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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Heikle" Jungfische


Karana
15.08.2009, 08:14
Hallo,

ich habe gerade drei Jungfische, die mir Schwierigkeiten machen. Ich vermute, dass es Pseudomugil furcatus (Gabelschwanz-Blauauge)sind, es könnten aber auch Melanotaenia praecox (Diamant-Regenbogenfisch)sein. Die Melanotaenia praecox-Jungfische zeigten sich bisher bei mir jedoch nie als heikle Fresser, daher tippe ich auf Pseudomugil furcatus. Die Fischlein sind nun 2-3 Wochen alt, ursprünglich hatte ich 4 Larven.

Mein Fotoapparat ist defekt, daher kann ich derzeit kein Foto liefern.

Nun die Probleme: Die Jungfische verbrachten die ersten 3 Tage in einem 12l-Becken, in dem nichts als Wasser und überzählige Pflanzen waren, ich hatte auch den Eindruck, dass sie für das angebotene Staubfutter Interesse zeigten, obwohl sie mir sehr klein erschienen. Dann zogen sie zu etwas älteren Jungfischen von Melanotaenia praecox um und sie bekamen weiter Staubfutter bis sie auch Interesse an den für die größeren Jungfische gedachten Artemia zeigten. Da sie wegen der M. praecox kaum Chancen hatten, Artemia zu erwischen, siedelten die größeren Fische um.

Meine Jungfische hüpfen nun morgens mehr, als dass sie schwimmen, zwar im freien Wasser aber sie stehen schräg, Kopf nach oben und bewegen sich hüpfend. Ich vermute, dass es Nahrungsmangel ist, denn im Laufe des Tages bessert sich das und abends wirken sie normal.

Heute Morgen nehmen sie nicht einmal mehr die Artemia, sie schwimmen hin und fressen sie nicht.

Ich nehme gerade einen Teilwasserwechsel vor, aber ich fürchte, das wird auch nicht viel helfen.
Oh, Mist, hat keiner eine Idee, was ich ihnen noch anbieten könnte?

Nehmen wir mal an, es seien Pseudomugil furcatus, welche Erfahrungen habt ihr bei der Aufzucht dieser Fische gemacht?

Ferrika
15.08.2009, 09:22
Guten morgen, Petra

ich ziehe meine Jungfische (P. furcatus, Boraras urophthalmoides, Galaxys und Aplocheilichthys normani) mit Microwürmern auf. Die hat bisher noch keiner von ihnen verweigert.

Um zu verhindern, daß die Würmer gleich zu Boden sinken, nehme ich die mit einem Pinsel auf und halte den in die Filterauslaßströmung. So werden die gut verwirbelt. Die halten sich ca. 24 Stunden im Wasser, so daß die Zwerge auch bei Bedarf immer mal ein oder zwei Würmchen finden können.

Prinzipiell brauchen Jungfische mehrmals am Tag Futter. Ich füttere mindesten morgens und abend. Wenn sie zu lange hungern, kann es passieren, daß sie keine Nahrung mehr aufnehmen können. Wie oft fütterst Du denn?

Karana
15.08.2009, 09:32
Hallo Jutta,

ich beginne mit der Aufzucht von Fischen normalerweise in den Schulferien. So kann ich häufig füttern. Diese Fischlein füttere ich von ca 7 Uhr bis 23 Uhr etwa 5x am Tag.
Was meinst du, gibt es Leute, die auch noch nachts aufstehen um ihre Fischlein zu füttern?

Ich fürchte, ich werde mir auch noch Microwürmer zulegen müssen, wenn ich mich an schwieriger nachzuziehende Fische wagen möchte.

Naja, gestern Abend haben meine Jungfische noch ordentlich gefressen. Aber lies dir mal meinen Nachtrag durch, vielleicht haben sie ja das Fenbendazol nicht vertragen.

Lafee
15.08.2009, 10:34
Hallo Petra,

erstmal vorweg von Regenbogenfischen habe ich überhaupt keinen Plan..

Aber da ich auch oft Jungfische groß ziehe.:O~

Ich denke,wenn die Kleinen schrägschwimmen könnte es daran liegen,das die Tiere bei der Futtersuche an der Oberfläche Luft sammeln.

Die Aufzucht mit Mikowürmchen ist super,solche kleinen Mikrotierchen (Rädertierchen)hausen auch gerne im Algen,hast Du ne Hand voll Fadenalgen,oder einen bewachsenen Stein..leg es ins Aufzuchts AQ..dient den Kleinen als Mitternachtssnack..:zwinker:

Nachtrag:Hab ich vergessen kleinere Jungfische mit größeren Jungfischen zu setzen..ähem..war sicher nicht die beste Wahl,da die Größeren immer Nahrungskonkurrenten sind,auch bei der Aufzucht drauf achten,das die Kleineren nicht zu kurz kommen,also selektieren..

Ferrika
15.08.2009, 11:21
Hi Petra,

ehrlich geagt, könnte ich mir durchaus vorstellen, daß es ein paar Hardcoreaquarianer gibt, die durchaus auch nachts dafür aufstehen :lach: Wenn ich manchmal im AiD lese, was die alles anstellen, um von bestimmten Fischen Nachzuchten zu erhalten....

Wir hatten dort vor Kurzem eine Diskussion zu der Frage Artemianauplien / Microwürmer. Bei den Nauplien, wenn man keine entkapsulierten nimmt, könnte man u.U. den Fehler machen, die Schalen (aus Versehen) mit ins Aufzuchtbecken zu bringen. Wenn die Zwerge das fressen, kann das zu Problemen führen. Das ist nur ein Gedanke von vielen dazu.

Manchmal kann es allerdings auch ganz einfach sein, daß die Jungtiere einen "Schaden" haben uns sich nicht richtig entwickeln. Ist mir bisher bei Corydoras und den Moskitos untergekommen. Da kann man dann auch nichts machen, sie entwickeln sich eine Weile (oder auch gleich von Anfang an nicht richtig) und dann stockt die Entwicklung plötzlich. Auch das ist eine Möglichkeit.

Wie groß sind die Zwerge denn jetzt eigentlich? Nach drei Wochen sollten sie doch eigentlich schon eine Größe erreicht haben, bei der sie in der Lage sind, z.B. Cyclops zu fressen. Hast Du es mal mit sehr kleinem Frostfutter (Bosmiden, Cyclops) versucht?

Karana
15.08.2009, 13:55
Hallo,

bisher habe ich es nur mit Staubfutter, Artemia und Protogen versucht. Zusätzlich gebe ich immer mal wieder Pflanzen aus dem 300l-Becken in das Aufzuchtsbecken.

Mittlerweile nehmen die Kleinen wieder einige Artemia, aber immer nur 3-4 auf einmal, dann nehmen sie sie nicht mehr. Da ich mir für heute vorgenommen hatte, mein Arbeitszimmer aufzuräumen und die Papierstapel zu sortieren/abzuheften, kann ich gut in vielen kleinen Portionen füttern. Dazu ziehe ich die abgesiebten, in Leitungswasser gegebenen Artemia in eine Spritze und füttere die Jungfische sehr gezielt.:crazy: Mich wundert nur, dass sie nur so wenige Artemia nehmen, ihre Bäuche sind dann noch keineswegs rund.
Mittlerweile schwimmen sie aber schon viel besser als heute Morgen. Sie sind jetzt etwa 1 cm lang.

Karana
22.08.2009, 14:29
Mittlerweile habe ich folgende Vermutung: Die Jungfische wurden durch die Wasserverschlechterung die durch das Medikament verursacht wurde geschädigt. Das Verweigern des Futters war vermutlich nur ein Symptom.

Sie sind gewachsen, haben gefressen und sind aber immer noch leicht hüpfend geschwommen. Der am stärksten betroffene Jungfisch, der auch gleichzeitig der größte und kräftigste war, ist wohl gestorben, ihn habe ich heute noch nicht gesehen. Die anderen beiden habe ich nun einfach ins 150l-Becken umgesetzt, entweder sie schaffen es dort oder nicht.

Jungfische setze ich so um, dass ich sie mit einem Becher fange, solange sie das noch mitmachen. Wenn sie älter sind, fange ich sie mit einem feinen Netz, das ich aber nicht aus dem Wasser hebe (nur den oberen Rand). Dann gehe ich mit einem Becher oder einem Eisbehälter unter das Netz und hebe den Fisch mit dem Wasser heraus. Ich lasse ihn aus dem Netz, lasse den Becher auf dem neuen Becken schwimmen (wobei ich ihn festhalte) und gebe nach und nach Wasser des neuen Beckens hinzu.
Bei dieser Aktion fiel heute der eine Jungfisch scheinbar tot um. Dabei hatte ich ihn keine Sekunde aus dem Wasser gehoben, sondern ihn nur vorsichtig gefangen und aus dem Netz in den Becher gelassen.
Da ich mir nicht sicher war, ob er wirklich tot ist (ich hatte ihm ja noch gar nichts getan), passte ich das Wasser trotzdem an und kippte den "toten" Fisch in das neue Becken. Dort schwimmt er jetzt herum.

Man kann immer noch nicht erkennen, was diese Jungfische einmal werden sollen. Eigentlich sehen sie gar nicht viel anders aus als meine jungen Melanotaenia praecox, diese fressen aber alles, was in ihr Maul passt und sie fallen keinesfalls gleich tot um. Außerdem werden sie bei dieser Größe (1,5 cm) doch schon allmählich hochrückig.

Ferrika
22.08.2009, 19:58
Hi Petra,

klingt ja nicht wirklich so, als ob die Zwerge gut dabei wären, oder? Da ist es manchmal wirklich besser, wenn man sie gar nicht erst weiter aufzieht, auch wenns brutal klingt.

Schade drum... ich warte hier händeringend auf den Nachwuchs meiner Furcatus. Aber die protzen nur und kommen nicht zur Sache ;o)

Karana
23.08.2009, 08:23
Hallo Jutta,

da hast du leider recht.
Aus diesem Grund habe ich sie ja auch in das größere Becken zu den anderen Fischen gegeben. Da päppel ich nicht mehr ständig an ihnen herum (wie hier im Aufzuchtbecken im Arbeitszimmer) und sie haben die Chance es zu packen oder auch nicht.
Mit 5 jungen Melanotaenia praecox, die nicht so recht wachsen wollten, habe ich gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht. Sie bekamen im Aufzuchtbecken immer wieder Flossenfäule, die ich mit einem Medikament behandelte, es wurde besser, ohne das Medikament wurde es wieder schlechter. Ich beschloss dann, sie einfach in das 300l-Becken zu setzen, wobei ich bei ihrer Größe (von 1cm bis 1,5 cm) nicht wusste, ob sie nicht noch gefressen werden. Von den fünf Jungfischen haben es vier geschafft, die jetzt auch gesund aussehen.