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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Magnesium-CalciumIonen durch Natrium-Ionen ausgetauscht



Marty
17.02.2009, 09:37
ein freundliches Hallo in die Runde,

ich habe folgende Problemstellung:

Die Wasserversorgung unseres Hauses wird, wie ich jetzt erfuhr, durch eine Wasserenthärtungsanlage geführt. Hier werden, wie ich im I-Net recherchiert habe, die Calcium- und Magnesium-Ionen durch Natrium-Ionen ausgetauscht. Jetzt folgende Frage dazu:
Die "Karbonhärte" liegt messtechnisch mit Tröpfchentest von JBL bei 14 bis 15. Ist das Messverfahren noch sinnvoll? Weil ja die eigentlichen Reagenzien meiner Meinung nach auf die jetzt nicht mehr vorhanden Stoffe reagieren sollten. Und weiterhin möchte ich ja die KH etwas runter schrauben weil ich denke das es für den "Normfisch"(außer Malawi-Cichliden) und Bepflanzung besser ist wenn der Wert geringer ist. Zusätzlich möchte ich mir mit einer geringeren KH natürlich auch noch einen geringeren PH-Wert erkaufen.

Hat zu diesem Thema hier jemand erfahrung?

xkarlo
17.02.2009, 18:45
Hallo Marty

Ja diese Häuslichen Entsalzeranlagen entsalzen nicht wirklich, es wird nur ein Salz gegen ein anderes getauscht. Halt nur um Verkalkung in der Hauswasserversorgung zu mindern. Für die Aquaristik gar nicht toll. Hast Du evt. die Möglichkeit einen Wasserhahn vor dem „Entsalzer“ zu nutzen und wie sind dort die Wasserwerte? Denn dieses Wasser läßt sich Aquarium - technisch besser aufbereiten.

Bart S.
17.02.2009, 19:16
Hallo

noch eine Möglichkeit währe das komplette Wasser über eine UOA laufen zu lassen und mittels Aufhärtsalz genau einzustellen. Ist allerdings die teuerste Methode.

Marty
17.02.2009, 20:40
Also ich habe nicht die Möglichkeit vor Enthärtungsanlage ab zu gehen. Dort ist kein Absperrhan mehr montiert. Richtig super installiert. Scheibenkleister, ich habe aber das Protokoll des Wartungstechnikers, der einmal im Jahr kommt und der hat dort eingetragen das die Gesamthärte vor der Analge ist dort inerhalb der letzten 5 Jahre schwankend von 24 bis 26 °angegeben. Nun hätte ich zwar die Möglichkeit grundsätzlich sehr gut an eine gute UOA zu kommen(Schwiegermutter vertreibt solche Anlagen)aber eben nur an recht große Analgen für Hotels und Gastronomie die fangen wohl ab 400 l an und ich wollte auch nicht zu sehr technikabhängig sein. Es gaht ja hier immernoch um 1 Aquarium und das als Hobby ich will doch nur das die Fische sich wohl fühlen.
Aber zu meiner ersten Frage zurück möchte ich ja erstmal wissen ob ich denn die jetzige KH übehaupt richtig messen kann? Mir deucht das die Reagenzien die auf Calcium und Magnesium reagieren nicht automatisch auch für Natrium geeignet sind. Ich bin da aber andere seits Chemisch nicht so bewandert um das belegen zu können.
Sollte die Messmethode die richtige sein mache ich schon seit gestern nachmittag Versuche mit Salzsäure in 3 Stück 10 l Eimern um überhaupt zu ergründen wie es denn funktioniert. Und zwischendurch nerven einen auch noch Kunden die sich Gebietsschutz für Algerien wünschen, also haste Worte da will doch sowieso keiner hin. Egal ich schweife ab.
Wenn gar nichts geht muss ich wohl an so eine UOA ran, so wie mir der Sachstand bis jetzt klar wird, aber gerne tu ich das nicht. Also wenn einer noch Informationen dazu hat dann her damit.

Ich Danke euch auf jeden fall schon mal für die Antworten!

Danke

KatiG
18.02.2009, 13:33
Hallo Marty!

Puh, ob die Messmethode auch auf Natrium reagiert ist eine gute Frage, bei der ich mit meinem "Mini-Chemie-Grundkurswissen" O-) selbst erstmal ins Grübeln komme...

Aber ich versuch's mal (ist aber nur so eine Überlegung, ich garantiere absolut für nix :O~):
Ich bin mir nun auch nicht ganz sicher, wie überhaupt das Messprinzip der KH-Messung abläuft.
Nachdem was ich jetzt so auf die Schnelle gefunden hab, ist es analog einer Titration, wobei der Verbrauch von Carbonationen (HCO3-) gemessen wird.
Ob diese Ionen aus Mg-Carbonat, Ca-Carbonat oder Na-Carbonat stammen, müsste dann ja eigtl. egal sein...

Wenn dem so wäre, würde ich der Messung nicht unbedingt trauen...

Wie gesagt, ist jetzt auch nur so eine Idee...
Viell. hat ja da doch noch jemand etwas mehr Ahnung :O~

Viele Grüße, Kati

Dennis Furmanek
18.02.2009, 15:16
Hallo,

der GH Test erfasst Erdalakalimetallionen, also Härtebildner wie Calcium und Magnesium, komplexometrisch. Alkalimetallionen wie Natrium und Kalium werden nicht erfasst. Sind alle Härtebildner in der Probemenge komplexiert, erfolgt ein Farbumschlag.

Der KH Test ist eine einfache Säure-Base Tiration mit Farbindikator, bei dem HCO3- und CO3-- Ionen durch Säure bekannter Konzentation (Titer) verbraucht werden, was beim Aufbrauch der KH bei pH 4,3 durch einen Farbumschlag des Indikators sichtbar gemacht wird.
Bei den meisten quaristischen Tropfentests sind Titer und Indikator in einer Flüssigkeit vereint.

Für Fische ist ein so aufbereitetes Wasser unkritisch, da der Neutraltausch in der Praxis nur bei vergleichsweise hartem Wasser angewendet wird und immer noch eine ausreichende Resthärte und somit Calciumkonzentration im Wasser vorhanden ist. Es wird ledilich Calcium/Magnesium im Verhältnis 1:2 Gegen Natrium getauscht, es ändert sich also nur die Gesamthärte. Die Konzentration an Carbonat- und 'Hydrogancarbonat-Ionen bleibt unverändert.

Gruß,
Dennis

funnygirl
05.04.2012, 16:07
Hallo Zusammen,

da ich nicht einen neuen Thread aufmachen möchte, krame ich den alten mal wieder raus.
Ich hoffe, dass das in Ordnung geht.

Auch wir haben seit gestern jetzt so eine Enthärtungsanlage, die mit dem Ionen-Tausch-Prinzip funktioniert.
Es gibt jedoch geteilte Meinungen, ob dieses Wasser für Fische schädlich ist, oder nicht.

Da ich Prachtschmerlen und Schachbrettschmerlen halte, wollte ich erst nachfragen, bevor ich das Wasser in mein Becken kippe.
Ich will nicht riskieren, dass meine Fische schaden nehmen.
Ich hoffe, mir kann hier einer helfen, ob ich dieses Wasser aus der Enthärtungsanlage nehmen kann. (Nachdem ich meine Fische langsam daran gewöhnt habe).

Unser Ausgangswasser hatte die Härte 21, das jetzige Wasser hat 8.
Wie kann ich jetzt feststellen, ob dieses Wasser noch für Fische (und Garnelen) geeignet ist?
Kurz noch zur Info, wir haben diese http://www.gruenbeck.de/0016_de.htm Anlage.

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen und danke schon mal im Voraus.

Prestutnik12
06.04.2012, 13:10
Hallo Sonja

Ich frage mich gerade: Du hast zusammenaddiert rund 800 Liter Wasser in der Wohnung stehen. Welche Alternativen hättest Du denn, als auf das Wasser aus der Leitung zurück zu greifen? Was bliebe Dir sonst übrig, wie könntest Du solche Massen an Wasser sonst beschaffen?

Persönlich habe ich keinerlei Erfahrung mit solchen Aufbereitungsanlagen. Allerdings hat ein entfernter Bekannter von mir sich gerade wegen der Aquaristik eine solche Anlage installieren lassen, um die Wasserhärte zu mindern. Aber ich habe leider keine Infos über die Art und den Hersteller seiner Anlage.

Du schreibst von Härte-Reduktion von 21 auf 8. Ist damit – vermutlich – die Gesamthärte gemeint? Und wie wirkt sich die Anlage auf die Karbon-Härte aus?

Aber Du solltest hier nicht auf Spekulationen aus dem Forum warten, miss die Parameter KH und GH. Dann hast Du einen klaren Anhaltspunkt, ob es klappt mit Deinen Sprotten. Und ansonsten: Hau den Hersteller an, dessen Marketing-Abteilung soll Dir konkret die Fragen zu seiner Anlage und ihren Einstellmöglichkeiten beantworten.

Viel Glück,
Stefan

funnygirl
06.04.2012, 15:52
Hallo Stefan,

als Alternative hätte ich kaltes Wasser vor der Anlage. (und unendliche Meter an Schlauch)...

Das Wasser aus der Anlage ist ja nicht wirklich weich hinterher, es werden lediglich die Salze Ca und Ma gegen Na ausgetauscht.
Somit wird verhindert, dass sich Kalk ablagert. Lt. meinen Recherchen ist das Wasser hinterher im Grunde genauso hart wie vorher.
Also mit speziellen Weichwasserfischen könnte ich mit diesem Wasser nichts anfangen.
Meine derzeitigen Fische haben mit meinem (alten) Wasser bisher keinerlei Probleme gehabt.

Ja, ich meinte die Gesamthärte wurde von 21 dgh auf 8 dhg runtergeschraubt.
Kh und Ph sind weiterhin unverändert.
Also auf die Karbonhärte greift die Anlage überhaupt nicht zu.
Bringt denn die Messung des Leitwertes etwas?

Langsam weiß ich echt nicht mehr, was ich glauben soll.
Es gibt so viele Meinungen zu diesem "enthärteten" Wasser. Manche sagen, macht gar nichts, andere wiederum meinen, das Wasser sei gar nichts. OoO

Dennis Furmanek
06.04.2012, 21:50
Hallo,


andere wiederum meinen, das Wasser sei gar nichts.

Wird diese Meinung denn begründet? Wieso ist das Wasser nicht geeignet? Welche Effekte wurden beobachtet? Sind die beobachtbaren Effekte auch nach kritischer Betrachtung kausal auf den veränderten Wasserchemismus zurückzuführen?

Prestutnik12
06.04.2012, 22:44
Langsam weiß ich echt nicht mehr, was ich glauben soll.

Hallo Sonja

Du hast Dich erkundigt, hast unterschiedliche Meinungen – begründete oder unbegründete – gehört. (Fast hätte ich jetzt gesagt: Klar doch!) Jetzt kannst Du Dich auf ewig weiter erkundigen und weiter kontroverse Stimmen sammeln oder Dich halt zum Handeln entschließen. Wenn der "Glaube" nicht hilft, dann muss eben Empirie her.

Ich weiß nur, was ich machen würde: Mich über die Anlage freuen und meine Tiere im Zug der üblichen Wasserwechsel – sagen wir mal: 25 bis 30 Prozent die Woche – langsam an das neue Wasser akklimatisieren. Und das war’s.

Wenn Ph und KH unverändert sind, warum sollte denn eine vernünftige GH von 8 - das ist ja doch kein wie immer gearteter Extremwert - irgendwelchen Schaden anrichten? Was soll denn Dramatisches passieren?

Viel Glück,
Stefan

funnygirl
11.04.2012, 18:48
Hallo Dennis, hallo Stefan,

erst mal danke für eure Antworten.

@ Dennis

Das Wasser soll aquarientechnisch nicht gut sein, weil zuviel Salz im Wasser ist. Angeblich.....
Soll im Laufe der Zeit evtl. die Schleimhaut der Fische schädigen, welche dann anfälliger für Krankheiten werden.
Was natürlich nicht so gut ist.
Ob es stimmt?........


@ Stefan

Klar, 10 Leute - 20 Meinungen. Ist wahrscheinlich immer so.
Logisch freue ich mich über die Anlage, aber eher, weil ich weniger Kalk wegputzen muss. :)


Da ich jetzt aber immer noch keine eindeutige Aussage betreffs des Salzgehalts und der Folgen auf die Fischis habe, habe ich mich entschlossen, das Ganze jetzt als "Altwasser"-Aquarium zu fahren.
Sprich lediglich das verdunstete Wasser auffüllen.

Hier muss ich dazu sagen, dass ich bereits 4 meiner 5 Becken (30ltr., 60ltr. 112ltr. und 130ltr) bereits so fahre.
Hier habe ich die besseren Wasserwerte, als in meinem 500ltr. Becken. (Null Nitrit und Nitrat, Ph, Kh und Gh sind besser als im großen Becken)
Auch mein 500er habe ich bis vor zwei Jahren so gefahren. Damals habe ich von Kies auf Sand umgestellt und seitdem mache ich regelmäßige Wasserwechsel.
Was jedoch zur Folge hat, dass nach jedem WW an meinen Valisnerien Fadenalgen wachsen und ich zudüngen muss, da die Pflanzen nicht mehr so gut wachsen.
Zu "Altwasser"-Zeiten hatte ich eher das Problem, dass ich jede Woche mind. 1/3 der Pflanzen entsorgen musste, weil es einfach zu viele waren.
Natürlich behalte ich die Wasserwerte genauestens im Auge.

Diesen Weg halte ich für besser, solange ich wirklich keine genaue Aussage wegen des Salzgehaltes habe.