Krebspest


    • yellostac
    • 10323 Aufrufe 23 Antworten

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    • Schönen Tag auch,
      Habe vor ca. 6 Monaten ein Garnelenbecken mit Red Fire eingerichtet. Das läuft so gut, das ich mit dem Gedanken spiele, ein weiteres Becken einzurichten und zwar mit Krebsen. Besonders haben es mir die Procambarus Clarkii Ghost angetan. Liest man sich aber in die Materie ein, stößt man früher oder später auf das Thema Krebspest. Meiner Meinung nach kann man gar nicht zu 100% sicher stellen,das die Erreger in die Umwelt gelangen durch zb. Wasserwechsel, Pflanzenteile etc. Aufgrund dieser Tatsache hab ich mich schweren Herzens erst mal von den amerikanischen Krebsen verabschiedet.
      Wie seht Ihr das bzw. wie kann man sicherstellen. das keine Erreger in Umlauf gebracht werden und über Umwege doch noch in einen Fluß gelangen und dort Schaden anrichten?

      Viele Grüße
      Michael
    • Hi,

      Zumindest würde ich das Wasser nicht in den Garten kippen. Allerdings überlebt der Erreger nicht so lang ohne Wirt. Im Klo kann der Erreger also nichts anstellen.
      Normal dürfte selbst der Garten kein Problem sein, solange man das Wasser nicht in einen Teich, Tümpel, Bach oder sowas kippt. Aber wenn man es ins Klo kippt, ist man auf Nummer sicher.

      Gruss
      Sascha
    • Wenn Du die Möglichkeit hast, das Wechselwasser in einem Garten in Blumenbeeten oder auf dem Rasen zu entsorgen, bist Du alle Sorgen los. Es ist nachgewiesen, daß die Sporen das Sickern durchs Erdreich nicht überleben.

      Wenn das nicht der Fall sein sollte, musst Du darauf achten, daß Du das Wechselwasser grundsätzlich über die Toilette oder das Waschbecken / Badewanne / Dusche entsorgst. Denn dann wird es durch eine Kläranlage geleitet und auch dort überleben die Sporen nicht.

      Natürlich musst Du beim Wasserwechsel auch das Wasser immer durch ein Sieb laufen lassen, damit Du nicht mal aus Versehen Jungtiere ins Klo spülst.

      Wenn Du das beachtest, kannst Du durchaus Nordamerikaner halten.

      Ich finde es übrigens sehr gut, daß Du Dich darüber so ausgiebig informierst!
    • Hallo zusammen

      Ja, Sascha, Du kannst davon ausgehen, dass zumindest sämtliche Arten der aquaristisch gepflegten Krebse aus Amerika mit A. astaci infiziert sind.

      Interessanterweise können laut Birgit Oidtmann, die ihre Habilschrift an der LMU (=Referenzzentrum für die Krebspest), schrieb, aber auch amerikanische Krebse von der Krankheit befallen werden und sterben! Sie sind nur teilresistent. Zit: „Wenn sie infiziert werden, kann ihr Immunsystem den Erreger in Schach halten, solange nicht andere Erkrankungen, Stress oder Umweltverschmutzung belastend dazukommen. Unter diesen ungünstigen Bedingungen fallen die amerikanischen Flusskrebse der Infektion ebenfalls zum Opfer.“ (Ist ja vielleicht für Aquarianer nicht ganz uninteressant.)

      In Deutschland gibt es immer noch große Gebiete, die tatsächlich krebspestfrei sind. (Die Schweiz ist – bis auf den Bodensee – flächendeckend krankheitsfrei. Strikte Importverbote aller amerikanischen Krebsarten.) Da keinerlei Heilungsmöglichkeiten für die Krankheit in Sicht ist, bleibt nur der verantwortungsvolle Umgang mit den Import-Arten, dass die bislang freien Regionen nicht auch noch infiziert werden. (Und 50 Schläge mit dem Wasserwechselschlauch für diese wohlmeinenden Menschen, die den Überschuss ihrer explodierenden Krebspopulation „aus Mitleid“ in den nächsten Bach setzen!)

      Eine besondere Infektions-Problematik beim Wasserwechseln allerdings scheint es nicht zu geben, solange das Wechselwasser nicht direkt in ein freies Gewässer eingeleitet wird. Die im Wechselwasser flotierenden Zoosporen sterben bei der üblichen Wasseraufbereitung im Klärwerk ab.

      Aber genau wie Jutta finde ich es prima, dass sich Michael schon vorher seine Gedanken macht…

      LG
      Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Prestutnik12 ()

    • Hi,

      Und da hätten wir ein nächstes, sehr interresantes Thema: Aussetzen von Tieren und wie sie hier zurechtkommen.
      Mh, vielleicht mal etwas, worüber man sich ebenfalls unterhalten könnte. Gibt ja einige Fischarten, die sich mittlerweile ganz wohl in Deutschland fühlen, obwohl sie nicht von hier sind.

      Gruss
      Sascha
    • Wow, so viel Info

      Hallo,
      vielen Dank für die umfangreichen und vor allen sehr informativen Antworten. Aber ich denke, ich bleibe bei meiner Entscheidung keine Amis zu pflegen, da ich mir bei anderen Arten keine Gedanken machen muss bezüglich Vergesellschaftung, Weitergabe von Tieren und Pflanzen usw. Dachte evtl. An Cherax Lorenti oder ähnliches. Wenn ich da falsch liege, wäre ich natürlich sehr froh, wenn mir dann noch jemand Informationen gibt.

      Schönes WE
      Michael
    • Richtig, Michael, Fische und Pflanzen aus Becken mit amerikanischen Krebsen sollte man nicht ohne Warnung weitergeben! Denn die Zoosporen können durchaus fast drei Wochen auch ohne Krebse als Wirtstiere in feuchtem Millieu überleben - und Fische, Pflanzen oder auch Technik als Übertragungswege nutzen. Ich halte es auch so, dass ich aus meinen Cambarellus-Becken NICHTS in andere Becken überführe. Und auch die alte Bauernregel, dass man im Idealfall für jedes Becken sein eigenes Equipment (Kescher, Algenkratzer etc.) haben sollte, hier gilt sie ganz besonders!

      Aber für mich spricht trotzdem nichts dagegen, bei entsprechender Vorsicht und Hygiene, amerikanische Krebse zu halten. Man sollte eben wissen, was man tut.

      Grüße,
      Stefan
    • Hi Michael,

      ich würde die Sache mal andersrum betrachten.

      Hälst du Cherax oder andere Krebse, die anfällig für die Krebspest sind, läufst du bei jedem Neukauf von Pflanzen und/oder Tieren (egal ob von privat oder aus dem Handel) immer Gefahr, dir den Erreger einzuschleppen und evtl. deine Krebse anzustecken, die dann ziemlich sicher daran sterben.

      Hälst du Procambarus und Cambarellus (die den Erreger eben "nur" weitergeben) besteht dieses Risiko nicht und du hast es selber unter Kontrolle, aufzupassen, wenn du etwas aus deinen Becken an wen anders abgeben wollen würdest.

      Viele Grüße, Kati
    • Hallo,
      so habe ich es tatsächlich noch nicht gesehen. Wer weiß schon, was man so gratis mit bekommt.
      Ich möchte an dieser Stelle mal ein großes Lob für dieses Forum aussprechen. Es ist einfach toll sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können.
      Viele Grüße
      Michael
    • Hallöchen,

      ich halte mir zur Zeit Cambarellus texanus, also auch eine der kleinen "Krebspestschleudern" und werde mir in naher zukunft noch einige weitere Krebsarten anschaffen. Ich benutze zwar Equipment & Pflanzen in all meinen Becken, ich machs mir aber einfach in dem ich bei den nordamerikanischen Krebsen bleiben werde, so brauch ich mir keine Sorgen machen, dass ich mir durch Pflanzenaustausch oder die Kescherbenutzung in meinen Becken oder auch nur durch nicht ausreichend gründliches Händewaschen die Krebspest im eigenen Hause verschleppe und die Tiere damit gefährde.
      Eine kurze Frage an potentielle Käufer von Fischen, Garnelen oder Pflanzen (wobei bei mir nie was über ist, die Barsche fressens immer :blub: ) reicht da ja schon aus um festzustellen ob man ihnen die eigene Ware ohne Bedenken mitgeben kann.

      Und Krebse aussetzen?! Käm für mich nie in Frage, sind meine Lieblinge und wenn, dann im Teich ... und zwar im Wohnzimmerteich - versteht sich ja von selbst, oder? - schließlich hat ja mancher Aquarianer so ein Pfützchen und darf da auch gern Krebse drin halten :grinz:

      So halte ich das mit der Krebspest.
    • Hey Petra,

      ist zwar n bissl OffTopic, aber ich antworte ma kurz drauf:

      Die Cherax sind doch australische Flusskrebse und damit können sie auch an der Krebspest erkranken. Im Post zuvor schrieb ich eben genau deswegen, dass ich mir ausschließlich Nordamerikanische Krebse halten will, da diese dagegen resistent (weitestgehend) sind und ich daher auch keine Befürchtungen haben muss, durch unzureichende Hygiene/Vorsicht meine eigenen Tiere mit der Krebspest zu infizieren.

      Ums kurz zu fassen:
      Danke fürs Angebot, habe aber kein Interesse.

      G
    • Hallo Ihr Lieben ... ich krame das Thema noch mal hoch, weil mich interessieren würde: Sollte ein australischer Krebs an Krebspest erkrankt sein, wie lange würde er dann theoretisch leben bzw. nach wieviel Tagen würde er sterben?

      Ich frage aus aktuellem Anlass. Ich habe ein Becken mit Feuerkrebsen, Cherax sp. 'Orange Tip' und einer davon hat seine Scheren verloren und liegt oft auf der Seite bzw. dem Rücken ... aber er lebt ... irgendwie habe ich beim Lesen über Krebspest gedacht: Ja, irgendwie kommen die Symptome hin, aber außer, dass er die Scheren verloren hat und auf dem Rücken liegt, ist sonst an ihm nichts erkennbar ... also keine weißen Ablagerungen an den Gelenken oder so ... gibt es noch eine andere Krankheit, die ähnliche Symptome hervorruft oder muss ich davon ausgehen, dass er Krebspest bekommen hat (obwohl ich immer bemüht war, nichts vom Nordamerika-Becken in das Becken mit den Australiern zu setzen, bevor es nicht lange und ausreichend genug gewässert wurde)?
    • Tja - ich weiss nicht ... es ist halt ganz eigenartig mit ihm ... wiegesagt: Beide Scheren verloren ... er scheint Gleichgewichtsstörungen zu haben ... liegt viel auf dem Rücken ... aber er lebt und dass seit mehr als 2 Wochen, nachdem ich das festgestellt habe, dass ihm die Scheren fehlen und er so unkoordinierte Bewegungen hat ... deswegen bin ich so hin- und hergerissen: Erlösen oder nicht ... wird er wieder? berappelt er sich wieder? oder ist er ernsthaft erkrankt - an Krebspest ... ich möchte ja auch nicht, dass die anderen beiden Krebse angesteckt werden ... ich glaube, ich isoliere ihn jetzt erstmal und versuche es mit einem Anti-Pilz-Mittel ... vielleicht gelingt mir ja ein Wunder, oder so ...
    • Liebe Petra,

      ich muss zugeben, dass ich auch googlen musste.
      Du schreibst, dass die Symptome eigentlich hinkommen. Aber weist er denn alle Symptome auf?
      • Kratzbewegungen mit den Schreitbeinen an Augen, Abdomenunterseite und Gliedmaßen;
      • Tagaktivität
      • Zunehmende Lähmungserscheinungen
      • Aussetzen des Fluchtreflexes
      • Eingeklapptes Abdomen
      • Verlust von Gliedmaßen
      • Seitliches Umkippen
      Hast du mal seine Fluchtreflexe gecheckt? Ist er auch tagsüber aktiver als bisher? Kratzt er sich auch?
      Dann würde ich vermuten, dass die Diagnose ziemlich sicher ist.

      Allerdings habe ich auch kein gutes Gefühl bei seinem von dir bisher beschriebenen Verhalten UND dem Verlust beider Scheren. Das ist schon echt heftig, ich habe es nur einmal mit einem kleinen CPO erleben müssen, der nach der Häutung keine Scheren mehr hatte. Er wurde isoliert und bekam ein kleines "Schreibtischbecken" eingerichtet. Es dauerte leider nur noch ein paar Tage, bis er verstarb.

      Vielleicht würde eine Wärmekur gegen die Erreger helfen? Ich habe gerade gelesen, dass die Krebspest-Erreger Temperaturen über 25°C gar nicht mögen. Aber ich kann nicht beurteilen, wie das deinem Krebs gefallen würde.

      Und natürlich ist eine Isolation in diesem Fall das Beste, schon zu seinem eigenen Schutz und damit seine Nahrungsaufnahme gesichert ist.

      Ich drücke ganz fest die Daumen :daumen:
      Berichtest du bitte, wie es weitergeht? Danke :top:
      Liebe Grüße
      Marlis
      ____________________________
      Es gibt nichts, was eine Mutter glücklicher macht, als zu wissen, dass ihr Kind gesund ist und es ihm gut geht
    • Hi Marlis ... ich habe den Krebs - der übrigens immer noch lebt - isoliert. .... ansonsten habe ich mal hinter Deine Auflistung geschrieben, was ich beobachten kann ...

      Casa Carota schrieb:

      Kratzbewegungen mit den Schreitbeinen an Augen, Abdomenunterseite und Gliedmaßen ... - Hmm ... eher nein ...


      Tagaktivität ... Ja oder sagen wir mal so - er hat sich nicht mehr verstecken können, weil er ja nicht richtig laufen kann (Gleichgewichtsstörungen)


      Zunehmende Lähmungserscheinungen ... Hmm ... eher nein ...es sei denn, dass man die Bewegungsstörungen mit Lähmungserscheinungen gleichsetzt



      Aussetzen des Fluchtreflexes ... *ähm* ... nunja ... er liegt ständig auf dem Rücken ... wenn ich ihn umdrehe, dann hat er schon - als er noch im großen Becken war - versucht zu entwischen, aber der Fluchtreflex ist verzögert bzw. setzt aus ...


      Eingeklapptes Abdomen ... nein ...


      Verlust von Gliedmaßen ... ja - beide Scheren ... sonst sind alle Beine vorhanden, soweit ich das habe sehen können ...


      Seitliches Umkippen ... jein - er liegt auf dem Rücken ...

      Das mit der erhöhten Wassertemperatur kann ich ja noch mal ausprobieren ... irgendwie frage ich mich, ob es wirklich Krebspest sein kann, weil er immer noch lebt ...
    • Thema wurde von 2 Benutzern gelesen

        Till Duras