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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fische, Prophylaxe, Krankheiten und Salz


Knut
05.05.2008, 11:58
Hallo zusammen,
ich habe mal zum Einsatz von Salz ein wenig in der Literatur und im Internet und in den Foren recherchiert und ein paar seriöse Quellen gelesen und Aussagen gesammelt.
Selber habe ich bisher nur sehr wenig Erfahrungen mit der Verwendung von Kochsalz in der Aquaristik. Das liegt auch daran, dass ich hauptsächlich Fische aus weich-sauren Habitaten pflege und ich bisher nie Salz verwendet habe
Die Experten sind sich aber weitestgehend einig:

Salz als Dauereinsatz:
Bei Lebendgebärenden die auch im Brackwasser vorkommen, etwa Guppies und Mollies/Segelkärpflinge gibt es die Erfahrung, dass eine moderate Salzzugabe allgemein zur Vitalität dieser Fische beiträgt.
Bei Fischen aus weich-sauren Ursprungshabitaten ist Salz eher kontraproduktiv. Es macht keinen Sinn und deshalb wird davon abgeraten.
Das hängt mit der Aufnahme der Mineralien aus dem Wasser (Ionozyten) zusammen.
In diesem Zusammenhang ist auch verständlich, dass das Umsetzen von weichen (ionenarmen) Wasser in hartes (ionenreiches) Wasser keine/wenig Probleme macht, andersherum aber schon!

Salz als Therapeutikum:
Bei Oodinium (parasitärer Einzeller) wird eine Aufsalzung mit NaCl auf 1 – 2 g/l Wasser über einen Zeitraum von ca. 3 Wochen empfohlen.
Auf der bekannten Seite von R. Husmann wird die Behandlung von Ichtyophthirius (parasitäres Wimperntierchen) mit einer kombinierten Salz-Wärme Behandlung beschrieben, 1 – 3 g NaCl je Liter Wasser, je nach Härte des Wassers.
Es gibt aber auch Autoren die die Belastung/Stress durch Salz und Temperatur (cave: Sauerstoffgehalt) höher einschätzen als bei einer Behandlung mit Malachitgrün.
Weiter wird durch das Salz evtll. die Sekretion erhöht und die Schleimhaut abgestossen. Damit verliert die Haut ihre schützende Schicht, die auch der Abwehr dient. Die Erreger von ichthyo können sich so noch leichter in die Haut bohren. Die bereits fest in der Haut sitzenden Erreger (weiße Punkte) werden nicht mit abgeworfen.
Dann gibt es noch das Kurzbad bei unspezifischen Hauterkrankungen (Ursache: Bakterien oder Parasiten): 15 – 20 g Salz auf einen Liter Wasser, Fische dort hinein setzen und sobald sie anfangen umzukippen wieder zurück in salzfreies und keimarmes Wasser.
Bei dieser Behandlung wird die Schleimhaut abgestossen mitsamt den in der Schleimhaut befindlichen Erregern.

Wie sind eure Erfahrungen mit Salz, sowohl bei der Haltung als auch in der Therapie?


Gruß Knut

Muckl1972
05.05.2008, 12:35
Hallo Knut,

ich verstehe noch zu wenig um wirklich einen Rat geben zu können, aber als ich vor ca. einem Monat meinem AQ den Supergau ( extreme Wasserverschmutzung durch Filterreinung im Becken ) beschert hatte, wurde mir auch empfohlen einen Teelöffel Salz mit ins Becken zu geben, um die Wasserqualität wieder zu verbessern.
Geschadet hat das meinen überwiegend Mollys/Platys nicht. Ob es dazu beigetragen hat, das meine Fische wieder alle Fit sind, kann ich aber auch nicht sagen.

Gibbyceps
05.05.2008, 15:57
Hallo Knut,

habe ab und an auch 5-6 grosse Salzbrocken in mein ca.450er Becken fallen lassen. So 6-7cm Brocken habe ich mir von Aquadesign ist, so viel ich noch weiss, so 2 kg in nem Beutel schicken lassen. Es sind fast weisse bis dunkelrosa Brocken... sehen aus wie die Salzlampen zu Dekozwecken!

Nach Einwurf sehe ich nur die Pandas daran rumnukeln und die Kuckuckswelse schwimmen immer ganz dicht vorbei... also kann es nicht schädlich sein...!

Habe das in einer alten Aqua.-Zeitschrift mal gelesen, soll gut sein ua. nach Wasserwechsel und fand es dann ausgerechnet bei der obengnannten Site. Zajac hat es mitlw. auch nur isses da teurer. Bei Aquadesign bekommste auch noch nen 5% Nachlass wenn de Quellekunde bist, denke aber dass weisst Du. Ansonsten sind die auch gut sortiert.

Knut
05.05.2008, 16:36
Hallo Klaus,

du meinst wahrscheinlich das Himalaya-Kristallsalz.
Wenn ich auf der von dir genannten Seite die Werbesprüche lese, dann muss ich unwillkürlich grinsen.
Das Salz stammt nicht direkt aus dem Meer und auch nicht aus dem Himalaya. Es handelt sich um Steinsalz. Das ist ungereinigtes Kochsalz aus vorzeitlichen Ablagerungen.
Neben 97 - 98 % NaCl enthält es ein paar wenige weitere Mineralien wie Gips, Einsenoxid (daher die rosa Farbe) und noch 5 - 6 andere Anteile.

Auch hier taucht wieder der Hinweis auf: reduziert Krankheitserreger und noch ein paar weitere (Wunder)Dinge werden diesem Salz zugesprochen.

Ich komme mir da immer vor wie in einer Esotherik-Märchenstunde.

Wenn ich mir den Preis anschaue, dann wird mir klar warum man dieses Zeug über tausende Kilometer hierher schafft, es sind genügend Leute die daran glauben und dafür viel Geld bezahlen.

Mich würde aber interessieren, welche Fische du pflegst und deine ungefähren Wasserwerte.
Hast du bei deinen Fischen Veränderungen beobachten können, nachdemn du die rosa Steinschen verwendet hast ?

Gruß Knut

Gibbyceps
05.05.2008, 17:23
Also... hihi ja, ja Du hast Recht, es ist Steinsalz, darum mein Vergleich mit den Dekoleuchten! Um das Dalai Lama Salz ging es mir nicht, nur um die Äusserungen das es "gut" sein soll...

So nun, nein, habe keine Veränderungen bei meinen Tierchen festgestellt ausser dem oben geschilderten!

Habe Teewasser durch 2 grosse Wurzeln, >pH 6,8 schwankt bis 7.
Kaisertetra, Glühlicht S., rote Neon, C.Panda, Kuckucksw., Gibbiceps, jede Menge Ancistrus, Pangio kuhli, Otocinclus, Scalare, 5 grosse Teichmuscheln.
Gefiltert über HMF angesaugt über Eheim mit Heizer und UV Lampe, zusätzlich ein Luftheber abwechselnd über Ozongerät oder ab und an CO2 Einperlung.

Hoffe nix vergessen zu haben... oh doch, zig Hunderte Turmdeckels :smile:

blue
05.05.2008, 19:56
Hallo Klaus,

Salz ist doch preiswerter als z.B. Ektozon ;-). Die Links kann ich ggf. zur Verfügung stellen.
LG "BLue

Gibbyceps
05.05.2008, 20:19
Hallo Klaus,

Salz ist doch preiswerter als z.B. Ektozon ;-). Die Links kann ich ggf. zur Verfügung stellen.
LG "BLue

Na denn man Tau, Blue. Schieb rüber... Bin immer bereit weniger zu zahlen... :)

justizia
17.06.2008, 23:40
Hallo!
Wie sind eure Erfahrungen mit Salz, sowohl bei der Haltung als auch in der Therapie?

Bei den von mir gehaltenen Fischen salze ich nicht auf. Salz benutze ich nur unterstützend zur Behandlung von Krankheiten wie z.B Ichthyo in Verbindung mit Temperaturehöhung.
Wenn ich mal einen Fisch mit "Glubschauge" hatte, auch um den Druck ein wenig zu senken.

thomas-p
18.06.2008, 22:39
Hallo,

Knut Du schreibst in Deinem Eröffnungsbeitrag etwas von Schleimhautabsonderung:
Weiter wird durch das Salz evtll. die Sekretion erhöht und die Schleimhaut abgestossen. Damit verliert die Haut ihre schützende Schicht, die auch der Abwehr dient. Die Erreger von ichthyo können sich so noch leichter in die Haut bohren.

Dies ist nicht ganz richtig:

Durch die vermehrte Schleimhautabsonderung, wird es dem Erreger erschwert, erneut durch die schützende Schleimhaut auf die Lederhaut zu gelangen. Somit werden neue Krankheitserreger abgestossen.

Weiterhin werden reife Erreger, welche sich wiederum aus der Lederhaut lösen schneller abtransportiert.

Somit wird ein Neubefall erschwert und die Erkrankung langsam abgeschwächt.

Weiterhin soll ja Salz auch die Nierentätigkeit anregen und somit für eine Unterstützung im osmotischen Druckausgleich erreichen. Hier kann es eine Hilfe gegen Bauchwassersucht und Glotrzaugen, bei verminderter Nierentätigkeit sein. Dies konnte ich selber bei einem Neolamprologus brichardi beobachten.

Die Dosierungsangaben sind fast richtig übernommen.

Ich selber empfehle

1-3 g/Liter bei bepflanzten Aquarien
3-5 g/Liter bei unbepflanzten Aquarien
10-20g/Liter bei Kurzbädern über 10-15 min.

Nach meinen eigenen Beobachtungen schadet Salz nicht mal den "Weichwasserfischen", da diese die kleinste Dosierung (1-3g/liter) bekommen und dann der Salzgehalt im Wasser im Promillebereich liegt.

Knut
19.06.2008, 17:20
Hallo Thomas,

da bastelt sich wohl jeder seine eigene Meinung zurecht und gesicherte Erkenntnisse sind leider kaum verfügbar.
Die einen sagen, die bereits in der Haut befindlichen Erreger (weiße Pünktchen) werden nicht mit abgestossen und die Haut Schleimschicht wird nach der Salzbehandlung dünner und erleichtert das Eindringen. Ich weiß es auch nicht!
Zum osmotischen Druck: nach dem Aufsalzen ist das (Druck)Gefälle geringer und die Nieren müssen nicht so viel Wasser los werden.
Kochsalz wird über die Chloridzellen und die Kiemen aufgenommen, in wie weit es gelöst im Wasser mit eindringt weiß ich nicht und vielleicht stimmt es ja und die Nieren müssen daher vermehrt Salz ausscheiden.

Ich bin da überfragt.

Gruß Knut

thomas-p
19.06.2008, 23:52
Hallo Knut,

den Begriff "CHloridzellen" musst Du mir schon malgenauer erklären?

Zellen bestehen aus einem Zellkern und einer Membran.Weiterhin beinhaltet die Zelle einige kleine Detail wie DNAund andere Erbinformationen. Aber was ist eine "Chloridzelle"????

Weiterhin bitte ich Dich mal einige Meihnungen per Link zu zeigen,in denen die Veränderung der Schleimhaut durch Salz, ein eindringen von Erregern erleichtert.

Wichtig ist eigentlich nur von den Tatssachen und den Erfahrungen zu leben. Nicht nur Vermutungen und Thesen in den Raum stellen.

Knut
20.06.2008, 09:06
Hallo Thomas,

die Chloridzellen, sie heißen auch Ionozyten, sitzen hauptsächlich in den Kiemen. es sind Zellen, die aktiv den Stofftransport betreiben, z.B. für Chlorid, aber auch einige andere Stoffe. Sie schleusen also bestimmte Stoffe in den Körper, das Blut, ein.

Über den Aufbau einer Zelle bin ich bestens informiert, da mußt du mich nun wirklich nicht belehren.

Du schreibst von Tatsachen und Erfahrungen und nicht von Thesen und Vermutungen, darf ich dich dann ebenfalls bitten, diese Tatsachen entsprechend zu belegen, wie Abstossen der Erreger durch Salz z.B. bei Ichthyo und einem tief in der Haut sitzenden Erreger, Anregen der Nierentätigkeit, etc.

Zum Thema: Eindringen der Erreger findest du z.B. eine Aussage von Tobias Möser im Forum von scalare online.

Gruß Knut

thomas-p
21.08.2008, 18:08
Hallo Knut,

Dank justizia bin ich wieder auf diesen Beitrag gestossen.

Ich schrieb:



Durch die vermehrte Schleimhautabsonderung, wird es dem Erreger erschwert, erneut durch die schützende Schleimhaut auf die Lederhaut zu gelangen. Somit werden neue Krankheitserreger abgestossen.

Weiterhin werden reife Erreger, welche sich wiederum aus der Lederhaut lösen schneller abtransportiert.

Somit wird ein Neubefall erschwert und die Erkrankung langsam abgeschwächt.


Wo habe ich da behauptet das Erreger aus der Lederhaut abgestossen werden?

Ich habe behauptet das bei "reifen Erregern", welche sich aus der Lederhaut lösen, schneller abtransportiert werden.

Knut
21.08.2008, 19:04
Hallo Thomas,

unklar formuliert oder falsch interpretiert von mir. Egal.
Tatsache ist: es werden keine Erreger abgestossen, was bereits fest auf dem Fisch sitzt bleibt dort hocken. Das was noch in der Schleimhaut sitzt wird mit abgestossen.
Die dann aber dünnere Schleimhaut erleichtert das Eindringen der Erreger. Die Schleimschranke ist dünner und dünnflüssiger.
So jedenfalls mein Verständnis.
Es gibt eine Vielzahl an positiven Berichten einer Salzbehandlung.
Es gibt auch Berichte über hartnäckige verläufe und über angebliche Resistenzen gegenüber den Therapeutika.
Es gibt wohl eine Vielzahl unterschiedlicher Stämme dieser weltweit verbreiteten Parasiten. Diese sind unterschiedlich empfindlich, haben wohgl auch unterschiedlich lange Lebenszyklen. Noch scheint jeder auf Malachitgrün zu reagieren.
Malachitgrün reagiert sehr empfindlich auf Licht und andere Einflüsse und verliert wohl recht rasch an Wirksamkeit. deshalb sollte man auch beim Händler darauf achten, dass man möglichst frische Präparate erwirbt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum scheint keine Garantie zu sein.

Einem relativ neuen Aquarianer würde ich deswegen immer zu Malachitgrün raten.

Gruß Knut

blue
21.08.2008, 19:05
Hallo,

hier mal ein Zitat von Hochwartner

Die Anwendung von Kochsalz (NaCl) an Süßwasserfischen ist für mich ein ideales Beispiel für Paracelsus berühmten Spruch "Allein die Dosis machts".

Es gibt daher für den Einsatz von Kochsalz 3 Dosierungs-/Anwendungsbereiche:

Die ganz geringen Dosierungen von 40-50g/m³=1000 l (0,04-0,05 g/l) als Dauerbad über mehrere Wochen bei vorhandener Nitritbelastung im Aquarienwasser, wobei jeglicher Messbarer Nitritwert (Filter nicht eingefahren/abgestürzt, Überfütterung, Überbesatz) in Abhängigkeit von der Einwirkungsdauer eine Belastung für die Fischgesundheit darstellt. Im Dauerbetrieb darf kein Nitrit im Aquarienwasser nachweisbar sein! Um Fischen die Zeit bis zur endgültigen Nitritfreiheit zu erleichtern (Zeitdauer bis der Filter "gestartet ist": meist 6-7 Wochen) muß in Abhängigkeit vom gemessenen Nitritwert sehr verhalten bis gar nicht gefüttert werden, häufig "geringe" Mengen Wasser gewechselt werden (10-20% alle 1-2-3 Tage) und eben besagte Menge NaCl dem Wasser immer beigefügt werden.

Da Süßwasserfische ständig große Mengen Harn ausscheiden müssen, haben sie auch einen hohen Ionen (=Salz) verlust, den sie über die Kiemen ausgleichen müssen. Bei Vorhandensein von Nitrit wird dieses statt anderen Salzen über die Kiemen gesammelt und bewirkt in den roten Blutkörperchen der Fische eine Veränderung des sauerstofftransportierenden Hämoglobin zum Methämoglobin. Methämoglobin kann keinen Sauerstoff mehr aufnehmen; es kann seine Funktion nie mehr erfüllen, da diese Umwandlung irreversibel ist.

Die Fische leiden an einer "inneren Sauerstoffnot". Bei vorhandensein von NaCl wird dieses jedoch bevorzugt an den Kiemen aufgenommen, verdrängt also das Nitrit und entschärft vorübergehend die Nitritproblematik für die betroffenen Fische.


Die mittleren Dosierungen von 0,2-0,5% ( 2-5 kg/m³ bzw. 2-5g/l) als Dauerbad für 1-2-3 Wochen dienen der allgemeinen Unterstützung/Entlastung des Stoffwechsels und Immunsystems [z.B. während Erkrankung, zur Rekonvaleszenz oder nach Stresssituationen aller Art (z.B. Fischtransport und Du steckst unerwartet mit Deinem Auto für lange Zeit im Megastau, bis die Fische ins Aquarium kommen liegen sie nur mehr flach atmend auf der Seite....)] bzw. der Wundheilung.

Diese Dosierung wirkt nach dem Motto: gönn Deinem Fisch auch mal einen Erhohlungsurlaub.

Aufgrund des osmotischen Druckes strömt ja ständig Wasser - in erster Linie über die Kiemen - in den Süßwasserfisch ein, das über die Nieren wieder ausgeschieden werden muß. Durch das Aufsalzen des Umgebungswassers wird das osmotische Druckgefälle verringert und dadurch werden die Organsysteme entlastet. Die so gewonnene Energie kann Fisch nun in seine Erholung investieren.

Wichtiger Aspekt der Wundheilung beim Fisch: bei geringster Zerstörung der Schleimschichte der Haut (=wichtige osmotische Barriere) beginnt Wasser über diese osmotische Lücke sofort in die umliegenden Hautzellen einzudringen, diese beginnen aufzuquellen, werden also mechanisch massiv beeinträchtigt/zerstört.

Für Fische ist es daher wesentlich schwieriger Verletzungen u. Wunden abzuheilen als für Landlebewesen! Auch hier hilft Salz durch Verringerung des osmotischen Druckgefälles, Verletzungen schneller abzuheilen. Ebenso wird das Hautepithel (=oberflächliche Zellschichte) kompakter, was die sekundäre Besiedelung mit Bakterien und Pilzen verhindern hilft.


GRUNDSÄTZLICHES zu NaCl Dauerbädern:

NaCl sollte Jodfrei und ohne Rieselzusätze sein, Meersalz aus Aquaristik ist sehr gut

Fische vertragen den Wechsel von gar keinen/niedrigen Salzgehalt zum aufgesalzten Wasser in der Regel problemlos. Vorsicht wenn umgekehrt, hier können Schäden leicht auftreten (plötzliches Aufquellen der Epithelzellen) (Händlerproblematik)!

Zum Abschluss des Bades besser 3 x 20% jeweils im Abstand von 2-3 Tagen gewechselt als einmal 66%!

Natürlich sollte man bei "Weichwasserfischen" vorsichtiger dosieren und agieren

Vorsicht bei Filterung über Zeolith, wenn Zeolith stark mit Nitrit abgesättigt ist kann es durch NaCl zu verstärkter Freisetzung des Nitrit und zu plötzlich massiver Verschlechterung der Wasserqualität kommen


Die hohen Dosierungen von 1-2-3% (10-20-30 kg/m³ bzw 10-20-30g/l) als Kurzzeitbad für 10-20 Minuten haben auf Fische den Effekt, dass Sie dieses Bad als höhere Lebewesen im allgemeinen ohne Folgeschäden überstehen. Um sich zu schützen beginnen sie von Haut und Kiemen vermehrt Schleim abzustoßen, was einer mechanischen Reinigung entspricht: einzellige aber auch höhere Ekto- (Außen)parasiten werden regelrecht abgestoßen und einzellige Parasiten zumeist auch abgetötet (Entzug von Zellflüssigkeit). Das ist aber auch schon alles. Es gibt mit Sicherheit keine tödliche Wirkung auf höhere Parasiten wie Haut- u. Kiemenwürmer, Läuse oder Egel. Die lassen maximal locker und fallen ab.

Wichtig: Die Schleimzellen der Fische erschöpfen sich bei diesem Vorgang, daher nie öfter als 2-3 mal im Abstand von 2-3 Tagen hintereinander durchführen, sonst entwickelt der Fisch einen "Hautschleimmangel". Nach Abschluß des Bades die Patienten in frisches Wasser umsetzen, Badewasser verwerfen, da Parasiten nicht immer sicher abgetötet werden.

GRUNDSÄTZLICHES zum Kurzzeitbad:

vor JEDER Manipulation (z.B. Transport, therapeutische Bäder, Aquariumgrossputz,.....) Fische IMMER 2-3 Tage vorher und 1-2 Tage nachher NÜCHTERN lassen!!!!

bei Kurzzeitbädern immer gut belüften, Aquarienwasser verwenden, Fische die ganze Zeit beobachten und bei massiven Anzeichen der Unruhe oder wenn sie sich auf die Seite legen sofort umsetzen!


Ich bin NICHT der Meinung, dass die hier beschriebenen Salzkonzentrationen/-bäder eine dauerhaft abtötende Wirkung auf Bakterien und Pilze haben; die Summe der beschriebenen Effekte hilft den Süßwasserfischen lediglich mit diesen in der Regel (und auch in der Praxis) erst SEKUNDÄR auftretenden Krankheitserregern besser umzugehen.

Schlußbemerkung
Grundsätzlich gilt für Fische das gleiche wie für alle anderen Lebewesen auch:
Zeit ist nicht nur kostbar sondern meist Lebensrettend;
keine Wirkung ohne Nebenwirkungen;
Therapieversuche sind allzuoft verlorene Zeit und Schwächung des/der Patienten durch unnötige Nebenwirkungen;
daher ohne vorhergegangene Diagnose keine gezielte Therapie.


LG "Blue

thomas-p
21.08.2008, 19:42
Hallo Knut:)

jetzt wirste aber alt:lach:

Du hattest den Beitrag zur Salzbehandlung eröffnet. Hier ging es nicht nur um die Püncktchenkrankheit.

Die Salzbehandlung hilft auch nur im Anfangsstadium und bei erkennbaren Unwohlsein verschiedener Fischarten.

Ist eine Krankheit fortgeschritten, hilft Salz nur noch zur Unterstützung und es muß auf ein entsprechendes Medikament zurück gegriffen werden.:top:

Knut
21.08.2008, 19:54
Hallo Thomas,

meinste wirklich ...

Die letzten Posts bezogen sich doch aber auf die äußeren Parasiten und deren Bekämpfung mit Salz.

Die anderen Punkte stehen bereits im Ausgangspost, da hat sich meine Ansicht auch nicht geändert.

Gruß Knut

thomas-p
21.08.2008, 22:13
Hallo Knut,

was ist los mit Dir?

Dieser Beitrag beruht auf das anfängliche Thema "Fische, Prophylaxe, Krankheiten und Salz". Dabei bin ich derzeit in keinster Weise abgedriftet auf die Püncktchenkrankheit.

Nein ich habe versucht etwas Licht in die Reaktion der Schleimhaut des Fisches auf die Behandlung mit Salz einzugehen.

Egal ob es sich hier um den Pünktchenerreger handelt oder Hauttrüber usw.
Wichtig ist die resultierende Folge der Salzbehandlung.

Das gespräch über Püncktchenerreger war glaube ich in einem anderen Beitrag. Hier ging es um die von Dir verneinten "ressistenten Stämme".

Hier wollen wir aber das Salz diskutieren.

Knut
22.08.2008, 19:43
Hallo

Thomas du hast ja recht, da bin ich vom Thema weggedriftet.

Also zurück zum Salz und seiner prophylaktischen und therapeutischen Wirkung bei Krankheiten.

Salz regt also die Schleimproduktion in der Haut an und kann hier unterstützend bei parasitärem und bakteriellem Befall der äußeren Haut wirken.

Salz entlastet die Tätigkeit der Nieren.

Und einige Arten, hier wohl vornehmlich die gängigen lebendgebärenden Arten stehen in gering aufgesalztem Wasser häufig besser.

Gruß Knut

thomas-p
22.08.2008, 23:15
Hallo Knut,

das sind kompakte und meines Erachtens richtige Aussagen.

Man kommt eben doch auf einen gemeinsamen Nenner:top:

frechbaconte
07.01.2009, 17:55
Hallo ich habe mal eine Frage.

Ich habe in meinem AQ ein Paar Platy´s Molly´s und Gubby´s Neons und einen Antenenwels.

Jetzt haben meine Fische eine Krankheit die Pünktchenkrankheit heißt.

Ich behandel sie mir einem mittel von Exit. Jetzt habe ich gelesen das Salz gut wäre. Kann mir das jemand genau mal erklären??

Kann ich da einfaches Jodsalz (Kochsalz) nehmen?? wie man so im Haushalt hat??

Bitte hilf mir einer....

Warte an meinem AQ:__)

ikor
07.01.2009, 18:49
Hallo Tobias,

Nein, nur Jodfreies Salz. Aber bleib doch mit deiner Frage hier.
http://www.aquarium-stammtisch.de/Forum/showthread.php?t=6946

frechbaconte
07.01.2009, 19:33
Wäre es das hier Klick (http://cgi.ebay.de/Himalaya-Kristall-Salz-Brocken-f-Aquarium-AD6921_W0QQitemZ260301518017QQihZ016QQcategoryZ776 63QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem)

Bekommt man die auch billiger??

ikor
07.01.2009, 19:57
Kenn ich nicht, es geht stinknormales Salz aber ohne Jod.
Ich habe das Mischsalz von JBL genommen.
Die reine Pünkchenbehandlung hätte aber auch bestimmt ohne Salz funktioniert.

thomas-p
07.01.2009, 23:33
Hallo,

da Du bei Deiner Besatzangabe auch den Neon erwähnt hast, würde ich nur max. 1g/Liter anwenden. Eine höhere Salzkonzentration könnte zu Verlusten bei den Neons führen.

Hier solltest Du evt. auf das Protazol von Sera oder das neue Puntkol-Ultra von JBL zurück greifen.

Wichtig ist hier eine 15 tägige Behandlung. Dabei mußt Du jeden zweiten Tag ca. 50% Wasser wechseln (incl. Mulmabsaugung-Bodenstadien) und in kompletter Nachdosierung. Selbst wenn die Punkte nach ca. 3-5 Tagen weniger werden, solltest Du die 15 Tage durchstehen.

Angel77
08.01.2009, 06:16
Guten morgen Thomas,
du bist mir in einem anderen forum schon mit deiner hp aufgefallen zum Thema Salzbehandlung:top: Mir wurde gestern auch geraten meine malawis mit Salz zu behandeln weil sie sich schon seit einigen Tagen am sand und Kies schubbeln. Dachte zuerst das es an den Wasserwerten läge da Malawis sich ja erst ab einen ph wert ab 8,0 wohl fühlen aber das scheint es nun nicht zu sein.
Mir wurde ein teelöffel pro 100l wasser empfohlen. Nur zögere ich mit der Anwendung nun noch etwas weil ich halt nichts falsches machen möchte.

Könnte das schubbeln denn eine Ursache eines Parasites sein? Wenn ja, würde diese Salzbehandlung wirklich helfen?
Über ein paar Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar..

thomas-p
08.01.2009, 19:45
Hallo,

gerade bei Malawi's kannst Du mit einer höheren Dosierung herangehen.

Ich selber behandel teilweise mit 3-5g/Liter. Hier jedoch vorausgesetzt, das Du keine Pflanzen im Aquarium hast. Solltest Du Pflanzen drin haben, dann nur max.3g/Liter.

Wichtig ist die Behandlungsdauer von ca. 21-25 Tagen, da die Bodenstadien nach ca. 21 Tage nachmals aktiv werden können. Dann suchen sie innerhalb der nächsten 48 Stunden nach einem Wirt oder verenden.

Ob es sich bei Dir um Parasiten handelt, mag ich nicht zu beurteilen. Hier müsstest Du evt. neue Fische gekauft haben oder mit Lebendfutter gefüttert haben. Ich denke eher das Baktierien Deinen Fischen das Fell jucken lässt.

Aber hier kann Salz auch unterstützend wirken.

Angel77
08.01.2009, 19:53
Ui, soviel salz als kommt da rein?
welches nimmt man denn da? das feine salz oder kann man auch die nehmen die man sonst in salzmühlen verwendet?
und wie verhalte ich mich bei der behandlungsdauer von bis zu 25 tagen?
geb ich da dann in der zeit des Tww nur neues salz hinzu oder wie versteh ich das ?

thomas-p
08.01.2009, 19:56
Hallo,

wichtig ist das das Salz ohne Zusätze ist. Man sollte auf Jod und Fluorid verzichten.

Ich selber verwende das grobkörnige Siedesalz aus einer großen Marktkette mit vier Buchstaben.

Natürlich musst Du Deine Wasserwechsel fortführen. Dabei solltest Du mit einer Mulmglocke den Boden reinigen um hier schon Bodenstadien zu entfernen. Anschließend wird auf die gewechselte Wassermenge nachdosiert.

Angel77
08.01.2009, 19:59
Hallo,

wichtig ist das das Salz ohne Zusätze ist. Man sollte auf Jod und Fluorid verzichten.

Ich selber verwende das grobkörnige Siedesalz aus einer großen Marktkette mit vier Buchstaben.

Natürlich musst Du Deine Wasserwechsel fortführen. Dabei solltest Du mit einer Mulmglocke den Boden reinigen um hier schon Bodenstadien zu entfernen. Anschließend wird auf die gewechselte Wassermenge nachdosiert.
Aber dann reicht doch ein wöchentlicher wasserwechsel oder müßte ich das dann öfter machen?

Peter K.
08.01.2009, 21:45
Hallo Sonja...

Ich denke, die Wasserwechsel sind nicht dazu da um Die Wasserqualität aufrecht zu halten, sondern viel mehr dazu um Parasiten und Bakterien aus dem Wasser zu holen.
Daher auch das Mulmabsaugen. So nimmst Du die Krankheitserreger auf, die sich sozusagen im Dreck verstecken.

Aus diesem Grund sollten in Krankheitsfällen häufiger WW gemacht werden als im Normalen / Gesunden Zustand.

Ich konnte in diesem Forum schon öfter lesen das einige Krankheiten nur durch Wasserwechsel erfolgreich behandelt wurden.

Ich hoffe das ich es richtig erklärt habe.

Wenn nicht, möge mich jemand korrigieren.

Grüße

Peter

thomas-p
08.01.2009, 23:36
Hallo Peter,

richtig erklärt:klatsch::klatsch::respekt:

Ne, ein vermehrter Wasserwechsel sollte zwar stattfinden, doch sollte man es auch nicht übertreiben.

Wenn man früher alle 14 Tage gewechsel hat, lohnt es sich nun wöchentlich zu wechseln. Dementsprechend wüde bei wöchentlichen Wasserwechsel nun ein 2-3 Tage-Rythmus eintreten. Öfters sollte man es nicht machen (Stress für die Tiere).

Lafee
09.01.2009, 07:43
Hi Thomas,

jupp genauso sehe ich das auch.:top:


Wenn man früher alle 14 Tage gewechsel hat, lohnt es sich nun wöchentlich zu wechseln. Dementsprechend wüde bei wöchentlichen Wasserwechsel nun ein 2-3 Tage-Rythmus eintreten. Öfters sollte man es nicht machen (Stress für die Tiere).

Nun ich betreibe das manchmal auch vorbeugend,hab ja teilweise auch zwischen durch "Überbesatz"da wechsele ich 2 mal die Woche Wasser 30 - 40 % ,als z.B. einmal 80 % da so keine zu großen Wasserwertveränderungen statt finden,was ja die Tiere auch stresst.

Bei "Erkrankungen" im Becken mache ich erstmal einen großen Wasser wechsel so
50 - 80 % achte aber darauf das die Wasserwerte/Temperatur aus dem Wasserhahn nicht so große Abweichungen vom Aquarienwasser haben,sprich ich bereite es auf.
Auch filtere ich das Leitungswasser bei empfindlichen Arten z.B. Diskus über Aktivkohle ,wenn sie mal kränkeln.

Man muss da mit der Zeit ein Gefühl für entwickeln,also auch mal sagen heute saug ich nicht ab oder doch.
Heute wechsele ich z.B. mehr Wasser,ich geh da nicht so nach den Wasserwerten ich entscheide es quasi aus den Bauch heraus,wenn ich die Tiere beobachte.

Dazu gehört allerdings eine gewisse Erfahrung,um richtig ein zu schätzen.



LG Biene