Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Der Boden ist zu"
Michael H
13.01.2008, 18:14
Hallo,
wenn es um Pflanzenprobleme geht, dann kommt von den Profis öfter mal die Aussage "der Boden ist zu".
Was bedeutet das genau ?
Grüße
Micha
ZeroGraviety
13.01.2008, 18:43
hi,
ich vermute mal, das es bedeuten soll, das der boden "sich gesetzt hat" und hart ist...
was sich wenn man regelmässig mulm absaugt ja umgeht...
meine pflanzen wachsen im sand sehr gut, da ich jede woche den mulm absauge...
gruss
sven
Auch ne Vermutung meinerseits:
Ich könnte mir vorstellen, dass man damit meint, dass die gegenwärtige Verdichtung - wie auch oben schon geschrieben - den notwendigen Nährstoffaustausch bzw. -nachschub nicht mehr zulässt. Pflanzen die ihre Nährstoffe überwiegend über die Wurzeln aufnehmen werden damit wohl ihre Probleme haben.
Huhu!
Ich würde entweder auch vermuten, dass es entweder 1.) um die reine physikalische Beschaffenheit des Bodens geht oder 2.) um den Nährstoffgehalt.
zu 1.) Soll heißen, der Boden ist meinetwegen so verdichtet, dass in erster Linie kein vernünftiger Gasaustausch (CO2 <--> O2 ) mehr stattfinden kann. Das führt zu verringertem Wurzelwachstum und geringerer Nährstoffaufnahme.
zu 2.) Ein Beispiel aus der Pflanzenernährung bei "normalen" Landpflanzen (weiß allerdings nicht, inwiefern sich das auf die Bedingungen im AQ übertragen lässt): die Nährstoffe (in diesem Fall z.B. Kationen, also positiv geladene Ionen) befinden sich ja gebunden an den Tonmineralen im Boden. Um z.B. einen dieser Nährstoffe aufzunehmen, kann die Pflanze Protonen (H+-Ionen) abgeben. Diese verdrängen den Nährstoff (Mg2+, Ca2+ usw.) vom Tonmineral. Wenn nun irgendwann die Tonminerale mit H+ Ionen gesättigt sind (also evtl. "zu" mit H+-Ionen :confused: ), kann theoretisch kein anderer Nährstoff mehr abgegeben werden, sprich es ist nichts mehr an Nährstoff da, was die Pflanze aufnehmen könnte.
An dieser Stelle müsste man zudüngen....
Wie gesagt, ich bin mir halt nicht ganz sicher, wie sich das im AQ verhält und ob sich das vergleichen lässt...
Viele Grüße, Kati
Michael H
15.01.2008, 18:18
Hallo,
der Grund für die Frage war folgender.
In meinem 480l Becken habe ich einen teuren Bodengrund, den der Vorbesitzer mal gekauft hat.
Das Material sieht aus wie Kies, ist relativ feinkörnig und sehr leicht.
Nun läuft das Becken schon ein paar Jahre und man kann keine Pflanzen mehr umsetzen, ohne das es zu mächtigen Nebelschwaden kommt.
Zu Anfang hatte ich einen unglaublichen Pflanzenwuchs der dann sehr langsam immer schlechter wurde.
Gerade wurzelzehrende Pflanzen stagnieren nun im Wachstum.
Am Wochenende wollte ich 6 winzigkleine Koischwertträger aus dem Becken fangen und da ich die Tiere nicht erwischen konnte habe ich alles leer geräumt.
Die Mulmwolken waren eine wahre Pracht.
Den Boden habe ich jetzt "aufgelockert" und mal ganz grob im Becken gereinigt. Dann habe ich Pflanzen neu gruppiert und alles mal bisschen hin und her geschoben.
Ich hoffe das diese Radikalkur was gebracht hat und meine Pflanzen jetzt wieder bisschen besser wachsen.
Grüße
Micha
PS: Die Schwertträger ziehe ich jetzt einem anderen Becken groß.
Hallo Micha,
könnten es nicht etwa zuvor durch den Bodengrund eingebrachte Nährstoffe sein, die nach und nach "aus" gingen?
Langzeitbodengrund hält ja nicht ewig und irgendwann kommt es zum Mangel, gerade bei Wurzelzehrern. Und wenn der Bodengrund dann nur unzureichend geflutet wird (weil er vielleicht dicht ist), nutzt auch Volldünger in flüssiger Form wenig.
Gruss Timo
alexis0211
15.01.2008, 20:04
Hallo Micha,
und wo bleiben die Bilder? :)
Wir wollwn sehen, was Du gezaubert hast.
Bitte, bitte...
Gruß Alexander
Michael H
15.01.2008, 22:29
Hallo,
@ Timo
Sicher sind Nährstoffe "verbraucht" worden, aber bei der Aktion habe ich auch noch komplette Tonkugeln gefunden, die mir dann in der Hand zerbröselt sind. So denke ich das an diesen Stellen Nährstoffe zwar vorhanden, aber eben nicht verfügbar waren.
@ Alexander
Ich habe mich schon geärgert das ich die NEbelschwaden nicht mal im Bild festgehalten habe.
Das neugestaltete Becken bekommt ihr zu sehen, wenn ich mit dem Ergebniss leben kann.
Im Moment sieht es noch sehr karg aus.
Grüße
Micha
Hallo Micha!
Sicher sind Nährstoffe "verbraucht" worden, aber bei der Aktion habe ich auch noch komplette Tonkugeln gefunden, die mir dann in der Hand zerbröselt sind. So denke ich das an diesen Stellen Nährstoffe zwar vorhanden, aber eben nicht verfügbar waren.
Wie meinst du das jetzt?
Tonkugeln verbrauchen sich in der Hinsicht doch nicht.
Sie bilden ja lediglich ein "Substrat" für Nährstoffe. D.h. sie sind im Extremfall halt einfach irgendwann "ausgelutscht".
Hm... zu deinem Boden... ich würde auch einfach vermuten, dass über die Zeit einfach mehr Nährstoffe verbraucht wurden, als durch "Fischabfälle", Futter, Pflanzen etc. wieder zugeführt werden konnte...
Gerade wenn die Pflanzen am Anfang auf einen Boden kommen, der so richtig voll mit Nährstoffen ist, kriegen sie natürlich umso mehr Probleme, wenn das Angebot nicht mehr so reichlich ist...
War bei mir ähnlich: anfangs Depot-Dünger drunter gehabt, da musste ich ständig auslichten.
Das hat sich dann aber auch nach einem Jahr schlagartig geändert O-)
Naja, bin aber mal gespannt, ob deine Umschaufel-Aktion zu neuem Erfolg führt! :zwinker:
Viele Grüße, Kati
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