PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gefahr durch Lebendfutter?


Kai
29.06.2007, 09:54
Hallo zusammen,

mich würde mal wieder Eure Meinung interessieren.

Nach Aussage der Frau, bei der ich meine Fische gekauft habe,
soll es durch Lebendfutter im Jahr 2005 in Bremen-Nord zu einem
gewaltigen Fischsterben gekommen sein. Seitdem benutzt sie
kein Lebendfutter mehr ...

Derart verunsichert habe ich bisher kein Lebendfutter verfüttert,
sondern nur Flocken, Gefriergetrocknetes, Granulate, Tabletten und Blätter sowie von T...a eingeschweißtes Futter (Fresh Delicia).

Früher (also vor ganz langer Zeit) habe ich öfters Tubifex und
Wasserflöhe verfüttert.

Meine Frage: Ist Euch so etwas bekannt (Seuchen durch Futter)?
Und wenn Ihr Lebendfutter nehmt, was bevorzugt Ihr denn so?

Ich würde den Jagdinstinkt meiner Fische gerne mit lebendem
Futter fördern, bin aber wie gesagt durch obige Aussage sehr verunsichert.

Draconia
29.06.2007, 09:59
Hallo Kai.

Also ich kann nur aus meinen AQs sprechen..und da is bis her nix passiert.
Selbst futter das schon ein bischen trübe war,hat keinen Schaden angerichtet.

Allerdings kann ich mir das durchaus vorstellen bei Lebendfutter.
Frostfutter weniger weil ,soweit ich weiss die Bakterien durch das Schockgefrieren nicht überleben.

Oh man.. die Vostellung fänd ich jetzt nicht wirklich prikelnt...

Steatocranus sp red eyes
29.06.2007, 10:04
Hallo steffi,

das die Keime durch das einfriehren absterben bezweifele ich.

Lese mal diesen Bericht (http://archiv.korallenriff.de/06_bakterien2.html)

Draconia
29.06.2007, 10:11
IHHHHHHHHH Das is ja wiederlich!!!!!!

Um Himmels Willen.
Wie gut das ich das Zeug immer in ner Plastiktüte in meinem Gefrierfach lagere...
off topic an
*super an Früstück is jetzt nicht mehr zu denken *
offTopic aus

cschweden
29.06.2007, 10:29
Hallo,

inwieweit Bakterien im Lebend- oder Frostfutter problematisch werden können, kann ich leider auch nicht beantworten. Allerdings kann das "Frischfutter" ziemliche Mengen an Nitrat und Phosphat enthalten, da die meisten Futtertiere ja Planktonfiltrierer sind und bei der Zucht entsprechend gedüngt wird. Deshalb sollte man das Auftauwasser bei Frostfutter und das "Verkaufswasser" bei Lebendfutter ja auch nicht mit ins Becken geben. Wer sich da mal die Mühe macht, die Werte zu messen, erlebt ein echt buntes Wunder.

Gruß,
Christian

Edit: ...und nachdem ich den Bericht zu den Bakterien gelesen habe gibt es gar kein Frostfutter mehr!

Steatocranus sp red eyes
29.06.2007, 10:32
Hallo,

einen hab ich noch zum Thema. Die zeitschrift Koralle hat uns das zur Verfügung gestellt.

Frostfutter oder Frustfutter (http://www.cichlidenwelt.de/wbb/thread.php?threadid=6376)

Urmel
29.06.2007, 12:17
Hallo Ihrs,

also ich füttere fast nur Frostfutter und wenn ich mal nicht Frostfutter fütter, dann Lebendfutter.
Es ist einfach artgerechter. Ich hatte meine Borellis versucht auf Flockenfutter einzustellen, damit sie während des Urlaubs einfacher versorgt werden können... Pustekuchen ;), rührn sie nicht an.
Wobei der Borelli Mann mittlerweile recht gut das DRAK Zübi-Granulat annimmt. Immerhin.

Da ich natürlich noch nicht so lange über frostfutterfressende Fische "verfüge" maße ich mir auch nicht an hier zu erzählen, daß keimbelastetes Frostfutter nie und nimmer niemals nicht eine Gefahr für die Fische darstellt.

Aaaaaber:

Stichwort Keimbelastung: Was bitte schön in dieser unseren Welt ist nicht keimbelastet?

In dem Bericht wird reißerisch von pathogenen Bakterien gesprochen und Vibrio metschnikovii in einigen Proben nachgewiesen.

Das Labor wies den Vibrio metschnikovii nach. Dieser Keim spielt bei vielen Infektionen im Tierreich, wie auch beim Menschen, eine wichtige Rolle.
Ich halte von solchen Berichten nichts.
Das erinnert mich an die Vorabend- oder Spät-Boulevard Magazine der privaten Sender.
Wie z. B. der, als man die Schuhe in deutschen Schuhläden auf Keimbelastung hin untersuchte und katastrophale Ergebnisse feststellte, weil so viele Deutsche nicht die angebotenen Feinstrümpfe zum Schuhe anprobieren anziehen würden.
Ja ne is klar...
Welche wichtige Rolle spielt denn der Vibrio im Tierreich und bei Menschen? Diese schwammig ungenauen Aussagen... Wenn ich mich nich irre ist das Cholera-Bakterium auch ein Vibrio.


Fischpathogene Vibrionaceae:
Aeromonas hydrophila – Erythrodermatitis
Aeromonas salmonicida – Furunkulose
Aeromonas salmonicida ssp. Nova – Erythrodermatitis
Vibrio alginolyticus – Vibriose
Vibrio anguillarum – Vibriose
Vibrio damsellae – Vibriose
Vibrio ordalli – Vibriose
Vibrio salmonicida – Hitra-Krankheit
Vibrio vulnificus – Vibriose

Fehlt da was in dem Artikel? Weil keine der fischpathogenen sind in den o. g. Frostfutterproben nachgewiesen worden außer Aeromonas hydrophila. Die Tatsache, daß Vibrio metschnikovii nachgewiesen wurde, bedeutet nicht zwangsläufig, daß dieser auch die Fische krank macht.

Wenn man nach Vibriose googlet findet man unter anderem diesen interessanten Artikel

http://www.fachpublikation.de/dokumente/01/34/index.html

der meines Erachtens wesentlich aussagekräftiger und fundierter ist.

Es geht zwar hier hauptsächlich um Garnelen, aber aufs Wichtigste zusammengefasst kann man folgende Punkte anführen:

- Vibrio spp. kommen überall vor, auch im Organismus des Tieres.
- Gesunde Organismen können unter normalen Umständen Abwehrzellen entwickeln.
- Hohe Besatzdichte, falsche Ernährung, schlechte Wasserqualität etc. können die Abwehrkräfte schwächen.

Gerade die letzten beiden Aussagen sind uns doch sowieso schon längst bekannt, wenn wir ein bißchen mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen oder?

Noch ein Zitat aus dem "pathogene Bakterien im Meerwasseraquarium:
Mit diesem Wissen konzipierte Harald eine Wirkstoffmischung auf Basis von reinen Naturwirkstoffen und empfahl diese Mischung an die Fa. Fauna Marin, die dieses Futter nun in größeren Mengen herstellt. Bei dem Importeur und Großhändler Tropical Live Import zeigten Versuche, dass die Akzeptanz sehr gut war, und die Ausfallrate an frisch importieren Tieren signifikant verbessert wurde.
Hmm... vielleicht bin ich ja leicht "verschwörungstheoretisch" veranlagt, aber ich hab schon nach den ersten Zeilen des Artikels gedacht, das klingt mir wie ein Artikel eines Futtermittelherstellers...
Ich kauf mir also wenn nur dann Frostfutter von Fauna Marin, dann geht immer alles gut?

Schlußendlich ist nicht alles umsonst in diesem Artikel:
Da wir annehmen, dass sich auf kurz oder lang an der Keimbelastung nichts ändern wird, empfehlen wir alle Frostfuttersorten vor der Verwendung gründlich zu spülen und nach dem Auftauen sofort zu verfüttern. Nicht nur das man die Phosphatbelastung minimiert, man kann dadurch auch eine Großzahl der Keime wegspülen.
Aber wußten wir das nicht schon längst? ;)

Der Artikel aus der "Koralle" veranschaulicht deutlich, was bei Frostfutter schief gehen kann und was man tun kann um ordentlich damit umzugehen. So was ist seriös und fundiert. Daß Keime im Frostfutter sind, ist normal. Da brauch man keine 30 Euro für ne Laboruntersuchung auszugeben.

Ach eins muss ich noch kommentieren:
...
Citrobacter freundii, Escherichia hermanii, Pseudomonas fluorescens, Enterococcus-species, alpha-hämolysierende Streptokokken, Chryseobacterium indologenes, Klyera species
...


...
Jedoch sind auch hier Fäkalkeime vorhanden.
...
So leid es mir tut, das sagen zu müssen: Fäkalkeime... komisches Wort... sind überall vorhanden. Türklinken, Wasserhähne, Klobrillen...
Die sind auch in einer hohen Anzahl in uns, in unserer gesunden Darmflora. Wären sie da nicht, sähe es mit uns ziemlich schlecht aus.
Natürlich sind sie außerhalb des Darms sogar teilweise krankheitserregend, aber das ist unter normalen Umständen doch zu vernachlässigen.

Naja... lange Rede kurzer Sinn:
Frostfutter ist meiner Meinung nach immer dem handelsüblichen Industrietrockenfutter vorzuziehen und relativ unbedenklich, wenn man einige Punkte beherzigt (siehe Link von Olli zu dem Thread in der Cichlidenwelt).
Abwechslungsreich füttern, mit viel Lebendfutter, am besten selbstgezüchtet oder -gefangen, gute Wasserhygiene, streßfreie Fischhälterung und dann glaube ich nicht, daß auch nur irgendein großer Fischverlust allein auf bakterienverseuchtes Frostfutter einwandfrei zurückzuführen ist und bewiesen werden kann.

LG
Simone

cschweden
29.06.2007, 13:22
Hallo Urmel,

ich denke auch erst mal, das da kein Grund zur Panik besteht, auch wenn es natürlich schon irgendwie komisch ist Keime zu finden, wenn keimfrei auf der Packung steht. Verzichtet man auf Frostfutter, kommen auch Fäkalkeime ins Aquarium (besagtes "Türklinkenbiotop" z. B.). In immungestressten Aquarien könnte allerdings die möglicherweise hohe Keimzahl des "belasteten" Futters den ein oder anderen Fisch auf dem Gewissen haben, aber das gehört meiner Meinung nach in den Bereich der Theorie. Der Artikel belegt ja erstmal nichts, stellt aber einen guten Ansatz für weitere Untersuchungen dar, die ja vielleicht noch folgen.

Schade finde ich tatsächlich, dass bei vielen Händlern Futter aus einer unterbrochenen Kühlkette angeboten wird oder solches, das eindeutig überlagert ist. Bei dem, was ich in den letzten Monaten so kaufen wollte, war ich mittelprächtig entsetzt. Deshalb und aufgrund der teilweise extremen Phosphatwerte verzichte ich schon seit langer Zeit weitestgehend auf Frostfutter. Aber warum soll es hier anders zugehen als beim Gammelfleisch...

Übrigens: Abklatschproben aus frostfutterfreien Gefrierfächern sind auch nicht gerade apetitlich, und wenn ich jetzt - aus aktuellem Anlass - noch an Pilze und Amöben auf Kontaklinsen denke...

Ich denke, wer seinen Besatz mit Plan und Bedacht zusammenstellt, abwechslungsreich füttert und das Frost- und Lebendfutter vorher spült, sollte einigermaßen sicher sein, und das sind ja gar nicht mal so viele beachtenswerte Punkte.

Gruß,
Christian

Urmel
29.06.2007, 14:44
Hallo Christian,

Original von cschweden
...
Schade finde ich tatsächlich, dass bei vielen Händlern Futter aus einer unterbrochenen Kühlkette angeboten wird oder solches, das eindeutig überlagert ist. Bei dem, was ich in den letzten Monaten so kaufen wollte, war ich mittelprächtig entsetzt. Deshalb und aufgrund der teilweise extremen Phosphatwerte verzichte ich schon seit langer Zeit weitestgehend auf Frostfutter. Aber warum soll es hier anders zugehen als beim Gammelfleisch...

Es geht noch besser zu, als man eigentlich glauben dürfte. Ich wage zu behaupten, daß viele Zoohändler nicht wirklich wissen, was eine unterbrochene Kühlkette ist, bzw. ab wann eine Kühlkette als unterbrochen gilt. Und selbst wenn... es is ja nur Fischfutter gelle? Das bringt ja die Mutti nicht mittags auf den Tisch.
Andererseits: Haben wir nicht alle schon mal etwas gegessen, was ein paar Stunden nicht im Kühlschrank war? Die Reste von gestern nur mal schnell bisschen angewärmt?
Sind wir dran gestorben oder ernsthaft krank geworden?
Wir dürfen nicht von unseren superstrengen Lebensmittelgesetzen automatisch darauf schließen, daß bei Nichtbeachtung sofort Pest und Cholera über uns einbricht.

Nehmt Ihr zum Spülen beispielsweise immer einen frischen nagelneuen Schwamm? Wenn ich mir die Küche in unserem Büro anschaue... da hält es keiner für nötig den Schwamm auszuspülen, auszuwringen und aufs Trockene zu legen. Wenn man da nicht drauf achtet, liegt der tagelang in der Spüle rum und wenn er dann anfängt zu leben ist das Geschrei groß. ;)

Unsere Fische kriegen im Normalfall auch genug Keime mit. Wenn sie ansonsten gut drauf und kräftig sind, die Haltungsbedingungen ordentlich sind, schaffen sie das auch.


Ich denke, wer seinen Besatz mit Plan und Bedacht zusammenstellt, abwechslungsreich füttert und das Frost- und Lebendfutter vorher spült, sollte einigermaßen sicher sein, und das sind ja gar nicht mal so viele beachtenswerte Punkte.

Eben :)

LG
Simone

Kai
29.06.2007, 14:48
Hallo zusammen,

wollte meine Frage noch mal konkretisieren.

Ich meine Krankheitserreger, die vom Lebendfutter ins
Becken eingeschleppt werden, ohne daß es an
mangelnder Hygiene liegt.

cschweden
29.06.2007, 15:00
Hallo Kai,

bei gekauftem Lebendfutter gilt im Prinzip ähnliches wie beim Frostfutter: es können Keime drin sein, die aber wohl kaum einem gesunden Fisch gefährlich werden können. In den Zuchtansätzen fehlt es spezialisierten Krankheitserregern auch schlichtweg an Wirten, da ja wohl kaum ein Züchter in seiner Daphnienzucht einen Fisch schwimmen lassen würde.

Bei selbst "getümpeltem" Lebendfutter gibt es ein paar lästige Plagegeister, die Du dir einschleppen kannst, z. B. Planarien, Karpfenläuse, Hydra und einige räuberische Insektenlarven. Einigermaßen sicher ist man da, wenn man in kurzlebigen Gewässern fischt, in denen keine Fische oder sonstige Wirbeltiere leben. Dort ist der "Nutzplankton" - Anteil dann relativ hoch. Bakterien aus natürlichen Gewässern können deinem Aquarium sogar nützlich sein, um unter Umständen das Immunsystem der Fische zu stärken und in die Nutzbakterienstämme (Nitrobacter und Co.) ein paar frische Gene zu bringen.

Gruß,
Christian

Kai
29.06.2007, 15:11
Hi Christian,

selber tümpeln würde ich sowieso nicht, was weiß ich,
was für ein Chemie-Cocktail hier in meiner Umgebung
so im Wasser ist?

Mich hat halt nur die Aussage meiner "Fischfrau" so verunsichert,
die nun schon lange im "Geschäft" ist und halt sagte, daß diese
Seuche (leider weiß ich nicht, um was es sich handelte) einige
Züchter fast ruiniert hätte. Ganze Bestände verloren.

Wo bezieht Ihr denn Euer Lebendfutter so her?
Was nehmt Ihr für Lebendfutter?

Von früher her kenne ich hauptsächlich noch Tubifex
(meine Mutter hasste es, daß ich die in den Kühlschrank packte ...)


Guppies als Futterproduzenten hab ich ja leider nicht :)

Urmel
29.06.2007, 15:21
Original von Kai
Hallo zusammen,

wollte meine Frage noch mal konkretisieren.

Ich meine Krankheitserreger, die vom Lebendfutter ins
Becken eingeschleppt werden, ohne daß es an
mangelnder Hygiene liegt.

örks... :)

Wer lesen kann is klar im Vorteil :O~

Also wie Christian schon sagte und darüber hinaus:
Ich versuche seit ein paar Wochen Artemien und Wasserflöhe selbst zu züchten... kann mich aber mangels Zeit nicht wirklich drum kümmern und beides funktioniert zwar momentan... aber es gibt nichts zu ernten... jedenfalls nichts, was meine Fische und Frösche satt machen könnte.
Aber Versuch macht kluch und ich bleib dran.

Bei selbstgezogenem Lebendfutter weiß man immer was man hat.

Da ich noch keinen geeigneten Tümpel zum tümpeln hier in der Gegend gefunden hab, hab ich bisher immer das Lebendfutter gekauft. Mein Händler kriegt immer dienstags und freitags eine frische Lieferung und ich sehe auch zu, daß ich möglichst dienstags und freitags kaufe.
In letzter Zeit hat aber die Qualität deutlich nachgelassen... warum, keine Ahnung.
Die Wasserflöhe und Artemien sind superwinzig. Ist auch nich mehr drin als sonst, kostet aber das gleiche. Irgendwie sollte ich eine Futtertierzucht auf die Beine stellen, da kann man mit Mogelpackungen legal Geld verdienen...
Dann war z. B. das Wasser von den roten Mückenlarven braun *wurgs* und mag ja sein, daß das trotzdem ok ist... aber mir war das zu heikel.
Wenn ich dann mal ne gute Tüte erwische, fülle ich zuhause sofort um, also Tütenwasser in den Abfluß, Futtertierchen in frisches Aquariumwasser und nur so im Kühlschrank lagern.
Hab schon öfter überlegt ob man es nicht ein Tag erst mal im so umgefüllten Zustand in den Kühlschrank tun sollte... damit sie evtl. reiner sind... aber dann ist es mir meist lieber ich verfütter sofort.

Aber ich hatte noch keine Verluste, die ich eindeutig auf Frost- oder Lebendfutter schieben konnte.

Auch bin ich der Meinung, daß die Aussage, daß rote Mückenlarven gefährlich wären, noch keiner so richtig hat untersuchen lassen. Natürlich sollte man im Zweifel immer vorsichtiger sein. Aber ich füttere sie trotzdem ab und zu.

Ach und wenn Du ne Regentonne hast: Hol Dir die Stechmückenlarven. So sauberes Futter kriegst Du nirgends zu kaufen :)

LG
Simone

An Lebendfutter verfüttere ich regelmäßig Wasserflöhe, Artemien und weiße Mückenlarven.

Kai
29.06.2007, 15:30
Hi Simone,

danke für Deinen Rat.

Lebendfutter selber züchten, das wäre wirklich eine Überlegung
wert. Da wäre man/frau wohl auf der sicheren Seite, was Krankheiten
angeht ...

Hat einer Erfahrungen in dieser Hinsicht, was so nötig ist,
um z. B. Artemien selbst zu "produzieren"?

Eine Regentonne haben wir ja leider nicht ...

PS:

Über das "Tümpeln" habe ich auch mal gehört, daß es nicht
so ohne Weiteres erlaubt sein soll ??? Ist halt alles geregelt bei uns :)

cschweden
29.06.2007, 16:07
Hallo,

bei der Artemienzucht bin ich wahrscheinlich nicht wirklich hilfreich. Ich hatte bisher immer sehr vielversprechende Ansätze mit Nauplien und habe sie immer schön mit selbstgezüchtetem Plankton gefüttert. Die Tierchen wuchsen auch fleißig, wobei Ihre Stückzahl dabei dramatisch in die Knie ging. Am Ende hatte ich eine Population von vielleicht 50 ausgewachsenen Artemien in einem 60l-Becken, die sich auch fleißig reproduzierten, aber nie mehr wurden. Hinter die Lösung des Rätsels bin ich noch nicht gekommen, aber vielleicht gibt's ja noch ein paar Tipps.

Stechmückenlarven sind hingegen im Sommer sehr einfach zu bekommen. Ich habe im Garten jede Menge Untersetzer mit abgestandenem Wasser verteilt, wo die kleinen Plagegeister regelmäßig Eier ablegen. Diese Eischiffchen sammele ich dann ein und lass den Nachwuchs in einer Plastikboy eines schwedischen Möblehauses schlüpfen. So habe ich im Sommer eigentlich immer ausreichend Lebendfutter.

Zusätzlich tümpele ich auch im eigenen Teich. Allerdings ist dieses Jahr dessen Planktonzyklus völlig aus dem Tritt. Normalerweise gibts im Frühjahr eine Schwebealgenexplosion, die sehr schnell von Wasserflöhen etc. weggefressen wird. Dann kann man fast kiloweise Lebendfutter rauskeschern, bis irgendwann die Fadenalgen als Ablöse auftreten, die dann anch ein paar Wochen auch verschwinden. Dieses Jahr hingegen haben wir - vielleicht auch wegen des milden Winters - Fadenalgen von Anfang an, und die Zooplanktonpopulation hält sich arg in Grenzen. Vielleicht ist das einer der Gründe der Qualität im Handel?

zur Rechtslage des Tümpelns: Das ist mal wieder Ländersache. In NRW braucht man die Erlaubnis des Gewässerpächters, in naturschutzgebieten sollte man sich die Erlaubnis der Unteren Landschaftsschutzbehörde einholen. Dann ist die Entnahme von Fischnährtieren erlaubt. Wie es anderswo aussieht? Keine (föderalistische) Ahnung...

Gruß,
Christian

Urmel
29.06.2007, 16:12
Schau mal auf
www.tuempeln.de :)

Da steht auch glaub ich was drüber ob es legal ist bzw. wo es legal is und wo nicht, wenn ich das noch im Kopf hab.

Für Artemien brauchst einfach ein 12 L Becken, Spülmaschinensalz, bisserl Aquariumwasser, ne Luftpumpe und ein Schlauch.
Fertich! :) Na und natürlich Artemia-Eier, aber nicht das Mix, weil da is ja wieder Salz drin.
Wenn Du dann nicht immer die Nauplien an hungrige Fischbrut verfüttern musst und zu faul bist ständig neue anzusetzen, dann kriegst Du auch richtig fette Artemiabrummer groß.
Ich versuch halt gerade von diesen Brummern wieder lebende Nauplien zu kriegen... aber irgendwie wollen die nich so recht. Und wie gesagt, zum neu ansetzen fehlt mir grad die Zeit.

Viele nehmen leere PET- oder Glaswasserflaschen glaub ich dafür... aber irgendwie ist mir das zu kompliziert.

Am lästigsten sind die leeren Eierschalen die man nicht gescheit von den Nauplien getrennt kriegt und inspiriert durch einen netten Welszüchter aus dem Nachbarort hab ich den "Eispackung-Brüter" für mich entdeckt :).

Man nimmt ne leere Eispackung (so diese üblichen 1000ml Packungen), futtert sie gemütlich beim fernsehen abends leer, spült die Packung ordentlich und schneidet aus dem Deckel zwei schmale Streifen aus. Einen Streifen klebt man mit etwas Aquariumsilikon unten als Steg in den Boden, einen Streifen klebt man oben ein paar Zentimeter vom unteren entfernt als Steg an den Rand, so daß er praktisch die Wasseroberfläche teilt.
Dann streut man die Artemiaeier nur in die eine Hälfte und wenn die Kerlchen geschlüpft sind, lockt man sie mit Licht in die andere Hälfte um sie dort bequem und sauber ernten zu können.

Ich hab da mal was vorbereitet ich hoffe, das erklärts ein bißchen:
http://i9.photobucket.com/albums/a52/Urmel6/Aquarium/Artemia-Brter.jpg

Das grüne sind die Stege, an denen sich die Eierschalen oben und unten sammeln.

Großfüttern kannst Du sie mit Liquizell und Mikrozell oder ganz billig mit Hefe, aber darüber kann ich nichts erzählen, weil ich mich nicht traue mit Hefe zu füttern sondern Liquizell und Mikrozell kaufe.
Irgendwann bestell ich mir mal die lebenden Seewasseralgenkultur, das wäre dann das idealste Futter. Praktisch Lebendfutter fürs Lebendfutter :)

LG
Simone

cschweden
29.06.2007, 16:18
Hallo Urmel,

den Zuchtansatz mit Hefe zu füttern ist lediglich eine Frage der Dosis, allerdings ist der Nährwert deiner Nauplien oder Wasserflöhe so nicht besonders hoch. Liqui- / Mikrozell oder Meeresalgen sind da sicher besser. Einen sehr einfachen Weg zur Phytoplanktonzucht habe ich hier (http://www.aquariumstammtisch-rheinland.de/wbb2/thread.php?postid=8555#post8555) beschritten.

Gruß,
Christian

Urmel
29.06.2007, 16:51
Original von cschweden
...
allerdings ist der Nährwert deiner Nauplien oder Wasserflöhe so nicht besonders hoch.

Sowas ähnliches hab ich mir fast gedacht, irgendwie ist das keine natürliche Nahrung find ich.

Das Phytoplankton soll angeblich mit Artemien in einem Becken quasi wartungsfrei laufen. Eine Symbiose quasi. Die Artemien "füttern" das Plankton und umgekehrt.
Da ich aber die Algen erst mal als Zuchtansatz haben müsste und der Versand als Lebendtierversand über Nacht gemacht wird, war mir das momentan erst mal zu teuer.

LG
Simone

Kai
29.06.2007, 17:02
Hi Simone und Christian,

ganz herzlichen Dank für Eure ausführlichen und lehrreichen
Antworten. Das WE ist gesichert, werde mich ausführlich mit
dem Thema "Eigenzucht von Lebendfutter" befassen.

Und wenn ich dann in die Massenproduktion gehe und Ihr
habt mal einen Engpass - dann schicke ich Euch ein paar Kilo ... :lach:

Diskus
29.06.2007, 17:41
Hallo ihr,

was Zuchtansätze betrifft hab ich noch keine Ahnung und trau mich auch noch nicht so recht daran.


Was Lebendfutter betrifft, halt ich es so, das ich es in einem feinen Sieb mit klarem Wasser abspüle und dann erst verfüttere.

Verfüttern tu ich:

Rote Mückenlarven
Weiße "
Schwarze "
Wasserflöhe

Frostfutter geb ich in ein Glas mit warmen Wasser, las es auftauen und gieße alles wieder durch ein feines Sieb