Echinodoren in dauerhaft emerser Kultur


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    • Echinodoren in dauerhaft emerser Kultur

      Hallo liebe forengemeinde,

      das sehr viele pflanzen in den fachgärtnereien emers kultiviert werden ist längst kein geheimnis mehr. aber das geht nicht nur dort sondern auch zuhause, und zwar sowohl indoor auf der fensterbank als auch outdoor auf der terasse, dem balkon oder einfach im garten. ich habe damit 2010 begonnen, anfangs waren es ein paar wenige echinodoren so "just for fun", dann wurde eine sucht daraus.
      war 2011 ein gutes jahr so war das auslaufende doch ehr eine enttäuschung, denn mal gerade im juni sorgte die sonne für einigermaße gute temperaturen, ab juli dann wenigstens hier im münsterland regen, kühle und wolken in mehr oder weniger gleicher reihenfolge.
      meine echis haben trotzdem bis mitte november draußen gestanden, auch wenn man ihnen das unpassende wetter deutlich ansah. nach dem ersten leichten bodenfrost hab ich sie dann reingeholt, alle vom frost beschädigten blätter entfernt und die pflanzen für 14 tage zum weiter trocken werden in den keller gestellt. inzwischen stehen sie zum teil wieder auf fensterbänken oder regalen und beginnen damit wieder leben zu zeigen.
      hier mal ein paar bilder.

      so bleiben die echis dann bis ende april ausschließlich indoor um dann wieder auf den balkon zu wandern.

      mit aquanassem gruß

      Klaus
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    • Hi Klaus!

      Welche Arten pflegst du denn? Was für ein Substrat hast du genommen? Handelt es sich um eine spezielle Erde? Und düngst du die Pflanzen?

      Standen die Pflanzen im Keller in völliger Dunkelheit oder waren sie beleuchtet? Wie hat die Umstellung von submers auf emers funktioniert, oder waren sie nie unter Wasser?

      Das interessiert mich wirklich sehr. Ich will im kommenden Jahr einen Miniteich auf meinem Balkon aufstellen und habe vor Echinodoren emers um den Teich herum anzupflanzen.
      Viele Grüße aus Gillersheim

      Peter
    • Hallo peter,

      eine reihe von fragen die ich jetzt mal abarbeite !

      meine emersen pflanzen (es geht nicht nur mit echis sondern auch mit vielen anderen pflanzen) sind alle in normale gartenerde aus dem baumarkt gepflanzt. allerdings gehöre ich nicht zu der mörtekübelfraktion. damit meine ich meine echis stehen nur mit dem fuss des pflanzgefäßes im wasser, das sind maximal 3 cm. lediglich am ersten tag kommt das pflanzgefäß mit der pflanze und der erde bis zum oberen rand des gefäßes in wasser. dann nehme ich sie aus dem wasserbad und stelle sie dann "trocken".

      die pflanzen werden nach bedarf (sieht man ihnen an bzw. dann wenn das wasser am fuß weg ist) einfach mit dem gartenschlauch geduscht. Ich dünge einmal pro woche nach der klassischen methode gießkanne, wasser und auf 10 ltr. volumen einen großen löffel blaukorn. Fertig. Also aufwendige pflege und hege wird nicht betrieben. Das düngen erfolgt allerdings erst dann wenn ein deutliches wachstum zu erkennen ist, eingestellt wird es im oktober. dann gibt es auch deutlich weniger wasser, die pflanzerde ist dann eigentlich nur noch feucht.


      das aufwendigste ist eigentlich das gewöhnen der pflanzen an die luft auf der dachterasse. wenn immer möglich nehme ich pflanzen die noch nie unter wasser gestanden haben, da geht es am leichtesten: pflanze raus aus dem gittertopf, steinwolle ab und dann rein in die gartenerde. 24 stunden den topf unter wasser und dann ab in die ecke. wichtig ist dabei das die pflanzen die ersten tage nicht der direkten sonne ausgesetzt sind. trotzdem verlieren viele sorten in den ersten tagen die bisherigen blätter, zumindest einen großen teil davon. die schneide ich dann radikalt direkt oberhalb der erde ab. innerhalb von wenigen tagen treiben sie dann neue blätter aus. die vertragen dann auch ohne jedes problem das volle ungeschützte sonnenlicht. da sieht mancher echinodorus wirklich total anders aus als die aus gärtnereien !


      submerse echinodoren umgewöhnen ist da schon wesentlich aufwendiger. aber auch da mache ich es relativ "brutal". substrat und pflanzgefäß bleiben natürlich gleich. allerdings setzt ich den topf dann nicht nur unter wasser sondern das wasser steht anfangs sogar wenige cm über den topfrand hinaus. dann einfach warten. die bisherigen blätter belassen und abwarten bis die ersten neuen blätter geschoben werden. in dem augenblick beginne ich dann damit den wasserspiegel zu senken. es genügen die ersten 2 oder 3 kleinen blätter, dann kann man die bisherigen submersen blätter abschneiden (muss man nicht, die sehen halt nur unschön aus) und der wasserspiegel wird über den verlauf der nächsten 10 bis 14 tage gesenkt. diese methode ist allerdings wesentlich zeitaufwendiger und bis man die echis in einer vergleichbaren größe wie vorher emers kultivierte hat dauert es wesentlich länger.

      meine echis haben im november die ersten 14 tage ohne jede beleuchtung im keller gestanden. sie haben da bedingt durch die dunkelheit und den leichten nachtfrost fast alle blätter verloren, den rest habe ich bei fast allen einfach abgeschnitten. mit beginn des austriebes neuer blätter wandern die echis dann bei mir von dem einen kellerraum in den nächsten, und dort gönne ich ihnen dann licht. allerdings nicht viel. ich benutze für alle meine echis insgesamt 2 t8 38 watt leuchtstoffröhren. die beleuchtungsdauer beträgt 11 stunden am tag.

      nun zu deiner ersten frage. vorab muss ich sagen ich habe glück denn meine dachterasse hat eine fläche von ca. 40 m². davon stehen den pflanzen ca. 12 zur verfügung. und den nutze ich aus. da standen in diesem "sommer" über 120 echis sowie weitere pflanzen wie z.b. ludwigiaarten, pogostemonarten, hygrophila- und hydrocotylearten. bei entsprechender witterung geht das auch gut mit glossostigma, didiplis .... und so weiter, in 2013 werden ich weiter experimentieren. und um jetzt wirklich das letzte interesse zu befriedigen hier die liste der von mir aktuell emers kultivierten echinodoren:

      an arten habe ich emers: argentinensis ?, cordifollius, horizontalis ? und schlueteri. an sorten sind es ein paar mehr : 'aquartica', 'bambi', 'barthii', 'bordeuax', 'bright flame', 'cognac', 'cordifolius harbich rot', 'cordifolius mini', 'deep purple', 'europa', 'fantastic color', 'frans stoffels', 'getüpfelter harbich', 'goldfinger', 'graciella', 'green flame', 'grizzly bear', 'grüner osiris', 'hansestadt rostock', 'hot pepper', 'indian red', 'indian summer', 'ipica', 'kleiner bär', 'leopard', 'lothario', 'obelix', 'oriental', 'ozelot', 'ozelot grün', 'paul kloecker', 'poseidon', 'rainers kitty', 'red devil', 'red diamond', 'red flame', 'red rock', 'red special', 'regine hildebrandt', 'reni', 'rolf nolting', 'rose', 'rote mamba', 'roter leopard', 'roter oktober', 'rubin'', 'sankt elmsfeuer', 'scarlet snake', 'simply red', 'spidernet', 'stadt altlandsberg', 'sun set', 'tanzende feuerfeder', 'tokalie', 'tornado', 'tricolor', 'uschtu' und noch 6 weitere bisher nicht mit einem namen benannte sorten. dabei ist die sortenechtheit meiner pflanzen sichergestellt.

      ja ja ich weiss: behämmert (sagt man hier im münsterland)

      mit trockenem pflanzengruß

      klaus
    • echinodorenwelt schrieb:

      dabei ist die sortenechtheit meiner pflanzen sichergestellt


      Kann man also davon ausgehn, dass du, wenn überhaupt, nur vegetative Vermehrung zulässt, Klaus?

      Denn bei dieser hohen Artenvielfalt, die du da in Pflege hast, dürfte der "Normal"weg der Vermehrung
      ganz schnell zu unkontrollierten und unkontrollierbaren Arten"vielfalten" führen, wie das folgende Foto
      beweist:
      Bestäubung einer Echinodorus sp. "Rolf Nolting"
      tschüss, common :grandpa:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von common ()

    • Hallo Bernd,

      mit dem "dabei ist die Sortenechtheit sichergestellt" meint das die pflanzen aus solchen quellen kommen die sicherstellen das die von mir kultivierte pflanze auch der ursprünglich so benannten sorte entspricht.

      und die bienen können machen was sie wollen, von dem einen echi zum nächsten und quer beet über die terasse. da passiert rein gar nichts. denn die dann enstehenden nüßchen wären das produkt des bienenfleisses, nicht die sich bildenden adventivpflanzen. mit denen haben die bienen nichts am hut, das macht die pflanze auch ohne biene. also kommt es da nicht zu einem weiteren sortendurcheinander. und wäre dem so dann würden in den kulturbetrieben jährlich 100erte neuer sorten entstehen.

      gruß
      klaus