Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlüpfen dekapsulierte Artemia?
Hallo,
ich hatte noch nie dekapsulierte Artemia. Werden diese trocken verfüttert oder kann man sie noch zum Schlüpfen bringen.
Ich möchte meinen Schmetterlingsregenbogenfisch-Larven demnächst auch mal Artemia anbieten. Beim Absaugen der Larven sind aber manchmal auch einzelne Eischalen oder nicht vollständig geschlüpfte Artemia dabei. Daher überlege ich, ob ich mit dekapsulierten Artemia vielleicht auf Nummer Sicher gehen könnte?
Andreas W
11.02.2007, 10:23
Hallo Karana,
ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Ihnen fehlt ja nun auch die Eihülle. Die dekapsulierten Artemiaeier quillen ja regelrecht im Wasser auf. Daher sollten sie vor einer Verfütterung auch kurz zum Aufquellen gewässert werden. Würden sie im Magen eines Jungfisches aufquellen, könnte dieses leicht zum Tode des Fisches führen.
Gruss Andreas
Hallo Andreas,
dann bleibe ich lieber bei den ganz normalen Artemien und werde möglichst sorgfältig trennen.
Wozu sind die dekapsulierten Artemien denn dann gut, wenn sie im Magen eines Jungfisches noch so arg aufquellen? Für extrem kleine Jungfische scheinen sie mir dann ja nicht geeignet und etwas größere Jungfische fressen sicher lieber die lebenden Artemianauplien.
Corydoras99
11.02.2007, 16:48
Hallo Karana,
Original von Karana
Wozu sind die dekapsulierten Artemien denn dann gut, wenn sie im Magen eines Jungfisches noch so arg aufquellen?
Also ich hatte bis jetzt so gut wie keine Verluste durch das quellen. Pass halt nur etwas auf,wie viel du pro Portion verfütterst,die entkapselten sind da sehr ergiebig! (Fingerspitzengefühl und so :zwinker: )
Gruss
Daniel
Andreas W
11.02.2007, 16:54
Hallo Karana,
die Eier können gut verfüttert werden, sollten halt einige Minuten gewässert werden und dann ist es auch schon gut.
Gruss Andreas
FirstFish
12.02.2007, 20:30
Hi Fossi,
Original von Fossibär
ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Ihnen fehlt ja nun auch die Eihülle.
:hammer:
... genau deshalb ist die Schlupfrate sogar höher. Gleiches gilt für den Nährwert. Siehe auch HIER (http://www.firstfish.de/cms/front_content.php?idcat=57&idart=139).
Was das Quellen angeht, ist zwar nur Spekulation, aber mir sind auch Fälle bekannt, wo ganze Bruten kurz nach Gabe von entkapselten Artemia eingegangen sind.
greetz
Andreas W
12.02.2007, 20:35
Hallo Ingo,
genau so ist es bei meinen jungen Corys passiert, als ich die Artemia Eier nicht vorher gewässert habe. Da sind mir etliche Jungfische eingegangen. Seit dem wässer ich das Futter und dann geht es auch.
Gruss Andreas
Hi,
ich verfüttere schon seit vielen Jahren entkapselte Artemia an alle meine Nachzuchten ohne die Eier vorher einzuweichen. Bei allen meinen Nachzuchten (einige tausend Tiere) habe ich nie erlebt, dass es nach der Fütterung zu irgendwelchen Todesfällen gekommen wäre.
Meiner Meinung nach sind die entkapselten Artemia eines der besten Trockenfutter was man seinenen Nachzuchten neben Lebendfutter anbieten kann.
Bei mir habe ich damit viele verschiedene Arten Südamerikanischer Buntbarsche, Afrikanischer Barsche, diverser Barben und Bärblinge, Labyrinthfische und Lebengebärender Zahnkarpfen aufgezogen. An Corydoras habe ich nie entkapselte Artemia verfüttert, da die entkapselten Artemia zu lang an der Oberfläche schwimmen und von daher nur an Jungfische verfüttert werden die auch gewöhnlich von der Oberfläche fressen.
Auffällige Todesfälle könnte ich mir nur dadurch erklären, dass von den entkapselten Artemia zu viel gefüttert wurde und die Reste dann später verfault gefressen wurden oder das Wasser verdorben haben. Gerade Corydoras-Larven reagieren darauf sehr empfindlich. Auch möglich das die jungen Corydoras beim Schnappen des Futters von der Oberfläche zu viel Luft schluckten und daran eingegangen sind. Weshalb man ja junge Corydoras auch nicht mit schwimmendem Futter füttert. Das Aufquellen der Artemiaeier im Magen als Todesfolge halte ich jedoch für ein Märchen.
Man muß anders als bei Flockenfutter oder Lebendfutter bei den entkapselten Artemia etwas vorsichtiger füttern und nur soviel wie auch wirklich sofort gefressen wird. Während Schnecken z. B. Flockenfutterreste sofort vertilgen, werden Futterreste entkapselter Artemia Eier von ihnen nicht so schnell beseitigt, somit ist dann auch die Gefahr größer dass das Wasser verderben kann.
... genau deshalb ist die Schlupfrate sogar höher.
Das ist so nicht ganz richtig. Es gibt zwar entkapselte Artemiazysten aus denen mehr Artemia schlüpfen als bei normalen, es gibt aber auch entkapselte Artemiazysten aus denen garnichts mehr schlüpft, sondern die nur zum direkten Verfüttern geeignet sind. Das erkennt man dann schon am Preis, der für die entkapselten Eier aus denen noch Krebs schlüpfen um ein vielfaches höher ist als bei Artemiaeiern die nur zur direkten Verfütterung geeignet sind.
Andreas W
13.02.2007, 08:47
Hallo,
ausschlaggebend ist doch, dass mir die Jungfische (corydoras napoensis) gestorben sind als ich sie gefüttert habe mit nicht vorher gequollenen Artemia Eiern. Ich habe sie in etwas Wasser getan, mit einer Spritze aufgezogen geschüttelt und sofort verfüttert. Das Ergebnis war, dass 50 % der Jungtiere eingingen. Und auch dort schwammen die Zysten nicht an der Wasseroberfläche. Dieses ist mir nie wieder passiert, wenn ich das Futter vorher gewässert hatte. Auch habe ich die Hygiene eingehalten, also das Becken mehrmals täglich von Futterresten befreit. Tägliche Teilwasserwechsel.
Ein Fressen an der Wasseroberfläche von meinen Jungfischen(Corydoras), die gerade ihren Dottersack aufgebraucht haben konnte ich bislang nie feststellen. Von daher ist es schon besser das Futter vorher einzuweichen damit es gleich am Boden liegen bleibt. Dort wird es dann auch gleich dankbar aufgenommen. Als Märchen würde es somit nicht hinstellen. Und auch wenn es eines wäre, so würde ich lieber eine Nummer sicherer gehen und die Artemiaeier vorher wässern.
Gruss Andreas
Hallo,
irgendwie sind mir diese dekapsulierten Artemia nicht geheuer. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass die Behandlung der Artemien mit Chlor den so zarten Jungfischen nicht schaden soll. Ich bin sonst so pingelig mit dem, was in mein Wasser kommt, wasche mir die Hände und spüle Gegenstände mit klarem Wasser ab und dann gebe ich etwas Chlorgebleichtes den Winzlingen zu fressen? :-O
Es soll aber auch dekapsulierte Artemia geben, die noch schlupffähig sind. Die sind dann etwas teurer.
Andreas W
13.02.2007, 17:26
Hallo Karana,
soweit ich weiss, gibt es sie auch noch. Die werden dann allerdings recht teuer. Meisstens werden , wie gesagt soweit ich weiss, Artemiazysten entkapselt wenn die Schlupfrate der Zysten recht gering ist.
Gruss Andreas
cschweden
13.02.2007, 18:49
Hallo,
ich werde mal versuchen, mich an ein Messegespräch vor einigen Jahren zu erinnern...
In den Fanggebieten für Artemia sind die Krebse die meiste Zeit des Jahres lebendgebärend und damit aquaristisch uninteressant. Nur bei ungünstigen Lebensbedingungen werden die Dauerstadien ("Eier") produziert und dann geerntet. Die Zysten aus der "Kernzeit" der Ernte werden als Premiumware zum Schlupf verkauft. Gegen Ende der Ernte, d. h. wenn die Lebensbedingungen für die Krebschen wieder besser werden und sie kaum noch Dauereier produzieren, wird mindere Qualität aus den Seen gezogen - die Zysten stehen teilweise schon kurz vor dem Schlupf und sind kaum noch lagerfähig. Eben diese Dauereier werden dann behandelt und als dekapsulierte Artemia verkauft.
Ob die Angaben des Importeurs vollkommen korrekt sind, kann ich leider nicht beantworten, hört sich aber plausibel an ;-)
Gruß,
Christian
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