Michael H
27.08.2007, 19:01
Hallo,
wer keine Dackel kennt und erstmalig ein solches, fälschlich als "Hund" bezeichnetes Tier erwerben will, beachte folgende Regeln.
Zunächst also bilde er sich nicht ein, einen Hund zu besitzen. Die Merkmale des Hundes : Gehorsam, Ergebenheit, Treue, Wachsamkeit treffen für einen Dackel nur selten und bedingt zu.
Auf Gehorsam verzichte man ganz. Dackel sind Anarchisten und mißachten grundsätzlich alle Gesetze. Versuche, ihnen abzugewöhnen, in Betten zu kriechen, Korbmöbel anzuknabbern, Schuhe zu fressen, Teppiche und Kissen zu zerfasern, sind zwecklos und von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Auch bilde man sich nicht ein, Sie kämen auf Zuruf. Da muß man mit kombinierten Listen locken.
Auch Hündische Ergebenheit und Treue sind ihm fremd. Sie sind in ihrer Zuneigung wechselnd wie Aprilwetter. Heute begrüßen sie dich mit ausschweifendem Geschrei und wilder Kraftverschwendung. Morgen bleiben sie hinterm Ofen oder auf dem Kissen liegen und blicken Dir bestenfalls vorwurfsvoll ins Auge, weil Du sie gerade bei existentialistischen Erwägungen störtest.
Von der Leine gelassen entweichen sie in Nachbars Garten und verschwinden in einem Kaninchenloch. Wenn Du Glück hast, kommen sie innerhalb 24 Stunden wieder. Aber nicht Deinetwegen, sondern weil der Fressnapf lockt. Verreist Du, trauern sie Dir nicht mit Fastkur nach, sondern wenden ihre Liebe sofort demjenigen zu, der sie nunmehr füttert. Jedem der sie unterwegst, von ihrem Scharm hingerissen, streichelt, weddeln sie freundlich. Sie sind untreu, weil sie ihre Freiheit über alles lieben - echte Demokraten.
Ihre Wachsamkeit erstreckt sich nur auf Unliebsames.
Sie hassen Uniformierte jeder Art, vom Briefträger bis zum Polizisten, ferner Bettler und Kinder. Letztere dulden sie nur, wenn Dackel und Kind zufällig miteinander aufwuchsen, genau wie sie dann Katzen dulden. Ansonsten bellen sie wütend Störungen ihrer Gemütsruhe und Menschen mit unangenehmen Ausdünstungen an. Gutriechende Freunde aus Amerika, die zum ersten mal zu dir zu Besuch kommen, begrüßt dein Dackel als Längstvertraute.
Schlage einen Dackel niemals, auch wenn er Dich zur Raserei bringt.
Es ist zwecklos- Entweder grollt er dir drei Tage und tut dann alles, was dich ärgert, in verstärktem Maße, oder aber er bellt, schnappt, kratzt, heult oder beißt.
Die dritte Möglichkeit ist, daß er sich versteckt, bis du Blut schwitzt vor Angst.
Hitze kann er nicht leiden, es ist daher unangebracht ihn an heißen Tagen auszuführen. Er legt sich in den ersten Baumschatten und geht nicht weiter. An solchen Tagen frißt er auch nicht, du brauchst dich nicht zu beunruhigen. Hat er das erste Jahr überlebt, bleibt er meißtens gesund und erreicht wie alle Philosophen ein hohes Alter. Bekommt er als Baby die Staupe, so ist es meißt hoffnungslos.
Sorge für eine halb aus Kette bestehende Leine, sonst brauchst Du jeden Monat eine neue. Umgib sein Lager mit Schuhen und Holzklötzchen. Als Spielzeug empfehle ich einen Tennisball, der sehr bald aus zwei Hälften besteht. Während Dein Dackel nach der einen schnappt, kannst Du die andere in die Gegend kicken. Dann läßt er die erst fallen, rennt nach der zweiten, und Du kickst die erste mit der Fußspitze weg und so weiter bis zu deinem Nervenzusammenbruch.
Am reizendsten sind Dackel wenn sie schlafen.
Erspare ihm musikalische Erziehung, er haßt Blasinstrumente und Schlagzeug. Kommt er hinter die Quelle des Übels, zerkratzt er Grammophonplatten und zerbeißt Radioleitungen. Gib ihm ruhig alles zu fressen, denn was Du ihm nicht gibst, frißt er ohnehin. Vorsicht erübrigt sich also.
Verliere deine Zeit nicht an Dressuren. Dackel machen nur Männchen, wenn es ihnen zufällig einfällt, ebenso launisch behandeln sie andere Tricks, auch die Stubenreinheit. Wähle also Dackel als Umgang nur dann, wenn du selbst ein moralisch gefestigter Mensch bist, keine oder Stahlnerven hast, keinerlei Selbstachtung oder Prinzip besitzt, Stoiker des Temperaments und Großverdiener bist ( nicht wegen der Steuer, sondern wegen des Sachschadens ). Ein Bernhardiner kommt billiger und ein Bluthund ist umgänglicher. Ich kann Dackel nur Kennern empfehlen. Der Laie geht daran zu Grunde.
Eva Siewert aus Kamerad Hund
Grüße :wink:
Micha
wer keine Dackel kennt und erstmalig ein solches, fälschlich als "Hund" bezeichnetes Tier erwerben will, beachte folgende Regeln.
Zunächst also bilde er sich nicht ein, einen Hund zu besitzen. Die Merkmale des Hundes : Gehorsam, Ergebenheit, Treue, Wachsamkeit treffen für einen Dackel nur selten und bedingt zu.
Auf Gehorsam verzichte man ganz. Dackel sind Anarchisten und mißachten grundsätzlich alle Gesetze. Versuche, ihnen abzugewöhnen, in Betten zu kriechen, Korbmöbel anzuknabbern, Schuhe zu fressen, Teppiche und Kissen zu zerfasern, sind zwecklos und von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Auch bilde man sich nicht ein, Sie kämen auf Zuruf. Da muß man mit kombinierten Listen locken.
Auch Hündische Ergebenheit und Treue sind ihm fremd. Sie sind in ihrer Zuneigung wechselnd wie Aprilwetter. Heute begrüßen sie dich mit ausschweifendem Geschrei und wilder Kraftverschwendung. Morgen bleiben sie hinterm Ofen oder auf dem Kissen liegen und blicken Dir bestenfalls vorwurfsvoll ins Auge, weil Du sie gerade bei existentialistischen Erwägungen störtest.
Von der Leine gelassen entweichen sie in Nachbars Garten und verschwinden in einem Kaninchenloch. Wenn Du Glück hast, kommen sie innerhalb 24 Stunden wieder. Aber nicht Deinetwegen, sondern weil der Fressnapf lockt. Verreist Du, trauern sie Dir nicht mit Fastkur nach, sondern wenden ihre Liebe sofort demjenigen zu, der sie nunmehr füttert. Jedem der sie unterwegst, von ihrem Scharm hingerissen, streichelt, weddeln sie freundlich. Sie sind untreu, weil sie ihre Freiheit über alles lieben - echte Demokraten.
Ihre Wachsamkeit erstreckt sich nur auf Unliebsames.
Sie hassen Uniformierte jeder Art, vom Briefträger bis zum Polizisten, ferner Bettler und Kinder. Letztere dulden sie nur, wenn Dackel und Kind zufällig miteinander aufwuchsen, genau wie sie dann Katzen dulden. Ansonsten bellen sie wütend Störungen ihrer Gemütsruhe und Menschen mit unangenehmen Ausdünstungen an. Gutriechende Freunde aus Amerika, die zum ersten mal zu dir zu Besuch kommen, begrüßt dein Dackel als Längstvertraute.
Schlage einen Dackel niemals, auch wenn er Dich zur Raserei bringt.
Es ist zwecklos- Entweder grollt er dir drei Tage und tut dann alles, was dich ärgert, in verstärktem Maße, oder aber er bellt, schnappt, kratzt, heult oder beißt.
Die dritte Möglichkeit ist, daß er sich versteckt, bis du Blut schwitzt vor Angst.
Hitze kann er nicht leiden, es ist daher unangebracht ihn an heißen Tagen auszuführen. Er legt sich in den ersten Baumschatten und geht nicht weiter. An solchen Tagen frißt er auch nicht, du brauchst dich nicht zu beunruhigen. Hat er das erste Jahr überlebt, bleibt er meißtens gesund und erreicht wie alle Philosophen ein hohes Alter. Bekommt er als Baby die Staupe, so ist es meißt hoffnungslos.
Sorge für eine halb aus Kette bestehende Leine, sonst brauchst Du jeden Monat eine neue. Umgib sein Lager mit Schuhen und Holzklötzchen. Als Spielzeug empfehle ich einen Tennisball, der sehr bald aus zwei Hälften besteht. Während Dein Dackel nach der einen schnappt, kannst Du die andere in die Gegend kicken. Dann läßt er die erst fallen, rennt nach der zweiten, und Du kickst die erste mit der Fußspitze weg und so weiter bis zu deinem Nervenzusammenbruch.
Am reizendsten sind Dackel wenn sie schlafen.
Erspare ihm musikalische Erziehung, er haßt Blasinstrumente und Schlagzeug. Kommt er hinter die Quelle des Übels, zerkratzt er Grammophonplatten und zerbeißt Radioleitungen. Gib ihm ruhig alles zu fressen, denn was Du ihm nicht gibst, frißt er ohnehin. Vorsicht erübrigt sich also.
Verliere deine Zeit nicht an Dressuren. Dackel machen nur Männchen, wenn es ihnen zufällig einfällt, ebenso launisch behandeln sie andere Tricks, auch die Stubenreinheit. Wähle also Dackel als Umgang nur dann, wenn du selbst ein moralisch gefestigter Mensch bist, keine oder Stahlnerven hast, keinerlei Selbstachtung oder Prinzip besitzt, Stoiker des Temperaments und Großverdiener bist ( nicht wegen der Steuer, sondern wegen des Sachschadens ). Ein Bernhardiner kommt billiger und ein Bluthund ist umgänglicher. Ich kann Dackel nur Kennern empfehlen. Der Laie geht daran zu Grunde.
Eva Siewert aus Kamerad Hund
Grüße :wink:
Micha