Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aquarium ohne Heizung?
Hallo,
ich musste bei meinem 200 Liter Becken die Heizung vom Netz nehmen, weil das Thermostat anscheinend hängt und die Temperatur dadurch auf ca. 28,5 Grad angestiegen war.
Wie immer passiert so etwas natürlich immer nur am Wochenende. Na ja was hilfts, Augen zu und durch. Da das Becken mit Leuchtstoffröhren bestückt ist und durch die Abdeckung nach oben verschlossen ist, hielt sich tagsüber die Temperatur zwischen 26 und 27 Grad. Am Morgen war diese auf Werte von 23 bis 24 Grad abgefallen.
In dem Becken leben Skalare, Brokatbarben, Königsalmler, Antennenwelse und Schmerlen.
Die Fische zeigten wärend dieser Zeit in der sich die Temperatur gem. der Tageszeit geändert hat kein auffälliges Verhalten.
Habe zwar eine neue Heizung gekauft, aber was meint ihr? In der Natur kühlen sich die Gewässer doch auch Nachts ab. Sollte man die Heizung dann nicht so einstellen, das sie erst beim unterschreiten von sagen wir mal 24 Grad anspringt?
Michael H
21.01.2007, 20:36
Hallo Rolf,
von meinen 9 Becken läuft nur noch ein einziges mit Heizung.
In diesem Becken halte ich Hypancistrus und die lieben es etwas wärmer.
Alle anderen Becken laufen auch mit Raumtemperatur sehr gut.
Die Temperaturschwankungen sind in der Natur ja auch vorhanden.
Im Frühjahr setze ich wieder Guppys ins Freiland.
Ich hatte mal eine Tonne und um die unteren Temperaturspitzen abzufangen habe ich einen Heizstab auf 17°C eingestellt.
Wenn die Temperaturen stark gefallen sind, konnte ich beobachten das die Tiere sich in der Nähe des Heizstabes aufgehalten haben.
In unseren Wohnräumen ist es allerdings kaum mal kälter wie 20°C.
Grüße
Micha
Huhu
Inzwischen laufen alle meine Becken ohne Heizung bis auf mein Zucht und aufzucht pfützchen. Auch ohne Heizung steigt bei eingeschalteter Beleuchtung die Temperatur auf angemessene Höhe und sinkt nachts nur unbeutend ab.
Ein natürlicher Temperaturabfall ist dabei eine angenehme Nebenerscheinung.
Heizung mach ich nur noch bei sehr tiefen temperaturen aussen. Wenn man den Raum lüftet über Nacht (ja solche Leute gibt es) sollte man eine Heizung einsetzen die eine natürliche Nachttemperatur hält.
Gruss
Oliver
Schmerli
21.01.2007, 23:18
Huhu,
von meinen 16 Becken läuft lediglich das 240er Cherax-Becken mit einem Heizstab - alle anderen Zimmertemperatur. Jedoch handelt es sich bei allen Aquarien um Wirbellosenbecken.
Als in dem 240er noch Fische beheimatet waren, lief das Becken in der Regel auch ohne Heizstab - Temperatur lag immer so um die 23 Grad.
LG
Kerstin
Hallo,
In meinem einen Becken mit Spitzschwanzmakropoden und Bitterlingsbarben hab ich einmal nach dem WW den Stecker vom Heizstab nicht richtig reingetan und am nächsten Morgen war ich erstaunt keinen Fisch zu sehen. Nach einem Blick auf´s Thermometer hatte ich die Erklärung gefunden: 18 Grad. Ich hatte nachts das Fenster gekippt gelassen (und Heizung aus).
Das war ihnen definitv zu kalt = auffällige Passivität, Blässe. Hab den Heizstab in dem Becken auf 22 Grad stehen, geht bis zum Abend auf 23 Grad hoch = das wiederum reicht ihnen völlig. Nur Schaumnest wird derzeit nicht gebaut, aber eine Ruhepause tut den Männchen bestimmt gut. Fressen nämlich in dieser Zeit nicht viel.
Meine Eilandbarben halte ich ungeheizt bei rund 21 Grad im Durchschnitt derzeit. Bei der Temperatur sind sie sehr aktiv, Männchen ziehen ihre Show ab....in den diversen Quellen ist für sie eine oft viel höhere Mindesttemperatur angegeben.
Als ich damals meine Papageienplatys gekauft habe, wollte mir die Verkäuferin erzählen die bräuchten 25 Grad OoO. Leben vergnügt und munter mit meinen Kardinalfischen bei 22 Grad (kälter wird´s leider nicht).
Ich bin der Meinung, dass die Temperaturvorgaben in vielen Fischlexika für die Dauerhaltung zu hoch angesetzt sind. Das scheint sich wie so vieles im Laufe der Jahre immer mehr hochgeschaukelt zu haben - so mein Eindruck.
Selten bedacht wird heute dafür, dass dauerhaft unnötig hohe Temperaturen für eine Art den frühzeitigen Verschleiß fördert.
Ich habe hier zwei Aquarienratgeber aus den späten 60ern / frühen 70ern. Dort ist z.B. bei Betta Splendens sinngemäß geschrieben: "braucht es aber schon wärmer, mindestens 22 Grad."
Ja, viele Aquarianer waren eben technisch früher noch nicht so ausgerüstet und die Becken wurden sehr viel einfacher betrieben.
Oh, jetzt hab ich mich verquasselt :-O Also, langer Rede kurzer Sinn: ich würde es vorsichtig ausprobieren und dabei die Fische genau beobachten.
Gruß
Susanne
Andreas W
22.01.2007, 11:40
Hallo,
die Wirbellosenbecken laufen bei uns auch allesamt ohne Heizung. Wenn im grossen Becken die Temperatur zu gering wird, werden die Skalare recht blass und man merkt ihnen schon an, dass sie sich um einiges träger verhalten. So bleibt die Temperatur durch Heizstäbe auf 25-26 Grad. Das Meerwasserpfützchen braucht keine Heizung. Die Strömungspumpen und die Förderpumpe für den Eiweissabschäumer halten die Temperatur schon von alleine auf 26 Grad. Nur gut das wir es im Sommer im Wohnzimmer immer recht kühl haben.
Gruss Andreas
Schwämchen
22.01.2007, 13:08
Moin,
Ich habe in meinen beiden AQ Heizung drin und es sind immer so zwischen 24-26 Grad, ausser wenn ich WW da ich dann mal kaltes dazu tue,
Meine Fische fühlen sich glaube ich wohl mit den Temperaturen.
Selten bedacht wird heute dafür, dass dauerhaft unnötig hohe Temperaturen für eine Art den frühzeitigen Verschleiß fördert.
OoOOoO
Kommen die Fische denn nicht aus wärmeren Länder also wieso Verschleiss?
Ich habe hier zwei Aquarienratgeber aus den späten 60ern / frühen 70ern. Dort ist z.B. bei Betta Splendens sinngemäß geschrieben: "braucht es aber schon wärmer, mindestens 22 Grad."
Ja, viele Aquarianer waren eben technisch früher noch nicht so ausgerüstet und die Becken wurden sehr viel einfacher betrieben.
Naja damals hatten die Leute nicht so viel Geld und vielleicht auch nicht das Wissen was wir heute haben Oder?:__)
Hi,
Original von Schwämchen
Kommen die Fische denn nicht aus wärmeren Länder also wieso Verschleiss??:
Das ist doch etwas sehr einfach gedacht. Ein Beispiel für eine Art die m. E. oft zu warm gehalten wird ("Heizstab auf 25 Grad einstellen, passt schon für alle" O-) ):
Der Neonsalmer Paracheirodon innesi. Er stammt ursprünglich aus dem Potomayo in Ostperu. Der Fluss fließt dort durch höher gelegenen, nebligen, subtropischen Regenwald mit vor allem zur Regenzeit recht kühlen Temperaturen. Eigentlich auch ein Kandidat prädestiniert für ungeheizt im geheizten Wohnraum mit leichter Nachtabsenkung.
Viele unserer "tropischen" Aquarienfische stammen eigentlich aus suptropischen Regionen, höher gelegenen Regionen in den Tropen mit entsprechend kühleren Wassertemperaturen als im Tiefland, durchaus jahreszeitlichen Schwankungen (bzw. Regenzeit), teilweise sehr schattigen Waldflüssen in die kaum ein wärmender Sonnenstrahl gelangt, aus Flüssen mit Zuläufen aus Gebirgsflüssen mit entsprechend kaltem Wasser das die Durchschnittstemepratur absenkt etc....
Der Stoffwechsel jeder Art hat einen bestimmten Temperatur-Toleranzspielraum an den er angepasst ist und funktioniert. Wird die Temperatur ständig an der oberen Grenze oder darüber gehalten, laufen alle Prozesse sozusagen im Zeitraffer ab, auch die Alterung des Körpers. Das ist mit Verschleiß gemeint.
Im Vergleich zu unseren einheimischen Kaltwasserfischen für die es auch ungeheizt in der Wohnung zu warm ist brauchen es unsere Aquariumfische natürlich schon "warm", aber das ist relativ.
Naja damals hatten die Leute nicht so viel Geld und vielleicht auch nicht das Wissen was wir heute haben Oder?:__)
Mit dem Geld glaube ich nicht, die Technik war einfach noch nicht so weit. Den anderen Punkt sehe ich genau anders herum. Es wurde früher dem Einsteiger nicht so leicht gemacht: Komplettset mit allem drum und dran, bunte Broschüre und gut.
Ich denke das Wissen des Durchschnittsaquarianers war eher besser, das Interesse tiefgreifender und die Lernbereitschaft höher. Schon weil es mehr Mühe gekostet hat z.B. Lebendfutter zu beschaffen.
Heute suggeriert die einfache und billige Rundum-Technik dass sonst nichts benötigt wird damit es funktioniert. Und natürlich sind die Hersteller auch nicht daran interessiert zu verbreiten, dass das ein oder andere Stück (z.B. Heizstäbe) ihrer umfangreichen Zubehörkataloge oft gar nicht nötig wäre.
Ich finde in den alten beiden Büchern auch viele Informationen die ich in modernen Ratgebern vermisse. Z.B. Lebendfutterzucht. Die Informationen zu den einzelnen Arten sind auch viel besser, m. E. und beschränken sich nicht nur auf die Angabe weiches - hartes Wasser.
Hier gerne zitiert über den Neonsalmer, wenn wir schon bei dem sind aus dem Taschenatlas der Aquarienfische, Erstausgabe 1963.
Dort gibt es am Anfang auch zwei wunderbare Kapitel "Vom Leben der Fische" und "interessante Eigenschaften der Aquariumfische" in denen sehr viel geschriebn ist von dem der heutige Komplettsetkäufer nicht sehr viel Ahnung haben dürfte und solche Informationen hab ich auch noch in keinem modernen Einstiegsbuch gesehen.
Also hier über innesi:
(...) Dort, wo der Fisch lebt, ist das Wasser höchstens einen Meter tief, und Stämme gefallener Baumriesen und ganze Schichten abgefallenen und modernden Laubes liegen im Schlamm.
Im Aquarium müssen wir uns deshalb danach richten. Richtig sollten die Behälter in ständiger Dämmerung liegen, und auf dem Boden sollten sich dunkle Steine mit Flocken angewachsener Algen und mit einer Schicht modernder Blätter befinden.
Es lässt sich aber nicht immer alles so einrichten, wie wir gern möchten. Deshalb muss weingsten zur Zeit des Laichens auf den richtigen Säuregehalt es Wasssers geachtet werden, denn sonst verschwinden die Eier sehr häufig schon am zweiten Tag - sie zuerfallen.
Bisher hat sich Regenwasser und Wasser aus Waldbächen am besten bewährt. (Tja, damals mussten die Aquarianer noch raus in die Natur, nix Osmoseanlage :) )
Diie günstigste Zuchttemperatur beträgt 22-23° (...)
So, nun zeig mir mal vergleichbare Haltungsempfehlungen in einem modernen Buch, passt halt nicht zur modernen "einfachen" Hübsch-Aquaristik.
Gruß
Susanne
Fischfee
22.01.2007, 18:20
Hallo
ich habe in nur im grossen 63er eine Heizung laufen
die andren Becken laufen ohne,
:smile:
Schwämchen
22.01.2007, 19:21
Hy Susanne,
Ja du hast wahrscheinlich recht, so habe ich das noch nicht gesehen, man lernt eben NIE aus.
Du schreibst von Lebenfutter züchten , stell doch mal Rezepte aus deinen Bücher ein Bitte.
Ich werde jetzt mal die Temperatur runterdrehen :)
D :)anke schon mal
Schwarzwels
22.01.2007, 21:23
Hallo Rolf,
unser Gesellschaftsbecken läuft mit Heizung, weil wir nachts die Fenster auf haben. Ohne diese fällt die Temp. auf manchmal 18 Grad und das ist unseren Fischen def. zu kalt. Ist schon ein paarmal vorgekommen, wenn wir vergessen haben, nach WW die Heizung wieder einzustecken. Das Garnelenbecken läuft ohne, da die Zimmertemp. aussreicht, es sind immer um die 23 Grad im Becken, ausser nach WW, da sind es dann schon mal 20 Grad.( Steht im Flur )
Im Frühjahr wird der Heizer ausgestellt und bleibt aus bis zum Herbst. Dann sind die Temp.unterschiede nicht so hoch. Das ist dann unseren Fischen egal, ist wie eine natürliche Nachtabsenkung.
Hallo alle zusammen.
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich habe mich entschlossen einen 300 W Tauchsieder für 9,99 € (Angebot) zu erstehen. Das Teil macht einen guten Eindruck. Die Temperatur ist über eine Skala in 0,5 Grad Schritten zu regulieren. Die Heizung kann an der Wasserlinie oder auch Unterwasser betrieben werden. Garanite gibts für 5 Jahre. Ich habe die Temperatur auf 25,5 Grad eingestellt. (Sagt zumindest mein elektronisches Thermometer)O-)
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