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Muckl1972
13.08.2008, 00:20
Hallo Leute,
ich möchte Euch einmal mehr von mir erzählen. Den ein oder anderen wird es vielleicht schocken oder aber auch selbst diese Probleme kennen.
Vor ca. 8-9 Jahren habe ich mir meinen ersten Internet fähigen Rechner gekauft, ich konnte die Leute die viel Zeit im Web verbracht haben nicht verstehen, was daran so toll sein soll.
Dann wurde ich durch einen Arbeitskollegen zum Online spielen gebracht (Battlefield 1942 später den Mod. Desert Combat). Ich trat meinen ersten Online Clan bei, das ging dann so bis ca. 2004. Da kam dann ein neues Spiel Battlefield 2, das nahm mich nochmal 2 Jahre in den Bann. Das normale Internet war bis auf ein bisschen Ebay und Gamerportalen immer noch total nebensächlich.
Ende 2005 kam dann etwas, was mein Leben total veränderte es war World of Warcraft. Die Zeit die ich mit spielen vor dem erscheinen vor dem Rechner verbracht habe lächerlich mit dem was dann geschah.
Mein Leben drehte sich nur noch um dieses eine Spiel. Ich stand in der früh mit meiner Freundin um 5:30 auf, obwohl ich erst um 8:30 arbeiten muß. Spielte meist bis kurz nach 8:00 bin dann zur Arbeit,(nur 2 km) nickte dort häufiger ein, 17:00 Uhr endlich Schluß und ab nachhause. 17:20 Rechner an und ab in die Onlinewelt.
Falls ich nicht mit kochen dran war, habe ich neben dem Spielen gegessen. Die Spielerei ging bis ca. 00:30. jeden Tag!
Ich habe es geschafft seit erscheinen des Spiels und meinem selbst gewählten Schlußstrich ca. 138 Tage ( 3312 Stunden ) mit WoW spielen zu verbringen.
Mich fazinierte dieses Spiel wahnsinnig, es wurde nie langweilig. Die sozialen Strukturen in dem Spiel sind so realistisch, das es wirklich eine eigene Welt ist. Die Welt entwickelt sich weiter auch wenn man nicht online ist, das führt unweigerlich dazu, das man mehr online ist um nicht mit seiner Spielfigur auf der Strecke zu bleiben.
Im Januar diesen Jahres, habe ich dann einen Schlußstrich gezogen. Meine Beziehung stand kurz vor dem Aus, ich habe während der WoW Zeit ca. 30 Kilo zu genommen. Und 5 Stunden schlaf, machen sich einfach auf dauer bemerkbar.
Seit diesem Schlußstrich, habe ich nur noch ein einziges mal WoW gespielt und ich fand es langweilig. Da ich entdeckt habe, das es wesentlich interessantere Dinge im Leben gibt.
Seit Februar habe ich nun meine Fische. :oo:
Ich habe einen Gartenteich gebaut, auf meinem Schreibtisch stehen nun 4 Aquarien voller Leben. Ich habe neue Leute kennen gelernt, interessante Menschen, im Job läufts besser, meine Beziehung ist auch auf dem besten Weg, nur das Gewicht, das will irgendwie noch nicht runter.
Alles in Allen, will ich die WoW Zeit nicht missen, da ich auch hier Freunde gefunden habe, die ich auch persönlich kennen gelernt habe, aber ich bin froh, das ich dieses Spiel an den Nagel gehängt habe.
Fischfee
13.08.2008, 05:13
Hallo Jürgen
ich finde toll wie du das selbst in den Griff bekommen hast.
Manche kommen da ohne professionelle Hilfe nicht so leicht
raus.:respekt::respekt::top::top:
Muckl1972
13.08.2008, 07:17
Hi Fee,
naja ich weis nicht ob ich direkt süchtig war, aber es sah zumindest für andere so aus. :)
perseusp
13.08.2008, 09:59
Hallo Jürgen!
Es gehört wohl eine Menge Mut dazu, in einem Forum wie diesem, also einer schon ganz schön breiten Öffentlichkeit, soetwas von sich zu erzählen. Großartig!
Ich habe mich in den letzten Jahren viel mit Abhängigkeiten/Süchten beschäftigt und weiß wieviele Menschen unbewusst in solche geraten. Einige meiner Bekannten sind abhängig von unterschiedlichen Dingen (Alkohol, Drogen, Spiele, Medikamente, die Liste ist lang...).
Gestern Abend habe ich eine Reportage über Internetspiele und Betroffene (Kinder, Erwachsene, Angehörige) gesehen. Das Entstehen einer neuen Jugendkultur ist wohl über das Anfangstadium hinaus geschritten. Die Hilflosigkeit und Ohnmacht der Betroffenen war in der Sendung deutlich zu spüren.
Das von dir angesprochene Spiel World of Warcraft war Hauptgegenstand der Sendung.
Angesprochen wurden auch die riesigen Gewinne und Gewinnzuwächse in der Computerspieleindustrie. Im letzten Jahr sollen damit 40.000.000.000,00 € umgesetzt worden sein. Ziel der Industrie ist es diese Zahlen in den kommenden Jahren zu verdoppeln.
Ein Gewissen scheinen die Macher dieser Spiele nicht zu haben. Sie haben den "Schwarzen Peter" den Usern und ihrer Eigenverantwortlichkeit zugeschoben.
Alle reden vom Rauchen und fordern da Konsequenzen. Wer schützt hier, von staatlicher Seite, die Kinder und Jugendlichen die so sensibel auf Verlockungen reagieren. Denn bezahlen müssen dafür am Ende wir, durch die Solidargemeinschaft Krankenkasse. Therapien sind langwierig, kostspielig und leider auch nicht immer erfolgreich. Weitere Kosten sind vorprogrammiert. Das Elend der Betroffenen geht oft weiter, weiter und weiter...
Für mich ist die Herstellung und Verbreitung solcher Spiele eine Vergewaltigung von Kinderseelen.
Meine Meinung!
Muckl1972
13.08.2008, 12:46
Hi Peter,
danke für deinen Kommentar. Mich hat die Sendung auch ein wenig dazu motiviert mal darüber zu reden bzw. zu schreiben.
Ich will den Spielemachern gar nicht so groß die Schuld dafür geben, da ja wirklich jeder selber wissen muß was gut für einen ist.
Das Problem was gerade von diesem Spiel aus geht, ist eben auch die Perfektheit daran. Wer in WoW Erfolg haben will, muß sich letztlich eine Gruppe suchen, den ohne das Zusammen wirken der einzelnen Spieler und Ihren Figuren und deren Fähigkeiten, kann man die meisten Aufgaben nicht lösen und kommt somit auch nicht weiter.
In dem Bericht gestern wurde auch von Disziplin gesprochen, die man zwingend notwendig einhalten muß um in einer Gruppe zu bestehen. Man kann es am besten mit einer Mannschaftssportart beschreiben z.B. Fussball, da kann man auch nicht einfach nach der Halbzeit heim gehen bzw. müßen manche Dinge einfach trainiert werden um darin gut zu sein.
Das ist dann der Zeitpunkt, wo manche Spieler, Ihr gesamtes Leben nach dem Spiel ausrichten und die reale Welt um einen rum, nicht mehr versteht, warum man vor dem Rechner sitzt und ständig spielt. Dazu kommt das Belohnungssystem, jede Minute die man mit spielen verbringt, bringt den Charakter (Spielfigur) im Spiel weiter. Dazu kommt die enorme Vielfallt die das Spiel nahezu nie langweilig macht.
Bei normalen offline Spielen ist das anders, da hört man einfach auf und macht am nächsten Tag oder wann auch immer weiter. Das geht bei dieser Art von spielen nicht, da man auf andere und die wiederum auf einen angewiesen ist.
In dem Spiel gibt es Bereiche, in den man 40 Spieler benötigt um in diesen zu bestehen. Diese riesige Gruppe muß zusätzlich auf einander abgestimmt sein, da ja die unterschiedlichsten Fähigkeiten benötigt werden.
Ich selbst halte nicht viel von Entwönungsprogrammen, wie beim rauchen, immer weniger bis man dann aufhört. Das klappt nicht, erst muß der Wille da sein und dann einfach aufhören von heute auf morgen. Ich habe beim spielen gewonnen, da ich einfach meine beiden Spielaccounts verkauft habe. Beim rauchen, da übe ich noch bzw. fehlt mir der Wille.
Dafür trinke ich nicht und mit Drogen habe ich auch nichts am Hut, is ja auch was wert. :zwinker:
Freue mich über weitere Kommentare, evtl. auch eigene Erfahrungen.
Casa Carota
13.08.2008, 12:50
Hallo Jürgen,
WOW!!!
Dein Bericht verursacht Gänsehaut.
Ich freue mich für dich, dass du andere, sinnvolle und abwechslungsreiche Interessen gefunden hast, die wahrscheinlich auch deiner Freundin Spaß machen.
Die Sendung habe ich gestern auch gesehen und war entsetzt, dass ein 40-jähriger Mann seinen Job, seine Frau und sein Haus verliert, nur weil er WoW spielt.
Er hat es so beschrieben wie du, Jürgen. Alles, der ganze Tagesablauf drehte sich um das Spiel. Die Nächte waren immer zu kurz, er verschlief sogar die Beerdigung seiner Schwester... Ich hatte fast Tränen in den Augen, als ich das hörte. Es war so grausam - und es ist doch so legal.
Der einzige Unterschied zu dir war, dass er furchtbar abgenommen hat, denn er hat das Essen fast ganz eingestellt.
Jürgen, mach du mal weiter so wie es jetzt läuft.
Ich habe Achtung vor Menschen, die ihr Leben so in den Griff kriegen und auf eine "gerade" Bahn lenken.
:top::top::top:
Hallo Jürgen,
gratulation zum Absprung, was nicht leicht ist. Du hast Dir ein anderes Hobby gesucht. Ich habe mich bei der Verfolgung schon ein wenig gewundert, das Du in der Aquaristik ziemlich intensiv am "aufrüsten" warst. Nun leuchtet es mir ein. In der Sucht ist es leider oftmals so, das man, wenn man ein Suchtstoff weg läßt, schnell ein anderer diese Rolle übernimmt. Viele berichten, und das weiss ich, da ich in der Suchtabteilung arbeite, das z.B. jamand der aufhört zu Rauchen, meist mehr isst und daher zunimmt ( waren bei mir gut 30 Kg damals). Andere berichten, das sie, seit sie aufgehört haben, exessiv Sport treiben z.B. Marathon laufen. Es ist nicht immer leicht, das gesunde Mittelmaß zu treffen, da das Suchtgedächnis versucht, befriedigt zu werden.
Ich wünsche Dir, das Du das Gleichgewicht findest und auch einhalten kannst. Die Aquaristik ist sicherlich eine gute Alternative, nur behalte sie im Überblick. Es zählt nicht, das DU möglichst viele Becken stehen hast, sondern,das Du für Dich daraus einen Nutzen ziehen kannst, der Dich zufrieden stimmt: "WENIGER IST MANCHMAL MEHR" ist so ein Sprichwort, was mir dazu einfällt.
Mach weiter so und wenn Du Leuten vertraust, dann ist es auch ok, sich zu outen.
Das Thema selber ist sehr langwierig und hatte viele, die es betrifft. Vielleicht magst Du ja mal einen Bericht schreiben und diesen in unserem Partnerportal ---Link nicht mehr verfügbar--- zu veröffentlichen.
Wenn noch was unklar ist, kannst Du Dich auch gerne mal per PN oder im Chat melden.
Michael H
13.08.2008, 21:54
Hallo Jürgen,
gut das Du den "Stecker" gezogen hast, bevor Du durch die Spielerei ernste Probleme bekommen hast :top: und das "wahre Leben" ist doch aufregend genug :zwinker:.
Grüße
Micha
vorhersehend
13.08.2008, 23:00
Hi Jürgen,
schöner Bericht und großen Respekt dafür, dass du es einerseits geschafft hast, deine "Sucht" - bewusst in Anführungsstriche, weil ich nicht weiß, inwiefern es sich bei dir um eine Sucht gehandelt hat - zu überwinden, aber auch anderseits, dass du hier deine Intimitäten offen preisgibst.
Für alle Interessierten: Unter http://forums.wow-europe.com/thread.html?topicId=80929012&sid=3 findet man auch einen tollen Artikel. Ich kommentier diesen allerdings nicht.
Muckl1972
13.08.2008, 23:48
Hi Henni,
danke für deinen Komentar und dem Link zu einem der den Zeitpunkt auf zu hören und zu erkennen, das es nur ein Spiel ist, total verpasst hat.
Ich will Ihm keinen Vorwurf machen, er beschreibt es ja selbst. Neben dem Erfolg in WoW bleibt nicht viel, wann auch!?
Nett das du die Sucht in Striche gesetzt hast, ich kann dir nicht mal selber sagen, ob ich mich als Süchtiger bezeichnet hätte. Aber wahrscheinlich hätte mir das jeder "normale" oder Psychologe so bestätigt.
Stellenweise, hatte ich sogar so eine Art Entzugsgefühl, das war aber noch während der aktiven Phase. Für mich hatte sich die Rückkehr zu WoW an dem Tag erledigt, als ich das Päckchen mit meinen Accountdaten an einen Jungen aus dem Allgäu versendet habe.
Alles in allem, abgesehen von der vielen Zeit, hat das spielen mir nichts gekostet, da ich meine beiden Spielaccounts gut weiter verkaufen konnte und somit die Spielgebühren wieder drin waren.
Ich habe weiter oben mal geschrieben, das ich den Entwicklern keinen Vorwurf mache, dazu stehe ich auch. Da die Entwickler von diesem Spiel, nur das getan haben, was ich als Konsument von einem Unterhaltungsprodukt erwarte. Mich perfekt zu unterhalten. Einen Haken hat es, es ist zu perfekt.
Ein gutes hat es aber auch, alle Spiele die ich seit WoW angetestet habe, erfüllen nicht das, was ich von einem Spiel erwarte und daher suche ich auch nicht mehr nach neuem. Sondern lasse es ganz.
Es gibt einfach wichtigeres als Computerspiele. :zwinker:
vorhersehend
14.08.2008, 00:41
Für mich hatte sich die Rückkehr zu WoW an dem Tag erledigt, als ich das Päckchen mit meinen Accountdaten an einen Jungen aus dem Allgäu versendet habe.
Da hätte ich nach solchen Erfahrungen moralische Probleme mit, einem Jungen so etwas zuzbluecken mit dem Hintergedanken, dass ihm selbiges passieren könnte.
Das erinnert mich an jemanden, der sich ein Auto kauft, aber erst später merkt, dass es nicht verkehrstüchtig ist und es dann ohne Hinweis auf die Verkehrsuntüchtigkeit weiterverkauft. Aus dem Grund hoffe ich, dass du den Jungen zumindest auf deine Erfahrungen oder auf die Gefahren, die sich hinter dem Spiel verbergen hingewiesen hast.
Aber vermutlich hätte auch ich das Spiel weiterverkauft. Geld ist nun mal Geld und das hat auch die moderne Industrie entdeckt.
In dem Sinne,
gute Nacht! :lach:
Muckl1972
14.08.2008, 07:19
Hi Henni,
Großartig auf was hinweisen, mußte ich ihn nicht, der hatte bereits 4 Accounts und bei Ihm hat die ganze Familie gespielt.
Hallo Jürgen,
klasse un auch grossen Respekt, aber nicht nur für dich, sonern auch für deine Freundin, die das so lange ausgehalten hat.
Mich hat es nicht ganz so schlimm erwischt, auch wenn es mich beinahe den Schulabschluss gekostet hat :-p
Bei mir waren es phasenweise wo ich mich nur in Foren rumgetrieben habe, bei manchen Spielen kommt uach die eine oder andere Stunde zusammen, $diablo, Sacred, Zeus usw, aber ich habe nie meine Umwelt vernachlässigt, und wie gesagt es war nur phasenweise. Aber ich kann schon verstehen wie schnell man abfriften kann :mad:
lg
Lars
Muckl1972
14.08.2008, 13:29
Hi Lars,
meine Freundin ist eben auch sehr bequem, die meiste Spielzeit hat sie eh verschlafen bzw. war schon od. noch in der Arbeit.
Aber genervt hat Sie es extrem.
Harryweste
14.08.2008, 23:05
Hi Jürgen,
ich weiß wovon du sprichst. Ich habe eine Zeit lang auch sehr viel Computer gespielt. Damals mit 15-16 Jahren allerdings Counter-Strike. Zum Teil auch 6 Stunden am Tag. Aber nicht jeden Tag und ich war damals auch Schüler. Trotzdem habe ich viele Freunde im realen Leben gehabt und bin die Wochenenden immer mit meinen Leuten um die Häuser gezogen, habe 2 mal die Woche Trompete gespielt und Tanzunterricht genommen. Die Schule hat bei mir auch nicht wirklich gelitten, da ich auch ohne lernen immer ein guter Schüler war. Ich hätte bestimmt viel besser sein können mit lernen, aber so war es mir viel lieber. Trotzdem 6 Stunden/Tag sind ne Menge Holz.
Seit Anfang des Studiums zocke ich gelegentlich. Im Moment Guild Wars, was so ähnlich ist wie WoW. Jedoch habe ich jetzt eine Freundin, immer noch viele Freunde, die Uni, lerne neben meinen 2 Blasinstrumenten noch Gitarre und beobachte die Fische/Garnelen. Daher komme ich vielleicht noch auf durchschnittlich 30min am Tag. (Mal 3 Stunden, mal gar nicht).
Dein Bericht und mein Bericht zeigen, dass es auch Leute gibt, die "mal so ne Phase" habe, die aber auch wieder vorbeigeht. Ich denke auch, dass man die Spielehersteller nicht verantwortlich machen sollte. Raucher und Alkoholkranke verklagen ja auch nicht Malboro, Becks und Martini.
Ich denke, dass normale Leute sowohl Onlinespiele (auch die bösen Ballerspiele) spielen können ohne realitätsfremd zu werden. Risikogruppen haben allerdings durch das Internet eine weitere Gefahrenquelle.
Den Bericht habe ich übrigens auch gesehen. Heftig ist es schon. Ich z.B. nehme mir fest vor, dass ich WoW nicht spielen werde, da mir die Zeit dafür zu Schade ist... Und es ist, wie bei jedem Stoff mit Suchtpotential, viel einfacher nicht damit anzufangen als damit aufzuhören.
:respekt:für deine Entscheidung.
P.S. Ich kann übrigens nachvollziehen, dass WoW dich sehr gereizt hat, du superviel gezockt hast und dennoch sagst, dass du eigentlich nicht süchtig warst, denn bei mir war es damals genau so. Vielleicht nicht ganz so heftig... Ich habe Zocken auch immer mehr als etwas empfunden, was ich gerne mache und was mich sehr reizt und Spaß macht. Im Urlaub oder an Wochenenden bei Freunden habe ich es aber nie vermisst. Im nachhinein fand auch ich die Zeit des exzessiven Spielens schön, habe es aber abgehakt und vermisse nix.
hibiduri
15.08.2008, 00:03
Hallo Jürgen ...
ich finde es klasse, das Du es geschafft hast, von diesem Spiel (WoW) wegzukommen. Ich kenne selbst jemanden, der in dieses Spiel vernarrt war und sich sein gesamter Lebensrythmus nur noch ums Spiel drehte. Selbst Freunde, Bekannte und auch die Arbeit wurden vernachlässigt; er stand kurz vorm Rauswurf auf der Arbeit. Inzwischen hat auch mein Kollege es geschafft, sich loszusagen, was großen Respekt gebührt und zwar allen, auch Dir, die diese Sucht die Stirn gezeigt haben und dagegen an kämpfen. Wer mit Süchten zu tun hat, weiß genau, wovon er spricht.
Ein Süchtiger, der noch nicht erkannt hat, das er süchtig ist, wird immer sagen, ...ach , das kann mir nicht geschehen und guck' doch mal den anderen, der spielt viel mehr als ich. Das soziale Umfeld geht so langsam den Bach hinunter. Aber irgendwann kommt doch noch bei einigen die Einsicht, so kann es nicht weitergehen. Und nur, wer diese Einsicht hat, kann gegen seine Sucht kämpfen. Es ist meist ein langer Weg, aber oft auch ein erfolgreicher. Ich wünsche Dir weiterhin die Kraft, gegen diese Sucht anzukämpfen. Auch für Dich wird es noch ein schwerer Weg werden. Aber der Anfang ist ja schon gemacht.
Ich bin zwar nicht spielsüchtig, aber ich habe auch eine Sucht in den Griff bekommen und weiß, wovon ich rede.
Alles Gute für Deinen weiteren langen Weg.
Muckl1972
15.08.2008, 00:47
Hi Leutz,
danke für Eure Offenheit.
Ich habe durch diesen Thread ein bisschen nachgedacht und mir ist der Hauptgrund, warum ich mit diesem Spiel aufgehört habe, wieder eingefallen.
Ich wollte einfach mein Leben nicht mehr nach einem Computerspiel ausrichten.
Nach Raidplanern leben, gezwungen werden, das ich einen bestimmten Charakter spiele, obwohl ich viele gleichwertige hatte. Gruppenzwang und der gleichen. Einfach nur frei sein.
Die Erfahrung, war für mich wertvoll, aber ich vermisse es nicht.
Hallo Jürgen,
dann hast Du wahrscheinlich den richtigen Zeitpunkt erwischt. Gerade Computer-Sucht mit all seinen unterschiedlichen Formen ist eine der größten Suchtbereiche der Zukunft.
Du wirst es aber auch erleben, das Du von Zeit zu Zeit wieder mit der "Verlockung" kämpfen musst. Was Dir auch klar sein sollte ist, das Du das Suchtgedächnis nicht löschen kannst. Dadurch bist Du weiterhin gefährdet, vielleicht irgendwann an einem anderem Spiel wieder "hängen" zu bleiben.
Eine Sucht kann der Betroffene nicht einfach "abschalten" und es gibt keine Möglichkeit für "Format C Doppelklick", um das Suchtgedächnis zu löschen.
Hallo Jürgen
Ich wollte einfach mein Leben nicht mehr nach einem Computerspiel ausrichten
Derselbe Grund hat mich in die nächste Sucht getrieben: Aquaristik :-p
Allerdings freue ich mich auf das schlechte Wetter im Winter, da kann ich dann die eine oder andere Stunde mit dem zocken beschäftigen...Zeus, der erste KAiser usw ...und nächstes Jahr steht Diablo3 vor der Tür :klatsch:
lg
Muckl1972
16.08.2008, 00:58
Hi Jens Olaf,
nein wirklich löschen kann man eine Sucht nie, aber man kann sie unter Kontrolle haben.
Ich denke bei mir sind viele Dinge immer so Phasenweise, sie kommen schnell werden intensiv ausgelebt und an einem gewissen Punkt von heute auf morgen vorbei.
@ Lars,Ich weis es ist vielleicht nicht ideal für mich, aber ich fahre nächste Woche beruflich auf die Games Convetion in Leipzig, bin mal gespannt, was es alles für neue Spiele gibt.
Keine Angst, die ganz neuen Spiele laufen bei mir alle nicht mehr, und Geld für einen neuen Rechner ist leider nicht drin.
Werde aber so fern es jemanden interessiert, gerne einen Bericht dazu schreiben und Fotos machen falls erlaubt auf der Messe.
hibiduri
16.08.2008, 01:04
Hallo Jürgen...
aber Deine Risikobereitschaft eventuell wieder dem Spiel zu verfallen ist sehr groß. Bei der Sucht bekämpft man die Sucht nicht damit, das man sich bewusst in Gefahr begibt. Wie schon geschrieben wurde ... das Suchtgedächtnis lässt sich nicht abschalten...
Muckl1972
16.08.2008, 04:12
Hi Didi,
naja das ist ja so ne Sache mit der Sucht, das kann ich eben selbst nicht so genau sagen, wieviel Sucht und wieviel übermäßiges spielen es bei mir war.
Ich würde es mehr als zweiteres bezeichnen, mein Umfeld wahrscheinlich als Sucht, da ich ja abgesehen von arbeiten und schlafen, nichts anderes als zocken gemacht habe.
Eine Sucht wäre es für mich gewesen, wenn ich aus einem Zwang heraus gespielt hätte. Weil ich sonst das Gefühl gehabt hätte, nicht den Tag zu überleben.
Aber so war es ja bei mir nie, ich habe eher aus Gruppenzwang soviel gespielt um nicht den Anschluß zu verlieren.
Und als ich mich nicht mehr nach dem Spiel richten wollte, hab ich eben einfach aufgehört.
Das einzige was dann wirklich die Sucht ist, das ich das Spiel bzw. die Accounts verkauft habe um nicht wieder damit anzufangen. Das ist so wie ein Raucher der alle Aschenbecher und Feuerzeuge entsorgt.
Der Weg zurück, also von vorne zu beginnen wäre mir einfach zu lang ( ca. 50Tage Spielzeit ) um auf den alten Stand zu kommen und nochmal 20 Tage um aktuell zu sein. Nee danke, die Zeit ist mir zu schade.
Hallo Jürgen,
damit Du selber schauen kannst, ob es sich um eine Sucht handelte oder eher ein Missbrauch, hier die typischen Merkmale der Sucht:
Auftreten vonEntzugserscheinungen
Auftreten vonToleranzveränderungen
Zwang ein Suchtstoff zukonsumieren
Verminderte Kontrollfähigkeit(Beginn, Menge + Ende)
Eingeengtes Verhaltensmuster( unübliche Gelegenheit)
Vernachlässigung von Interessen
Anhaltender Konsum trotz Wissen der Schädigung
Ob es sich nun bei Dir um eine Sucht oder übermäßiger Konsum/ Gebrauch einer Sache handelt, kann und möchte ich nicht einschätzen, da ich Dich nicht kenne. Sobald auf irgend einer Seite ein Leidensdruck entsteht, ist es nicht mehr normal.
Muckl1972
16.08.2008, 09:08
Hi Balu,
ok dann ist es Sucht, wenigstens 2-3 Dinge traffen zu.
hibiduri
16.08.2008, 16:38
Hallo Jürgen....
nur mal ne Frage....
hast Du Dich selber in Deinem stillen Kämmerlein von der Sucht/Missbrauch befreit....
oder hast Du proffessionelle Hilfe in Anspruch genommen?
Wenn Du es für Dich selbst gemacht hast, dann wäre auch Deine Denkweise erklärbar.
Mit proffessioneller Hilfe hättest Du eine andere Denkweise....
Denn Deine Einsicht .... dann ist es Sucht.... zeugt eigentlich davon, das Du noch nicht so weit bist, um sagen zu können, ich habe das schlimmste hinter mir.
Ich hoffe nicht, das Du Dich hier mit diesem Thema nur wichtig machen möchtest .... das wäre schade und täte dem Thema überhaupt nicht gut.
Wie ich schon mal schrieb, ich weis, wovon ich rede/schreibe.
Horror_18_m
16.08.2008, 18:00
Hi,
ich hab früher auch MMORPG gezockt, DAoC und WOW, und ein paar nicht so bekannte, es ist schon schlimm wenn man in seinem leben keinen anderen sinn sieht außer irgendwelche epischen Gegenstände zu erhalten und immer und immer wieder irgendwelche instanzen durchläuft um irgendein schwert zu bekommen, das hat mich an WOW angekotzt und alle dazugehörigen updates und Upgrades auf lvl 70 usw, WOW ist einfach leveln und farmen deshalb hab ich damit wieder aufgehört, weils einfach langweilig war. DAoC war da schon besser, aber GUT war keins von denen, hab damals als ich noch schüler war noch mehr gezockt als du, morgens ca 1 std, und nach der schule so ab 14 uhr bis ultimo (2 - 3 - 4 uhr morgens) das hat mir auch deutlich angesehn, freundin hatte ich keine und ich hab im gegenteil zu dir abgenommen.
aber es ja vom spielemacher auch so erhofft das leute süchtig werden, damit er auch schön sein WOW abo bezahlt, denn umsonst kann man es nicht spielen.
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