cschweden
13.02.2007, 13:40
Hallo zusammen,
an dieser Stelle möchte ich mal meine Erfahrungen mit unserem wirklich schweren Aquarium (knapp 1000l + Bodengrund + Glas) und dem dazugehörigen Unterbau loswerden, vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen bei seiner Planung weiter.
Wir haben uns damals für ein Raumteiler-Aquarium entschieden, da unser Wohn-/Esszimmer für zwei Leute eher einem Tanzsaal glich und wir durch die Lage der Fenster keine ausreichend große Wand als Stellfläche haben. Praktischerweise waren die beiden Räume ursprünglich mal durch eine tragende Wand getrennt, die bis in den Keller runterging. Die Wand wurde dann irgendwann mal im Wohnzimmer durch einen Stahlbogen ersetzt, der jetzt die Lasten aufnimmt.
Nachdem die Maße für das Becken feststanden (150x90x70), haben wir uns erst mal einen Statiker zu Rate gezogen. Die Tragfähigkeit der Decke war nicht das Problem (ist ja auch massenhaft Eisen drin), zumal das Becken ja genau in der Mitte durch die Kellerwand gestützt wird. Das Hauptproblem war in unserem Fall der schwimmend verlegte Estrich: Unter dem Estrichbeton ist eine Lage Glaswolle, und erst dann kommt der eigentliche Boden. Laut Statiker bestand die Gefahr, dass der Estrich reisst und das Becken in eine gefährliche Schieflage gerät, die jeden Unterbau in seiner Stabilität stark gefährdet hätte.
Nach einigem Überlegen haben wir uns für einen Unterbau aus Porenbeton-Plansteinen (Ytong) entschieden, das ist leicht zu verarbeiten und relativ preiswert. Im Bereich des Unterbaus habe ich dann in mühevoller Handarbeit den kompletten Estrich rausgehauen und anschließend eine 10cm starke Betonplatte mit Armierungsstahl gegossen, die das spätere Gewicht aufnimmt und auf die gesamte Fläche verteilt. Anschließend hieß es erstmal warten, bis die Platte durchgehärtet ist. Auf die fertige Platte wurde dann der Unterbau gemauert. Die mittlere Strebe habe ich genau über die Kellerwand und genauso dich wie die Wand gemauert, die seitlichen Stützstreben verhindern im Prinzip nur ein "Kippeln" des Aquariums. Die Verarbeitung der Steine geht mit Säge und Reibebrett sehr einfach, ist aber eine sehr staubige Angelegenheit. Der Spezialmörtel sollte nicht dicker als auf der Verpackung angegeben aufgetragen werden und zieht recht schnell an. Ich habe die Steine anschließend auch mit diesem Mörtel verputzt, um eine schöne glatte Oberfläche zu bekommen.
Nachdem der Sockel fertig war, wurde es nochmal anstrengend: Um das Aquarium nachher wirklich waagerecht zum stehen zu bekommen, musste ich den kompletten Sockel nochmal mit dem Reibebrett bearbeiten - eine ganz schön schweißtreibende Angelegenheit. Parallel dazu trocknete die mittlerweile 4. Schicht Bootslack auf einer 28mm Verlegeplatte (OSB), auf der später das Becken stehen sollte und die deshalb möglichst wasserfest werden sollte. Die Platte wurde nach Fertigstellung des Sockels dann auf die Steine geklebt (mit PU-Kleber) und nochmal geschliffen und lackiert.
Als dann alles fertig getrocknet und ausgehärtet war, kam das Aquarium. Wir hätten vorher mal versuchen sollen, ob wir einen Pappkarton mit der Grundfläche des Beckens durch die Haustür bekommen hätten, denn das Becken passte nicht. Also musste das Aquarium durch den (damals noch nicht angelegten) Garten einmal ums Haus, die Stufen zur Terasse hoch und durch die Terassentür reingeschleppt werden. Bei einem Becken diesen Ausmaßes kommt leider einiges an Gewicht zusammen, es gibt aber nicht genug Platz zum Anpacken für viele Leute - insgesamt also eine etwas rückenschädigende Angelegenheit. Endlich im Haus, sollte dann die Schaumgummimatte drunter, die uns der Aquarienbauer schon passend zugeschnitten hatte. Natürlich hatte sich vorher niemand Gedanken darüber gemacht, wie man die Matte unter das Aquarium bekommt, ohne dass Sie sich dauernd verschiebt oder verzieht - das Becken ist ja nicht einfach mal so draufgestellt. Nach einigen erfolglosen Versuchen habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht und die Matte mit doppelseitigem Klebeband unter das Aquarium geklebt, danach ging dann alles reibungslos.
In den verputzten Unterbau habe ich Rebalböden und Schränke eingebaut und das Ganze noch tapeziert und mit der gleichen Farbe wie im Wohnzimmer gestrichen, damit der "Pott" nicht wie nachträglich reingepfropft aussieht. Die unschönen Kanten der Verlegeplatte habe ich mit Aluprofilen aus dem Baumarkt verkleidet (wo man ganz schön suchen muß, bis man welche ohne Kratzer findet...).
Alles in allem bin ich mit dem Unterbau sehr zufrieden. Hätte ich damals etwas besser aufgepasst und z. B. das Beckenmaß so gewählt, dass ich mit den Standardmaßen der Steine hingekommen wäre, wäre es sicher etwas schneller gegangen. Insgesamt haben wir an der ganzen Kiste 4 Wochen gebaut (Estrich, Deckendurchbrüche, Mauern, Aushärtungszeiten etc. eingeschlossen). Schön an der ganzen Sache ist einfach, dass ich so bauen konnte wie ich wollte und preislich doch noch sehr günstig weggekommen bin (die Steine kosten im Baustoffhandel als ganze Palette eben nur Bruchteile dessen, was man im Baumarkt dafür hinlegen würde).
Die Sorge, dass Ytong-Steine dem Druck nicht standhalten und sich komprimieren ließen (hört man doch noch des öfteren in einigen Foren) ist vollkommen unbegründet - es werden ja ganze Häuser aus diesem Material gebaut. Einzig der Kleber ist nicht sehr Druckstabil, weshalb er wirklich nur dünn als Kleber und nicht als "Fugenfüller" eingesetzt werden darf.
Dummerweise hatten wir damals irgendwie vergessen, regelmäßig Fotos zu schießen, so dass ich leider nur den Endzustand vor dem Verputzen präsentieren kann:
Bilder nicht mehr verfügbar.
So, das war ja wieder mal ne ganze Menge... Ich hoffe, der ein oder andere kann etwas aus diesem Roman gebrauchen. Falls noch Fragen offen sind - nur zu!
Gruß,
Christian
an dieser Stelle möchte ich mal meine Erfahrungen mit unserem wirklich schweren Aquarium (knapp 1000l + Bodengrund + Glas) und dem dazugehörigen Unterbau loswerden, vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen bei seiner Planung weiter.
Wir haben uns damals für ein Raumteiler-Aquarium entschieden, da unser Wohn-/Esszimmer für zwei Leute eher einem Tanzsaal glich und wir durch die Lage der Fenster keine ausreichend große Wand als Stellfläche haben. Praktischerweise waren die beiden Räume ursprünglich mal durch eine tragende Wand getrennt, die bis in den Keller runterging. Die Wand wurde dann irgendwann mal im Wohnzimmer durch einen Stahlbogen ersetzt, der jetzt die Lasten aufnimmt.
Nachdem die Maße für das Becken feststanden (150x90x70), haben wir uns erst mal einen Statiker zu Rate gezogen. Die Tragfähigkeit der Decke war nicht das Problem (ist ja auch massenhaft Eisen drin), zumal das Becken ja genau in der Mitte durch die Kellerwand gestützt wird. Das Hauptproblem war in unserem Fall der schwimmend verlegte Estrich: Unter dem Estrichbeton ist eine Lage Glaswolle, und erst dann kommt der eigentliche Boden. Laut Statiker bestand die Gefahr, dass der Estrich reisst und das Becken in eine gefährliche Schieflage gerät, die jeden Unterbau in seiner Stabilität stark gefährdet hätte.
Nach einigem Überlegen haben wir uns für einen Unterbau aus Porenbeton-Plansteinen (Ytong) entschieden, das ist leicht zu verarbeiten und relativ preiswert. Im Bereich des Unterbaus habe ich dann in mühevoller Handarbeit den kompletten Estrich rausgehauen und anschließend eine 10cm starke Betonplatte mit Armierungsstahl gegossen, die das spätere Gewicht aufnimmt und auf die gesamte Fläche verteilt. Anschließend hieß es erstmal warten, bis die Platte durchgehärtet ist. Auf die fertige Platte wurde dann der Unterbau gemauert. Die mittlere Strebe habe ich genau über die Kellerwand und genauso dich wie die Wand gemauert, die seitlichen Stützstreben verhindern im Prinzip nur ein "Kippeln" des Aquariums. Die Verarbeitung der Steine geht mit Säge und Reibebrett sehr einfach, ist aber eine sehr staubige Angelegenheit. Der Spezialmörtel sollte nicht dicker als auf der Verpackung angegeben aufgetragen werden und zieht recht schnell an. Ich habe die Steine anschließend auch mit diesem Mörtel verputzt, um eine schöne glatte Oberfläche zu bekommen.
Nachdem der Sockel fertig war, wurde es nochmal anstrengend: Um das Aquarium nachher wirklich waagerecht zum stehen zu bekommen, musste ich den kompletten Sockel nochmal mit dem Reibebrett bearbeiten - eine ganz schön schweißtreibende Angelegenheit. Parallel dazu trocknete die mittlerweile 4. Schicht Bootslack auf einer 28mm Verlegeplatte (OSB), auf der später das Becken stehen sollte und die deshalb möglichst wasserfest werden sollte. Die Platte wurde nach Fertigstellung des Sockels dann auf die Steine geklebt (mit PU-Kleber) und nochmal geschliffen und lackiert.
Als dann alles fertig getrocknet und ausgehärtet war, kam das Aquarium. Wir hätten vorher mal versuchen sollen, ob wir einen Pappkarton mit der Grundfläche des Beckens durch die Haustür bekommen hätten, denn das Becken passte nicht. Also musste das Aquarium durch den (damals noch nicht angelegten) Garten einmal ums Haus, die Stufen zur Terasse hoch und durch die Terassentür reingeschleppt werden. Bei einem Becken diesen Ausmaßes kommt leider einiges an Gewicht zusammen, es gibt aber nicht genug Platz zum Anpacken für viele Leute - insgesamt also eine etwas rückenschädigende Angelegenheit. Endlich im Haus, sollte dann die Schaumgummimatte drunter, die uns der Aquarienbauer schon passend zugeschnitten hatte. Natürlich hatte sich vorher niemand Gedanken darüber gemacht, wie man die Matte unter das Aquarium bekommt, ohne dass Sie sich dauernd verschiebt oder verzieht - das Becken ist ja nicht einfach mal so draufgestellt. Nach einigen erfolglosen Versuchen habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht und die Matte mit doppelseitigem Klebeband unter das Aquarium geklebt, danach ging dann alles reibungslos.
In den verputzten Unterbau habe ich Rebalböden und Schränke eingebaut und das Ganze noch tapeziert und mit der gleichen Farbe wie im Wohnzimmer gestrichen, damit der "Pott" nicht wie nachträglich reingepfropft aussieht. Die unschönen Kanten der Verlegeplatte habe ich mit Aluprofilen aus dem Baumarkt verkleidet (wo man ganz schön suchen muß, bis man welche ohne Kratzer findet...).
Alles in allem bin ich mit dem Unterbau sehr zufrieden. Hätte ich damals etwas besser aufgepasst und z. B. das Beckenmaß so gewählt, dass ich mit den Standardmaßen der Steine hingekommen wäre, wäre es sicher etwas schneller gegangen. Insgesamt haben wir an der ganzen Kiste 4 Wochen gebaut (Estrich, Deckendurchbrüche, Mauern, Aushärtungszeiten etc. eingeschlossen). Schön an der ganzen Sache ist einfach, dass ich so bauen konnte wie ich wollte und preislich doch noch sehr günstig weggekommen bin (die Steine kosten im Baustoffhandel als ganze Palette eben nur Bruchteile dessen, was man im Baumarkt dafür hinlegen würde).
Die Sorge, dass Ytong-Steine dem Druck nicht standhalten und sich komprimieren ließen (hört man doch noch des öfteren in einigen Foren) ist vollkommen unbegründet - es werden ja ganze Häuser aus diesem Material gebaut. Einzig der Kleber ist nicht sehr Druckstabil, weshalb er wirklich nur dünn als Kleber und nicht als "Fugenfüller" eingesetzt werden darf.
Dummerweise hatten wir damals irgendwie vergessen, regelmäßig Fotos zu schießen, so dass ich leider nur den Endzustand vor dem Verputzen präsentieren kann:
Bilder nicht mehr verfügbar.
So, das war ja wieder mal ne ganze Menge... Ich hoffe, der ein oder andere kann etwas aus diesem Roman gebrauchen. Falls noch Fragen offen sind - nur zu!
Gruß,
Christian