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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Karpfen markieren Wie am Besten?



Bruno
27.04.2011, 19:58
Hallo!
Bin neben meinem Aquarianerdasein auch begeisterter Hobby-Fischer.
Da gehts mir hier in Südtirol mit den vielen Gebirgsbächen echt super.:lach:
Nun, manchmal will ich aber auch so richtig zur Ruhe kommen.
Also schnapp ich meine Angel , ein bisschen Brot als Köder und mein Mofa.
Damit braus ich dann zu meinen Großeltern die ein großes Anwesen oberhalb eines Nachbardorfes haben.
Dort oben haben sie einen großen Weiher mit vielen Karpfen, Rotaugen, Rotfedern und einigen wenigen Goldfischen darinnen.Wohnen echt abgeschieden und deshalb hat man dort auch seine vollkommene Ruhe.

Oben angekommen pack ich dann meist gleich meine Sachen aus und beginne ganz relaxed zu fischen.
Natürlich wird der Widerhaken am Angelhaken abgeknipst und alle Fische werden sofort wieder zurück gesetzt.


Nun letzthin, als wiedermal ein echter Prachtkerl an den Haken ging, stellte ich mir die Frage wie schnell solche Burschen denn eigentlich an Größe und Gewicht zulegen können!?
Also hab ich mir überlegt : Warum nicht so eine Art "Privatstudie" anstellen.
Habe mir da so gedacht alle größeren Exemplare mit irgend einer Markierung zu versehen.
Habe da an kleine Clips in Form von kleinen Fähnchen gedacht die in die Rückenflosse gesteckt werden(ähnlich wie Ohrstecker).
Auf ihnen sollte eine kleine Nummer platz haben, die man sich dann notiert, um den Fisch beim nächsten mal Fangen wiederzuerkennen.
Bei jedem mal Fangen würde ich den Fisch vermessen und kurz wiegen.
Mein Opa war von der Idee ,wie sagt man, "very excited".
dann habe ich als nächstes meinen Bio-Lehrer gefragt, der meinte das das eine tolle Idee sei, dessen Produkt ich gerne der Klasse vorstellen könnte.


Jetzt meine Frage: Hat jemand eine Ahnung wie ich die Fischis am schohnensten markieren könnte? (:(Nich Flossenteile abschneiden und so:()


LG
Manuel



PS: So wie auf dem Bild habe ich mir das gedacht

Andreas W
27.04.2011, 20:47
Hallo Manuel,

verstehe ich das richtig, Du fängst die Fische in der weisen Voraussicht, dass Du sie frei lässt? Ich bin kein Angler, aber das ist doch irgendwie schräg, oder?

Klar, wenn die zu klein sind oder sonstiges kann ich das alles ja noch verstehen, aber angeln zu Lernzwecken?

Die Frage die sich auch stellt, was sagt das Tierschutzgesetz dazu, wenn Privatleute anfangen Fische zu markieren was wohl nicht ohne eine Verletzung des Tiers geht. Ich meine, der verletzt sich schon an der Angel um dann markiert zu werden um dann wiederum erneut gefangen, vermessen usw zu werden.

Ist nicht böse gemeint, aber das ist wirklich ne schräge Nummer wo ich echt Probleme mit hätte.

Gruß Andreas

Balu
27.04.2011, 21:34
Hallo,

ich stelle mir die Frage, wie wahrscheinlich es ist, das ausgerechnet der selbe Karpfen in einem vollem Weiher ein 2. Mal an den Haken geht ?

Wachstumsstudie? Ich denke, das dort zu viele Faktoren noch mit einwirken. Futterangebot, natürliche Stressoren, Wetter, Temperatur, Wasserwerte usw.

Daraus eine Studie zu erstellen, stelle ich mir als sehr Arbeitsintensiv und nur bedingt Auswertungsfähig vor.

Studien sollten ja mit anderen Ergebnissen vergleichbar sein und das bedeutet aus meiner Sicht, das die Parameter identisch sein müssten. Allerdings ist jeder Weiher anders zu bewerten und da liegt schon der Hase im Pfeffer.

Casa Carota
27.04.2011, 22:47
Hallo,

nach dem Tierschutzgesetz wäre diese "Studie" genehmigungspflichtig, da du einen Erkenntnisgewinn davon erwartest. Ob du diese Genehmigung bekommen würdest hängt auch davon ab, ob du der erste bist, der dieses untersuchen möchte.

Aber wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter.

Ich frage mich gerade, wie oft du in welchem Zeitraum die Karpfen am Haken aus dem Wasser ziehen willst, um sie zu kennzeichnen und zu vermessen.
Weiter stelle ich mir die Markierung für die Fische weitaus weniger belastend vor als das Angeln mit Haken, der dann wieder entfernt /aus dem Maul bzw. Gaumen der Tiere gerissen wird.

Kann das überhaupt klappen? Ich meine, wenn du nun jedes Mal einen anderen Karpfen angelst - weil die Tiere, die schon einmal an der Angel hingen nicht mehr drauf "rein fallen" - wäre sogar die Markierung umsonst gewesen. Ich weiß nicht, ob die Fische eher lernfähig oder blöd, verfressen und ködergeil sind.

Ich rate dir, zu googeln wie lange ein Karpfen im Teich braucht, um auszuwachsen. Sicher findest du im Internet die verschiedensten Studien und musst sie nicht noch einmal durchführen und bitte dich daher diesen "Versuch" sein zu lassen.

Wildsauen
28.04.2011, 00:52
Hallo Manuel,

das mit dem Flossenmarkieren hat man an den Pinguinen auch gemacht. Diesen Versuch hat man nach Jahren beendet (gelesen in der NZZ im letzten halben Jahr). Erkenntnis war, dass die markieren Pinguine in den schlechten Jahren länger brauchten, um Fang zu bekommen und wieder rein zukommen - da sind die Jagdstrecken weiter als in "guten" Jahren. Die Tiere hatten höhere Verluste und weniger Nachkommen. Die Markierung hat Einfluss auf das Stromverhalten im Wasser und wurde nach Jahren nun vorzeitig beendet!

In meinem Teich hatte ich 3 Goldorfen. Eingesetzt in einer Größe von 8 cm. Nach drei Jahren sah ich ersten Nachwuchs - 5 Stück, die bis zum Herbst auch in etwa so groß wurden. Im Folgejahr hatte ich 13 Orfen Nachwuchs. Anfangs sah ich wenig Unterschied. Im Laufe des Sommers gab es drei Kleine, die wohl nicht so erfolgreich zur Jagd gingen. Die Alttiere waren inzwischen 23-25 cm lang. Diese Größe hatten die Orfen meiner Nachbarin bereits nach einem Jahr - völlig hochgefütterte. Es läßt sich doch an einer Hand abzählen, dass mit zunehmender Dichte, vorhandenem natürlichen Futter nun mal derjenige, der schneller am Fressen ist, einfach schneller und dicker wird. Je mehr Fische, um somehr Variablen sind zu berücksichtigen.

Mein Goldfisch in einer versenkten Regentonne ist fett, rot und rund und hat bisher alle Katzen - und sonstigen Angriffe - überstanden. Mit Fütterung hätte ich heute einen 30 cm Goldfisch, den ich persönlich nicht wünsche.

Die Grün- und Spiegelkarpfen meiner Züchter - bestens gemästet - sind innert Monaten tischreif!
Na, dann guten Appetit.

Zwei Jahre später habe ich alle Orfen ausgesiedelt - wegen eingewanderter Bergmolche. Die Bitterlinge durften bleiben und Frösche hat es im Schlick auch. Mal sehen wieviel dieses Jahr in das Larvenstadium gehen: letztes Jahr zählte ich 11 Stück. Ein adultes Pärchen habe ich bereits wieder auf der Jagd im Teich gesichtet neben den tausenden Kaulquappen......
Es läßt hoffen.

Prestutnik12
28.04.2011, 10:50
HiHi Manuel

HEYA, Nachwuchswissenschaftler, mir wäre Dein Angel-Projekt einfach zu kompliziert und zeitaufwändig! Denn um bei empirischen Feldversuchen über natürliches Wachstum bei Karpfen – die ja in der Natur recht alt werden - valide Resultate zu erzielen, müsstest Du in definierten regelmäßigen Abständen über mehrere Jahre hinweg messen und statistisch auswerten. Das reicht dann nicht mehr für eine Präsentation im Biounterricht. Und das Endresultat wäre trivial: Karpfen wachsen. Überlege Dir doch was anderes. (Denn naturwissenschaftliches Messen bedeutet immer: Eine Messgröße zu einer anderen in Vergleich zu stellen. Aber womit ginge das hier? Du bräuchtest Vergleichszahlen anderer Karpfen.)

Mache doch einen Versuch unter standardisierten Laborbedingungen, der auch zeitlich überschaubar ist. Drei identische Aquarien, mit zweien experimentierst Du, das Dritte läuft als Kontroll-Instanz passiv nebenher. Etwas in der klassischen Richtung.

Die erste Anforderung an die Kreativität eines Naturwissenschaftler ist, ein interessantes Forschungsprojekt zu finden – und dann einen experimentellen Versuchsaufbau zu konstruieren, dessen Resultate nachvollziehbar sind. (Das nennt man dann wissenschaftliche Intersubkjektivität.)

Und untersuche Tiere, die relativ kurze Lebenszyklen haben, schnell wachsen und geschlechtsreif sind. Und die einfach zu vermehren sind.

Der große Gregor Mendel – er war Mönch - wollte ursprünglich seine Abstammungsgesetze anhand von Mäusen erforschen. Das wurde ihm aber von seinem Bischof verboten. So musste er notgedrungen auf Erbsen ausweichen. Mäuse wären deutlich einfacher zu erforschen gewesen, weil die alle paar Wochen Junge krigen, Erbsen halt nur einmal im Jahr wachsen. So dauerte seine Forschung über 15 Jahre.

Wenn Du mit Wasser arbeiten möchtest, würden sich beispielsweise Garnelen anbieten. Mache vielleicht eine wissenschaftliche Untersuchung über das Wachstum einer Garnelenart unter unterschiedlichen Futterbedingungen. Als Indikator für das Wachstum der Tiere kannst Du die Trächtigkeitsrate der Weibchen nehmen. Oder über die Vermehrungsrate bei gleicher Fütterung abhängig von unterschiedlichen Temperaturen.

Das ist zeitlich überschaubar – und die „Resultate“ kannst Du dann hier im Marktplatz verkaufen. (Das nennt man Refinanzierung, ein ganz wichtiger Aspekt der modernen Wissenschaft!)

Lass Dir einen interessanten Versuchsaufbau einfallen, Du kannst ihn gerne hier im Forum vorstellen und mit uns diskutieren.

Und dann musst Du natürlich auch die Ergebnisse veröffentlichen. Denn Wissenschaftler ist man nur dann, wenn man seine Forschungsergebnisse publiziert und anderen zur Verfügung stellt. (Nur so entstehen Erkenntnisprozesse und wissenschaftlicher Fortschritt: durch Diskussion in der scientific community.)

Also kurz und gut: Ich würde mir ein interessanteres Forschungsprojekt ausdenken als bei jedem Sauwetter wild zappelnde Karpfen zu vermessen...

Sei kreativ! Lass Dir etwas spannenderes einfallen!

Viel Glück,
Stefan

xkarlo
28.04.2011, 19:55
Hallo

Gern wird Angeln mit Hobby und/oder als Nahrungserwerb verstanden, dem ist es aber nicht, es ist ein Sport.

@ Manuel

Dein Vorhaben finde ich auch nicht Sinnvoll.

Allerdings wird in der "Königsklasse" der Sportfischer, beim Hochseeangeln auch das markieren der fast-geangelten Fische gemacht.

bretterelse
28.04.2011, 23:24
Also das mit dem irgendwas einschneiden, abschneiden, etc. geht ja schon mal gar nicht! Den Leuten gehören die Papiere abgenommen!! Und auch noch irgenwas abgeschnitten..

@AndreasW: das nennt sich Catch & Release - wird von vielen, insbesondere Karpfenanglern praktiziert. Hier werden in der Regel dann auch Haken ohne einen Widerhaken verwendet oder Einzelhaken statt Drilling um den Fisch möglichst schonend wieder freilassen zu können. (@Casa: eigentlich recht schonend, bei solch einem Haken ist "nur" ein Nadelstich)
Es gibt da viele Begründungen:
1) der eine kann einfach gut angeln und kann den Fisch in der Menge nicht zuhause verwerten, bzw hätte seine erlaubte Fangmenge sehr schnell voll und müsste Heim
2) viele achten auf die Arterhaltung - ein Meter Hecht mit 8-9 kg bringt warscheinlich das 10fache an Laich von 4x60cm Hechten mit je 2-2,5kg - Vom Fleischgewicht kommt es auf das selbe raus
3) schmeckt so ein 30-40 Pfund Karpfen natürlich nicht so gut wie ein mir 6-8 Pfund


@Casa & Balu: ja, der Fisch wird auf jeden Fall wieder an den Haken gehen, spätestens mit einem neuen Köder (natürlich nicht sofort)

@xkarlo: die Fischereiordnung sagt du sollst nicht mehr Fisch fangen, als du verwerten kannst. Viele Fischarten haben eine Fangbegrenzung - z.b. 2 / Tag.. Das so richtig mit dem "Sport" zu kombinieren lässt sich nur wenn man die Regeln bricht und Catch & Release betreibt. Denn laut dem Gesetz MUSST du jeden massigen und außerhalb der Schonzeit gefangenen Fisch sofort töten und mitnehmen! Ich sage aber auch das ich Angelsport betreibe :)


und nun zum Treadstarter: ich weiß nicht wie groß dein See/Teich ist.. aber bei einer Bestanddichte von sagen wir mal 100 Karpfen ist die Wahrscheinlichkeit, das du einen und den selben wieder fängst recht gering. Hechte z.b. haben ja eigenes Revier und bleiben auf der selben Stelle stehen - hier wäre die Wahrscheinlichkeit den selben Fisch noch ein Mal zu fangen höher?! Das schonendste zum Markieren wäre glaube ich ein Wasserfester Filzstift.. wäre so in der Art wie ein Tattoo.. da müsstest du aber auch durch die Schleimschicht AUF den Schuppen direkt schreiben.. - auch nicht so doll.. Also gar nicht markieren :zwinker:


Grüße Yury

xkarlo
29.04.2011, 18:29
Hey Yury


Ich sage aber auch das ich Angelsport betreibe :)
Grüße Yury

Genau so mache ich es ja gelegentlich auch, allerdings seit ca. 1990 "in -bekleidung"

Auf das markieren ist Manuel evtl. durch Fernsehsendungen wie DMAX und Co gekommen, welche aber für sein Projekt ungeeignet sind.

-http://www.youtube.com/watch?v=BPBflGx2MD0

Bei 1,50min ist es mit dem markieren gezeigt.

Dennis Furmanek
30.04.2011, 05:07
Hallo,

wobei natürlich der vom Tierschutzgesetz geforderte vernünftige Grund für den durch den Fang- und Anladevorgang zugefügten Schaden am Fisch gegeben sein muss.

Als vernünftiger Grund für die Angelfischerei werden für die alltägliche Praxis zum einen die Erfüllung der gebotenene Hegepflicht (des Fischereirechtinhabers, für deren Umsetzung er dem Angler als Erfüllungsgehilfen entsprechende Regeln auferlegen kann) und der Nahrungsgewinn angesehen. Wissenschaftlichen Zwecke dürften wohl eher die Ausnahme darstellen.

Die Durchführung der Angelfischerei muss also im Grundsatz einen dieser beiden vernünftigen Gründe erfüllen. Das schließt das Zurücksetzen von auch entnahmefähigen Fischen nicht grundsätzlich aus, belegt das Catch & Release, und andere Formen des vorsätzlichen Fang von Fischen ohne den geforderten vernünftigne Grund, aber eindeutig als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.


Denn laut dem Gesetz MUSST du jeden massigen und außerhalb der Schonzeit gefangenen Fisch sofort töten und mitnehmen!

Nein. Denn das würde auch das Töten von Wirbeltieren fordern, obwohl kein vernünftiger Grund dafür vorliegt. Das ist ein strafrechtlich relevanter Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

bretterelse
01.05.2011, 15:25
Huhu

ups, das was ich meinte ist doch kein Gesetz, sondern "nur" die Gewässerordnung des VDSF, die jedoch sicher nicht Gesetzeswiedrig gestaltet ist?!

http://www.vdsf.de/fischerei/gordnung.html 1.5.2

auch in Gewässerordnungen meiner beiden Angelvereine steht es so drin

1 - ".. Maßige Fische sind sofort waidgerecht , d.h. Betäubungsschlag auf das Nachhirn und folgender Herzstich, zu töten."

2 - "Gefangene maßige Fische sind sofort zu betäuben und waidgerecht zu töten.!"


Deswegen sagt man ja auch immer "ist mir beim Keschern aus der Hand gerutscht" und nicht "habe ich wieder zurück gesetzt" :top:


Ich gehe mal die Sachen packen und fahre nacher eine Runde spinnen.. ab heute ist bei uns der Raubfisch frei :teufel:


Grüße Yury