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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vermehrung von Regenbogenfischen



Mephi
01.02.2007, 20:58
Hallo,

da sich inzwischen doch einige Liebhaber der Regenbogenfische hier versammelt haben, möchte ich gerne mal einen Thread zur Vermehrung dieser tollen Tiere eröffnen möchte.
Mir selbst ist leider noch keine Vermehrung gelungen, wobei ich aber nicht ausschließen möchte, daß sie sich vermehren- bloß in 740l manchmal schwierig, da die Eier zu finden.

Okay, erstmal zu meinem Besatz:

5 Melanotaenia maccullochi (Zwergregenbogenfisch)
10 Glossolepis incisus (Roter Regenbogenfisch)
2 Melanotaenia boesemani
7 eventuell Melanotaenia affinis (Bluewater-Variante)

In den Bücher steht ja, daß man ihnen feingliedrige Pflanzen anbieten soll, an denen sie ihre Eier ablegen können. Bisher konnte ich im Javamoos oder in den feingliedrigen Pflanzen jedoch keine Eier entdecken und demnach auch keine Absammeln. Ich suche auch regelmäßig die Wasseroberfläche ab, doch ich hatte bis dahin auch nie Jungtiere gesehen. Aus einem Aq von einer Messe weiß ich allerdings, wie klein sie sein können. Ich denke mir, daß in diesem riesen Becken die Kleinen sofort gefressen werden. Ich würde mir jedoch gerne mal wünschen, auch Nachzuchten von meinen Fischen zu haben.

Vielleicht kann dieser Thread ja dabei helfen, daß ich dies auch mal miterleben kann O-)

Karana
02.02.2007, 20:05
Hallo Heike,
ich lese gerade, dass du mehrere Regenbogenfischarten in einem Becken hältst. Sollte dies so sein, müsstest du zuerst herausfinden, ob diese verschiedenen Arten miteinander Nachwuchs hervorbringen können. Da viele Regenbogenfische noch sehr nah miteinander verwandt sind, befürchte ich dies zumindest bei den Melanotaenia-Arten. Man sollte unbedingt vermeiden, mehrere Regenbogenfischarten miteinander zu kreuzen, denn die Arten sollten
sich nicht vermischen sondern als getrennte Arten erhalten bleiben.
Somit würde meine Vorgehensweise für dich ausscheiden.
Ich gebe einfach ein Stück Moorkienhozwurzel, das mit Javamoos bewachsen ist, in das Regenbogenfischbecken und entnehme es nach ca. 7 Tagen. Dann lege ich die Wurzel auf einen Plastikteller und suche tief im Javamoos nach Eiern. Die ersten fand ich übrigens mit geschlossenen Augen am besten.
Oder ich gebe die Wurzel in ein Aufzuchtnetz. Darin kann man die Kleinen allerdings nur über die ersten Wochen bringen, dann wird das Netz zu klein.

Ich würde in deinem Fall ein kleines Becken einfahren und dort Javamoos und andere feingliedrige Pflanzen einsetzen. In dieses Becken würde ich 3-4 Regenbogenfische einer Art geben und 7 Tage dort lassen. Wenn möglich würde ich das Becken so aufstellen, dass die Morgensonne hineinscheinen kann. Dies regt die Regenbogenfische zum Laichen an.
Nachdem die Eltern das Becken verlassen haben, würde ich den Filter ausschalten und nach Larven Ausschau halten.
Ich fütterte meine zunächst mit Liquifry Artemia und mit dem Mörser zerriebenen Futtertabletten (mit Spirulina) und zerriebenen Flocken. In diese Mischung tunkte ich ein Schaschlikstäbchen und dieses tunkte ich vorsichtig ins Wasser. So schwamm dann eine winzige Menge meines Staubfutters auf der Wasseroberfläche.
Ich versuche mal, dir noch ein Foto einer 1-2 Tage alten Melanotaenia praecox-Larve anzuhängen.

Mephi
02.02.2007, 20:30
Hallo Karana,

die Thematik mit dem Überkreuzen ist mir bekannt. Ich habe mich auch bei der IG Regenbogenfische erkundigt und die meinten, meine Arten würden sich nicht überkreuzen, weshalb ich die Zusammensetzung auch speziell so gewählt habe.

Also kann ich auch mal so ein Laichmob reinhängen und den nach 7 Tagen in ein anderes Becken überführen? Wie lange müßte ich warten, bis die Larven schlüpfen? Und welche Wasserwerte mögen die Kleinen? Muß ich da auf etwas anderes achten, als bei den großen Tieren?

Eine ehemalige Halterin, von der ich auch einige Tiere habe, hatte ein total veralgtes Becken und meinte, es würde die erstem 2 Monate vollkommen für die Jungtiere reichen und man bräuchte nicht zuzufüttern. Was hältst Du davon?

Danke schonmal für Deine Bemühungen.
Bist Du bei Deinen Zuchten erfolgreich?

Karana
03.02.2007, 14:28
Hallo Mephi,
ich habe schon viel über Regenbogenfische gelesen und demnach benutzen auch viele einen Laichmop aus Polyarcryl-Wolle. Dazu wird die Wolle um ein heft oder ein Stück Pappe gewickelt, oben zugebungen und an einem Korken (zum Schwimmen) befestigt und unten aufgeschnitten. Nach dem Ablaichen oder nach mehreren Tagen hängt man den Laichmop einfach in das andere Becken. Es macht den Regenbogenfischeiern nichts aus, kurz aus dem Wasser genommen zu werden.
Toll, dass sich deine Arten nicht überkreuzen, dann kann es ja losgehen.
Nach dem, was ich gelesen habe, ist ein veralgtes Becken sogar das Beste um einige Regenbogenlarven über die ersten Wochen zu bringen.

Meine Aufzuchtversuche waren leider nicht sehr erfolgreich. Es war leicht, zu einer Menge frischgeschlüpfter Larven zu kommen. Aber beim ersten Mal bekam ich von 11 Larven nur zwei groß und einer davon war dann auch noch ein Königssalmler und kein Regenbogenfisch. Die Regenbogenfischlarven waren bis auf den einen alle kurz nach dem Umsetzen in das 60 cm-Becken gestorben. Zuvor hielt ich sie ohne Verluste in einem Aufzuchtnetz im 80 cm-Becken. Aber nach ein paar Wochen wurde dies zu klein für die Larven.
Die eine überlebende Larve entwickelte sich zu einem kleinen Regenbogenfisch ohne Pupillen. Er schwimmt zwar fröhlich im 300l-Becken umher, bleibt aber klein.
Ich glaubte an eine Krankheit oder Parasiten und versuchte es noch einmal. Diesmal kamen mehrere Fischlein hoch, davon aber auch wieder die Hälfte ohne oder mit sehr kleinen Pupillen. Diejenigen, die zu großen Fischen heranwuchsen haben zum Glück alle normale Augen, bis auf einen, der auf einer Seite eine zu kleine Pupille hat. Da ich befürchte, dass dieses Problem genetisch bedingt ist, werde ich diese Individuen nicht mehr vermehren.
Hier noch ein Foto von einem jungen Melanotaenia praecox:
Dieser Jungfisch ist ca 2 Monate alt und kann auch schon frischgeschlüpfte Artemia fressen.

Mephi
03.02.2007, 21:42
Hallo Karana,

also heute haben wir einen solchen Laichmob gebastelt und ich lasse ihn dann eine Woche im Becken. Es müßte dann doch auch reichen, wenn ich den so ins Aufzuchtbecken hänge?! Oder soll ich die Eier dennoch absammeln?

Das hört sich ja nicht schön an. Meinst Du, es liegt an den Tieren selbst, daß sie eine schlechte Genausstattung haben? Hast Du Vergleichswerte zu anderen Züchtern mit denselben Arten, vielleicht liegt es ja an der Art selbst?! Von Interesse wäre dies schonmal....

Karana
04.02.2007, 10:04
Hallo Mephi,
du kannst den Laichmop einfach ins Aufzuchtbecken überführen. Es dauert ca 7-14 Tage bis die Larven schlüpfen.

Bei meinen Melanotaenia-Praecox weiß ich nicht, woher die Misbildung der Augen kam. Ich hatte in verschiedenen Foren gefragt und bekam nur die Vermutung, es könne sich um einen Gendefekt beziehungsweise Folgen von Inzucht handeln.
Da ich es aber nicht genau weiß, werde ich diese Fische nicht mehr vermehren. Wenn ich nochmals Melanotaenia Praecox vermehren möchte, besorge ich mir neue Fische, setze sie erst eine Weile in ein leeres Becken und setze die Fische dann um. Vermutlich haben sie dann in dem ersten Becken abgelaicht und ich versuche, die Jungen aufzuziehen.
Bis auf die beiden "sehbehinderten" Regenbogenfische ist mein Nachwuchs aber wirklich hübsch geworden:

Mephi
04.02.2007, 20:00
Hallo Karana,

na dann werde ich die Woche abwarten und den Laichmop in das andere Becken überführen. Ich werde auf alle Fälle dokumentieren, wie es aussieht.

Erstmal vielen Dank für Deine Tipps, :wink:

Karana
07.02.2007, 18:18
Hallo Heike,
wie weit bist du? Hängt der Laichmop noch bei den Eltern oder hängt er schon im zukünftigen Aufzuchtbecken?

Mephi
08.02.2007, 15:25
Hallo, der Mop hängt noch bei den Eltern- ich wollte ihn bis Sonntag drinne lassen. Noch sehe ich aber auch nichts an ihm.

Kann man denn die Tiere zum Laichen anregen?

Karana
09.02.2007, 07:52
Hallo Heike,
eigentlich laichen Regenbogenfische, wenn die Morgensonne ins Aquarium scheint. Vielleicht hast du ja am Samstag oder Sonntag die Möglichkeit morgens, nachdem du die Rolläden hochgezogen hast, dich mit deiner Tasse Kaffee vors Aquarium zu setzen. Ich würde die Eier dann am späten Vormittag entnehmen, da sind die Chancen am Größten, dass sie noch nicht gefressen wurden. Die Eier werden tief ins Substrat hineingeschleudert, von außen sieht man sie normalerweise nicht.
Ich würde einfach den Laichmop ins Aufzuchtbecken überführen und jeden Morgen ins Becken schauen ob Larven drin sind. Gute Erfahrungen habe ich mit dem Einhängen eines Aufzuchtnetzes gemacht. Dann kann nämlich der Filter weiterlaufen. Wenn ich Larven in einem Becken mit laufenden Filter hatte, waren die Larven immer am nächsten Tag verschwunden (auch wenn ein Strumpf über dem Filter war).
Ich lasse also entweder den Filter in den ersten Wochen aus oder gebe die Larven zunächst in ein Aufzuchtnetz.

Mephi
09.02.2007, 17:30
Hallo Karana,

dann muß ich mal schauen. Ich habe in dem Aufzuchtbecken einen Mattenfilter- da dürfte ja nichts passieren, oder?!

Mephi
11.02.2007, 13:37
Hallo Ihr,

nachdem meine FIsche nun kräftig gebalzt haben- ich kann nur sagen, wow was für eine Farbenpracht :klatsch:- habe ich den Laichmob nun in das Aufzuchtbecken überführt. Ich habe mal oberflächlich geschaut, aber da war nicht soviel zu erkennen. Mal schauen,

Würde ich vielleicht mehr Glück haben, wenn ich nicht nur einen Laichmob in das Becken hänge, sondern mehrere?

Karana
11.02.2007, 14:22
Hallo Heike,
anfangs sieht man die Eier kaum. Ich hatte ja 5 oder 6 Eier in eine kleine Schale gegeben, manche mit dem Stückchen Javamoos an dem sie klebten. Und konnte in den nächsten Tagen keine Eier sehen. Erst nach ca 5 Tagen, als die Augen erkennbar wurden, sah ich sie.
Schau in den nächsten Tagen täglich etwas schräg von unten auf die Wasseroberfläche, bestimmt hast du in den nächsten Tagen Larven. Ich drücke dir jedenfalls die Daumen.
Es kann übrigens bis zu 14 Tagen dauern, bis die Larven schlüpfen.

Du könntest jetzt noch einen zweiten Laichmob ins Becken hängen und diesen nach einigen Tagen auch noch ins Aufzuchtbecken hängen.
Mehr als 14 Tage Altersunterschied sollte allerdings nicht sein, da sonst die Gefahr besteht, dass die schneller wachsenden unter den Älteren die Kleinsten der Jüngeren fressen. Außerdem kannst du bei etwa gleichem Alter das Futter(zum Beispiel nach ca 4 Wochen Artemia) besser anpassen.

Mephi
11.02.2007, 20:45
Hallo,

dann werde ich mal schauen! Ich hoffe sehr. Ich weiß ja, wie klein die Larven sein können.

Karana
15.02.2007, 13:06
Hallo Heike,
ich habe in mein Schmetterlings-Regenbogenfisch-Becken vor ein paar Tagen einige Stängel feingliedriger Stengelpflanzen (wie Hornkraut, Cabomba etc.) gegeben, damit diese an der Wasseroberfläche schwimmen und eventuell im Becken schlüpfenden Larven die Chance bieten, dass ich sie vor den Eltern entdecke. Seither laichen meine Fische auch dort ab und diese Eier finde ich leichter als die im Javamoos.
Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit für dich, ein solches Pflanzenbündel in dein Regenbogenfischbecken zu geben und darin Eier zu entdecken. Die Eier gebe ich in ein Schälchen mit Aquarienwasser und einer jungen Posthornschnecke. Diese saugt ab und an die Kahmhaut ab, hat mir aber noch keine Eier gefressen.
Konntest du vielleicht schon Larven entdecken?