Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Algen und Bodenfilter
Hallo,
es ist ein wenig schwer diesen Beitrag richtig unterzubringen. Einerseits beschäftigt er sich mit
Algen (sehr vielen Grünalgen) aber auch mit dem Vorhandensein eines Bodenfilters.
Nach Rücksprache mit einigen Pflanzenexperten kam ich zu dem Schluß das zwischen den Algen
und Pflanzen lediglich ein Unterschied in der Nährstoffaufnahme vorliegt, mal von den Vorlieben
welche Nährstoffe es sind abgesehen.
So simpel es klingt, aber der Unterschied ist, das die Algen die Nährstoffe aus dem Wasser
aufnehmen und die Pflanzen diese Nährstoffe aus dem Bodengrund aufnehmen.
Wieso mache ich so einen Aufriß darum? :confused:
Die Frage war, wieso habe ich soviele Nährstoffe im Wasser aber fast keine im Boden?
Und darauf muss man erstmal kommen, denn nachweisen konnte ich keinen Nährstoff
im Wasser. Von den Wasserwerten her dürfte gar nichts wachsen. NO2, NO3, PO4,
Eisen, alles nicht nachweisbar. Da passt was nicht.
Theorie:
Nur weil ich nichts messen kann heißt das nicht, das etwas nicht vorhanden war,
oder laufend in geringen Mengen neu dazu kommt. Die Algen sind anscheinend
recht fix darin freie Nährstoffe aufzunehmen und zu wachsen. Wenn die Nährstoff-
mischung stimmt misst man wieder gar nichts.
Wenn das stimmt und ich laufend geringe Mengen dünge, dann messe ich lediglich das,
was an meiner Nährstoffmischung nicht stimmt. Ärgs, kein beruhigender Gedanke.
Ich weiß auch das Bodenfilter nicht so toll sind, aber warum das so ist wollte mir niemand
verraten. Da ich kein Freund von grundlosem Ablehnen bin, habe ich einen Bodenfilter als
Teilstromfilter eingebaut.
Selbst Schuld werden einige sagen, ja bin ich wohl. Aber jetzt kann ich mir wenigstens
einen Reim darauf machen warum das so ist.
Die Nährstoffe werden nicht wie es häufig geschrieben wird im Boden angereichert, im Gegenteil,
sie werden ausgeschwämmt in das "freie Wasser". Für die Algen ist das ein Paradies und für
die Pflanzen eine mittlere Katastrophe.
Der Bodenfilter wurde jetzt stillgelegt, mal sehen ob es sich bessert.
Wer kann diese Theorie bestätigen oder verwerfen?
Hallo,
Nach Rücksprache mit einigen Pflanzenexperten kam ich zu dem Schluß das zwischen den Algen
und Pflanzen lediglich ein Unterschied in der Nährstoffaufnahme vorliegt, mal von den Vorlieben
welche Nährstoffe es sind abgesehen.
So simpel es klingt, aber der Unterschied ist, das die Algen die Nährstoffe aus dem Wasser
aufnehmen und die Pflanzen diese Nährstoffe aus dem Bodengrund aufnehmen.
Wieso mache ich so einen Aufriß darum? :confused: Und das ist schon mal falsch! Auch Wasserpflanzen nehmen mit ihren submersen Blättern Nährstoffe aus dem Wasser auf! Zusätzlich natürlich auch über den Bodengrund, sofern sie über ein ausgeprägtes Wurzelgeflecht verfügen.
Die Frage war, wieso habe ich soviele Nährstoffe im Wasser aber fast keine im Boden?
Und darauf muss man erstmal kommen, denn nachweisen konnte ich keinen Nährstoff
im Wasser. Von den Wasserwerten her dürfte gar nichts wachsen. NO2, NO3, PO4,
Eisen, alles nicht nachweisbar. Da passt was nicht. Bei vielen schnell waxchsenden Pflanzen und ausreichend Licht kann es schon mal zur Verknappung von Nährstoffen kommen. In seltenen Fällen sogar zu einem Stickstoffmangel. Besonders bei sehr geringem Besatz, da ja viele Nährstoffe über das Futter eingebracht werden.
Wie häufig wechselst du Wasser ?
Mach doch mal einen großen (80 - 90%) oder zwei drei mittelgroße (50 - 80 %) Wasserwechsel um dem Wasser sämtliche Nährstoffe zu entziehen. Das vertragen die Pflanzen besser als die Algen. zusätzlich so viele Algen wie möglich entfernen.
Nach einigen Tagen führst du dann einen Pflanzendünger zu.
Gruß Knut
Und das ist schon mal falsch!Auch Wasserpflanzen nehmen mit ihren submersen Blättern Nährstoffe aus dem Wasser auf!
Also nehmen Pflanzen keine Nährstoffe über die Wurzeln auf!?
Zusätzlich natürlich auch über den Bodengrund, sofern sie über ein ausgeprägtes Wurzelgeflecht verfügen.
Was denn nu? *seufz*
Meine Echinodorus haben ein sehr ausgeprägtes Wurzelwerk, die Rotalas
nicht ganz so schlimm aber auch noch ausgeprägt.
Genau da greift aber meine Theorie. Je mehr die Pflanzen (und Grünalgen
zähle ich dazu) die Nährstoffe aus dem Wasser aufnahmen desto besser
wuchsen sie. Die Rotala und Cabomba wuchsen erst nachdem sie reichlich
"Luftwurzeln" hatten.
Wie häufig wechselst du Wasser ?
Mach doch mal einen großen (80 - 90%) oder zwei drei mittelgroße (50 - 80 %) Wasserwechsel um dem Wasser sämtliche Nährstoffe zu entziehen.
alle 1-2 Wochen 50-70%, wie gesagt NO2, NO3, PO4, FE nicht messbar,
es sei denn, man provoziert es mit einseitiger Nährstoffzugabe.
Nach dem Wasserwechsel wachsen die Algen und das Javamoos prächtig.
Ausser den Rotala, die "Luftwurzeln" haben und den Schwimmpflanzen
wächst es aber sehr mager.
Wasserwerte des Wechselwassers:
PH 8,5 (ist aber nach einer Stunde im Aquarium auf 6,5)
GH 5
KH 2 -> CO2 um 20mg/L
K 0,9 (wird bei Wasserwechsel auf 6mg/L gedüngt)
FE 0,02 mg/L
PO4 0,1 mg/L
NO3 6 mg/L
Mg 2,8 mg/L
Ca 20 mg/L
Nach einigen Tagen führst du dann einen Pflanzendünger zu.
Schon ausprobiert, es gibt richtig gutes Algenwachstum so das man nach zwei-drei
Tagen die Hälfte der Pflanzen getrost entsorgen kann. Ist kontraproduktiv.
Bei vielen schnell wachsenden Pflanzen und ausreichend Licht kann es schon mal zur Verknappung von Nährstoffen kommen. In seltenen Fällen sogar zu einem Stickstoffmangel.
Japp, Stickstoffmangel hatte ich in der Anfangsphase mit den entsprechenden
Mangelsymptomen. Ist aber jetzt nicht der Fall. Wie gesagt, die Grünalgen
und alles was seine Nährstoffe aus dem freien Wasser bezieht gedeiht prächtig.
Die Erde war jahrhunderte lang eine Scheibe bis ein paar mutige Männer über den Rand hinausfuhren...
Hallo,
ergänzend zu Knut´s Beitrag: Algen wachsen ja nicht nur alleine, weil ausreichend Nährstoffe vorhanden sind. Das Licht spielt eine entscheidende Rolle und da scheint eher das Problem zu liegen.
Im Übrigen könntest du mit Tonkugel die Nährstoff im Boden binden, damit sie auch für Sumpfpflanzen vefügbar sind, die sowohl als auch Nährstoffe aufnehmen. Aber ich denke nicht, dass hier das Problem liegt. Wenn Nährstoffe frei verfügbar sind, würden die Pflanzen sich entsprechend entwickeln um sie aufzunehmen. Sofern sie richtig "arbeiten" können und das scheint nach deiner Beschreibung nicht ausreichend möglich zu sein.
Ich denke, deine Beleuchtung und die Beleuchtungszeit ist derzeit "zu" optimal für Algen und unzureichend für gute Photosynthese der höheren Pflanzen. Dadurch düngst du natürlich die Algen.
Interessant wäre natürlich, welche Pflanzen in welcher Menge vorhanden sind und auf welche Beckengröße unter welcher Beleuchtung.
Algenprobleme kann man höchst selten nur an einem Faktor festmachen, meist spielen mehrere Faktoren zusammen...
Gruss Timo
Hallo Ralph,
Die Nährstoffe werden nicht wie es häufig geschrieben wird im Boden angereichert, im Gegenteil,
sie werden ausgeschwämmt in das "freie Wasser".
Wodurch kann es im Bodengrund überhaupt zu einer Nährstoffanreicherung kommen. Die Nährstoffe sind ja zuerst im freien Wasser. ausgenommen Düngekugeln.
Eine Anreicherung im Bodengrund ist vorrangig denkbar, dass Nährstoffe ausgefällt werden und sich dadurch anreichern.
Das dürfte auf jeden Fall für Eisen, Mangan, Phosphat zutreffen. Freigesetzt werden können diese Stoffe durch Redoxvorgänge im Boden.
Der nächste Binder wäre der Mulm. Auch hier können Schwermetalle aufgrund schwacher Tauschereigenschaften aufkonzentriert werden.
gruß jo
Interessant wäre natürlich, welche Pflanzen in welcher Menge vorhanden sind und auf welche Beckengröße unter welcher Beleuchtung
Hallo Timo,
es sind zwei HQI 70W 840 Strahler, je eine Leuchtstofflampe 18W 760 "Natura" und
18W 965 "Biolux". Das Aquarium hat 450L Inhalt.
gutes Wachstum:
Rotala rotundifolia, ca.60 dm2
Vesicularia dubyana (Javamoos), ca.40 dm2 auf Wurzeln und Rückwand
Pistia stratiotes (Muschelblume) ca. 15 dm2 (schwimmend)
Anubias nana, ein Exemplar
Echinodorus horizontalis, ein Exemplar
Grünalgenmittelmäßiges Wachstum:
Echinodorus regidifolius, zwei Exemplare
Echinodorus foxtail, sieben Exemplare
Riccia fluitans (Teichlebermoos), ca.20 dm2 (schwimmend)geringes Wachstum:
Echinodorus bolivianus, ca. 30dm2 (Bodenfläche)
Echinodorus tenellus, ca 50dm2 (Bodenfläche)
Cabomba furcata, wurde ausquartiert
Echinodorus major, drei ExemplareNachdem der Bodenfilter stillgelegt ist, fängt das Javamoos überall an grüne Triebe zu schießen.
In dem Algenteppich zwischen den Echinodorus bilden sich jetzt Gasblasen. Das Gas ist geruchslos.
Die vorher grün gefärbten Algen werden schmierig und olivgrün. Sie riechen moderig.
@jo:
ich vermute das der Bodenfilter diese Nährstoffanreicherung und/oder die Reduzierung unter
Sauerstoffarmut verhindert oder zumindest behindert. Eventuell der Grund für die neuerliche
Gasblasenbildung am Boden.
Hallo Ralph,
Eventuell der Grund für die neuerliche
Gasblasenbildung am Boden.
Für Gasblasen im Bodengrund ist nicht viel im Angebot.
Das wären Stickstoff, Methan, Schwefelwasserstoff.
Stickstoff aus der Denitrifikation.
Schwefelwasserstoff mit Schwarzfärbung des Boden in anoxischen Bereichen als Ergebnis der Sulfatatmung.
Bei Methan muß ich im Moment passen.
In dem Algenteppich zwischen den Echinodorus bilden sich jetzt Gasblasen. Das Gas ist geruchslos.
Die vorher grün gefärbten Algen werden schmierig und olivgrün. Sie riechen moderig.
Schick bitte eine Probe vorbei.
gruß jo
Hallo jo,
Schwefelwasserstoff müsste man riechen können.
laut WiKi:
Beim Faulen organischer Stoffe unter Luftabschluss in Sümpfen oder am Grund
stark verschmutzter Gewässer bildet sich Sumpfgas, ein Gemisch aus Methan
und Kohlenstoffdioxid.
Quelle (http://de.wikipedia.org/wiki/Methan)
Es kommt aber meißtens mit Schwefelwasserstoff zusammen vor.
Stickstoff wäre möglich da jetzt die Bodendurchflutung mit sauerstoffreichem
Aquarienwassr ausbleibt.
Ich werd mal ein paar Kostproben der Algen mit Fundort, Beleuchtungs- und Strömungs-
verhältnissen zusammen stellen und könnte die Anfang nächster Woche schicken.
Es wäre schon interessant zu wissen was da alles in meinem Becken rumdümpelt. :zwinker:
es sind zwei HQI 70W 840 Strahler, je eine Leuchtstofflampe 18W 760 "Natura" und
18W 965 "Biolux". Das Aquarium hat 450L Inhalt.
Hallo,
hast du die schon die ganze Zeit? Warst du das nicht mit den HQL- Leuchten, oder werd ich alt?
Falls ja... wie lange sind die Brenner drin? Und wieso deckst du das rote Spektrum so extrem ab? Müsste doch recht rötlich rüberkommen, 760 + 840er?!
Gruss Timo
hast du die schon die ganze Zeit? Warst du das nicht mit den HQL- Leuchten, oder werd ich alt?
Ja das war ich, aber habe mich belehren lassen. Das Spektrum der HQL passt nur sehr
eingeschränkt mit dem Absorptionsspektrum der Pflanzen zusammen. Leuchtdichte
hin oder her. Deswegen der Wechsel auf HQI.
Falls ja... wie lange sind die Brenner drin? Und wieso deckst du das rote Spektrum so extrem ab? Müsste doch recht rötlich rüberkommen, 760 + 840er?!
Die Brenner sind neu und jetzt seid ungefähr einem Monat im Einsatz. 4000K ist
eigentlich reinweiß laut Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur). Es ist ein Süßwasseraquarium. Vorher mit den HQL
war es sehr grünstichig und die Farbwiedergabe auch mehr als dürftig.
Die Leuchtstoffröhren haben 3500k (Natura, rötlich) und 6500K (BioLux, hellblau)
Farbtemperatur. (Sorry war nicht 760 sondern Lichtfarbe 76)
...Leuchtstofflampen der Lichtfarbe 76 lassen durch ihr besonders abgestimmtes
Lichtspektrum Fleisch-, Wurst- und Backwaren, aber auch andere Lebensmittel
besonders frisch und appetitlich aussehen...
Quelle (http://www.osram.de/osram_de/Professionals/Allgemeinbeleuchtung/Leuchtstofflampen/Produktuebersicht/T8_Leuchtstofflampen/Speziallampen_T8/NATURA_T8__NATURA_SPLIT_control_T8/index.html)für den Sonnenauf- bzw untergang. :)
Ich habe gerade nochmal die Wasserwerte gemessen:
PH 6.5, KH 2, NO3 nicht nachweisbar, PO4 n.n.
Ihr glaubt gar nicht wie froh ich wäre wenn einer der Werte aus der Reihe tanzen würde.
Die Algen auf der Rückwand und auf den Foxtail wachsen immer noch und wurden wieder
per Flaschenbürste "geerntet".
Hallo nochmals,
der Algenwuchs hat etwas nachgelassen, immerhin.
Gestern habe ich alle erreichbaren Echinodorusblätter
mit der Flaschenbürste abgeschrubbt.
Und ich kann zusätzlich von dem sogenannten "Diffussionsfilter (http://www.aquaristik-hilfe.de/technik11.htm)"
zumindest ohne zusätzlichen Vorfilter abraten.
Der Wasserstrom fliest mit all den kleinen Schwebeteilchen an
dem Filtermedium vorbei. Diese Schwebeteilchen verfangen sich
gern in haarfeinen Strukturen, sprich Algen. Besser kann man
seine Algen nicht düngen.
Es ist immer wieder schön herauszufinden warum sich Leute in
Schweigen hüllen wenn man sie nach den Nachteilen ihrer Ideen
fragt.
Naja, wenn ich alle Probleme beseitigt habe kann ich das Becken
neu aufsetzen, so ein Mist :mad:
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