Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geschichte der Aquaristik
Henry Wollentin
20.11.2006, 20:50
Hallo ihr Lieben,
wie einige von euch vielleicht wissen, bin ich ein rettungsloser Nostalgiker, und daher ist mir gestern Abend die Idee gekommen, euch mal ein bisschen mit Aquaristik-Geschichte zu quälen :biggrin:.
Die Aquaristik in Europa ist ja nun Dank Emil Adolph Roßmäßler (KLICK (http://www.uni-leipzig.de/~agintern/uni600/ug166g.htm)) bereits über 150 Jahre alt und ich denke, dass es jedem jungen oder auch erfahreneren Aquarianer einiges bringen kann, sich einmal auf die Wurzeln unseres gemeinsamen Hobbys zu besinnen.
Ich werde euch hier nun keine chronologische Abfolge der Ereignisse rund um's Aquarium antun, sondern ich möchte einfach in unregelmäßigen Abständen irgendwas aus diesen 150 Jahren vorstellen. Als Quelle wird mir hierzu insbesondere unsere Vereinsbibliothek dienen, die in meinem Keller vor sich hin oxidiert, aber auch in meinem Privatbesitz befindet sich einiges an Interessantem aus der Literatur oder auch im Original. Besonderen Wert werde ich versuchen darauf zu legen, dass hier auch mal einige Fischarten zur Sprache kommen, die aus der Mode sind und fast nicht mehr in den Aquarien zu finden sind.
Ich habe aber eine Bitte an euch: seht bitte von Vorschlägen in der Art: "du könntest doch mal dieses oder jenes machen" ab, denn ich möchte das Ganze so aufbauen wie ich Zeit und Lust habe. Fragen beantworte ich natürlich gern, soweit ich dazu in der Lage bin. Lasst euch einfach überraschen, was ich alles zu Tage befördert bekomme.
Achja, und falls jemand fragen sollte: ich kannte Roßmäßler nicht persönlich :biggrin:.
Außerdem habe ich noch einen Hinweis an das Team vom Ratgeber-Aquarium:
Irgendwann habe ich mal gehört, dass es dort auch eine Rubrik zur Aquaristik-Geschichte geben soll. Wenn ihr von meinem Geschreibsel hier etwas gebrauchen könnt, dann nehmt es euch. Ein kleiner Hinweis auf mich an der richtigen Stelle reicht mir dann.
So, genug der Worte !
Als Einstieg habe ich euch ein Foto rausgesucht, dass einen alten Bekannten zeigt, nämlich den Zwergfadenfisch, heute unter dem Namen Colisa lalia bekannt.
Das Bild stammt aus dem Buch "Das Süßwasseraquarium - ein Stück Natur im Hause" von Carl Heller, Naturwissenschaftliche Bibliothek für Jugend und Volk, Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig von 1924. Den Einband des Buchs zeige ich euch demnächst auch noch.
Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von meinem Vereinskameraden Helmut Grellmann, Magdeburg, zur Verfügung gestellt.
Hallo Henry
Wirklich eine Super Idee, vielleicht kann man wenn vorhanden auch noch alte Gebrauchsgegenstände aus der Aquaristik fotografiren und beschreiben.
:biggrin:
Und Danke für das Angebot für den Ratgeber :rauchen:
Henry Wollentin
20.11.2006, 21:18
Hallo Frank,
vielleicht kann man wenn vorhanden auch noch Alte gebrauchsgegenstände aus der Aquaristik Fotografiren und beschreiben.
jupp, genau das meinte ich mit "Interessantem aus der Literatur oder auch im Original". Ich habe da noch ein paar Sachen rumliegen, mit denen ich das so machen werde. Eins liegt schon für die nächsten Tage breit.
Hallo Henry,
Original von Henry Wollentin
Außerdem habe ich noch einen Hinweis an das Team vom Ratgeber-Aquarium:
Irgendwann habe ich mal gehört, dass es dort auch eine Rubrik zur Aquaristik-Geschichte geben soll. Wenn ihr von meinem Geschreibsel hier etwas gebrauchen könnt, dann nehmt es euch. Ein kleiner Hinweis auf mich an der richtigen Stelle reicht mir dann.
auf dieses Angebot kommen wir vom Ratgeber bei Gelegenheit gerne zurück. Den Platz für den Hinweis auf unsere Autoren und natürlich auch deine Person ist bereits vorhanden, wir warten nur noch auf den Inhalt!
---Link nicht mehr vorhanden.---
Gruß Knut
Henry Wollentin
20.11.2006, 21:50
Hallo Knut,
stimmt, das hatte ich völlig verdrängt, ich wollte ja noch ein paar Zeilen dazu schreiben. Mach ich in den nächsten Tagen.
Hi Henry,
das klingt interessant! Ich kenne Roßmäßler nur im Zusammenhang mit 'Der See im Glase'.
Viele Grüße,
der Nico
Henry Wollentin
21.11.2006, 19:29
Guten Abend,
Ich kenne Roßmäßler nur im Zusammenhang mit 'Der See im Glase'.
genau, die erste (mir) bekannte Veröffentlichung zum Thema Süßwasser-Aquarisitk in Deutschland war Roßmäßlers Artikel "Der See im Glase" in der Zeitschrift "Gartenlaube".
Das erste Buch zu diesem Thema war dann Roßmäßlers Büchlein "Das Süßwasseraquarium". Dank Herrn Werner Rieck vom Verein Triton Berlin konnte ich vor ein paar Jahren einen Faksimile-Druck dieses Buchs erwerben. Das Impressum sagt folgendes aus:
ISBN 3-927889-23-7
Faksimile-Nachdruck der Originalausgabe von 1857
Original im Besitz von H. Hieronimus
(C) 1995 - Alle Rechte vorbehalten
Verlag Natur & Wissenschaft Harro Hieronimus & Jürgen Schmidt
Postfach 170209, D-42624 Solingen
Im Anhang zeige ich euch das Cover dieses Buchs. Weil ich nicht genau weiß, ob ich das darf, verzichte ich auf den Scan von Innenseiten. Aber ich denke, es reicht auch erstmal so.
Hallo Henry,
du kannst das komplette Buch auch erfassen. Es unterliegt keinem Urheberrecht mehr:
Für Urheber gilt in Deutschland (wie in der gesamten EU nach der Schutzdauerrichtlinie von 1993) die Regelschutzfrist. Der Urheberrechtsschutz endet 70 Jahre (§ 64 UrhG) nach dem Tod des Urhebers (nicht etwa nach Erscheinen), abgekürzt: pma = post mortem auctoris. Eine Ausnahme bilden anonyme und pseudonyme Werke, für die das Todesjahr des Autors nicht bekannt ist. Bei ihnen ist das Erscheinungsdatum, bei Nichtveröffentlichung das Entstehungsdatum maßgeblich.
Daher findet man auch künstlerische Werke namhafter Schriftsteller beim Gutenberg-Projekt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit
Was ich in diesem Zusammenhang mit Roßmäßler interessant finde ist die Tatsache, dass die dekorative Fisch-Haltung eher aus asiatischen Ländern kam und dort längere Tradition hatte. Dort allerdings eher in flachen Tonschalen und dergleichen.
Die tiergerechte Haltung ist eine eher neumodischere Entwicklung. Faszinierend finde ich auch, dass unser Hobby im Vergleich zu anderen Hobbys (Reiten, Hundehaltung, Segeln usw.) noch ein sehr sehr junges Hobby ist - und dementsprechend noch manchmal 'weiße Flecken' aufweisen kann. Finde, das macht das Ganze so richtig interessant :biggrin:
Viele Grüße,
der Nico
Henry Wollentin
26.11.2006, 13:19
Huhu,
nein-nein, ich habe euch nicht vergessen, ich war nur die letzten zwie tage kaum zu Hause :biggrin:. Je nachdem, wieich es schaffe, geht es hier heute oder morgen Abend weiter http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/g020.gif
Super, freue mich schon!
Viele Grüße,
euer Nico
Henry Wollentin
29.11.2006, 19:51
Huhu, dann will ich hier mal weiter machen, wie versprochen:
Die Fotos unten unten zeigen heiztechnik aus den 70er Jahren in der DDR. Die Heizstäbe, rechts im Bild, ließen sich nicht regeln. Viele sind damals davon ausgegangen, dass ein Watt pro Liter etwa das Becken auf eine vernüftige Temperatur bringen und diese halten. manchmal klappte es, manchmal eben nicht, was dann oft zu Kochfisch führte.
Wer ein bisschen mehr ausgeben wollte, dem stand die im Bild gezeigte Regeltechnik zur Verfügung, und zwar links das Kontaktthermometer und in der Mitte das Schaltrelais. Heizer und Thermometer mussten an das Relais angeschlossen werden. Das Thermometer wurde dann mittels des oben auf die Spitze gesteckten Magneten auf de gewünschte Temperatur eingestellt. Diese konnte man auf der oberen Scala ablesen. War die Temperatur erreicht, gab es in der unteren Scala einen Kontakt zwischen dem Quecksilber und einem mit der oberen Scala verbundenen Draht (?) und Strom floss. Dieser Strom erwärmte den Heizwiderstand im Relais und diee Wärme brachte den darüber liegenden Bimetallschalter dazu, den Stromkontakt zum Heizstab zu unterbrechen.
Es gab auch noch Quecksilber-Relais, wovon ich auch eins hatte. Wenn ich es finde, dann zeige ich euch auch noch dieses.
Das rechte Foto zeigt das Relais ohne Deckel.
Astrid.S
29.11.2006, 21:44
Hi, leider habe ich diese Dinge nicht wie Du aufgehoben.
Aber 1970 hatte ich 3 Becken - das Große hatte schon einen regelbaren Heizstab, aber die beiden Kleinen ( Plastik) hatten nur ungeregelte, war einfach zu teuer, auch wenn es sie hier im Westen gab. Einmal habe ich vergessen, die bei den Jungfischen abends rauszuziehen, da hatte ich morgens 32 Grad , aber die Guppybabys haben es überlebt. Auch der Leuchtbalken lag damals nur mit Abdeckung auf der Glasscheibe... und das Aquarium war mit Rahmen und gekittet..., ich habe es erst vor ein paar wenigen Jahren auf den Sperrmüll gestellt, 20 Jahre habe ich von Dachboden zu Dachboden geschoben, irgendwann fängst du wieder an....
Zumindest damit habe ich recht gehabt, auch wenn außer den alten Büchern bei mir nichts mehr steht.
Viele Grüße
Astrid
Henry Wollentin
30.11.2006, 20:02
Hallo Astrid,
jupp, so war das mit den ungeregelten Heizern, da hat man manche böse Überraschung erlebt. Aber es ging noch besser. Das zeige ich euch aber erst demnächst - ein bisschen Spannung muss schließlich bleiben.
Heute habe ich mal ein ganz besonderes Schmankerl aus unserer Vereinsbibliothek gekramt. Es ist eine kleine Mappe mit Postkarten, die Goldfischzüchtungen zeigen. Beschriftet ist das Ding in Russisch und Deutsch. Gedruckt wurde es 1966 in Peking.
Auf den Fotos seht ihr die Vorder- und Rückseite der Mappe sowie 3 ausgewählte Karten.
Hallo Henry,
ich lese das mit Spannung. Da ich erst Baujahr 1978 bin, und erst mit 8 mit meinem ersten Aquarium angefangen habe, sind das natürlich Dinge, die ich so nicht erlebt habe. 1986 gab es schon geregelte Heizer *g*.
Viele Grüße,
euer Nico
Hallo Henry
Zählt diese Art Goldfisch nicht zu den Qualzuchten? oder täusche ich mich jetzt.
Henry Wollentin
01.12.2006, 20:36
Hallo Frank,
das siehst du schon ganz richtig und ich lehne diese Zuchten auch vehement ab. In der Aquarium-live 2/2007 wird wahrscheinlich ein Leserbrief zu diesem Thema von mir erscheinen. Trotzdem sind sie ein Teil der Geschichte und deshalb wollte ich es mal zeigen.
Henry Wollentin
12.12.2006, 17:44
Hallo ihr Lieben,
nachdem ich nun 2 Wochen krank war, will ich endlich an dieser Stelle weiter machen, bevor die Fans dieses Threads (ich schreibe absichtlich nicht "meine" Fans, sonst muss ich noch Autogrammkarten verschicken :biggrin: :biggrin:) nicht total unruhig werden.
Heute habe ich euch eine Sammelmappe rausgesucht, in der einige Sammelkarten mit Fischbeschreibungen drin sind. Das genaue Alter konnte ich nicht ermitteln, aber das Ding muss so etwa aus den 50er, vielleicht Anfang der 60er stammen.
Die Bilder auf den Karten sind keine Fotos, sondern gemalt. Die Bildunterschriften sprechen für sich. Das erste Bild zeigt das Cover (hat man das damals auch schon so genannt?) der Mappe, die anderen jewels einen Vertreter aus unterschiedlichen Fischfamilien.
Casa Carota
12.12.2006, 20:39
Hallo Henry,
ich wundere mich, was du so zutage förderst.
Bei dir muss es ja aussehen wie in einem Aquarium-Museum!
Einfach toll, dass du diese alten Relikte aufgehoben hast.
Ich lese deine Beiträge in diesem Thread immer mit Spannung und freue mich auf die Fortsetzungen.
Henry Wollentin
12.12.2006, 21:11
Hallo Marlis,
das ist der positive Nebeneffekt, wenn man die Vereinsbibliothek im Keller stehen hat, aus der das Meiste stammt. Aber auch im Privatbesitz habe ich einige dieser Relikte.
Henry Wollentin
13.12.2006, 17:35
Huhu,
ich habe heute für euch noch 5 weitere Sammelkarten aus der Mappe eingescannt.
Henry Wollentin
18.12.2006, 18:16
Hallo,
und weiter geht's:
Heute habe ich eine Broschüre mit dem Titel "Praktische Aquarienkunde" rausgesucht. Autor ist Bruno Höpfner und sie ist erschienen im URANIA-Verlag GmbH Jena. Das Erscheinungsjahr konnte ich nicht genau ermitteln, aber ch schätze, dass es so um 1950 herum sein muss, da dr Text der Einleitung sehr nach DDR klingt, aber noch von "GmbH" und in der Werbung von "DM" die Rede ist.
Die Bilder ezigen folgendes:
1. das Cover
2. die grafische Darstellung einer Kohleheizung unter einem Aquarium
3. Außen- und Innenfilter
4. die Unterwasserstadien der Zuckmücke
5. die Rückseite des Covers
Henry Wollentin
19.12.2006, 20:58
Hallo meine Lieben,
heute nach einem 12-Stunden-Arbeitstag gibt es mal nur eine Kleinigkeit, dafür aber einen Kracher, wie ich finde.
Quelle ist das Buch aus der AT Ratgeber Reihe "Aquarienanlagen im Selbstbau" von Wulf Rother, erschienen im Urania-Verlag 1980.
Das Bild dürfte wohl für sich sprechen. Achja, das Gemusterte im Vordergrund ist nicht der Teppich, sondern das Ehebett :).
Casa Carota
19.12.2006, 21:02
Huhu Henry,
das ist ja ein krasses Bild :lach:
Du bringst die User hier auf ganz neue Ideen.
Demnächst sehen wir womöglich solche Bilder von 2007 :)
Henry Wollentin
19.12.2006, 21:05
Huhu Marlis,
es freut mich, dass dir meine Ausgrabungen gefallen. Ich hoffe, dass auch die anderen User ein wenig Gefallen daran finden.
Hallo Henry,
jupp, tun sie.
Irgendwie kommt bei mir ein 'will haben' Gefühl bei der Konstruktion auf. Etwas moderner, das Bett etwas höher und in V-Form die Aquarien herum - hat was. Da steht dann nur die Frage einer möglichst leisten Filterung im - wahrsten Sinne- Raume *gggg*
Viele Grüße,
euer Nico
Casa Carota
19.12.2006, 21:17
Hallo Henry,
siehste... geht schon los.
Ich finde deine "ollen Kamellen" echt interessant und möchte mehr davon lesen :smile:
Henry Wollentin
19.12.2006, 21:20
Huhu,
Ich finde deine "ollen Kamellen" echt interessant und möchte mehr davon lesen
Wirst du auch - versprochen. Aber nicht immer jeden Tag, soll ja keine Daily-Soap werden :lach:.
Wer sich bei der Konstruktion auch freuen dürfte, ist das E-Werk. Ich hab euch das zweite Foto auch noch eingescannt.
He, ich bin halt begeisterungsfähig :)
Und wenn ich's richtig überlege dann kommt es auf den Strom bei unseren Glaskästen auch nicht mehr an.
Sind die Leuchten aus einem Solarium? ;-)
Nun aber im Ernst: Ich bin mit 28 Jahren sicherlich noch nicht so altgedient wie manche andere Aquarianer. Daher bin ich immer an der Geschichte meines Hobbies interessiert. Das betrifft den 'See im Glase' genauso wie Petroleum-Heizer - auch wenn ich mit diesen Dingen meine Becken eher nicht betreiben möchte *grinst*.
Viele Grüße,
euer Nico
Henry Wollentin
19.12.2006, 21:32
Hallo Nico,
sieht fast so aus, aber ich denke eher nicht, dass die aus einem Solarium stammen, denn erstens ist das Bild aus den 70ern und zweitens gab es sowas in der größten DDR der Welt nicht. Das wird wohl alles Eigenbau sein, evtl. mit Material aus einem volkseigenen Betrieb, dass sich in den Hobbyraum des Fotografen verirrt hat :lach: :lach: :lach:.
Schwarzwels
19.12.2006, 21:45
Hallo Henry,
bin erst heute auf diesen sehr interessanten Bericht gestoßen und ich muss sagen, man wartet gespannt auf das nächste Fundstück aus deiner Sammlung. Ich weiss nur, daß der Bruder von meinem Mann in den 70 Jahren ein AQ hatte, daß nach heutigen Maßstäben eine absolute Fischsuppe war in einem viel zu kleinem AQ. Irgendwie haben diese Fische überlebt, aber unter welchen Bedingungen ;-(: ;-(:. Na ja, ich hoffe, daß wir es heute besser machen.
Bis bald
Hi Henry,
kommst du eigentlich ursprünglich aus der ehemaligen DDR? Nur interessehalber, meine Frau ist aus Bad Muskau.
Schätze, das ist auch eher Bastelarbeit. Aber vor Bastelarbeit habe ich Respekt, ich bin mit zwei linken Händen 'gesegnet' und wickel' mich schon mal um meine Bohrmaschine.
Mir ist zur Geschichte der Aquaristik noch etwas interessantes aufgefallen: In einem anderen Forum wird gerade über den bösen bösen Nitrit-Peak diskutiert.
Als ich mein erstes Aquarium hatte, habe ich damals entweder 'gesprudelt' (in der Vermutung, die Fische hätten zu wenig Sauerstoff) oder eben Wasser gewechselt, ein Allheilmittel zu meiner Zeit. Nitrit kannte ich nicht.
Interessieren würde es mich, wie vor mehr als zwanzig Jahren der Alltag in der Pflege eines Aquarianers aussah. Wie hat man damals seine Becken / sein Becken betreut?
Viele Grüße,
der Nico
Henry Wollentin
19.12.2006, 21:59
Hallo Nico,
jupp, ich bin gelernter DDR-Bürger :).
Deine Frage beantworte ich dir gern. Da das aber ein längerer Text werden dürfte, wie immer wenn ich einmal am labern bin, mache ich das nicht mehr heute. Also übe dich in Vorfreude :lach:.
Hi Henry,
da freue ich mich schon darauf!
Ich werde mich demnächst dann auch mal outen und mal beschreiben, was ich mit meinen ersten Becken angestellt habe, als ich noch sehr jung war.
Viele Grüße,
euer Nico
Hallo Henry,
ist ja mal wieder ein interessanter Bericht von dir.
Ja,ja, die guten alten DDR-Zeiten, die sich druch den Erfindungsreichtum der Menschen aufgrund der Mangelwirtschaft ausgezeichnet haben. Man konnte einfach alles gebrauchen, sei es um selber zu basteln oder zu tauschen.
Leider kann ich mit solchen Storys in Bezug auf Aquarien nicht dienen, da ich noch nicht so lange Aquarianer bin, aber es ist immer wieder interessant Beiträge von Henry zu lesen.
Also Henry, weiter so. Bin schon auf den nächsten Beitrag gespannt.
Henry Wollentin
21.12.2006, 21:22
Huhu,
und hier kommt die nächste Folge eurer geliebten Serie "Gutes Aquarium - schlechtes Aquarium" :lach:.
Heute habe ich euch ein Buch aus meinem privaten Fundus rausgesucht - eigentlich mein Lieblingsbuch. ich finde, dass dieses Buch in seiner Art, den Lesern die Aquaristik beizubringen, bisher unerreicht ist.
Das Buch wurde verfasst von Hans Frey undheißt "Aquarienpraxis kurz gefaßt". Es ist erschienen im Neumann Verlag Leipzig - Radebeul 1988 in der 19., neu bearbeiteten, Auflage.
Das Buch beinhaltet einen sehr prägnanten und einprägsamen Text, gepaart mit ebenfalls sehr einprägsamen Grafiken, die teilweise auch eine gewisse Ladung Humor beweisen. Einige schöne Farbfotos runden das Ganze ab.
Folgendes ist zu sehen:
1. eine komplette Buchseite
2. eins der Farbfotos - ausgewählt habe ich ein Männchen von Colisa lalia, wie man sie heute kaum noch im Handel findet
3. - 5. Beispiele der erwähnten Grafiken
Viel Spaß beim Gucken !
Hallo Henry
Der Autor Hans Frey ist auch im Westdeutschland ein Bekannter Autor gewesen.
Ich selber habe als Kind Anfang der 60. Jahre das Buch "Das Aquarium von A bis Z" immer und immerwieder gelesen.
Noch heute habe ich die 4.erweiterte Auflage von 1961 vom Neumann Verlag Leipzig.
mfG
Werner
Hallo Henry
Das war ja schon eine Supertechnik.Ich bekam zum 6.Geburtstag ein ca.5ltr großes Gurkenglas mit Guppy und Schwertträger.Nach ein paar Tagen schwammen die Fische luftschnappend an der Oberfläche so das ich mir ein gebrauchtes 40 ltr. Stahlrahmenbecken bekauft habe.Beheizt und beleuchtet habe ich das Becken mit einer 25 Watt Glühbirne die ich zur hälfte ins Wasser gehängt habe.So leichtsinnig war man,hätte das mein Sohn gemacht ich wäre durchgedreht.
MfG
Werner
Michael H
26.12.2006, 19:26
Hallo,
das "Wasserbett mit Solarium" ist ein Hammer.
War war in dem Becken und mit welcher Technik wurde es betrieben ?
Grüße
Micha
Hallo Henry,
zuerst mal Respekt, ein sehr schöner Thread.
Da merkt man doch gleich, wer nur Theoretiker ("Fachidiot") ist und wer Menschen auch etwas vermittlen kann.
Zu den Bildern mit dem "Aquarienbett" möchte ich noch bemerken, daß der Besitzer entweder handwerklich sehr begabt oder finanziell besser gestellt sein muss. Die Unterschränke mit den vielen Schubladen sehen sehr professionell aus. Zumal es auf dem Bild nicht so aussieht, als wären mehrere "Schuhschränke" nebeneinander aufgestellt worden. Bei der Beckengröße müssen die Schränke ja auch einiges aushalten. Die Abdeckungen sehen auch so aus, als würden sie von der Holzart genau zu den Schränken passen.
Soetwas gab es in der DDR nicht zu kaufen.
Man konnte sich sowas für sehr viel Geld anfertigen lassen oder verstand eben selber etwas vom Tischlerhandwerk.
Zu den Energiekosten:
Ich denke, die Freude des E-Werks wird nicht allzugroß gewesen sein, denn der Strom war ja in der DDR spottbillig. Kein Vergeich zu heute.
Zweitens, wer sich so eine Spezialanfertigung leisten konnte, hat über die paar Groschen für Energie nur gelacht.
Außerdem, wenn man sich die Breite eines Bettteils ansieht und das in Relation zu den Schubläden sieht, kommt man zu dem Ergebis, daß die Leuchtstoffröhren entweder 1,00m oder 1,20m lang sind.
Also irgendwas zwischen 36 und 40 Watt pro Röhre.
Längs vom Bett sind je 5 Röhren pro Abdeckung, am Fuß- oder Kopfende nur 4. Selbst wenn auf der anderen Bettseite nochmal die gleiche Anordnung besteht, kommt man maximal auf 14 Röhren á 40W. Wenn man die Leistung der Vorschaltgeräte dazunimmt, ergibt das rund 630 Watt.
Klar kommt noch einiges wie Heizung, Pumpen usw. hinzu, aber manches große Meerwasserbecken verpulvert mehr.
Wenn man der ganzen Geschichte einen etwas moderneren Touch verpassen würde, könnte ich mich auch für sowas begeistern.
Ich habe nur etwas Bedenken wegen der Geräuschentwicklung in der Nacht. So leise Filter und Pumpen bekommt man selbst heute nicht.
Oder man verfrachtet die ganze Technik in den Keller.
Zu alten Fachbüchern:
Ich liebe diese Schinken abgöttisch. Da wird einem das enthaltene Wissen noch anschaulich dargestellt. Nicht nur der erhobene (pädagogische) Zeigefinger oder graue Theorie.
Gut, vieles ist nach heutigen Erkenntnissen überholt, aber z.B. physikalische Grundlagen, die sich nicht ändern, lassen sich aus solch alten Schwarten hervorragend lernen.
Meine ganzen Elektrogrundkenntnisse, die ja auch auf Physik beruhen, habe ich mir als kleiner Bengel aus dem Buch "Du und die Elektrizität" aus dem Jahre 1933 (!) angelesen.
Die ganzen Begriffe wie Volt, Watt, Ampere, Ohm, Leitfähigkeit, Elektronen, Echolot, Morsegerät, Telefon, aber auch Glühlampenherstellung, Farbtemperatur, Optik und viele andere Dinge werden dort anschaulich in kleinen, nett erzählten Geschichten vermittelt, die sich einem auch einprägen.
Ich kann bei Interesse mal ein paar Seiten zur Anschauung dazu einscannen.
Viele Grüße
froefi
Astrid.S
26.12.2006, 21:04
Hi froefi, mach doch mal.
Gerade solche Dinge wie Farbtemperatur sind in den neuen Werken immer sehr unanschaulich dargestellt.
Viele Grüße
Astrid
Michael H
26.12.2006, 22:32
Hallo,
bei vielen der älteren Bücher hat man das Gefühl einen Abenteuerroman zu lesen, obwohl es eigentlich ein Fachbuch ist.
Die Autoren waren früher scheinbar eher in der Lage einen Leser zu begeistern.
Zur Zeit schmökere ich in "Die Fische" von Richard Gerlach erschienen 1950.
"Wer das bewegliche , himmelspiegelnde, unaufhörliche Wasser liebt, dem sind auch die Wassergeschöpfe nicht kalt und unnahbar, sondern vom ewigen Werdestrom wunderbar beseelt und durchgeistert"
Welcher Autor würde heute noch einen solchen Satz schreiben ?
Das Buch "Aquarienpraxis kurz gefaßt" von Hans Frey besitze ich auch. Die Ausgabe ist von 1968.
Dank Henry ist das Buch gerade aus dem Regal auf den Schreibtisch gewandert :smile:.
Grüße
Micha
Hi Gotcha,
tja, ist schon erstaunlich. Scheinbar können sich noch mehr Leute für alte Sachbücher begeistern.
Ich dachte schon, ich gehöre zu einer aussterbenden Art.
Lesen ist doch sowas von uncool... :zwinker:
Gibts das nich als mp3?
Viele Grüße
froefi
Michael H
26.12.2006, 23:07
Hallo Froefi,
wenn wir zu einer aussterbenden Art gehören würden, dann währe der Preis für so manches, antiquarisches Büchlein nicht so hoch :O~.
Die modernen Medien sind ja auch toll,
ein Buch hat aber immer noch einen hohen Stellenwert.
Ich sehe gerade :
Der Vertrieb in Westdeutschland, Westberlin, Österreich und in der Schweiz ist nicht gestattet :).
Grüße
Micha
Henry Wollentin
27.12.2006, 15:30
Huhu,
nachdem ich nun endlich dem Weihnachtsstress entflohen bin, kann ich mich wieder em widmen, was ich als einen wesentlichen Teil meines Lebens ansehe. Vor allem freue ich mich, dass ihr auch ohne mein Hiersein weiter diskutiert habt und ich anscheinend kräftig Hilfe bekommen.
Ob ich zu dem Schlafzimmerbecken noch Details finde, muss ich mal sehen. Außerdem ist ja auch noch eine andere Frage offen, die ich noch ausführlich beantworten muss.
Angeregt durch Werners Horror-Heizung habe ich mich heute auch mal dieem Thema gewidmet und und eine Salzheizung rausgekramt.
Die Salzheizung bestand aus einem Glasrohr in U-Form, das mit Salzwasser gefüllt wurde. In dieses Rohr wurden zwei Kupferdrähte eingebracht, die am anderen Ende mit der Steckdose verbunden waren. Verschlossen wurde das Rohr mit Gummistopfen. Der Salzgehalt bestimmte, wie heiß die Heizung wurde. Eigentlich ein Glücksspiel, aber da ich das Ding immer mit dem schon bekannten Kontaktthermometer betrieben habe, war die Gefahr gebannt.
*ohne Worte*
Puh, als Kind des Informationszeitalters schaudert es mich da doch ziemlich!
Viele Grüße,
euer Nico
Henry Wollentin
05.01.2007, 17:42
Hallo liebe Freunde,
nachdem ich nun ein paar Tage Pause gemacht habe, soll es heute weiter gehen. Aber bevor ich die nächsten Schmankerln aus dem Keller hole, will ich erstmal die Fragenbeantworten, die hier gestellt worden. Fangen wir mit der ersten Frage an:
Interessieren würde es mich, wie vor mehr als zwanzig Jahren der Alltag in der Pflege eines Aquarianers aussah. Wie hat man damals seine Becken / sein Becken betreut?
Also ich habe 1978 aktiv mit der Aquaristik begonnen. Davor, etwa so 1975, hatte ich schonmal ein Becken in meinem Zimmer stehen, aber da war das noch nicht so richtig was. Das war ein 50er Stahlrahmenbecken und Opa hatte einen Schrank dafür gebaut. Irgendwann war es wieder weg, nur der schrank blieb, als Bücherschrank. 1978 dann wollte ich wieder anfangen, angeregt durch einen Schulfreund, der auch ein Aquarium hatte. Wer die ganze Geschichte möchte, der findet sie auf meiner Homepage.
Die Einrichtung der Becken wich nicht so großartig von der von heute ab. Ich habe damals als Bodengrund eine ca. 4 cm dicke Schicht lehmigen Sand eingebracht und darüber kam eine Deckschicht aus Perlkies. An Pflanzen hatte ich damals überwiegend Cryptocoryne affinis und Echinodorus amazonicus. In dem lehmigen Sand wuchsen die Echinodorus zu einer Größe heran, die man heute kaum noch findet, und alles ohne CO2 und einer Beleuchtung, die auch nicht unbedingt das Tollste war. Einfach nur 1 oder 2 Röhren aus dem ... nee, nich Baumarkt, sondern Heimwerkerbedarf. Die Cryptocorynen bildeten bald einen undurchdringlichen Wald. Nun muss ich aber dazu sagen, dass damals das Leitungswasser noch leicht im sauren Bereich lag.
Dann kamen die üblichen Deko-Gegenstände hinein - Höhlen aus Steinen und Steinholz und auch Wurzeln. Als Technik kam eine Glasröhre für den Ausströmer rein, an der ich mir etliche Male die Finger aufgeschnitten habe, ein Innenfilter aus Glas (jaja, ADA hat das nicht erfunden :lach:), und die oben vorgestellte Heiztechnik. Übrigens wurde alles vor dem Einbringen ins Becken abgekocht. Das war für mama immer die Hölle in der Küche.
Man ließ das Becken ein paar Tage einlaufen, aber warum eigentlich, das wusste ich damals nicht. Nitrit und Ammonium waren mir nicht bekannt. Man machte das halt so. Dann kamen die Fische. Wasserwerte haben kaum einen interessiert. Wasser war Wasser - Punkt.
Wasserwechsel wurde auch gemacht, aber nicht so oft. meist wurde das verdunstete Waser aufgefüllt. Wenn ich WW gemacht habe, dann aber immer schon gründlich, mindestens 2/3. Dabei wurde dann der Bodengrund mit einer kleinen (nicht so wie heute) Mulmglocke abgesaugt.
Das Licht wurde mit der hand an und aus geschaltet, immer dann, wenn man wach wurde oder zu Bett ging. Und da die Pumpen früher schrecklich laut waren, wurden sie nachts abgeschaltet.
Einmal im Jahr wurde das Becken gründlich gereinigt. Alles kam raus - Fische in den Eimer, Pflanzen in die Schüssel. Deko und Bodengrund wurden gründlich gesäubert und abgekocht. Auch der Filter wurde mit neuem Material bestückt. Dann wurde neu eingerichtet. Zwei Eimer Altwasser waren immer da, aber sonst alles frisch. Natürlich kamen auch die Fische wieder sofort rein, wo sollte man sonst auch damit hin.
Und was das Komische an all dem ist: es ging meistens alles gut. Fragt mich nicht warum, ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, wie die Filter das damals geschafft haben, deren Durchsatz so etwa einmal den Beckeninhalt pro Tag betrug.
Und nun die Warnung für die Kinder und Jungaquarianer:
BITTE NICHT NACHMACHEN !!!
Henry Wollentin
07.01.2007, 21:49
Huhu,
ich habe mir das Buch mit dem Ehebett nochmal in Ruhe angesehen. Leider ist nur das Foto drin und keine Beschreibung der Anlage. An dieser Stelle muss ich also mal passen. In den nächsten Tagen werde ich dann hier weiter machen. Heute nur mal als kleines Schmankerl meiner ersten beiden Becken 1981. Die Geschichte um mein erstes Aquarium gibt es auf meiner Homepage.
Hallo Henry,
ich lese hier immer noch aufmerksam mit.
Besonders gut gefallen mir die 'gepanzerten' Becken auf dem Foto *g*.
Diese Rahmenbecken waren früher ein Zugeständnis an die nicht alleine verlässlich haltende Verklebung. Ich hatte selbst noch von einem Bekannten nach dem Bruch meines ersten Aquariums ein solches Becken bekommen, um meine geretteten Fische dort unterzubringen.
Viele Grüße,
euer Nico
Astrid.S
08.01.2007, 10:23
Hi Nico, Verklebung ist gut.
Mein erstes Becken 1970 war gekittet, mit ganz normalem Fensterkitt. Die Bodenplatte war aus Drahtglas.
Mich hat der Rahmen aber nie gestört. Im großen 1m Becken hatte ich schon einen geregelte Heizung, lediglich die in den Aufzuchtbecken ließen sich nur durch ziehen des Steckers regeln. Oben lag eine Scheibe drauf und darauf eine Lampe - ob die ein oder zwei Röhren hatte, weiß ich nicht mehr. Bei uns lief der Filter durch, war ja im Fernsehzimmer, da störte es Nachts niemanden. Mein Vater hat das Licht ausgeschaltet, wenn sie zu Bett gingen und ich habe es morgens vor der Schule wieder angemacht.
An die Aktion jedes Jahr das Becken einmal neu zu machen, kann ich mich auch noch erinnern. Da wurde der Einmachtopf raufgeholt und alle Deko 10 Minuten ausgekocht, die Pflanzen wurden in Kaliumpermanganatlösung gebadet - alle Schnecken, die sich eingeschlichen hatten, entsorgt. Und dann habe ich mich gefreut, dass alles wieder so schön sauber war.
Mit Nitrit konnte ich zu der Zeit auch nichts anfangen.
Kann mich nicht erinnern, dass es danach mal Probleme gab , ist aber wie Henry schon sagte, nicht zum nachmachen geeignet. Allerdings hing mein Becken ( das Große) auch an der Wasserleitung, mein Vater ist da sehr praktisch - Wasserwechsel lief also ab, während man davorsaß und die Fische betrachtete und wurde dadurch sehr häufig gemacht.
Viele Grüße
Astrid
Hallo Astrid,
grins... mit Kitt braucht man auch Rahmen. Gestört hat es mich bei meinem Ausweichbecken aber auch nicht wirklich. Dicht war das Teil *g*.
Die Aktionen mit der Generalreinigung kenne ich aber auch. Das reichte vom Abkochen sämtlicher Einrichtungsgegenstände alle Jahre bis hin zum Austausch des kompletten Bodens. Habe ich auch ein paar Mal gemacht, wirklich passiert ist aber nichts.
Das kann aber auch mit dem 'Allheilmittel' Wasserwechsel zusammenhängen. Leitungswasser war zu meiner Zeit recht verpöhnt auf dem Dorf - jeder Aquarianer, der was auf sich hielt, hat immer Quellwasser verwendet. Mein Vater und ich sind damals alle Woche oder zwei mit großen Eimern zur nächsten Quelle in den Wald gestapft und haben dort das Quellwasser gezapft.
Hat erstaunlich gut funktioniert, ohne Dinge wie Easy Balance, Aquasafe und Co.
Wasserwerte habe ich übrigens früher nie gemessen. Wenn die Fische sich 'komisch' benommen haben dann habe ich den Ausströmer höher gesetzt oder (wie gesagt, Allheilmittel *g*) Wasserwechsel gemacht.
Viele Grüße,
euer Nico
Hi,
die Rahmenbecken waren ja eine Möglichkeit.
Ich hatte damls nur Vollglasbecken. Größere konnte ich mir damls nicht leisten.
Das "schöne" an diesen Becken war die Ansicht des Innenlebens. Je nach Blickwinkel waren die Fische größer oder kleiner, oder durch Lufteinschlüsse konnte man denken im Spiegelkabinett auf dem Jahrmarkt zu sein.
Beleuchtung und Heizung waren Glühlampen auf den Becken.
Das jährliche Neueinrichten ist mir auch noch in Erinnerung. Höhepunkt war immer das abkochen des Sandes. OoO
Henry Wollentin
08.01.2007, 19:49
Huhu,
Besonders gut gefallen mir die 'gepanzerten' Becken auf dem Foto *g*.
wo siehst du auf dem Foto ein Rahmenbecken, das beides geklebte.
Hi Henry,
die sehen aber aus, als hätten sie einen Rahmen ;-)
Viele Grüße,
euer Nico
Hi,
die sehen nur so aus, sind jedoch mit Cenusil geklebt, dass DDR-Silkon. :-p
Hi,
kenne ich nicht :-p
Was ist den Cenusil eigentlich? Ein Kitt?
Viele Grüße,
euer Nico
Hi,
dies ist ähnlich wie das heutige Silikon, jedoch damals schwer zu bekommen, oder halt Bückware.
Hallo Nico,
eigentlich hat Joogie es schon geschrieben. Cenusil ist vergleichbar mit Silikon. Es war eine weiße elastische Masse zum Kleben, halt mit den gleichen Eigenschaften wie Silikon.
Es mußte nur alles in der DDR einen anderen Namen haben. Aber ist das nicht bei vielen so, das es mehrere Namen für eine Sache gibt?
Beispiele:
Broiler - Hähnchen
Bulette - Frikadelle
Strippe - Brötchen
Hallo Joogie,
was heißt schwer zu bekommen? Dann hattest du wohl den falschen Beruf oder die falschen Verbindungen? :lach: :lach: :lach:
Nee, hast schon Recht. Es war vieles schwer zu bekommen, aber um so erstaunlicher ist es doch, was dennnoch in Heimarbeit so alles entstanden ist. Im Erfindungsreichtum war der DDR-Bürger nicht zu schlagen.
Hallo,
danke für die Aufklärung, das Wort kannte ich echt noch nicht.
Broiler kenne ich - das war das erste Wort, wo ich bei meiner Frau, die aus Sachsen kommt, gestutzt habe. Ich habe sie damals gefragt, warum man Boiler essen sollte *hüstelschäm*
Umgekehrt ist es aber auch so. Als ich ihr erklärte das ich gerade auf Arbeit am rödeln bin, dachte sie, ich würde *zensiert*. Nun ja, das sind so die Mißverständnisse im Kulturaustausch :)
Liebe Grüße,
euer Nico
Henry Wollentin
09.01.2007, 19:30
Hallo Heiko,
5 - setzen !!!! :lach:
Das Ding schreibt man Boulette - die Amis würden wohl Burger dazu sagen.
Und das Brötchen heißt Schrippe. Was du meinst, ist ein Faden oder Draht. Darum nannte man Elektriker ja auch Strippenzieher.
Aber nun ist's genug mit der Klugscheißerei :lach: :lach: :lach:.
Hallo Henry,
hast ja Recht und ich schäme mich. ;-(:
Aber wenigstens hast du mir nur eine 5 gegeben und keine 6. Obwohl, früher gab es keine 6. ;-(:
Henry Wollentin
17.01.2007, 19:54
Hallöle,
nachdem ich nun ein paar Tage Pause gemacht habe, soll es heute an dieser Stelle weiter gehen.
In der DDR gab es, ich glaube ab 1953 bis 1990, nur eine einzige Aquarienzeitschrift, und die war dann auch noch kaum zu bekommen. Wer ein Abo hatte, der war der glücklichste Aquarianer der Republik. Die Zeitschrift war im Format A5, oder ein kleines bisschen größer und erschien jeden Monat einmal. In den ersten Jahren war natürlich noch alles schwarz-weiß, viel später dann wurde es ein wenig bunt. Sie trug den Titel "Aquarien - Terrarien" und wurde von uns liebevoll AT genannt. In unserer Vereinsbibliothek befindet sich ein vollständiger Satz vom ersten bis zum letzten Heft. Ich werde in der nächsten Zeit immer mal wieder ein heft vorstellen. Also wenn ich jeden Monat ein Heft raussuche, dann könnt ihr euch ausrechnen, wie lange dieser Thread laufen wird :lach:.
In den Anfangsjahren gab es immer noch jährlich ein Jahrbuch, was dann später eingestellt wurde. Man kennt das ja von anderen Sachen auch. Ich habe heute mal das Jahrbuch von 1953 rausgesucht. Es ist auch A5 groß, etwa 150 Seiten dick und enthält eine gnanze Reihe Berichte zum Thema Aquaristik und Terraristik, viele Grafiken und einige Fotos und am Ende ein paar Seiten Werbeanzeigen. Wie immer habe ich 5 Beispiele eingescannt.
1. Das "Cover" des Buchs mit schönen wildfarbenen Skalaren.
2. Ein Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis) greift einen Teichfrosch an.
3. Schwertträger
4. Männchen des Glänzenden Zwergbuntbarschs (Nannacara anomala)
5. Eine Werbeanzeige eines Herstellers für Aquarienmöbel
Achja, und bevor ich es vergesse: ich habe im Keller ein kleines technisches Schmuckstück, das werde ich hier in den nächsten Tagen zeigen.
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