Henry Wollentin
14.01.2007, 11:35
Hallo ihr Lieben,
ich habe für meine HP einen Text zu diesem Thema verfasst, den ich euch hier gern vorstellen möchte. Bitte wundert euch nicht über das "Sie", das verwende ich auf der HP immer.
Allgemeines zur Haltung von
Krebsen und Garnelen
Im Sommer 2006 ist es passiert - Bianca hatte den Wunsch, in die Haltung und Zucht von Krebsen und Garnelen einzusteigen. Für mich war das erstmal eine kleiner Schock nach 28 Jahren intensiver Beschäftigung mit Fischen.
Dass die Haltung von Wirbellosen im Aquarium seit einigen Jahren in Mode war, war an mir natürlich nicht spurlos vorbeigegangen, aber anfangen konnte ich mit diesen Tieren nicht allzu viel, außer dass ich sie gern im Salat mochte, was nun wiederum Bianca überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Aber wie das eben so ist, man erfüllt seiner Frau gern diesen Wunsch und mangels Platz im Zuchtkeller fand ein neues Aquariumregal mit nunmehr 11 Becken im Waschkeller seinen Platz. Da ich Bianca ja mit dieser neuen Materie nicht allein lassen konnte, habe auch ich mich ein wenig mit der Materie beschäftigt, und siehe da, nach kurzer Zeit war meine Begeisterung für die kleinen Krabbler größer als die von Bianca. Es war faszinierend, die ersten frisch geschlüpften Garnelen zu sehen (ich war nämlich der erste) und habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Dieses Gefühl kannte ich schon seit Jahren nicht mehr, und nun kann ich auch wieder die Hobby-Einsteiger verstehen, die sich ebenso über ihre ersten drei jungen Guppies freuen und es aller Welt in den Internetforen mitteilen. Für mich war das sozusagen ein "zurück zu den Wurzeln", was einem in seinem warmen Bettchen der langjährigen Erfahrungen zwar eine kalte Dusche, aber damit auch eine gehörige Portion Respekt bringen kann.
Nun gibt es im Internet und in der Literatur bereits eine Reihe von Veröffentlichungen zu diesem Thema und ich werde Ihnen am Ende dieser Seite auch eine kleine Liste von Links anbieten, aber einfach nur damit möchte ich Sie nicht abspeisen und Ihnen ein wenig von unseren Erfahrungen mitteilen.
Das Aquarium
Eigentlich kann jedes beliebige handelsübliche Aquarium für die Haltung verwendet werden. Für die Zwerggarnelen der Gattung Caridina z. B. Becken ab 30 x 20 x 20, für Großarm- und Fächergarnelen natürlich größer, für die Zwergkrebse der Gattung Cambarellus ab etwa 40 Litern und für die größeren Krebse der Gattungen Cambarus, Procambarus, Orconectes, Cherax usw. sollten es Becken ab etwa 100 Litern aufwärts sein, je nach Endgröße der Tiere. Bei Krebsen halte ich die Größe der Grundfläche für am wichtigsten, weil sie sich dort die meiste Zeit über aufhalten.
Wir haben für unsere Krebse der Gattung Cambarellus entsprechend unserer Regalmaße Becken mit den Maßen 40 x 44 x 20 anfertigen lassen, und die Cherax sp. "Blue Moon" bewohnen ebenfalls eine Spezialanfertigung mit den Maßen 80 x 44 x 30. Bei größeren Tieren wie z.B. Cherax quadricarinatus kommt man aber damit nicht aus und muss schon bedeutend tiefer in die Tasche greifen. An dieser Stelle gilt mein Dank für sehr preisgünstige Anfertigung des Cherax-Beckens der "Glastechnik Kittner" in Möser bei Magdeburg.
Eingerichtet haben wir die Becken mit feinem Kies, ca. 1 mm Körnung, als Bodengrund. Auf Sand haben wir verzichtet, da die Garnelenbecken filterlos laufen und der Kiesgrund die entsprechende Filterung übernehmen muss. Die Krebsbecken werden auf zweierlei Arten gefiltert. Die kleinen nach der Norbert-Paul Methode, die ich nach dem "Erfinder" dieser Filterung, dem Inhaber des Zoogeschäfts "Zoo-Paul" in Magdeburg benannt habe, das große mit einem Eck-Mattenfilter, wie ihn Olaf Deters auf seiner Internetseite "Aquaristik ohne Geheimnisse" beschreibt. Der Norbert-Paul-Filter besteht einfach aus einem Haufen gröberen Kieses, dem sogenannten Perlkies mit einer Körnung von etwa 4 - 5 mm, in einer der hinteren Ecken des Aquariums, in den wir einen Luftschlauch mit einem Ausströmer gesteckt haben und der nun das zu filternde Wasser durch diesen Kieshaufen saugt. Diese Methode funktioniert sehr gut, wird aber wohl bei den Zoo-Händlern nicht unbedingt auf die große Liebe stoßen.
Die Beleuchtung der Becken (jeweils pro Etage des Regals) erfolgt mit 16 Watt T4-Leuchtstoffröhren, wie man sie im Baumarkt fertig als Küchenlampen oder sowas zu kaufen bekommt.
Da die Temperatur im Waschkeller ständig bei ca. 22 °C liegt, werden die Becken nicht beheizt. Nur das in der unteren Regaletage stehende Cherax-Becken hat einen Heizer, der auf 23°C eingestellt ist.
Becken für Wirbellose sollten immer reich an Versteckmöglichkeiten sein, damit sich die Tiere bei Bedarf zurückziehen können und besonders nach der Häutung den notwendigen Schutz haben. Hierfür haben wir verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, z.B. halbierte Kokosnussschalen, in die wir einen Eingang gebrochen haben, Höhlen aus aufgeschichteten Steinen, liegende kleine Tonblumentöpfe usw. Bei der Verwendung von Steinen muss darauf geachtet werden, dass diese von den Krebsen nicht untergraben werden können, sonst könnte es gefährlich für die Tiere und die Bodenscheibe des Beckens werden.
Eine Decke aus Buchenlaub auf dem Bodengrund bietet besonders den Jungtieren gute Versteckmöglichkeiten und sieht außerdem noch sehr attraktiv aus.
Auch Pflanzen sollten sie in Garnelen und Zwergkrebsbecken nicht vergessen. Bei den größeren Krebsen wie Cherax, Procambarus etc. besteht allerdings das Risiko, dass die Tiere die Pflanzen abknipsen oder auffressen. In unseren Becken haben folgende Pflanzen einen Platz gefunden: Teichlebermoos (Riccia fluitans), Javamoos (Vesicularia dubyana), Cognacpflanze (Amannia sp.), Wasserefeu (Hydrocotyle leucocephala), Perlkraut (Hemianthus micranthemoides), Wasserpest (Egeria densa), Mooskugeln (Cladophora aegagrophila).
Das Futter
Wirbellose Tiere zu ernährenist besonders schwierig, da sie fast alles fressen, was ihnen vor die Scheren kommt. Das sollte Sie aber nicht verleiten, allzu sorglos mit diesem Thema umzugehen. Wie bei den Fischen ist auch bei den Wirbellosen eine artgerechte und abwechselungsreiche Ernährung für die Gesunderhaltung der Tiere wichtig. Außerdem bestehen oftmal Unterschiede in der Ernährung von Jungtieren und adulten Tieren.
Oftmals liest man im Internet, dass man Wirbellose bequem mit Flockenfutter und anderem Fischfutter ernähren kann. Das ist zwar insoweit richtig, dass es bequem ist, aber ob es auch immer gut bezweifele ich.
Der Handel bietet eine Reihe von extra für die Fütterung von Wirbellosen hergestellten Futtersorten an, als Beispiel möchte ich hier nennen: JBL NovoCrab, JBL NovoPrawn, Tropical Shrimp-Sticks usw. Diese Sorten haben wir erprobt und können sie reinen Gewissens empfehlen. Außerdem wird häufig pflanzliches Nagerfutter empfohlen, insbesondere Futter für Chinchillas. Hier ist aber äußerste Vorsicht geboten, denn wir haben eine Menge dieser Futtersorten im Handel gefunden, die Kupfer enthalten, was für Wirbellose absolut tötlich ist. Ohne Kupfer gefunden und erprobt haben wir lediglich die Gemüse-Rauten der Firma JR Farm (www.jr-farm.de).
Sehr gut geeignet für Wirbellose ist Gemüse, dass man in kleinen Stückchen und überbrüht anbieten kann, z.B. Möhren, Zucchini, süßen Paprika, Spinat und Salat. Nach einem Tag nicht gefressenes Gemüse sollte aber wieder aus dem Becken entfernt werden, bevor es anfängt zu gammeln.
Garnelen fressen mit großer Vorliebe Nudeln, die man ungekocht in kleiner Menge ins Becken geben kann. Nach einigen Stunden müssen diese aber wieder entfernt werden, da sie sonst das Wasser sehr belasten.
Ein ideales Futter stellt nachunseren Erfahrung Laub dar. Dieses Laub muss aber unbedingt Herbstlaub sein, dass von selbst herunter gefallen ist. Gepflücktes und getrocknetes Laub sollte nicht verwendet werden. Wenn Sie also in Ihrer Nähe einen Park oder Wald haben, an dem nicht gerade eine große Straße vorbei führt, dann machen Sie mit Ihrer Familie einen Spaziergang und sammeln Laub, aber bedenken Sie, dass es soviel sein muss, dass es ein Jahr lang reicht. Wir haben in unserem Keller mehrere Klappboxen voll stehen. Gut getrocknet und in einem kühlen und trocknen Keller gelagert dürfte das Laub so das Jahr überstehen. Bevor wir das Laub ins Becken geben, überbrühen wir es mit kochendem Wasser und lassen es für 2 Minuten darin liegen. Wir haben uns auf 3 Laubsorten festgelegt, und zwar auf Eichenlaub, Buchenlaub und Hasellaub. Nach unseren Erfahrungen wird das Hasellaub am liebsten gefressen. Es hat auch den Vorteil, dass es nach dem Überbrühen sofort absinkt und somit direkt an die richtigen stellen im Becken gelegt werden kann. Das Eichen- und Buchenlaub schwimmt noch einige Stunden und sinkt dann meist dorthin, wo man es nicht haben will. Buchenlaub sieht dafür aber sehr attraktiv aus und unsere Garnelen fressen es, bis nur noch das Blattgerippe liegen bleibt. Das Eichenlaub hat den Vorteil, dass es wohl Säuen an das Wasser abgeben soll, die besonders den Jungtieren der Cherax-Arten bei der Panzerbildung behilflich sein soll, da wir aber mit Chemie nicht allzuviel am Hut haben, überlassen wir es Ihnen, sich Informationen hierzu aus anderen Quellen zu holen.
Bestimmte Krebsarten fressen auch gern mal tierisches Futter. Ein kleines Stückchen roher Fisch ist dafür gut geeignet. Es kann auch mal passieren, dass die Krebse einen Artgenossen fressen, der bei der Häutung nicht schnell genug aus seinem alten Panzer kommt. Zwergkrebse der Gattung Cambarellus sollten als adulte Tiere nur sehr wenig tierisches Eiweiß zu sich nehmen, da dies die Häutung auslösen kann. Bei zu häufiger Häutung führt das häufig zum Tod der Tiere. Bei Jungtieren, die sich häufig häuten, kann man öfter tierische Nahrung füttern.
Besonders junge Garnelen fressen mit großer Vorliebe Detritus und Mulm. Wenn sie also den Filter reinigen, können sie einen Teil des darin enthaltenen Mulms in ihr Garnelenbecken geben.
Wichtige Hinweise
Bei der Haltung von Krebsen und Garnelen gibt es aber noch einige andere Dinge zu beachten, auf die wir an dieser Stelle hinweisen möchten, damit sie auch wirklich Freude an Ihren Tieren haben.
Kupfer:
Kupfer im Leitungswasser ist für Wirbellose tötlich. Besonders in Neubauwohnungen oder im sanierten Altbau werden Kupferleitungen als Wasserleitungen verwendet, die gern, insbesondere beim Warmwasser, Kupfer-Ionen an das Wasser abgeben.
Um die Gefahr zu bannen, werden oft eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, die man aber kritisch betrachten sollte. So z. B. das Verwenden von Schwermetalle bindenden Wasseraufbereitern. Ich frage mich aber, wo bleibt das Kupfer denn, denn raus aus dem Becken ist es ja nicht. Es kann also nur gebunden werden und sich irgendwo im Filter oder im Bodengrund ablagern. Wer garantiert mir aber, dass es von dort nicht doch irgendwann wieder ins freie Wasser gelangt ? Die chemischen Reaktionen im Becken lassen sich von einem Laien kaum nachvollziehen.
Andere wiederum empfehlen, zum Wasserwechsel nur kaltes Wasser zu verwenden, weil darin kein Kupfer sein soll. Wer aber kann das garantieren ? Womit wird das gemessen ? Unsere handelsüblichen Messreagenzien für Aquarien können für Wirbellose bereits tötliche Kupfermengen nicht messen, sie zeigen also Null an. Für Fische mag das reichen, nicht aber für Wirbellose.
Um wirklich sicher zu gehen können wir daher nur die Verwendung eines Reiser- oder Carbonit-Leitungswasserfilters empfehlen.
Verwenden sie auch bitte in Ihren Becken keine Mittel zur Schneckenbekämpfung, denn diese enthalten sehr viel Kupfer und würden Ihre Tiere in wenigen Minuten töten. Vorsicht ist auch geboten bei der Verwendung von Pflanzendüngern, die Kupfer enthalten. Verwenden Sie niemals Dünger, auf denen keine Inhaltsangaben stehen. Kupfer-II-Sulfat, was in manchen Düngern enthalten ist, soll ungefährlich für Wirbellose sein.
Pflanzen, die Sie im Handel erworben haben, sind oft mit Pflanzenschutzmitteln oder Schneckenmitteln in Berührung gekommen und dürfen daher nicht unmittelbar ins Aquarium gepflanzt werden. Wässern sie solche Pflanzen erst einige Tage und spülen Sie sie öfter unter fließendem Wasser ab, bevor Sie sie in das Aquarium Pflanzen. Am sichersten gehen Sie, wenn sie Pflanzen aus bestehenden Becken verwenden oder von Züchtern direkt aus Wirbellosen-Becken kaufen.
Krankheiten:
In den Veröffentlichungen sind bereits einige Krankheiten von Wirbellosen beschrieben worden, mit unterschiedlicher Bedeutung für die Aquarienhaltung. Erwähnen möchte ich hier lediglich die Krebspest. Es handelt sich hierbei um einen Pilz, gegen den nordamerikanische Krebsarten immun sind, die europäischen, asiatischen und australischen Krebse jedoch nicht. Diese sterben nach einer Infektion innerhalb weniger Tage an dieser Erkrankung. Ein Heilmittel gibt es nicht.
Wenn Sie also nordamerikanische Krebse (Cambarellus, Cambarus, Procambarus, Orconectes etc.) und gleichzeitig andere Krebse (z. B. Cherax) halten wollen, dann darf das nie im selben Becken geschehen, denn die amerikaner sind zwar selbst immun, treten aber als Überträger auf. Außerdem sollte jeglicher Kontakt der Aquarien untereinander, z. B. durch Wasser, Eimer, Kescher, Schlauch etc., unbedingt vermieden werden.
Vergesellschaftung:
Krebse und Garnelen können unter Umständen mit Fischen vergesellschaftet werden. Zwerggarnelen kann man gut mit kleinen Fischen zusammen halten, die den jungen Garnelen nicht nachstellen. Malawi-Cichliden sind hierfür natürlich ungeeignet. Bei Zwergkrebsen dürfte das ähnlich sein. Großarmgarnelen und größere Krebse können sich aber gern mal einen langsameren Fisch schnappen, wobei ich das bei Cherax bisher nicht erlebt habe. Bei den Nordamerikanern (Cambarus, Procambarus, ...) möchte ich dafür aber nicht meine Hand ins Feuer legen.
Schutz:
Aquarien mit größeren Krebsen müssen sehr gut abgedeckt sein, da sie gern mal auf Wanderschaft gehen. Zwar können die Krebse einige Stunden an Land überleben, da ihre Kiemen auch atmosphärische Luft aufnehmen können, aber in unseren trocknen Zimmern vertrocknen die Tiere schnell. Deckel von Kunststoffabdeckungen kann man gut mit kräftigem Klebeband fixieren, auf Deckscheiben kann ein Stein gelegt werden. Es gibt Krebsarten, denen fällt es nämlich nicht schwer, auch eine Deckscheibe aufzudrücken, wie z.B. Cambarus rusticiformis. Wenn sie dann noch am Mattenfilter hochklettern können, haben sie ideale Bedingungen für einen Ausflug. Sollte es doch einmal passieren, dann kann eine flache Schale mit Wasser am Fußboden in irgend einer Ecke des Aquariumzimmers Abhilfe schaffen. Die Krebse, die bei Regenwetter oft über Land wandern um andere Gewässer zu finden, dürften diese Schale finden können.
Umweltschutz:
Bitte achten sie darauf, dass Ihre Krebse und Garnelen nicht in unsere heimischen Gewässer gelangen. Hier würden sie schweren Schaden an den heimischen Population anrichten. Insbesondere die nordamerikanischen Krebse können in unseren Gewässern überleben, und bereits jetzt sind in einigen Regionen Europas z. B. Procambarus-Arten ausgewildert und haben durch das Einschleppen der Krebspest unsere eigenen Bestände ausgerottet.
Achten Sie daher beim Wasserwechsel immer darauf, dass die winzigen Jungtiere nicht in unsere Gewässer geraten. Ob sie, wenn sie in die städtische Kanalisation geraten, dort überleben können und dann heimische Gewässer erreichen, weiß ich nicht. Auch das Einsetzen von Krebsen in den Gartenteich sollte man unterlassen, denn sie können von dort in heimische Gewässer abwandern.
Wir haben selbst ein negatives Beispiel erlebt, dass wir hier einmal erzählen wollen:
Ein Kunde unserer Zierfischbörse hat vor einiger Zeit dort einige Krebse erworben und in sein Aquarium gesetzt. Eines Morgens stand einer dieser Krebse auf den Hauschuhen der Tochter und hat mit den Scheren gedroht. Die Angst der Tochter wurde zum Anlass genommen, die Krebse in den Gartenteich umziehen zu lassen, in der Hoffnung, die Tiere würden den Winter nicht überleben. Leider weiß ich nicht, um welche Art es sich handelt, ich vermute aber stark, dass es Marmorkrebse sind. Die Tiere haben den folgenden Winter unter dem Eis überlebt, und statt ihrer drei waren es bald 100 Stück. Ich kann nur hoffen, dass ihnen der Weg zum nächsten Fluss zu weit ist und die Straßen, die sie dabei überqueren müssten, das Ihrige tun.
Weiterführende Veröffentlichungen
Wenn Sie sich weiterführend mit dieser Thematik beschäftigen wollen, dann haben wir für Sie folgende Empfehlungen:
- Zeitschrift "Caridina" vom Dähne-Verlag
- Das Buch "Krebse im Aquarium" von Chris Lukhaup vom Dähne-Verlag
- www.schmerli.de - Die Internetseite einer guten Freundin, die sich ausschließlich mit Wirbellosen beschäftigt.
- www.wirbellose.de - der Name spricht für sich.
- www.garnele-online.de - das Garnelen-Magazin zum Download.
- www.garnelenaquarium.de - schauen Sie einfach mal rein !
- und natürlich können sie auch in den Wirbellosen-Bereichen einiger Internetforen Ihre Fragen stellen (Links).
ich habe für meine HP einen Text zu diesem Thema verfasst, den ich euch hier gern vorstellen möchte. Bitte wundert euch nicht über das "Sie", das verwende ich auf der HP immer.
Allgemeines zur Haltung von
Krebsen und Garnelen
Im Sommer 2006 ist es passiert - Bianca hatte den Wunsch, in die Haltung und Zucht von Krebsen und Garnelen einzusteigen. Für mich war das erstmal eine kleiner Schock nach 28 Jahren intensiver Beschäftigung mit Fischen.
Dass die Haltung von Wirbellosen im Aquarium seit einigen Jahren in Mode war, war an mir natürlich nicht spurlos vorbeigegangen, aber anfangen konnte ich mit diesen Tieren nicht allzu viel, außer dass ich sie gern im Salat mochte, was nun wiederum Bianca überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Aber wie das eben so ist, man erfüllt seiner Frau gern diesen Wunsch und mangels Platz im Zuchtkeller fand ein neues Aquariumregal mit nunmehr 11 Becken im Waschkeller seinen Platz. Da ich Bianca ja mit dieser neuen Materie nicht allein lassen konnte, habe auch ich mich ein wenig mit der Materie beschäftigt, und siehe da, nach kurzer Zeit war meine Begeisterung für die kleinen Krabbler größer als die von Bianca. Es war faszinierend, die ersten frisch geschlüpften Garnelen zu sehen (ich war nämlich der erste) und habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Dieses Gefühl kannte ich schon seit Jahren nicht mehr, und nun kann ich auch wieder die Hobby-Einsteiger verstehen, die sich ebenso über ihre ersten drei jungen Guppies freuen und es aller Welt in den Internetforen mitteilen. Für mich war das sozusagen ein "zurück zu den Wurzeln", was einem in seinem warmen Bettchen der langjährigen Erfahrungen zwar eine kalte Dusche, aber damit auch eine gehörige Portion Respekt bringen kann.
Nun gibt es im Internet und in der Literatur bereits eine Reihe von Veröffentlichungen zu diesem Thema und ich werde Ihnen am Ende dieser Seite auch eine kleine Liste von Links anbieten, aber einfach nur damit möchte ich Sie nicht abspeisen und Ihnen ein wenig von unseren Erfahrungen mitteilen.
Das Aquarium
Eigentlich kann jedes beliebige handelsübliche Aquarium für die Haltung verwendet werden. Für die Zwerggarnelen der Gattung Caridina z. B. Becken ab 30 x 20 x 20, für Großarm- und Fächergarnelen natürlich größer, für die Zwergkrebse der Gattung Cambarellus ab etwa 40 Litern und für die größeren Krebse der Gattungen Cambarus, Procambarus, Orconectes, Cherax usw. sollten es Becken ab etwa 100 Litern aufwärts sein, je nach Endgröße der Tiere. Bei Krebsen halte ich die Größe der Grundfläche für am wichtigsten, weil sie sich dort die meiste Zeit über aufhalten.
Wir haben für unsere Krebse der Gattung Cambarellus entsprechend unserer Regalmaße Becken mit den Maßen 40 x 44 x 20 anfertigen lassen, und die Cherax sp. "Blue Moon" bewohnen ebenfalls eine Spezialanfertigung mit den Maßen 80 x 44 x 30. Bei größeren Tieren wie z.B. Cherax quadricarinatus kommt man aber damit nicht aus und muss schon bedeutend tiefer in die Tasche greifen. An dieser Stelle gilt mein Dank für sehr preisgünstige Anfertigung des Cherax-Beckens der "Glastechnik Kittner" in Möser bei Magdeburg.
Eingerichtet haben wir die Becken mit feinem Kies, ca. 1 mm Körnung, als Bodengrund. Auf Sand haben wir verzichtet, da die Garnelenbecken filterlos laufen und der Kiesgrund die entsprechende Filterung übernehmen muss. Die Krebsbecken werden auf zweierlei Arten gefiltert. Die kleinen nach der Norbert-Paul Methode, die ich nach dem "Erfinder" dieser Filterung, dem Inhaber des Zoogeschäfts "Zoo-Paul" in Magdeburg benannt habe, das große mit einem Eck-Mattenfilter, wie ihn Olaf Deters auf seiner Internetseite "Aquaristik ohne Geheimnisse" beschreibt. Der Norbert-Paul-Filter besteht einfach aus einem Haufen gröberen Kieses, dem sogenannten Perlkies mit einer Körnung von etwa 4 - 5 mm, in einer der hinteren Ecken des Aquariums, in den wir einen Luftschlauch mit einem Ausströmer gesteckt haben und der nun das zu filternde Wasser durch diesen Kieshaufen saugt. Diese Methode funktioniert sehr gut, wird aber wohl bei den Zoo-Händlern nicht unbedingt auf die große Liebe stoßen.
Die Beleuchtung der Becken (jeweils pro Etage des Regals) erfolgt mit 16 Watt T4-Leuchtstoffröhren, wie man sie im Baumarkt fertig als Küchenlampen oder sowas zu kaufen bekommt.
Da die Temperatur im Waschkeller ständig bei ca. 22 °C liegt, werden die Becken nicht beheizt. Nur das in der unteren Regaletage stehende Cherax-Becken hat einen Heizer, der auf 23°C eingestellt ist.
Becken für Wirbellose sollten immer reich an Versteckmöglichkeiten sein, damit sich die Tiere bei Bedarf zurückziehen können und besonders nach der Häutung den notwendigen Schutz haben. Hierfür haben wir verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, z.B. halbierte Kokosnussschalen, in die wir einen Eingang gebrochen haben, Höhlen aus aufgeschichteten Steinen, liegende kleine Tonblumentöpfe usw. Bei der Verwendung von Steinen muss darauf geachtet werden, dass diese von den Krebsen nicht untergraben werden können, sonst könnte es gefährlich für die Tiere und die Bodenscheibe des Beckens werden.
Eine Decke aus Buchenlaub auf dem Bodengrund bietet besonders den Jungtieren gute Versteckmöglichkeiten und sieht außerdem noch sehr attraktiv aus.
Auch Pflanzen sollten sie in Garnelen und Zwergkrebsbecken nicht vergessen. Bei den größeren Krebsen wie Cherax, Procambarus etc. besteht allerdings das Risiko, dass die Tiere die Pflanzen abknipsen oder auffressen. In unseren Becken haben folgende Pflanzen einen Platz gefunden: Teichlebermoos (Riccia fluitans), Javamoos (Vesicularia dubyana), Cognacpflanze (Amannia sp.), Wasserefeu (Hydrocotyle leucocephala), Perlkraut (Hemianthus micranthemoides), Wasserpest (Egeria densa), Mooskugeln (Cladophora aegagrophila).
Das Futter
Wirbellose Tiere zu ernährenist besonders schwierig, da sie fast alles fressen, was ihnen vor die Scheren kommt. Das sollte Sie aber nicht verleiten, allzu sorglos mit diesem Thema umzugehen. Wie bei den Fischen ist auch bei den Wirbellosen eine artgerechte und abwechselungsreiche Ernährung für die Gesunderhaltung der Tiere wichtig. Außerdem bestehen oftmal Unterschiede in der Ernährung von Jungtieren und adulten Tieren.
Oftmals liest man im Internet, dass man Wirbellose bequem mit Flockenfutter und anderem Fischfutter ernähren kann. Das ist zwar insoweit richtig, dass es bequem ist, aber ob es auch immer gut bezweifele ich.
Der Handel bietet eine Reihe von extra für die Fütterung von Wirbellosen hergestellten Futtersorten an, als Beispiel möchte ich hier nennen: JBL NovoCrab, JBL NovoPrawn, Tropical Shrimp-Sticks usw. Diese Sorten haben wir erprobt und können sie reinen Gewissens empfehlen. Außerdem wird häufig pflanzliches Nagerfutter empfohlen, insbesondere Futter für Chinchillas. Hier ist aber äußerste Vorsicht geboten, denn wir haben eine Menge dieser Futtersorten im Handel gefunden, die Kupfer enthalten, was für Wirbellose absolut tötlich ist. Ohne Kupfer gefunden und erprobt haben wir lediglich die Gemüse-Rauten der Firma JR Farm (www.jr-farm.de).
Sehr gut geeignet für Wirbellose ist Gemüse, dass man in kleinen Stückchen und überbrüht anbieten kann, z.B. Möhren, Zucchini, süßen Paprika, Spinat und Salat. Nach einem Tag nicht gefressenes Gemüse sollte aber wieder aus dem Becken entfernt werden, bevor es anfängt zu gammeln.
Garnelen fressen mit großer Vorliebe Nudeln, die man ungekocht in kleiner Menge ins Becken geben kann. Nach einigen Stunden müssen diese aber wieder entfernt werden, da sie sonst das Wasser sehr belasten.
Ein ideales Futter stellt nachunseren Erfahrung Laub dar. Dieses Laub muss aber unbedingt Herbstlaub sein, dass von selbst herunter gefallen ist. Gepflücktes und getrocknetes Laub sollte nicht verwendet werden. Wenn Sie also in Ihrer Nähe einen Park oder Wald haben, an dem nicht gerade eine große Straße vorbei führt, dann machen Sie mit Ihrer Familie einen Spaziergang und sammeln Laub, aber bedenken Sie, dass es soviel sein muss, dass es ein Jahr lang reicht. Wir haben in unserem Keller mehrere Klappboxen voll stehen. Gut getrocknet und in einem kühlen und trocknen Keller gelagert dürfte das Laub so das Jahr überstehen. Bevor wir das Laub ins Becken geben, überbrühen wir es mit kochendem Wasser und lassen es für 2 Minuten darin liegen. Wir haben uns auf 3 Laubsorten festgelegt, und zwar auf Eichenlaub, Buchenlaub und Hasellaub. Nach unseren Erfahrungen wird das Hasellaub am liebsten gefressen. Es hat auch den Vorteil, dass es nach dem Überbrühen sofort absinkt und somit direkt an die richtigen stellen im Becken gelegt werden kann. Das Eichen- und Buchenlaub schwimmt noch einige Stunden und sinkt dann meist dorthin, wo man es nicht haben will. Buchenlaub sieht dafür aber sehr attraktiv aus und unsere Garnelen fressen es, bis nur noch das Blattgerippe liegen bleibt. Das Eichenlaub hat den Vorteil, dass es wohl Säuen an das Wasser abgeben soll, die besonders den Jungtieren der Cherax-Arten bei der Panzerbildung behilflich sein soll, da wir aber mit Chemie nicht allzuviel am Hut haben, überlassen wir es Ihnen, sich Informationen hierzu aus anderen Quellen zu holen.
Bestimmte Krebsarten fressen auch gern mal tierisches Futter. Ein kleines Stückchen roher Fisch ist dafür gut geeignet. Es kann auch mal passieren, dass die Krebse einen Artgenossen fressen, der bei der Häutung nicht schnell genug aus seinem alten Panzer kommt. Zwergkrebse der Gattung Cambarellus sollten als adulte Tiere nur sehr wenig tierisches Eiweiß zu sich nehmen, da dies die Häutung auslösen kann. Bei zu häufiger Häutung führt das häufig zum Tod der Tiere. Bei Jungtieren, die sich häufig häuten, kann man öfter tierische Nahrung füttern.
Besonders junge Garnelen fressen mit großer Vorliebe Detritus und Mulm. Wenn sie also den Filter reinigen, können sie einen Teil des darin enthaltenen Mulms in ihr Garnelenbecken geben.
Wichtige Hinweise
Bei der Haltung von Krebsen und Garnelen gibt es aber noch einige andere Dinge zu beachten, auf die wir an dieser Stelle hinweisen möchten, damit sie auch wirklich Freude an Ihren Tieren haben.
Kupfer:
Kupfer im Leitungswasser ist für Wirbellose tötlich. Besonders in Neubauwohnungen oder im sanierten Altbau werden Kupferleitungen als Wasserleitungen verwendet, die gern, insbesondere beim Warmwasser, Kupfer-Ionen an das Wasser abgeben.
Um die Gefahr zu bannen, werden oft eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, die man aber kritisch betrachten sollte. So z. B. das Verwenden von Schwermetalle bindenden Wasseraufbereitern. Ich frage mich aber, wo bleibt das Kupfer denn, denn raus aus dem Becken ist es ja nicht. Es kann also nur gebunden werden und sich irgendwo im Filter oder im Bodengrund ablagern. Wer garantiert mir aber, dass es von dort nicht doch irgendwann wieder ins freie Wasser gelangt ? Die chemischen Reaktionen im Becken lassen sich von einem Laien kaum nachvollziehen.
Andere wiederum empfehlen, zum Wasserwechsel nur kaltes Wasser zu verwenden, weil darin kein Kupfer sein soll. Wer aber kann das garantieren ? Womit wird das gemessen ? Unsere handelsüblichen Messreagenzien für Aquarien können für Wirbellose bereits tötliche Kupfermengen nicht messen, sie zeigen also Null an. Für Fische mag das reichen, nicht aber für Wirbellose.
Um wirklich sicher zu gehen können wir daher nur die Verwendung eines Reiser- oder Carbonit-Leitungswasserfilters empfehlen.
Verwenden sie auch bitte in Ihren Becken keine Mittel zur Schneckenbekämpfung, denn diese enthalten sehr viel Kupfer und würden Ihre Tiere in wenigen Minuten töten. Vorsicht ist auch geboten bei der Verwendung von Pflanzendüngern, die Kupfer enthalten. Verwenden Sie niemals Dünger, auf denen keine Inhaltsangaben stehen. Kupfer-II-Sulfat, was in manchen Düngern enthalten ist, soll ungefährlich für Wirbellose sein.
Pflanzen, die Sie im Handel erworben haben, sind oft mit Pflanzenschutzmitteln oder Schneckenmitteln in Berührung gekommen und dürfen daher nicht unmittelbar ins Aquarium gepflanzt werden. Wässern sie solche Pflanzen erst einige Tage und spülen Sie sie öfter unter fließendem Wasser ab, bevor Sie sie in das Aquarium Pflanzen. Am sichersten gehen Sie, wenn sie Pflanzen aus bestehenden Becken verwenden oder von Züchtern direkt aus Wirbellosen-Becken kaufen.
Krankheiten:
In den Veröffentlichungen sind bereits einige Krankheiten von Wirbellosen beschrieben worden, mit unterschiedlicher Bedeutung für die Aquarienhaltung. Erwähnen möchte ich hier lediglich die Krebspest. Es handelt sich hierbei um einen Pilz, gegen den nordamerikanische Krebsarten immun sind, die europäischen, asiatischen und australischen Krebse jedoch nicht. Diese sterben nach einer Infektion innerhalb weniger Tage an dieser Erkrankung. Ein Heilmittel gibt es nicht.
Wenn Sie also nordamerikanische Krebse (Cambarellus, Cambarus, Procambarus, Orconectes etc.) und gleichzeitig andere Krebse (z. B. Cherax) halten wollen, dann darf das nie im selben Becken geschehen, denn die amerikaner sind zwar selbst immun, treten aber als Überträger auf. Außerdem sollte jeglicher Kontakt der Aquarien untereinander, z. B. durch Wasser, Eimer, Kescher, Schlauch etc., unbedingt vermieden werden.
Vergesellschaftung:
Krebse und Garnelen können unter Umständen mit Fischen vergesellschaftet werden. Zwerggarnelen kann man gut mit kleinen Fischen zusammen halten, die den jungen Garnelen nicht nachstellen. Malawi-Cichliden sind hierfür natürlich ungeeignet. Bei Zwergkrebsen dürfte das ähnlich sein. Großarmgarnelen und größere Krebse können sich aber gern mal einen langsameren Fisch schnappen, wobei ich das bei Cherax bisher nicht erlebt habe. Bei den Nordamerikanern (Cambarus, Procambarus, ...) möchte ich dafür aber nicht meine Hand ins Feuer legen.
Schutz:
Aquarien mit größeren Krebsen müssen sehr gut abgedeckt sein, da sie gern mal auf Wanderschaft gehen. Zwar können die Krebse einige Stunden an Land überleben, da ihre Kiemen auch atmosphärische Luft aufnehmen können, aber in unseren trocknen Zimmern vertrocknen die Tiere schnell. Deckel von Kunststoffabdeckungen kann man gut mit kräftigem Klebeband fixieren, auf Deckscheiben kann ein Stein gelegt werden. Es gibt Krebsarten, denen fällt es nämlich nicht schwer, auch eine Deckscheibe aufzudrücken, wie z.B. Cambarus rusticiformis. Wenn sie dann noch am Mattenfilter hochklettern können, haben sie ideale Bedingungen für einen Ausflug. Sollte es doch einmal passieren, dann kann eine flache Schale mit Wasser am Fußboden in irgend einer Ecke des Aquariumzimmers Abhilfe schaffen. Die Krebse, die bei Regenwetter oft über Land wandern um andere Gewässer zu finden, dürften diese Schale finden können.
Umweltschutz:
Bitte achten sie darauf, dass Ihre Krebse und Garnelen nicht in unsere heimischen Gewässer gelangen. Hier würden sie schweren Schaden an den heimischen Population anrichten. Insbesondere die nordamerikanischen Krebse können in unseren Gewässern überleben, und bereits jetzt sind in einigen Regionen Europas z. B. Procambarus-Arten ausgewildert und haben durch das Einschleppen der Krebspest unsere eigenen Bestände ausgerottet.
Achten Sie daher beim Wasserwechsel immer darauf, dass die winzigen Jungtiere nicht in unsere Gewässer geraten. Ob sie, wenn sie in die städtische Kanalisation geraten, dort überleben können und dann heimische Gewässer erreichen, weiß ich nicht. Auch das Einsetzen von Krebsen in den Gartenteich sollte man unterlassen, denn sie können von dort in heimische Gewässer abwandern.
Wir haben selbst ein negatives Beispiel erlebt, dass wir hier einmal erzählen wollen:
Ein Kunde unserer Zierfischbörse hat vor einiger Zeit dort einige Krebse erworben und in sein Aquarium gesetzt. Eines Morgens stand einer dieser Krebse auf den Hauschuhen der Tochter und hat mit den Scheren gedroht. Die Angst der Tochter wurde zum Anlass genommen, die Krebse in den Gartenteich umziehen zu lassen, in der Hoffnung, die Tiere würden den Winter nicht überleben. Leider weiß ich nicht, um welche Art es sich handelt, ich vermute aber stark, dass es Marmorkrebse sind. Die Tiere haben den folgenden Winter unter dem Eis überlebt, und statt ihrer drei waren es bald 100 Stück. Ich kann nur hoffen, dass ihnen der Weg zum nächsten Fluss zu weit ist und die Straßen, die sie dabei überqueren müssten, das Ihrige tun.
Weiterführende Veröffentlichungen
Wenn Sie sich weiterführend mit dieser Thematik beschäftigen wollen, dann haben wir für Sie folgende Empfehlungen:
- Zeitschrift "Caridina" vom Dähne-Verlag
- Das Buch "Krebse im Aquarium" von Chris Lukhaup vom Dähne-Verlag
- www.schmerli.de - Die Internetseite einer guten Freundin, die sich ausschließlich mit Wirbellosen beschäftigt.
- www.wirbellose.de - der Name spricht für sich.
- www.garnele-online.de - das Garnelen-Magazin zum Download.
- www.garnelenaquarium.de - schauen Sie einfach mal rein !
- und natürlich können sie auch in den Wirbellosen-Bereichen einiger Internetforen Ihre Fragen stellen (Links).