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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Merkwürdiger Salzsäuretest zum Kalkgehalt


Matthias
11.05.2007, 20:42
Hallo liebe Leser. Ich habe heute mit 10%-iger Salzsäure einige Tests zwecks Kalkgehalt von Steinen gemacht. Da bin ich zu fragwürdigen Ergebnissen gekommen. Habe einige sogenannte Feuersteine von der Ostsee (Hiddensee) überprüft und festgestellt, das da bei der gleichen Sorte einige nicht geeignet sind, also "schäumten". Wie kann so etwas sein, habe da keine Erklärung dafür. Die Einwirkzeit kann das Ergebnis auch nicht beeinflusst haben, denke ich, denn sie war relativ gleich und außerdem, entweder der Stein ist kalkhaltig und ungeeignet, oder nicht. Dann habe ich noch Aquarienkies 2-5 mm in einem Glas getestet und konnte dabei optisch kein Schäumen erkennen, aber die "Brausegeräusche" waren unüberhörbar. Es war Kies aus dem Zoofachmarkt. Was bedeutet das nun ? Muß man sich da keine Sorgen machen oder gibt es da bei den Markenverkäufern auch schwarze Schafe, die schlechtes Material verkaufen ? Das wäre ja wohl der Hammer, denn den Kies kann man im Laden schlecht auf seinen Kalkgehalt testen, bevor man ihn kauft.
Bin sehr auf Antworten gespannt und vielen Dank im voraus.
Viele Grüße, Matthias.

cschweden
12.05.2007, 07:54
Hallo Matthias,

hier mal ein paar Mutmaßungen:

Wikipedia zu "Feuerstein":
Die Entstehung von Feuersteinknollen ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich sorgen kieselsäurehaltige Lösungen bei der Diagenese (Kompaktions- und Umwandlungsprozesse während der Gesteinsbildung) für eine Verdrängung von Karbonaten. Relikte von Schalen und Skeletten von Kieselschwämmen und Diatomeen (Kieselalgen) in Feuerstein belegen den organischen Ursprung.

Quelle (http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerstein)

Wenn Karbonate nicht vollständig verdrängt sind (was ja durchaus sein kann), dann schäumt es mit Salzsäure.

Außerdem greift Salzsäure nicht nur Kalk an - Auch Metalle können ein Sprudeln und Zischen verursachen.

Bei Aquarienkies solltest Du mal ausprobieren, ob der auch mit Wasser "Brausegeräusche" macht. Einige Sorten bestehen aus sehr porösem Material, das sich einfach nur vollsaugt und dabei Geräusche macht (manchmal ist ein deutliches Knistern und Knacken zu hören), insbesondere wenn es "feuergetrocknet" ist.

Gruß,
Christian

Matthias
12.05.2007, 10:52
Hallo Christian. Vielen Dank für Deine schnelle Antwort, ich denke, Du könntest mit Deinen Begründungen schon den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Also der Kies macht beim Übergießen mit Wasser auch diese zischenden Geräusche. Hätte mich auch sehr gewundert, da auf den Tüten extra draufsteht : garantiert kalkfrei. Aber auf die Idee mit der Wasserprobe muß man erst mal kommen. Wohl dem, der fragt.
Was diese "sogenannten Feuersteine" anbetrifft, bedeutet das ja, das man wirklich jeden einzelnen Stein prüfen muß. Ganz schön aufwendig, wenn da jemand nur Steinaufbauten im Becken hat. Aber besser, sich vorher die Arbeit zu machen, als dann das Nachsehen zu haben.
Vielen Dank nochmal und liebe Grüße,
Matthias.

cschweden
12.05.2007, 11:50
Hallo Matthias,

die Frage ist immer, welchen "Kalk" man in den Steinen hat. Es gibt halt gut und schwerlösliche Carbonate, auf Salzsäure reagieren die aber alle. Wenn Du wirklich 100% härtefreies Wasser haben willst, solltest Du auf die Steine verzichten. Wenn ein bisschen Härte nicht schadet, sei's drum. Ich habe bei mir einige wenige Gletschersteine im Becken, die den Säuretest auch nicht bestanden haben, fahre damit bei einer KH von 4 und habe keinerlei Probleme.

Gruß,
Christian