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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist das verfüttern von Zierfischen verwerflich?


Andreas W
19.02.2008, 20:29
Hallo,

es gab vor kurzer Zeit einen kleineren Disput, indem es darum ging, Guppys mit einer Wirbelsäulenverkrümmung zu verfüttern. Was haltet ihr generell davon lebende Fische zu verfüttern?

Da dieses ein recht emotionales Thema ist, bitte ich von Anfang an um eine sachliche Diskussion.

Gruß Andreas

fradin
19.02.2008, 20:44
Hallo Andreas,

hast dich doch getraut. :zwinker:

Zum Thema,seinerzeit habe ich Guppys direkt als Lebendfutter gezüchtet. Mein damaliger Besatz waren Raubfische. Sie haben auch tote Fische gefressen,konnten dabei aber ihren Jagdtrieb nicht ausleben. Es war schon ein riesen Unterschied ob es Lebend-oder Frostfutter gab. Mein Standpunkt ist, wenn man die entsprechenden Tiere hält,sollte man auch für naturgerechte Nahrung sorgen. Wir(Menschen) züchten ja auch allerlei Viehzeug um uns zu ernähren.

Bart S.
19.02.2008, 20:46
Hallo

na dann frag mal den Oskar wenn er genüsslich einen Guppy oder Blackmolly vernascht.:)

Ich finde nein, es ist nix verwerflich daran Futterfische zu züchten und Ihrer Bestimmung dann zuzuführen.

Draconia
19.02.2008, 20:47
Hallo:)

In meinen Augen (und das soll schon was heissen) ist es nicht verwerflich
deformierte,oder überschüssige Jungtiere zu verfüttern.
Irgendwann gehen wir alle den Weg des Irdischen...und in der freienen Natur
würden deformierte Tiere eh nicht überleben.

Und mal ganz ehrlich...Jeder von uns muss das doch mit sich selbst ,und seinem Gewissen klar machen...

Timo J
19.02.2008, 20:56
Hallo,

wie so häufig in der Natur gibt es ein Fressen und ein gefressen-werden. Als ich Tetraodon palembangensis züchtete, gelang das nicht durch Rote Mückenlarven oder eine Vielzahl Schnecken sondern durch gezieltes füttern von Zierfischen.
Da die T. palembangensis weniger aktiv jagen sondern auf der Lauer liegen und vorallem nachts lebendige Beute schnappen, züchtete ich Kardinälchen (Tanichthys albonubes) in rauhen Mengen.
Die hatten sich als ideal heraus gestellt.

Ob man die Frage emotional behandeln sollte, weiß ich nicht. Es wird sich ja auch niemand beschweren, dass im Zoo den Fleischfressen kein Ersatzfutter aus Soja gereicht wird sondern richtige Tiere.
Entschließt man sich Fische zu halten, die an der Spitze der Nahrungskette in ihren Gewässern stehn, muss man dem gerecht werden. Die artgerechte Haltung steht da über Emotion.
So jedenfalls meine Ansicht...

Gruss Timo

IceMan
19.02.2008, 21:04
Hallo,

ich sehe es als völlig natürlich an wenn ein Fisch einen anderen frisst. Es ist genauso
natürlich wie anderes Lebendfutter auch gefressen wird.

Unsere Garnelen vermehren sich derartig schnell, das eine (natürliche) Verringerung
des Bestandes sogar notwendig ist. Gleiches gilt für unsere Funkensalmler die sich schon
wieder vermehrt haben. Und da ich die Fische nicht erschlagen möchte, werde ich wohl
ein Pärchen Apistogramma borelli einsetzen.

Wahrscheinlich werden immer noch ein paar Nelchen überleben und möglicherweise
auch kleine Funkies. Aber eins ist sicher, das werden wohl die gesundesten sein.

fradin
19.02.2008, 21:06
Hallo,

da ich mich bei der Abstimmung verklickt hatte,bat ich unseren Andreas ,dass zu korrigieren.Damit sich keiner wundert ,ich bin für nein. :zwinker:

Michael H
19.02.2008, 21:09
Hallo,

ich provoziere mal ein wenig :biggrin:.

Wer nicht in der Lage ist Tiere zu verfüttern, oder im Notfall auch zu töten, der sollte von der Tierhaltung absehen und sich ein anderes Hobby suchen.

Grüße

Micha

justizia
19.02.2008, 21:42
Hallo zusammen!
Da ich versuche meine Fische so artgerecht und naturnah wie möglich zu halten gehört bei manchen einfach auch Lebendfutter dazu.
Kranke Fische und Krüppel werden auch verfüttert, da sie in der freien Wildbahn eh nicht überleben würden.
Deshalb: ein klares Nein!

dexpanthenol
19.02.2008, 21:43
Ich habe vor 4 Tagen Platy-Nachwuchs bekommen, etwa 40 Fische, die kann ich ja schließlich nicht alle behalten. Ich werde schon ein paar behalten und versuchen einige an Freunde, die auch Aquarien haben abzugeben. Aber ich würde sagen über den Rest freuen sich meine Skalare.

Also ich finde es nicht verwerflich, Fische als Lebendfutter zu verfüttern.

Gruß

Andre

MikeS
19.02.2008, 21:57
Hallo,

ich provoziere mal ein wenig :biggrin:.

Wer nicht in der Lage ist Tiere zu verfüttern, oder im Notfall auch zu töten, der sollte von der Tierhaltung absehen und sich ein anderes Hobby suchen.

Grüße

Micha

Ich lege noch ein drauf;
Er sollte mindestens Vegetarier sein:)

Was ich nur nicht gut finde ist, wenn besonders in amerikanischen Foren Fütterungsvideos mit bewusst aggressiver Musik unterlegt werden.
Das zeugt dann wirklich davon, dass der Besitzer es vor allem "voll cool findet", wenn der eigene Fisch ein Räuber ist...

Schönen Gruß,
Mike

fradin
19.02.2008, 21:59
Hallo Mike,

das ist eine ganz andere Geschichte,und die verpöne ich auch.

ZeroGraviety
19.02.2008, 23:41
hi,

ich finde es nicht schlimm, fische als "lebend" futter zu züchten....

ich kann zB meinen kufi nicht nur mit frostfutter füttern, habe das ne zeitlang gemacht und es kam wie es kommen musste, er wurde faul, lag nur noch rumm und das wars....

seit er ab und zu mal wieder fische bekommt, den er nachstellen bzw jagen muss, schwimmt wer wieder mehr durch das aq und auch sonst aktiver, weil er immer guckt, ob er irgendwo was zu fressen findet...

und ich denke man sollte versuchen seine fische " artgerecht" zu füttern.

wir essen ja auch fleisch, was extra dafür gezüchtet wird. der einzige unterschied ist, das wir es nicht mehr selbst jagen müssen ( ok, samstag mittags an der kühltheke)....

nun dürft ihr mich steinigen.

gruss

sven

Michael H
20.02.2008, 00:41
Hallo,

könnten diejengen, die hier abgestimmt haben mal etwas dazu schreiben ?

Es kommt drauf an, um welche es sich handelt

Zerbreche mir gerade den Kopf :?:.

Grüße

Micha

Timo J
20.02.2008, 01:04
Hallo,

ich habe damit zwar nicht abgestimmt, aber ich würde beispielsweise kein Tier verfüttern, dass a) nicht selbst nachgezogen wurde, b) problematisch mit der Nachzucht ist, c) ein Wildfang ist, d) gefährlich für den fressenden Fisch ist und/ oder e) seltener zu bekommen ist.

a) weil ich gerne weiß, welche Medikamente und sonstige Mittelchen ich direkt mitverfütter
b) unnötig, da es leicht züchtbare Futterfische gibt, steht also in keinem Verhältnis
c) der Fisch überlebt die Überfahrt bspw. aus Südamerika und ich werf ihn als Lebendfutter ins Becken, bravo
d) wenn eine Gefahr besteht, dass das Tier etwa am Futterfisch ersticken könnte (Dornauge, etc.), ist das indiskutabel
e) ähnlich b); andere Aquarianer suchen vielleicht die Art häufig und ich züchte sie nach und statt sie zu verbreiten, verfütter ich sie, für mich ebenfalls indiskutabel. Bin schließlich nicht alleine auf der Welt.

Die Gründe würden mir spontan einfallen,

Gruss Timo

Frau Hoschmann
20.02.2008, 07:36
Morgen,
ich verfütter zwar keine Fische, abere ich finde es auch nicht schlimm.

Wenn ich eine Schlange hätte, würde ich auch mehr Meerschweinchen haben zum verfüttern.

LG Daniela

Pulcher
20.02.2008, 08:52
Hi

Das verfüttern von Fischen ist für mich nichts schlimmes oder verwerfliches.
Man macht sich doch selber was vor wenn man meint das das Frostfutter Muschelfleisch etc. ( ja auch Flockenfutter meine Lieben ja anklicker) was der Handel SW und MW Aquarianern anbietet vom Himmel gefallen ist.
Und ich glaube der schnelle Happs eines Raubfischs ist immer noch schneller wie die industrielle Futterfertigung.

Gruss

Oliver

aracis
20.02.2008, 11:05
Hallo,

generell bin ich der Meinung, dass man die in unserer Pflege gehaltenen Tiere auch artgerecht ernähren muss. Das schließt somit bei einigen Tieren eine Lebendfuttergabe nicht aus. Mein Voting also: NEIN

Nur finde ich den Vergleich mit der Haltung von Futtertieren für den Menschen und dass wir uns ja auch von Fleisch ernähren nicht unbedingt passend.
Die meisten Leute sind es doch einfach nur gewohnt in die nächste Metzgerei oder Discounter zu gehen, sich ein Stück "totes Tier" zu kaufen, dies dann in die Pfanne zu werfen und anschließend zu verzehren. Wäre es nun so, dass man den Schlachtprozess selbst erledigen müsste, gäbe es mit Sicherheit viel, viel mehr Vegetarier (ich selbst esse auch Fleisch, aber wenig!). Fast jeder verfüttert letztendlich tierische Produkte an seine Pfleglinge oder nimmt diese (in anderer Form natürlich) selber zu sich. Nur vom Töten oder Schlachten will am liebsten keiner was wissen.

Ich selbst würde mir glaub ich keine Tiere halten, die Lebendfutter (Wirbeltiere) für eine artgerechte Haltung benötigen. Da hätte ich schon so meine Probleme! Aber das muss und kann ja nun jeder für sich selbst entscheiden!

Caridino
20.02.2008, 11:47
Hallo Micha,

Du möchtest Antwort dazu. Hier ist sie! Ich möchte aber nicht noch einmal das aufzählen, was Timo in seinem Beitrag schon alles aufgeführt hat. Denn er hat vollkommen Recht!

Es würde mich fürchterlich ärgern, wenn ich eine seltene Art suche, und ein Züchter verfüttert diese Art an seine Fische, nur weil er ebenfalls Fische hat, welche diese als Futter nehmen. Und jetzt sag nicht, seltene Arten werden nicht verfüttert. Es gibt manchmal den Fall, dass Nachzuchten einem gelingen und den meisten anderen nicht. Und der, der sie hat, verfüttert sie eventuell aus Bequemlichkeit an seine anderen Fische, anstatt sie weiterzugeben. Da ständen mit die Haare und meinen Fischen die Schuppen zu Berge.

Ich habe das übrigens mal vor Jahren bei meiner damaligen Vogelzucht erlebt. Ich hatte ohne großes Zutun immer guten Nachwuchs mit meinen Gould-Amadinen und alle in meinem Bekannten- und Züchterumfeld hätten wer weiß was dafür gegeben, wenn sie Nachzuchten erzielt hätten. Ich wäre NIE auf die Idee gekommen, meine Vögel zu verfüttern. Na, ja, zugegeben, das ist bei den Vögeln auch etwas anders. :smile:

Viele Grüße, Detlef

Andreas W
20.02.2008, 12:48
Hallo,

ich habe auch gestimmt bei: es kommt drauf an welche. Und zwar habe ich nichts gegen die Verfütterung von lebenden Zierfischen.

Jedoch sehe ich es nicht ein, warum ein Fisch beispielsweise um die halbe Welt reisen muss um danach verfüttert zu werden, wo es doch für uns zu Hause die Möglichkeit gibt, sie selber nachzuziehen. Genug sich schnell vermehrende Arten gibt es ja.

Gruß Andreas

beckenhopser
20.02.2008, 16:54
Hallöchen
denn abgestimmt habe ich ebenso wie Titelleiste.

Grund: "Edelfische" im Sinne der Aquaristik sehe ich überhaupt nie in einem schlund eines raubfisches-
eine verfütterung von z.b Guppys- wie es ja einige auch praktizieren sehe ich als ok an-

gruss
jens

Jauy
20.02.2008, 19:09
Hallo,

mißt...hab mich verklickt....wollte [Nein] wählen hab aber [Ja] angeklickt.
@Andreas: Bitte korrigieren.

Ich persöhnlich hab kein Problem damit Fisch (z.B Guppys) zu verfüttern.
Wenn man Fische hat die in der Natur andere Fische jagen und fressen...OK.
Somit werden die Fische naturgerecht gehalten.

Gruß
Jauy

aR68
20.02.2008, 20:01
Hallo,

ich habe auch gestimmt bei: es kommt drauf an welche. Und zwar habe ich nichts gegen die Verfütterung von lebenden Zierfischen.

Jedoch sehe ich es nicht ein, warum ein Fisch beispielsweise um die halbe Welt reisen muss um danach verfüttert zu werden, wo es doch für uns zu Hause die Möglichkeit gibt, sie selber nachzuziehen. Genug sich schnell vermehrende Arten gibt es ja.

Gruß Andreas

So sehe ich das ganze auch. Wenn jemand extra dafür züchtet, wieso nicht? Geht jemand in den Laden um extra Fische zu kaufen nur um diese zu verfüttern, sehe ich das anders. Dafür sind diese in meinen Augen nicht gedacht. Das verfüttern(eher Jagen) an sich gehört zum Leben anderer Fische dazu. Ich beschwere mich ja auch nicht wenn meine Katze eine Maus frisst... So ist das eben. Nur dass unsere AQ Fische keine Fluss zum Jagen haben und die Nahrung eben zugefügt werden muss.

Gruß, Martin

Andreas W
20.02.2008, 20:40
Hallo,

mißt...hab mich verklickt....wollte [Nein] wählen hab aber [Ja] angeklickt.
@Andreas: Bitte korrigieren.





Hallo Zlatko,

ist geschehen.

Gruß Andreas

kaktus
20.02.2008, 20:41
Hallo

So sehe ich das ganze auch. Wenn jemand extra dafür züchtet, wieso nicht? Geht jemand in den Laden um extra Fische zu kaufen nur um diese zu verfüttern, sehe ich das anders

Und was ist der Unterschied zwischen einem gekauften Guppy und einem selber gezüchteten Guppy? :-(:

@Andreas

naja, die wenigsten werden ihre teuren Ramirezis verfüttern :lach:

lg

aR68
20.02.2008, 21:44
Nun dass darfste nicht falsch verstehen. Ich schließe es nicht aus welche zu verfüttern. Ich würde mir nur nicht 50 Guppys für 70€ kaufen.(Kenne die Preise jetzt nicht genau...) nur um sie zu verfüttern.

Einerseits denke ich haben die Tiere auf dem Weg zum und beim Händler genug gelitten um danach ein ordentliches Aquarium zu verdienen(...und nicht den Tod). Das ist meine Einstellung zu dem ganzen. Es schließt sich aber nicht aus, dafür(unter bestimmten Umständen) zu sein.

Dann wäre es wirklich günstiger solche Fische artgerecht zu halten und zu züchten um sie zu verfüttern. (Jetzt mal rein Finanziel gesehen) Aber vergiss nicht, auch sie verdienen solange ein gutes Leben.

Ist schwer zu verstehen was? :D

schwuppy
20.02.2008, 21:45
Hallo die runde

Ich selber denke es ist Okey wenn fische verfüttert werden das ist der lauf des Lebens.In der Natur schwimmt ein großer Barsch auch nicht an einem Guppy vorbei.Ich kann das aber nicht selbst machen die Fische verfüttern da fühl ich mich nicht so wohl dabei.Wir haben hin und wieder krumme Guppys wirklich krum da die sowieso nicht lange leben bin ich der meinung gutes Lebendfutter.Ich muss nur jemanden finden der die entsprechenden räuber hat kurz und schmerzlos.

Liebe Grüße Jea:wink:

meinhaustier
21.02.2008, 11:23
Hallo Leute,

euch ist aber auch klar, das man in Deutschland laut Tierschutzgesetz keine lebenden Wirbeltiere verfüttern darf!!!

Ich versuche eher ab und zu mal, meine Fischjäger mit ein paar Guppies (die ich extra dafür züchte und aufziehe) zu vergesellschaften.
Auf Dauer ist es aber bisher noch nicht gut gegangen :ablv:
Irgendwie verschwinden die Guppies immer :crazy:

Knut
21.02.2008, 11:32
Hallo Christian,
euch ist aber auch klar, das man in Deutschland laut Tierschutzgesetz keine lebenden Wirbeltiere verfüttern darf!!! ... kannst du mal den Paragraphen und Absatz nennen, der das in Deutschland untersagt ?

Gruß Knut

meinhaustier
21.02.2008, 12:08
Hallo Knut,

für mich ergibt sich das aus §1 + 2 des Tierschutzgesetzes.
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/tierschg/gesamt.pdf


"...Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

Ich wage zu bezweifeln, das die naturgerechte Ernährung von Tieren - sofern sie durch tote Lebewesen ersetzbar ist - im schlimsten Fall vor einem Richter als "vernünftiger Grund" anerkannt wird.

Knut
21.02.2008, 12:17
Hallo,

stimmen wir daran überein, daß es nicht ausdrücklich verboten ist!
Wie ein Richter oder Amtsveterinär (Bußgeld) dazu steht ist dann sicherlich seine Auslegung der von dir genannten Paragraphen.

Gruß Knut

MikeS
21.02.2008, 12:31
Hallo,

im Gesetz steht aber auch, dass man für eine artgerechte Unterbringung und Ernährung für ein Tier zu sorgen hat. Das schließt bei Räubern nun einmal auch lebende Fische ein.
Ich denke, dass sich beide Paragraphen so aufheben. Die Auslegungsmöglichkeiten sind viel zu groß...

Ich frage mich wie Kaktus aber auch, wo der Unterschied zwischen selber gezüchteten Fischen und gekauften sein soll?
Ich könnte den Bedarf an Futterfischen selbst gar nicht mit einer Zucht decken und kaufe so wenn immer Fische.
Guppys sind einfach zu klein und werden schon fast ignoriert. Da sind Goldfische schon idealer.
Ich fände es sogar höchst bedenklich, wenn jemand der Meinung ist, dass nur "speziell zu Futterzwecken gezüchtete" Fische zu verfüttern sind.
Denn so wertet man, ob man es will oder nicht, das Leben dieser Fische ab. Sie dienen von Anfang an nur zu einem Zweck: Gefressen zu werden.
Wenn man also nun nur "Futterfische" züchten solle, so kommt man auch schnell dahin, diese Fische nur eben als Futterfisch zu sehen. Aber genau hier liegt meiner Meinung nach der fatale Punkt; Denn ein Guppy bleibt ein Guppy. Ich möchte nicht unbedingt Futterfische züchten, sondern Guppy's, die ich zum Verfüttern nutzen möchte. Deshalb werte ich sie aber nicht ab. Sie sind in meinen Augen immernoch Guppys und keine alleinigen Futterfische. Leider kommt man um diesen Begriff auch kaum herrum, aber im Prinzip ist er schon sehr bedenkenswert...
Ich denke man sollte keinen Unterschied sehen zwischen Eigenzuchten und gekaufte "Futterfische". Es bleiben immernoch Lebewesen einer Art.
Und selbstverständlich wird niemand seltene, teure Fische verfüttern. Wozu denn auch? Wobei ich selbst das nicht schlimm finde.
Nur wenn ein Aquarianer ein persönliches Verlangen dazu hat, diesen bestimmten Fisch zu halten, der selten importiert wird, heißt das noch lange nicht, dass das Leben dieses Fisches mehr Wert ist, als das jedes anderen.
Dennoch solte man natürlich keine gefährdeten Arten verfüttern, aber einfach um den Artbestand im Allgemeinen nicht zu gefährden.
Wenn jemand das Geld und die passenden Räuber hat, um Diskus zu verfüttern, soll er auch das tun. Man sollte auf keinen Fall das Leben des Fisches nach seinem belanglosen finanziellen Wert beurteilen.
Aber: So etwas wie einen Diskus zu verfüttern, macht natürlich keiner. Das ist eben auch eine Frage des eigenen Geldbeutels. Nur sollte man hier keinen Unterschied sehen.

Schönen Gruß,
Mike

meinhaustier
21.02.2008, 12:33
Hallo,

stimmen wir daran überein, daß es nicht ausdrücklich verboten ist!
Wie ein Richter oder Amtsveterinär (Bußgeld) dazu steht ist dann sicherlich seine Auslegung der von dir genannten Paragraphen.

Gruß Knut

Hallo,

einverstanden :top:

Ein klein wenig OT:
Bei meiner Sachkundeprüfung nach §11 wurde ich u.a. zu den Guppies in meinen Becken befragt.
Meine erste Antwort war die ehrliche :zigarre:

Darauf meinte der Veterinär (selber jahrzehntelanger Malawisee-Aquarianer) mit einem Schmunzeln im Gesicht:
"Genau die Antwort wollte ich jetzt nicht hören."

Bestanden habe ich die Prüfung trotzdem (habe auch danach artgerecht geantwortet).

meinhaustier
21.02.2008, 12:43
Hallo Mike,

ich stimme dir mit deinen Darlegung grundsätzlich zu, aber wie steht es mit selten gepflegten Arten, die keine "Lobby" haben oder derart extreme Ansprüche an ihre Umgebung haben, das sie nur von sehr wenigen Aquarianern gepflegt werden.
Z.B. kann ein Gelege meiner Tilapien im vierstelligen Bereich liegen. So viele Tiere kann ich unmöglich unters Volk bringen und selberhalten fällt in den Dimensionen auch flach.
Da bleibt mir im Endeffekt auch nicht viel anderes über als ein gewisses Kontingent der Bruten zu verfüttern, auch wenn es mir sehr schwerfällt.

Michael H
22.02.2008, 00:12
Hallo,

danke für die Erklärungen.

Leuchtet mir ein

Micha

IceMan
22.02.2008, 15:45
Hallo,

ich kann mir nicht vorstellen das ein Tier leidet wenn es von einem anderen
verspeist wird, vorrausgesetzt das Futtertier ist von der Größe her Mundgerecht.
Die Verfütterung von missgebildeten Tieren ist doch schon eher als verkürzen des
Leidens anzusehen.


"...Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

Dieser Paragraph ist wohl eher dazu gedacht um bei Leuten, die es für Lustig halten
Tieren Schmerzen zuzufügen und sie zu quälen, erzieherisch tätig werden zu können.

Zuviele Tiere in einem Becken fallen ebenfalls darunter, also wenn man nicht dafür Sorge
trägt das der Bestand wenn er wächst auch wieder verringert wird.
Das gleiche gilt für nicht artgerechte Ernährung mit (zum Beispiel ) Lebenfutter.

Warum haben eigentlich soviele Menschen ein Problem mit dem Tod wenn doch einzig die Umstände die dazu führten Schmerzen bereiten?

Schniefxx
22.02.2008, 16:08
Hallo,

ich habe meine Platys abgegeben, da meine Grundeln die Jungen zum Fressen gern hatten und ich das einfach nicht mitansehen wollte.
Das bereue ich heute! Wie konnte ich nur meinen besten Lebendfutterlieferanten abgeben... Und da war von Deformierung nicht die Rede, die waren nur zu langsam...
Nein, ernsthaft, ich würde auch deformierte Tiere verfüttern.
Und jeder, der sich eine Anetome kauft, ist mit dir einer Meinung, denn eine Schnecke sollte auch nicht weniger wert sein als ein Fisch.

Viele Grüße, Corinna