Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ph-wert und spurenelemente
ich habe gerade einen sehr interessanten beitrag über pflanzen und substraten gelesen. In diesem Beitrag stand das der optimale ph-wert im substrat selbst zwischen 5,5 und 6,5 beträgt. Wenn der Ph-wert allerdings über 6,5 beträgt wird eisen und andere Spurenelemente nur noch schlecht bis gar nicht aufgenommen.
soweit so gut,
Ich übertrage das ganze jetzt mal in die aquaristik speziell auf die pflanzen. Wenn der phwert also über 6,5 beträgt, müssten die pflanzen theoretisch schwierigkeiten haben spurenelemente und eisen spärlich aufzunehmen? Sehe ich jetzt da was falsch oder habe ich was vergessen?
Rhein theoretisch gesehen müsste es jetzt speziell unseren pflanzen besser gehen, wenn wir den phwert im Wasser bei 6,5 halten. Natürlich nicht zu niedrig, wegen den Fischen. Natürlich je nach Fischart. Aber bei robusten Fischen wie z.b. guppys sollte das ja kein Problem sein.
lg
Hallo Navi,
im Boden (bei Landpflanzen) ist das so eine Sache.
Manche Nährstoffe sind bei höheren pH-Werten besser verfügbarer, andere bei niedrigen pH-Werten.
Beispiel:
bei niedrigem pH sind z.B. Fe, Mn, Cu, Zn besser verfügbar
bei höherem pH (~ 6-8) werden Mg, Ca, P, N, Mo besser verfügbar
Pflanzen sind jedoch in der Lage, Nährstoffe auf verschiedene Weise zu mobilisieren und eben auch bei ungünstigeren pH-Werten verfügbar zu machen.
Eisen wäre hier ein gutes Beispiel.
Die Frage ist halt immer, inwieweit kann man dies tatsächlich ins System Aquarium, also auf Wasserpflanzen, übertragen (ich selber hab's eigtl. auch mehr mit den Landpflanzen O-) )...
Ein großer Einflussfaktor ist jedenfalls auch das Redoxpotential, welches im Aquarium (im Bodengrund) logischerweise viel niedriger sein müsste, als in einem "normalen" Boden.
Nehmen wir wieder Eisen als Beispiel, so steigt dessen Verfügbarkeit mit sinkendem Redoxpotential.
Um da jetzt aber alle Einflussfaktoren zu erfassen, bzw. zu ermitteln, welcher einzelne Nährstoff bei welchem pH-Wert wieweit verfügbar ist, müsste man sicher nochmal ein bisschen tiefer hier einsteigen.
Aber viell. konnte ich ja schonmal ein bisschen was klären...
Viele Grüße, Kati
Hallo Kati,
so wie ich das richtig verstanden habe ist das Redoxpotential im Prinzip die Verfügbarkeit, in der Pflanzen Nährstoffe aufnehmen könnten?
Das heißt das das nicht nur im bodengrund da ist, sondern auch im wasser direkt, da die pflanzen nährstoffe nicht nur duch den bodengrund aufnehmen,
ich merke schon so einfach ist das nicht ;-(:
bleiben wir mal beim Nährstoff Eisen, da das im Aquarium (soweit ich informiert bin) gar nicht so leicht verfügbar ist für die Pflanzen.
Mitlerweile weiß ich das man durch gezielte ph-wertänderung die Landpflanzen zum "optimalen" gesunden Wachstum bringen kann, was sicherlich nicht so durchzuführen ist im Aquarium. Aber man könnte duch einen bestimmten ph-wert, sofern es der Fischbesatz erlaubt, die schwer verfügbaren Nährstoffe für Wasserpflanzen etwas leichter machen. Ich weiß natürlich das das nicht einfach ist, da wie du schon sagtest viel zu viel Faktoren davon abhängig sind. Aber ein Schritt in die richtige Richtung ist auch ein Schritt zum richtigen Weg, sage ich mir immer.
lg patrick
Hallo Patrick,
aaaalso, ich versuch hier mal ein bisschen weiter einzusteigen.
Hab mal eben noch ein paar Bücher gewälzt, etwas drüber nachgegrübelt und versuche mal, das ganze irgendwie zusammenzufassen....
Ich hoffe, das stimmt jetzt auch... O-)
Die Höhe des Redoxpotentials gibt Auskunft über den Ablauf von Oxidations- und Reduktionsprozessen und ist abhängig vom Sauerstoffgehalt und dem pH-Wert.
Liegt weniger Sauerstoff vor, verschiebt sich das Redoxpotential in Richtung reduzierender Bedingungen.
Davon hängt dann oft die Ladung einzelner Ionen ab und damit eben ihre Verfügbarkeit für die Pflanze.
Auf der anderen Seite beeinflussen natürlich die Ionen auch das Redoxpotential. Es dreht sich also alles so ein bisschen im Kreis...
Eisen liegt kaum als freies Ion vor; es wird meist in Komplexen gebunden.
Mit sinken des Redoxpotentials kann es aber in Lösung gehen.
Je höher jedoch der pH-Wert ist, desto niedriger muss das Redoxpotential sein, damit Eisen in ausreichenden Mengen gelöst wird.
Von daher wäre ein Senken des pH-Wertes wohl sinnvoll.
An dieser Stelle könnte man jedoch überlegen, welche anderen Prozesse inwieweit davon beeinflusst werden.
Verfügbarkeit anderer Nährstoffe, Denitrifikation, Nitratreduktion usw.
Aber ich glaube, das geht dann fast schon zu weit...
Grüße, Kati
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