Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sauerstofftabs
Hallo,
benutzt ihr Sauerstofftabletten (Hersteller?) und wofür/ zu welchem Zweck?
Ich frage deshalb, weil ich diese Tabletten vorbeugend nach einer größeren Fütterung meiner Kugelfische einsetze (Erstickung nach dem Fressen ist die häufigste Todesursache der Tiere) und Details wissen will.
Ich weiß, dass die von mir verwendeten Tabs 30mg Sauerstoff beinhalten und für 10 Liter (max. 3 Stunden) ausreichen sollen.
Nur: das nachzuprüfen gelingt mir nicht. Mein O² Tröpfchentest ist da zu unzuverlässig.
Habt ihr Ideen, Erfahrungen, angelesenes, belegbares?
Schönen Gruß Timo
Edit Fossibär: Bitte keine Firmennamen benutzen. Jeder hat ein wenig andere Erfahrungen mit unter Umständen dem selben Produkt
Andreas W
04.01.2007, 20:22
Hallo,
im Normalfall sollte man keine CO² Tabletten benutzen müssen. Die Sauerstoffzufuhr sollte über die Pflanzen und über die Oberflächenbewegung des Wassers auch ohne weitere Hilflsmittel zu schaffen sein.
Gruss Andreas
Ist im speziellen Fall aufgrund des hohen Sauerstoffverbrauch´s nicht machbar und auch nicht Gegenstand der Frage gewesen.
Es geht in meinem Fall um kurzzeitig stark erhöhten Sauerstoffverbrauch. Das Becken ist zu auf dem Boden zu 100% bepflanzt (Bodengrund nicht mehr sichtbar), von daher muß man den Sauerstoffverbrauch ausgleichen.
Wie dem auch sei... wer nutzt solche Tabs und hat welche Erfahrung damit?
PS. wieso eigentlich Firmenname- Edit? Ist doch keine Firmenschelte sondern Erfahrungsaustausch? Wie soll man so erfahren, ob Hersteller XY wirksamer für benötigten Zweck ist?
Andreas W
04.01.2007, 20:56
Hallo Timo,
die Erfahrungsberichte sollten schon in dem Moment nachgewiesen sein und mit anderen verglichen sein. Das auch unter den selben Umständen.
Gruss Andreas
cschweden
04.01.2007, 21:25
Hallo,
die meisten Sauerstofftabletten funktionieren auf Basis verschiedener Peroxide. Beim Auflösen zerfallen diese und geben freien Sauerstoff an das Wasser ab. Ein in meinem Augen dummer Nebeneffekt ist die antibakterielle, stark oxidative Wirkung dieser Verbindungen. Eine Beeinflussung der Mikroflora und -fauna kann deshalb m. E. nicht ausgeschlossen werden.
Erfahrungen sammeln konnte ich mit den Tabletten bisher noch nicht - habe sie schlichtweg bisher nicht gebraucht. Mit Sicherheit werden sie das Wasser mit Sauerstoff anreichern, ob dann aber tatsächlich die Zielkonzentration erreicht wird, lässt sich nur schwer messen, da ein Teil des Sauerstoffes auch als Radikal abgegeben werden kann (ist bei vielen Peroxiden so). Aber vielleicht hat sich ja mal wer drangewagt und nachgemessen - abwarten...
Gruß,
Christian
Hallo Timo,
jetzt muss ich mal ganz dumm fragen: Warum verwendest Du keinen Ausströmer?
Oder sind die nicht effektiv genug?
LG
Simone
Dennis Furmanek
06.01.2007, 03:07
Hallo,
Erstickung nach dem Fressen ist die häufigste Todesursache der Tiere
Das müsste ja bedeuten, dass der Sauerstoffverbrauch rapide steigt und somit die Sauerstoffkonzentration stark absinkt oder aber, dass die Sättigungskonzentration des Wassers bei gegebener Temperatur unzureichend ist und die Sauerstoffkonzentration künstlich darüber angehoben werden muss.
Da dies nur nach dem Füttern auftritt würde ich auch mal in Richtung Ammoniak untersuchen. Das wird dann nämlich auch ordentlich ins Wasser geblasen.
Gruß,
Dennis
Hallo,
das bedeutet das die Tiere nach dem Fressen (wie jedes Tier) einen stärkeren Sauerstoffbedarf haben - und Kugelfische insbesondere einen besonders starken. Da die "Zwerge" aber keine stark beströmte Becken mögen wie vielleicht Prachtschmerlen, denen aufgrund der Beckengröße und Einrichtung immer genug Sauerstoff zur Verfügung steht, muß man entsprechende Vorkehrungen treffen, damit es nicht zum Mangel kommt.
Die Sauerstoffsättigung im Becken ist sehr gut aufgrund der starken Bepflanzung. Mir geht es ums Verhindern - nicht um akutes Handeln. Deshalb fällt der Ausströmer über Zeitschaltuhr weg, zumal Ausströmer auch keine Sauerstoffwunderwaffe sind. Da wäre die Oberflächenbewegung effektiver.
Schadstoffe spielen in diesem Becken definitiv keine Rolle.
Mir ging es um Erfahrungen etc. zu Sauerstofftabs im speziellen. Wie effektiv diese arbeiten, welche Unterschiede es gibt und wer sie nutzt. Christian hat ja in dieser Richtung eine gute Antwort geliefert. Vielleicht werde ich einfach mal die Hersteller kontaktieren und auf verschiedene Dinge (vielleicht in Form eines Interviews) ansprechen...
Gruß Timo
Dennis Furmanek
06.01.2007, 16:04
Hallo Timo,
das würde ja bedeuten, dass das Tier in der Natur garnicht existieren könnte, da hier niemand den Sauerstoffgehalt über den Sättigungswert anhebt. Bleibe lediglich der Parameter Temperatur.
Die Sache scheint mir aufgrund der physikalischen Rahmenbedingugnen so nicht schlüssig.
Mir geht es ums Verhindern - nicht um akutes Handeln. Deshalb fällt der Ausströmer über Zeitschaltuhr weg, zumal Ausströmer auch keine Sauerstoffwunderwaffe sind. Da wäre die Oberflächenbewegung effektiver.
Physikalisch ist das doch auch nichts anderes. Durch die vielen kleinen Luftblasen wird die Kontaktfläche Wasser/Luft massiv vergrößert und so mehr Gasaustausdch pro Zeiteinheit möglich. Auch so kann natürlich aus diesem Grunde der Sauerstoffgehalt nicht über den Sättigungswert gehoben, aber doch zumindest sehr nahe an diesem gehalten werden. Ich will sigar mal behapten, dass der Gasaustausch bei Belüsftung mit Sprudelstein weitaus zügiger vonstatten geht als bei reiner Oberflächenbewegung, es sei denn es nimmt Wildwasserverhältnisse an.
Schadstoffe spielen in diesem Becken definitiv keine Rolle.
Es geht auch nicht um Schadstoffe im Becken sondern im Fisch.
Der Fisch muss das bei der Verstoffwechselung von Eiweiß entstehnde Ammoniak über die Kiemen abgeben. Gerade bei eiweißreicher Nahrung kann es da lokal an den Kiemen zu Problemen kommen. Ähnliches ist auch von reichahltig gefütterten Diskus bekannt.
Technisch würde ich die Angelegenheit ohnehin eher über einen Ozonisator statt mit Tabs lösen.
Gruß,
Dennis
Hallo Dennis,
die Natur und die natürlichen Biotope mit einem Netto Wasservolumen von 50 Litern vergleichen zu wollen halte ich eher für... naja, kontraproduktiv, was das Ergebnis der Diskussion angeht.
Die Tiere verbrauchen während und nach dem Fressen - wie jedes Tier - durch den erhöhten Stoffwechsel mehr Sauerstoff. Bewiesendermaßen gilt der Erstickungstot nach Fütterung bei Kugelfischen als häufigste, vormals ungeklärte Todesursache, da sich die Tiere überfressen und ihren Sauerstoffbedarf nicht decken können, siehe Verhältnis Größe/ Tier/ Wasservolumen.
Wer schon einmal einen T. palembangensis gesehen hat, wie er in einem gewöhnlich eingerichteten Becken mit guter Bepflanzung nach dem Verzehr "schnauffen" musste, weil die Sättigung des Wassers für die anderen Fische zwar ausreichend, aber für ihn eben nicht ausreichend war, der weiß was ich meine. Und an dieser Stelle möchte ich die Sättigung für einen kurzen Zeitraum anheben - deshalb die Frage.
Und da es sich in meinem Fall um ein kleines Wasservolumen handelt, gebe ich - erfolgreich - Sauerstofftabs hinzu. Die Ausströmer habe ich aufgrund des stagnierenden Pflanzenwachstums ausgeschaltet, was den erwünschten Effekt ergab.
Die Wasserbewegung ist nach meinen Erfahrungen deutlich effektiver, da auf der Fläche des bewegten Wassers sich deutlich mehr Sauerstoff im Wasser lösen kann als bei den kleinen Bläschen, die an der Oberfläche platzen und selbst im Wasser nicht in Lösung gebracht werden. Aber das ist nicht das Thema...
Die Frage des Themas war auch nicht, wie ich in meinem Becken den Sauerstoff anheben kann - sondern wie die Tabs wirken, welche Wirkungen man schon beobachten konnte, positive und negative und so weiter.
Back to Topic eben...
Gruss Timo
Dennis Furmanek
06.01.2007, 18:31
Hallo Timo,
was hat denn das Wasservolumen mit der Sauerstoffsättigung zu tun. Ein Aquarium ist doch kein abgeschlossenes System in dem nur eine begrenzte Sauerstoffmenge vorhanden ist.
Die Tiere verbrauchen während und nach dem Fressen - wie jedes Tier - durch den erhöhten Stoffwechsel mehr Sauerstoff. Bewiesendermaßen gilt der Erstickungstot nach Fütterung bei Kugelfischen als häufigste, vormals ungeklärte Todesursache, da sich die Tiere überfressen und ihren Sauerstoffbedarf nicht decken können, siehe Verhältnis Größe/ Tier/ Wasservolumen.
Quelle? Wirklicher Beleg für Ersticken durch "Sauerstoffmangel" im Wasser?
Vergleiche mal mit Nitrit. Da kann noch so viel Sauerstoff im Wasser sein, wenn der Fisch nichts ins Blut aufnehmen kann. Deswegen auch mein Hinweis auf Ammoniak -> lokaler pH-Wert an dien Kiemen -> Sauerstoffaufnahme.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Sauerstoffbedarf nach dem Fressen so rapide ansteigt, dass er nicht mehr durch erhöhte Atemfrequenz ausgeglichen werden kann. Ebenso kann ich mir kaum vorstellen, dass die Sauerstoffkonzentration in einem dichtbepflanzten Becken mit nicht vollständig zugewucherter Oberfläche so stark absinkt. Es sei denn, die Sauerstoffsättigung wäre temperaturbedingt schon vorher hart an der Grenze für den Kugler.
Wer schon einmal einen T. palembangensis gesehen hat, wie er in einem gewöhnlich eingerichteten Becken mit guter Bepflanzung nach dem Verzehr "schnauffen" musste, weil die Sättigung des Wassers für die anderen Fische zwar ausreichend, aber für ihn eben nicht ausreichend war, der weiß was ich meine. Und an dieser Stelle möchte ich die Sättigung für einen kurzen Zeitraum anheben - deshalb die Frage.
Das Schaufen muss ja nicht zwingend vom geringen Sauerstoffgehalt im Wasser herrühren. Ohne zuverlässige Meßwerte nebst deren andere möglicherweise relevanter Faktoren wie den pH-Wert des Wassers erstmal rein spekulativ. Leider sind die aquaristisch üblichen colorimetrischen O2 Tests sehr ungenau da anfällig und elektronische Sauerstoffmeßgeräte sind schweineteuer.
Die Wasserbewegung ist nach meinen Erfahrungen deutlich effektiver, da auf der Fläche des bewegten Wassers sich deutlich mehr Sauerstoff im Wasser lösen kann als bei den kleinen Bläschen, die an der Oberfläche platzen und selbst im Wasser nicht in Lösung gebracht werden.
Darum heißt es ja auch Gasaustausch - er verläuft in beide Richtungen.
Nur weil da eine Blase aufsteigt heißt das noch lange nicht, dass sie die selbe Zusammensetzung hat wie zuvor. Zudem würde das:
Die Ausströmer habe ich aufgrund des stagnierenden Pflanzenwachstums ausgeschaltet, was den erwünschten Effekt ergab.
sonst garnicht möglich sein. Sauerstoff macht gegenüber Stickstoff einen eher kleinen Teil der Luftzusammensetzung aus, welcher sich aber deutlich schlechter im Wasser löst. Die Bläschen können also garnich ganz verschwinden. Je kleiner die Bläschen, desto mehr Oberfläche im Verhältnis zum Volumen - desto schneller der Gasaustausch.
Aber das ist nicht das Thema...
Nunja, ich finde es wenig sinnvoll großartig Maßnahmen einzuleiten ohne die wirkliche Ursache zu kennen. Die von dir angegebene halte ich wie gesagt aufgrund der physikalischen Gesetzmäßigkeiten für sehr unwahrscheinlich.
Würde mir da selbst wenn keinen großen Kopf machen. Kippst halt direkt H2O2 in bekannter Konzentration ins Wasser. Sauerstofftabletten arbeiten mit Salzen wie Perboraten.
Gruß,
Dennis
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