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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wieviel Futtertabletten für 6 schwarze Metallpanzerwelse


Rachel
09.03.2008, 14:05
Hallo an alle,

ich habe seit 2 Wochen in unserem Becken (60 x 30 x 30) 6 schwarze Metallpanzerwelse. Ansonsten gibt es seit 2 Tagen noch 2 Zebrarennschnecken.

Zur Fütterung habe ich die unterschiedlichsten Angaben bekommene.
Der eine sagt 1 Futtertablette täglich, der andere 1 Futtertablette alle 2 Tage. Sie haben sich auch schon prächtig gemausert. Sind gewachsen und haben grössere und schönere Flossen und Barteln bekommen.

Allerdings bildet sich von Zeit zu Zeit auf der Oberfläche eine Kamhaut, in der sich die Luftbläschen verfangen.
Habe ich doch zuviel gefüttert (bisher täglich)?
Versuche der Sache auch mit Teilwasserwechsel (20% alle 2-3 Tage) und jetzt auch mit dem Einsatz von Küchenkrepp zum absaugen Herr zu werden.

Das beseitigt zwar kurzfristig das Symptom, aber nicht die Ursache.

Was meint Ihr?

Bin gespannt!

Eure

Rachel

Michael H
09.03.2008, 14:10
Hallo Rachel,

die Futtermenge kann man pauschal nicht sagen.
Du musst die Tiere beobachten.
Wenn das Futter innerhalb weniger Minuten weg ist, dann ist es ok.
Es sollte nichts liegen bleiben.
Dazu solltest Du abwechslungsreich füttern.
Mal was grünes und auch mal tierische Proteine.
Mal 1-2 Tage kein Futter ist auch kein Problem.
Weniger ist mehr !

Grüße

Micha

Timo J
09.03.2008, 14:11
Hallo,

durch geringe Wasseroberflächenbewegung kannst du der Kahmhaut gut Herr werden. Alle anderen Möglichkeiten sind keine langfristigen Lösungen, irgendwann hat man keine Lust fast täglich mit Küchenpapier der Haut beizukommen.
Mit zuviel füttern hat das weniger zu tun.

Es gibt keine Maßstäbe, nachdem du füttern musst. Es ist Gefühlssache. Wichtiger ist aber, dass nicht nur Welstabs gegeben werden. Bei mir gibt´s in der Woche höchstens einmal Tabs, wenn´s "schnell" gehn muss. Neben Fastentagen gibt es meist Frostfutter und auch Flockenfutter. Und auch hier lieber weniger als zuviel.

Gruss Timo

Edit: Micha war ganze 30 Sekunden schneller :biggrin:

Rachel
09.03.2008, 14:27
Hallo Micha, hallo Timo,

Ihr müsst doch wegen mir keine Wettlauf veranstalten. Es ist doch Sonntag. :zwinker:

Das mit dem abwechslungsreichen Füttern würde ich ja gern in Angriff nehmen, weiss aber nicht was das am Anfang für Auswirkungen auf die Wasserwerte hat. Bin halt Neuling. Dachte erst einmal ein paar Wochen mit den Tabletten auf Nummer sicher zu gehen.
Fressen denn auch meine Metallpanzerwelse Grünes? Habe bisher nur diese Futterempfehlung für die anderen Welsarten gesehen.
Naja, sie knabbern auch eifrig an ein paar Algen an Scheibe, dem kleinen Baumstämmchen und den Pflanzen herum. Somit dürften sie vermutlich auch anderes Grünzeug mögen, vermute ich.

Dann gab mir der Verkäufer den Tip, ein ganz kleinse Schälchen mit Sand in den feinen abgerundeten Kies zu geben und auch rote Mückenlarven (?) zu reichen. Sie meinte dann hätten die kleine jede Menge Spass beim herausziehen. Andererseits hatte ich im Internet gelesen, das dieses rote Lebendfutter zum sterben der Fische durch verhaken im Darmbereich führen kann. Was nun?

Fragen über Fragen, Anfänger halt! :zwinker:

lg
Rachel

KatiG
09.03.2008, 15:02
Hallo Rachel!

Das mit dem abwechslungsreichen Füttern würde ich ja gern in Angriff nehmen, weiss aber nicht was das am Anfang für Auswirkungen auf die Wasserwerte hat.

Im Endeffekt hat es nicht mehr Auswirkungen, als wenn du beispielsweise mal eine Tablette zuviel reingeworfen hast.
Das Stichwort ist halt immer: in Maßen füttern, lieber weniger, als zuviel.
Frostfutter kannst du am besten in Wasser auftauen und in einem Sieb o.ä. einmal gründlich abspülen.

Fressen denn auch meine Metallpanzerwelse Grünes? Habe bisher nur diese Futterempfehlung für die anderen Welsarten gesehen.
Vorwiegend wird Grünfutter (also Gurke und Co.) für Antennenwelse o.ä. empfohlen. Corys gehen da in der Regel weniger dran. Aber ausprobieren kannst du's ja mal.

Rote Mückenlarven und auch anderes Frost- oder Lebendfutter ist immer willkommen.
Andererseits hatte ich im Internet gelesen, das dieses rote Lebendfutter zum sterben der Fische durch verhaken im Darmbereich führen kann
Davon hab ich bisher noch nichts gehört, viell. weiß da wer anders etwas mehr...

Viele Grüße, Kati

Timo J
09.03.2008, 15:26
Davon hab ich bisher noch nichts gehört, viell. weiß da wer anders etwas mehr...

Hallo,

ich füttere schon Ewigkeiten rote Mückenlarven und daraus resultierte nie ein Todesfall. Anders könnte es bei Jungfischen aussehen, die lebende Mückenlarven fressen. Aber selbst da konnte ich nichts in dieser Richtung beobachten.
Ich denke eher, dass hier eine Verwechslung mit den weißen Mückenlarven vorliegt, welche diesen Ruf genießen. Angeblich stammen ja auch Rote Mückenlarven aus belasteten Gewässern, weshalb gerne abgeraten wird. Aber das spielt bei Markenware und gutem Auftauen keine Rolle. Das Gerücht selbst ist ja kein Neues, aber die Häufigkeit der Todesfälle verglichen mit der Häufigkeit der Erwähnungen steht in keinem Verhältnis. Nur eine einseitige Fütterung mit Roten Mückenlarven sollte man vermeiden, dass wäre genauso kontraproduktiv wie das alleinige verfüttern anderer Futtersorten.
Man sollte nach Möglichkeit mehrmals täglich eine winzige Menge füttern. Und dann natürlich am besten abwechslungsreich. Dazu mindestens eins, zwei Tage komplett ohne Futter (außer bei Fischbrut) - um die Wasserbelastung muss man sich da weniger Gedanken machen. Im Gegenteil, diese Welstabs sind schwerer "einzuschätzen" als etwa Flockenfutter. Dazu sind sie nur bodennahen Fischen verfügbar während oberflächenorientierte Fische kaum etwas davon haben. Füttert man diese auch noch, ist die Belastung für´s Wasser entsprechend höher.

Gruss Timo

Rachel
09.03.2008, 15:51
Hallo,

vielen Dank für die ausführliche Info.

Dann werde ich mich mal um einen abwechslungsreichen Speiseplan bemühen.

Bin gespannt, wie sie reagieren.
(Dann bin ich ja gar nicht mehr von dem Aquarium wegzukriegen....)O-)

Fröhliche Grüße
Rachel

Peter K.
09.03.2008, 16:18
Hallo Rachel...

Ich selber habe 6 Panzerwelse im Becken und füttere ab und an sogenannte Welschips.
Davon kommen ca. 6 Stück ins Aquarium die innerhalb weniger Minuten aufgefuttert werden.
Für die anderen Fische habe ich Flockenfutter welches nach Gefühl eingestreut wird.
Wie alle anderen vor mir schon geschrieben haben, weniger ist mehr.
An den Wasserwerten hat sich bei mir bisher nichts verändert.
Rote Mückenlarven verfüttere ich als Frostfutter und bisher hat sich noch kein Fisch beklagt. :zwinker:

Übrigens, an die Welschips gehen auch andere Fische dran. In meinem Fall Platys und Guppys.
Ach ja.. Kann sein das es ein Mythos ist, aber bei mir haben sich die Fische angefangen zu vermehren, als ich einmal aus versehen zu viele rote Mülas in das Becken gestreut hatte.

Vielleicht auch nur Zufall.. wer weiß??


Grüße

Peter

Timo J
09.03.2008, 16:24
Ach ja.. Kann sein das es ein Mythos ist, aber bei mir haben sich die Fische angefangen zu vermehren, als ich einmal aus versehen zu viele rote Mülas in das Becken gestreut hatte.


Hallo,

kein Mythos, sondern Konditionierung und Schlüsselreiz zum Vermehren. Kombiniert mit der Kirschbaum- Methode einer der erfolgreichsten Wege zur erfolgreichen Corydoraszucht.
Simuliert die Regenzeit, in der es gerade bei Wildfängen und direkten Nachkommen betrifft, da es zu dieser Zeit ein deutlich höheres Futterangebot gibt.

Gruss Timo

Peter K.
09.03.2008, 16:52
Hallo Timo..

Danke für die Info..
Also wie so oft.. Der Zufall kam zur Hilfe :).

Daher habe ich das Aufzuchtbecken voll.
8 Welse wachsen darin. Von den Platys, Molys und Guppys mal abgesehen.

Die Einzigen die sich "weigern" sind die roten vom Rio und Schwerträger.

Egal, habe eh zuviel Kleine.

Grüße

Peter

Casa Carota
09.03.2008, 23:51
Hallo Timo,

Kombiniert mit der Kirschbaum- Methode

Was bedeutet das? Ich bitte um eine Erklärung, davon habe ich noch nie gehört.

Timo J
10.03.2008, 00:32
Hallo Timo,
Was bedeutet das? Ich bitte um eine Erklärung, davon habe ich noch nie gehört.

Hallo,

die Kirschbaummethode ist nach Professor Frank Kirschbaum benannt. Im praktischen Sinn versucht man durch Senkung des Wasserstandes, sowie Anhebung/ Absenkung der Wassertemperatur und Wasserhärte die Balz- bzw. Fortpflanzungszeiten zu simulieren. Also kurz gesagt, nach Konditionierung durch ein erhöhtes Angebot an ernergiereicher Nahrung und Vitaminzusätzen, dem damit verbundenen Laichansatz, versucht man durch gezielte Schlüsselreize die Tiere zum laichen zu bewegen. Da das in der Natur häufig (Südamerika) während der Regenzeit stattfindet, ist diese Methode am zuverlässigsten.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Prozedur (die mindestens über 2 Wochen gehen sollte) am besten so terminiert wird, dass sie in eine Schlechtwetterfront (Tiefdruckgebiet) fällt. Das ist bei Wildfängen am vielversprechendsten, wenn sie sich eingewöhnt habe, nach dem ersten Jahr, sofern Geschlechtsreif.
Bei schwierigen Fällen testete ich zusätzlich noch die Möglichkeit, geringere Wassermengen in Regensimulation und Blitze (wehe, einer lacht *fg*) ins Becken einzubringen, was stets erfolgreich war. Eine endgültige Aussage über die Wirksamkeit ist das aber nicht.

Eine Erfolgsgarantie gibt es leider nicht, die längste "Wartezeit" bis es bei südamerikanischen Welsen funktionierte, waren 3 Jahre trotz Geschlechtsreife. Bei bestimmten Afrikanern ist es mir trotz häufiger Versuche nicht gezielt gelungen, etwa bei Synodontis nigriventris.

Ich vermute, dass diese Methode erstmals durch den Professor beschrieben und nachgewiesen wurde.

Gruss Timo

Rachel
11.03.2008, 20:40
Hallo,

was für eine Fülle von Informationen. Ich merke, da bin ich hier genau richtig!
Danke für die ganzen ausführlichen Infos! Auch im Namen meiner Aquariumbewohner. Denn das kommt ja nur Ihnen zu Gute!


Fröhliche Grüße
von derjenigen die immer noch bei jeder sich bietenden Möglichkeit amüsiert vor´m Aquarium sitzt und sich freut, was die mal wieder für ein Spökes veranstalten. Vom gegenseitigen Begutachten angefangen über das sich Wiegen in den Pflanzen im sanften Wasserstrom.
Eure
Rachel

Rachel
26.03.2008, 13:05
Halli hallo,

ich hoffe Ihr hattet alle ein schönes Osterfest! O-)

Habe Eure Tips in die Tat umgesetzt und jetzt nicht nur Welstabs gefüttert.

Angefangen habe ich mit lebenden Artemias, bin dann zu überbrühter Gurke am Spiess übergegangen und auch lebende Mückenlarven waren auf der Speisekarte zu finden.

Und es wird alles genommen! Selbst die Gurke wird genommen. (Auch wenn darauf schon mal demonstrativ die eine oder andere Schnecke parkt) - die Corydoras lassen sich davon nicht beirren.

Ich hätte da noch eine schöne rote Paprika im Kühlschrank. Sollte ich die auch einmal ausprobieren? Oder gibt man hauptsächlich nur "Grünes"?

Wie wäre es denn auch mit frischen, kurz überbrühten, Brennesselblättern aus dem Garten?

Gibt es Sachen die man gar nicht füttern sollte? Oder kann man quer durch probieren. So nach dem Motto, was die Fische nicht vertragen fressen sie schon nicht. Möchte ja nicht, das die Kleinen sich wegen mir den Magen verkorksen.

Vielen Dank schon einmal im voraus für Eure Infos.

Bis denne
Rachel

KatiG
27.03.2008, 18:25
Hallo Rachel!

Schön, dass du deinen Corys einen nun abwechslungsreichen Speiseplan gönnst :smile:

Paprika kannst auch ausprobieren. Wenn deine Corys sogar an die Gurke gehen, dann wer weiß auf was die sonst noch stehen... Brennnessel ist ja auch sonst eher als Garnelenfutter bekannt, aber lass dich von einem Versuch nicht abschrecken.

Gibt es Sachen die man gar nicht füttern sollte? Oder kann man quer durch probieren. So nach dem Motto, was die Fische nicht vertragen fressen sie schon nicht. Möchte ja nicht, das die Kleinen sich wegen mir den Magen verkorksen.


Frostfutter bzw. das übliche Lebendfutter jeglicher Art ist in der Regel überhaupt kein Problem (solange es ins Maul passt). Ob es nun spezielles Gemüse oder Sonstiges gibt, welches von Corys nicht vertragen wird, kann ich dir leider nicht beantworten... ;-(

Viele Grüße, Kati