Centropyge bispinosa - Streifen-Zwergkaiserfisch

    • Centropyge bispinosa - Streifen-Zwergkaiserfisch

      Hallo zusammen,

      meinen vor ein paar Tagen angekündigten Neuerwerb in Form eines Streifen-Zwergkaisers, Centropyge bispinosa, möchte ich nun mal etwas genauer vorstellen.

      Es handelt sich hier um einen aus der Gegend um Afrika und vielen anderen Gegenden stammenden Fisch, der zur 32 Arten umfassenden Gattung der Zwergkaiserfische zählt.
      Zwergkaiser unterscheiden sich von den Verwandten ihrer Art der Kaiserfische durch ihre kleinere Körpergröße von 9 bis 10 cm und sind dadurch wesentlich einfacher auch in einem kleineren Becken haltbar,
      als dies bei ihrern größeren Verwandten möglich ist. Die Größe des Beckens sollte jedoch schon ab 500 Litern aufwärts umfassen.

      Zwergkaiser lieben gut strukturierte Becken, in denen sie ständig auf der Suche nach Nahrung unterwegs sind. Sie picken das Riffgestein und die Korallen ab, ohne letztere jedoch wirklich zu schädigen.
      Wenn man genauer hinschaut, kann man sehr gut erkennen, das lediglich lose Partikel abgegrast werden, ohne aber die Korallen dabei zu zerstören.
      Im Vergleich mit größeren Arten der Kaiserfische sind sie dementsprechend auch recht gut in einem Becken zu halten, in dem sich Korallenbestände in höherer Anzahl befinden.
      Ausnahmen bestätigen jedoch diese Regel, es gibt immer wieder Berichte, dass ein Zwergkaiser seine ihm nachgesagten Manieren vergisst und keine Korallen verschont, die ihm vor die Nase kommen.
      Man muss aber auch deutlich sagen, dass es sich hier um Ausnahmen handelt - und ob die nun wirklich bestätigt sind, weiß ich nicht.

      Ein Bispinosa ist in der Regel nicht wählerisch, was die Auswahl des Futters angeht. Das wichtigste für ihn sind die auf dem Lebendgestein nd im Becken wachsenden Algen, nach denen er den ganzen Tag auf der Suche ist. Flockenfutter und sämtliche gereichten Frostfuttersorten werden gerne und gierig angenommen.
      Auch Salat, Algen, Löwenzahn, Gurke und sogar Bananen werden ebenfalls gerne akzeptiert. Somit gehe ich davon aus, dass bei ausreichender und sortenreicher Fütterung keine größeren Übergriffe auf die Korallen stattfinden. Bisher ging das bei den drei anderen von mir gehaltenen Zwergkaisern eigentlich immer gut. Unbestätigten Aussagen zufolge wird es hier kritischer, wenn die Kombination der Körperfarben gelb und blau den Zwerg auszeichnen. Zwergkaiser mit diesen Farben sind da wohl eher weniger empfindlich, was die Vorlieben ihres Besitzers für die Korallen betrifft.

      Die Unterscheidung der Geschlechter soll sich aus dem verlängerten Kiemenstachel, oder aber der unterschiedlich geformten Schwanzflosse bestimmen lassen. Da mein Fisch leider eine nicht intakte
      Schwanzflosse hatte als ich ihn kaufte, ist mir eine Bestimmung daher leider noch nicht möglich. Ich vermute aber, dass es sich um ein Weibchen handelt, zumindest sieht es bei den wieder zusammenwachsenden Resten
      der Flosse deutlich danach aus. Weibchen haben eher eine abgerundete Schwanzflosse, wobei die Männchen über eine spitz auslaufende Flossenform verfügen.
      Die Bestimmung nach dem verlängerten Kiemenstachel ist mir leider nicht möglich, weil ich keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Fischen habe.

      Zwergkaiser der Gattung bispinosa sind wenig aggressiv, wenn sie einer bereits bestehenden Fischgemeinschaft hinzugefügt werden. Es gibt keine Streitereien, alle anderen Fische werden akzeptiert und nur wenig beachtet.
      Anders sieht es aus, wenn ein zweiter Zwergkaiser hinzukommt. Zwei Männchen der gleichen Art werden nur in seltenen Fällen akzeptiert, wenn sie bereits ausgewachsen sind. Die Paarhaltung ist allerdings
      gut möglich, da Zwergkaiser Geschlechtswandler sind. Das bedeutet, das bei gleichzeitigem Besatz eines kleinen und größeren Exemplars die Geschlechterwahl feststeht - großer Bock, kleineres Weibchen.
      Am sinnvollsten ist es beim Wunschbesatz zweier Tiere, sie gemeinsam in das Becken einzusetzen. Glück hat man, wenn man zwei Exemplare erwerben kann, die bereits beim Händler gemeinsam in einem Becken schwimmen.
      Optimal ist die Haremshaltung, also ein Männchen mit zwei oder mehreren Weibchen.

      Ich werde in der nächsten Zeit Ausschau nach einem zweiten Zwergkaiser halten, habe mich jedoch noch nicht auf einen bestimmten festgelegt.
      Jedenfalls werde ich dann mal berichten, welcher es geworden ist, und wie die Zusammenführung der beiden Tiere funktioniert hat.

      Mein Fazit für diesen Streifen-Zwergkaiserfisch ist bisher:
      Unkompliziert in der Haltung bei größerem Becken, schwieriger bei gleichzeitiger Haltung mehrerer Arten in kleineren Becken, die nicht ausreichend Platz zum Rückzug bieten.
      Für mich eine absolute Bereicherung in der bereits gepflegten Fischgemeinschaft.
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      Gruß - Ingo