wenn die Tiere nach wenigen Tagen/ Wochen ohne ersichtlichen Grund sterben.
Dazu kommt, dass ein vernüftiger Händler seine Importtiere einer gewissen Quarantänezeit unterzieht, gerade lange genug um besate Giftfänge zu erkennen.
Gerade bei Meerwassertieren ist es wichtig, dass man die Tiere notfalls mehrere Tage beobachten, ggf. reserviert.

Wie dem auch sei: ich kenne dein beschriebenes Krankheitsbild meist als Symptom dafür, dass Haltungsbedingungen nicht optimal sind. Das das den Weg für Parasiten oder andere Schwächekrankheiten frei macht, könnte in deinem Fall dazu geführt haben, dass sich die Symptome gelindert haben.

Wichtig ist daher nun, dass man selbstkritisch Fehler sucht und notfalls korrigiert. Kaum ein Fisch der Meeresaquaristik mit Ausnahme diverse Schleimfische ist so "hart" im nehmen, wie der Falsche Clownfisch. Selbst dann, wenn es sich um Wildfänge und nicht um vielfach angebotene Nachzuchten handelt.

Dennoch Glückwunsch zur erfolgreichen Behandlung,

Gruss Timo

mw-gu
07.02.2010, 10:29
Hallo Timo,

für den Beitrag vielen Dank. Ich werde noch einmal alle Werte prüfen und bei Erfordernis Veränderungen vornehmen.

Die restlichen Insassen, Korallen und Calerpa gedeihen gut. Eine Rücksprache mit dem Händler hat ergeben, dass er mit dem Zwischenhändler schon einmal Probleme hatte. Dazu möchte ich mich nicht äußern.

Ich habe einen anderen Importeur gefunden, der seine Importe eine gewisse Zeit nicht verkauft, sondern in Quarantäne behält.

Gruss Günter

Tobias M
08.02.2010, 10:32
Hallo,

gerade bei Orangeringelfischen müssen es keine Wildfänge sein. Zuchtstationen und Privatzüchter können ohne Probleme den gesamten Bedarf an diesen Tieren in Deutschland decken, ohne das importiert werden müsste.
Haken: Die Tiere sind ein paar Euro teurer (2-5).

Warum also nicht eine Aquariennachzucht einsetzen? Die Tiere sind garantiert giftfrei, gut an Aquarienbedingungen und Futter angepasst und die Gefahr tödlicher Parasitosen ist deutlich geringer.
Die Interessengemeinschaft mariner Nachzuchten liefert sicher gerne Adressen.

schöne Grüße

Tobias