25l Aquarien - Für die Fischhaltung unbrauchbar?


    • Duras
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    • 25l Aquarien - Für die Fischhaltung unbrauchbar?

      Hi,

      Ja, ich habe schonmal dadrüber geschrieben. Aber gerade in letzter Zeit werden wieder die Stimmen lauter, die Aquarien mit einem Fassungsvermögen von 25l für eine dauerhafte Haltung von Fischen für unbrauchbar halten, bzw. sogar als Tierquälerei bezeichnen. Gerade auf Facebook in allgemeinen Aquaristikgruppen hält sich diese Ansicht hartnäckig.

      Zuerst möchte ich sagen, die Endgrösse der Fische hat nur bedingt mit der Beckengrösse zu tun. Das Verhalten und der Platzanspruch spielen eine grössere Rolle. Ob solche Becken etwas für Anfänger sind, lassen wir mal dahingestellt. Wer einen einzelnen Betta splendens in so einem Becken halten will, der wird auch als Anfänger keine Probleme haben.
      Immer wieder wird auch verbreitet, dass es schwerer ist die Wasserwerte in so einem Becken stabil zu halten. Das stimmt allerdings auch nur bedingt. Die Wasserwerte lassen sich in 25l genauso stabil (mit dem gleichen oder sogar geringerem Aufwand) halten, wie in einem 150l Aquarium. Allerdings gebe ich zu, dass man schneller etwas verkehrt machen, bzw. Medikamente oder auch Dünger überdosieren kann. Aber das geht auch in grösseren Becken und ist ein Fehler des Betreibers und hat mit der Beckengrösse direkt nichts zu tun.

      Nun, warum sind viele Leute der Meinung, dass ein Aquarium für Fische mindestens 54l haben sollte? Das kommt von verschiedenen Gutachten und Vorschlägen (z.B. vom TVT). Aber mehr wie Gutachten, bzw Vorschläge sind es nicht. Es gibt in Deutschland kein Gesetz, was eine Beckengrösse vorschreibt. Warum wurden 54l als Minimum gewählt? Das kann ich leider auch nicht sagen, denn darauf hatte bisher niemand eine Antwort. Schaut man sich die Auswahl an Zierfischen an, so kommen nur sehr, sehr wenige Arten wirklich mit 54l aus. Meisst bezieht sich die Mindestgrösse bei einigen Fischarten auf Artenbecken. So gibt es keine Probleme, wenn man M. ramirezi pärchenweise in einem 54l halten will. Mit Beibesatz kann das aber schon zuwenig sein.

      Warum eröffne ich wieder einmal so eine Diskussion? Das hat einen einfachen Grund. Heute habe ich mein 25l Becken mit einem Pärchen Betta tussyae auseinandergepflückt. Eingesetzt hatte ich 1 Pärchen. Dadurch, dass das Aquarium schlecht beleuchtet wurde und vollgestopft mit Anubias und Javafarn war, konnte ich nicht sehen, wieviele Jungfische dadrin schwimmen. Heute habe ich 29! Fische aus dem Becken geholt. Mit dabei waren 5 ausgewachsene Tiere (4 Männchen, 1 Weibchen, von denen ein Männchen und ein Weibchen das eingesetzte Pärchen waren), ca. 12 halbwüchsige Männchen und 3 halbwüchsige Weibchen. Von den restlichen 9 konnte ich das Geschlecht noch nicht erkennen.
      Was ich damit sagen will:
      Die Tiere vermehren sich in dem Becken, kommen sich nicht in die Quere, zeigen volle Farbe und zeigen auch sonst keine Probleme. Klar, so langsam müssen einige Tiere ausziehen. Aber für ein Pärchen sind 25l ausreichend. Ich habe das Pärchen auch mal in 12l angesetzt. Rein zur Paarung ist das auch ok, aber dauerhaft ist das zu klein. Hier kam es zu leichten Flossenschäden bei dem Weibchen, was bei 25l nicht vorkam.

      Auch bei meinen Betta uberis wimmelt es von Jungtieren. Betta channoides und albimarginata habe ich ebenfalls schon in 25l getestet. 2 Männchen mit einem Weibchen gehen da auch. Allerdings muss man dann die Jungtiere extra aufziehen. Es gibt aber noch einige andere Bettaarten, die man gut in 25 halten kann (z.B. Betta persephone, miniopinna, brownorum, coccina und noch einige andere Arten). Im Bereich der Prachtguramis oder auch Killifische gibt es ebenfalls noch einige Arten, die sich richtig gut in so kleinen Becken halten lassen. Elassoma okefenokee und Elassoma evergladei sind schwer zu bekommen, aber durchaus auch für kleine Becken geeignet.

      Was ich gleich sagen kann, das ist, dass 25l Becken NICHT als Gesellschaftsbecken geeignet sind. Auch die Anzahl der Tiere in so einem Becken ist begrenzt. Aber es ist durchaus möglich gewisse Fischarten auch dauerhaft in so einem Becken zu halten. Das Problem bei vielen passenden Arten ist allerdings, dass diese arten entweder ans Wasser oder aber ans Futter gewisse Ansprüche stellen. Ich habe z.B. bisher keine Prachtguramis gefunden, die an Frostfutter gehen. Lebendfutter ist Pflicht. Ebenso brauchen viele Arten einen recht niedrigen pH. Da sollte man zumindest wissen, wie man den pH dauerhaft senken kann.

      Gruss
      Sascha
    • Hallo Sascha,

      wie Du geschrieben hast, kann das bei bestimmten Fischarten zur Paarhaltung oder Artbecken möglich sein.

      Leider wird es oft falsch verstanden und es wird doch gemischt, nur die Gesamtzahl reduziert und das funktioniert nunmal nicht.
      Gruß Jens - Olaf


      24-7-365 -- das ist nicht meine Telefonnummer.
      Das ist die Einsatzbereitschaft der
      Freiwilligen Feuerwehr.
    • HiHi Sascha

      Eigentlich gibt es da ja gar keine Diskussion. Ja, Aquarianer, die wissen, was sie tun und klarkriegen, was sie machen, können natürlich in solchen Pfützen geeignete Fische halten. Aber die werden erst gar nicht fragen, sondern es einfach TUN!

      Wer darüber diskutieren muss, dem würde ich sofort abraten! Denn der sollte erst mal Erfahrungen mit einem größeren Becken sammeln. Denn so ganz auf die Schnelle würde ich die alte Erfahrung, dass größere Wasservolumen stabiler und fehlerfreier laufen, nicht beiseite wischen…

      Sind wir doch mal ehrlich: Die meisten Aquarianer kaufen ihre Fische in Zooläden. Und wenn ich das Angebot da im Geiste Revue passieren lasse, in einem normalen durchschnittlichen Zooladen oder Baumarkt gibt es keine drei Fisch-Arten, die für ein 25-er Becken passen würden.

      Das ist für mich der Punkt!

      LG
      Stefan
    • Hallo Sascha,

      es stimmt, es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die die Mindestgröße von Aquarien festschreibt. Wie du schon schreibst gibt es lediglich entsprechende Gutachten.

      Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurde ein Gutachten zum Tierschutz u.a. bei der Zierfischhaltung erstellt. Im Streitfall oder in dem Fall in dem zuständige Behörden (u. a. Veterinärämter und Polizeibehörden) über die Einhaltung des Tierschutzgesetzes zu entscheiden hätten, würde mit großer Wahrscheinlichkeit dieses Gutachten zur Entscheidungsfindung herangezogen werden.

      In dem Gutachten heißt es: "54 Liter Aquariumvolumen sind als Mindestmaß für die dauerhafte Haltung anzusehen". Und wie bei so vielen Gesetzen, Verordnungen und Erlassen (hier ein Gutachten) ist es überflüssig nach dem Sinn oder den Gedanken des Erstellers zu fragen.

      Hier mal das Gutachten: BMEL - Tierschutzleitlinien
      Viele Grüße aus Gillersheim

      Peter
    • Hey,

      Prestutnik12 schrieb:


      Sind wir doch mal ehrlich: Die meisten Aquarianer kaufen ihre Fische in Zooläden. Und wenn ich das Angebot da im Geiste Revue passieren lasse, in einem normalen durchschnittlichen Zooladen oder Baumarkt gibt es keine drei Fisch-Arten, die für ein 25-er Becken passen würden.


      Poecilia wingei ,Betta splendens ,Corydoras pygmaeus/habrosus,Aspidoras pauciradiatus und Trichopsis pumila gehören zu oft geführten Arten und all diese Arten habe ich bereits erfolgreich in 40x25x25 gepflegt .
      Vorteile haben kleine Artbecken definitiv .
      Während mir C.pygmaeus in 200 Litern mit M.opercularis verhungerten ,blühen die kleinen Tierchen im kleinen Becken wirklich auf .
      Oft wird vergessen ,dass die Körpergröße eine Art für kleine Becken qualifiziert ,dies ist jedoch schwachsinnig!
      Hyphessobrycon amandae ist ein gutes Beispiel,die Tiere hielt ich ebenfalls in 40x25x25 ,bis ich sie in 100x30x30 umgesetzt habe ,genau wie Danio margaritatus handelt es sich hier um schwimmfreudige Tiere ,denen man mit so kleinen Becken nie gerecht werden kann.
      Ein (wo wir schon die ganze Zeit bei 40x25x25 sind) 25 Liter Becken ist auch nicht schwerer zu betreiben ,als ein größeres Becken.
      Man hörte ja früher auch oft die These : Kleine Becken "kippen" schnell.
      Ebenfalls Schwachsinn,außer man nimmt ein Beispiel ,wie : Ja aber natürlich kippt das biologische System im 25er schneller ,wenn man dort 500ml Kakao reinkippt ,als ein 200er.
      Die "magischen" 54 Liter haben sich leider in viele Köpfe gebrannt ,nimmt man (ausschließlich) diese Empfehlung als Maß für die Haltung von Fischen ,so wäre ein Glyptoperichthys auf 54 Litern zu akzeptieren ,während ein Betta in 20 Liter vollkommen verwerflich wäre.
      MfG,
      David
    • Prestutnik12 schrieb:



      Sind wir doch mal ehrlich: Die meisten Aquarianer kaufen ihre Fische in Zooläden. Und wenn ich das Angebot da im Geiste Revue passieren lasse, in einem normalen durchschnittlichen Zooladen oder Baumarkt gibt es keine drei Fisch-Arten, die für ein 25-er Becken passen würden.

      Das ist für mich der Punkt!



      Nabend Stefan, da bin ich ganz deiner Meinung. :top:
      Gruß Wolfgang
      ___________________
    • Hi,

      Da muss man auch ganz deutlich unterscheiden zwischen Normalaquarianer (ich nenns einfach mal so) und jemanden, der sich spezialisiert. Einem Anfänger würde ich zu einem 112l (und nicht 54l) raten. Warum? Nicht weil es stabiler läuft, sondern eher, weil man daraus ein viel besseres Gesellschaftsbecken machen kann, als in einem 54l. Ein 25l taugt (für mich) nichts als Gesellschaftsbecken.
      Auch muss ich zugeben, dass die Fischarten, die sich dadrin halten lassen, kaum in einem normalen Zoogeschäft auftauchen. Kap Lopez findet man öfters oder auch Knurrende Zwergguramis. Ebenso den Betta splendens.
      Ich kenne vielleicht an die 20 Arten, die sich problemlos dadrin halten lassen. Davon im Zoogeschäft bekommt man vielleicht 5.

      Ich hab nur immer wieder das Gefühl, dass alle paar Wochen/Monate wieder so eine Welle durch das Internet geht, bei der Leute niedergemacht werden, die solche Becken benutzen. Aber nicht nur das. Neulich wollte jemand Bilder der Anlage eines Züchters sehen. Dieser sagte aber, er wird seine Anlage nicht im Internet zeigen, da es genügend Leute gibt, die sich über seine Anlage aufregen werden. Ich finde sowas immer wieder schade, dass gewisse Dinge nicht gezeigt werden können, da sich zuviele Leute mit falschen Vorstellungen/Wissen einmischen.
      Ich bin neulich mal darauf hingewiesen worden, dass ich gefälligst das Tümpeln sein lassen soll, weil ich unseren einheimischen Fischarten das Futter wegnehme (ich tümpel nur in fischfreien Gewässern, wegen der Parasiten). Eine Bekannte ist angezeigt worden, weil sie im Internet das Ergebnis ihrer Tümpeltour gezeigt hat. Ein anderer Bekannter hat Bilder seiner Fangtour in Thailand gezeigt und wurde dafür angemacht, weil er Wildfänge aus der Natur entnimmt. Dabei hat er die Fische in Schlammlöchern gefangen, die jetzt im Hochsommer sowieso austrocknen.
      Das sind so Geschichten, die mich immer wieder mal antreiben gewisse Beiträge zu schreiben und den einen oder anderen Anfänger wachzurütteln und auch eine andere Sichtweise zu zeigen.
      Ich kann mich ja auch an meine Anfänge erinnern und wie ich gewisse Dinge gesehen habe. Gerade die Aquaristik hat viele Wege und nur selten ist ein Weg der Richtige.

      Edit: Was die Stabilität kleiner Becken angeht, so seh ich vor allem ein Problem in der Haltung der Temperatur. Kleine Becken heizen sich schnell mal auf. Vor allem, wenn es diese Cubes sind, die eine enorm starke Beleuchtung haben. Meine, mit billigen LED-Beleuchteten, Becken haben damit keine Probleme. Aber kleinere Becken lassen sich auch besser abkühlen, wie grosse.

      Gruss
      Sascha
    • Duras schrieb:



      Ich hab nur immer wieder das Gefühl, dass alle paar Wochen/Monate wieder so eine Welle durch das Internet geht, bei der Leute niedergemacht werden, die solche Becken benutzen. Aber nicht nur das. Neulich wollte jemand Bilder der Anlage eines Züchters sehen. Dieser sagte aber, er wird seine Anlage nicht im Internet zeigen, da es genügend Leute gibt, die sich über seine Anlage aufregen werden. Ich finde sowas immer wieder schade, dass gewisse Dinge nicht gezeigt werden können, da sich zuviele Leute mit falschen Vorstellungen/Wissen einmischen.
      Ich bin neulich mal darauf hingewiesen worden, dass ich gefälligst das Tümpeln sein lassen soll, weil ich unseren einheimischen Fischarten das Futter wegnehme (ich tümpel nur in fischfreien Gewässern, wegen der Parasiten). Eine Bekannte ist angezeigt worden, weil sie im Internet das Ergebnis ihrer Tümpeltour gezeigt hat. Ein anderer Bekannter hat Bilder seiner Fangtour in Thailand gezeigt und wurde dafür angemacht, weil er Wildfänge aus der Natur entnimmt. Dabei hat er die Fische in Schlammlöchern gefangen, die jetzt im Hochsommer sowieso austrocknen.

      Gruss
      Sascha


      Jooo, auf Aquarianer virtuell einprügeln, weil sie ganz bestimmte Fische verantwortungsbewusst, versiert und artgerecht in kleinen Becken halten und ........ selber Käfigeier und Tierfabrikfleisch essen. :ablv:
      Mann ey, wie mir diese und ähnliche Arten von Tierliebe aufm Keks gehen! :motz:
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Schwartzii schrieb:

      Gutachten Stand: 1998.. ob das noch so herangezogen werden sollte :schiel:


      Die Fische haben seit dem nicht verändert. Dieses Gutachten geht aber von den handelsüblichen Fischen aus und von der Situation eines Gesellschaftsaquarium.

      Auffällig ist, dass die Ablehung kleiner Aquarien ausschließlich von Leuten kommt die selber keine wirkliche Erfahrung damit haben und auch nur in Gesellschaftsbeckenkategorien denken können. Sobald jemand ein, zwei Schritte weiter gegangen ist sich und nicht unbedingt mit L-Welsen, Cichliden o.ä. beschäftigt wird er sehr wohl den Sinn und die Zweckmäßigkeit der kleineren Aquarien kennen und diese zu schätzen wissen. Als Artbecken. Auch gute Leute die selber nur größere Fische und Aquarien haben wettern nicht gegen kleine Aquarien.
      Ich habe noch nie jemanden erlebt, der wirklich Ahnung von Aquaristik hatte aber kleine Aquarien als fischungeeignet abgelehnt hat, noch nie.
      Regionalgruppe Nord der DKG: www.killi.org/RG-Nord/
      22.10.2016: Dr. Frank Strozyk, Aachen: "anspruchsvolle Labyrinthfische vermehren" - Vom Großmaul-Kampffisch bis zum Zwergschokoladengurami
    • Moin,

      Parat schrieb:

      Ich habe noch nie jemanden erlebt, der wirklich Ahnung von Aquaristik hatte aber kleine Aquarien als fischungeeignet abgelehnt hat, noch nie.
      na dann wird es ja mal Zeit.... :-) !Ich persönlich habe in den letzten Jahren noch nie den Sinn darin verstanden, warum man mit aller Gewalt Wirbeltiere dauerhaft in so kleinen Behältnissen pflegen muss. Nur weil es geht, heißt es noch lange nicht, dass es gut ist...!!!Zudem sei noch zu erwähnen, dass "Züchtbar" noch lange nicht auch "Haltbar" bedeutet.grußAlex
    • Hey,
      genau solche Ansichten sind die gegebene Problematik.
      Es ist keine praktische Erfahrung vorhanden und kritische Aussagen entstammen dem Bauchgefühl.
      Solange man da keine Erfahrungen gesammelt hat ,sollte man sich mit Kritik eher zurückhalten.
      Ich habe auch keine Ahnung von Autos ,würde desshalb doch nie bemängeln ,dass mir das Lenkrad da nicht passt wo es platziert ist ;) .
      Hier im Anhang ist mein 40x25x25 Becken ,besetzt mit x N.davidi und x P.wingei (2/2 adult ).
      Bilder
      • 20150516_215112_2.jpg

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      MfG,
      David

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von David s. ()

    • Buschfisch schrieb:

      Moin,na dann wird es ja mal Zeit.... :-) !Ich persönlich habe in den letzten Jahren noch nie den Sinn darin verstanden, warum man mit aller Gewalt Wirbeltiere dauerhaft in so kleinen Behältnissen pflegen muss. Nur weil es geht, heißt es noch lange nicht, dass es gut ist...!!!Zudem sei noch zu erwähnen, dass "Züchtbar" noch lange nicht auch "Haltbar" bedeutet.grußAlex


      Weil eben nicht alle Fische in ihren Habitaten in großen und freien Bereichen leben und munter große Strecken schwimmen. Nicht wenige Arten sind an ganz kleine Habitate angepasst und dort leben sie und nur da. Die sind teilweise nicht mal mehr als wirkliches Gewässer erkennbar.
      Man denke an etliche kleine Laubkampffischem, an diverse Killifische und so weiter. Es gibt eine Aphyosemionart die hat gar keine Schwimmblase mehr weil sie in 1,2 bias 5cm hohen Wasser lebt, also ganz eng am Ufer. Im tieferen Wasser lauern die Fressfeinde.

      Es ist wirklich nicht so, dass Größe für alle Fische glückseligmachend ist. Und Du solltest davon ausgehen, dass etliche als sehr heikel und hinfällig beschriebene Arten es nur sind weil sie in großen Aquarien und damit ungeeigneten Aquarien gehalten werden.
      Regionalgruppe Nord der DKG: www.killi.org/RG-Nord/
      22.10.2016: Dr. Frank Strozyk, Aachen: "anspruchsvolle Labyrinthfische vermehren" - Vom Großmaul-Kampffisch bis zum Zwergschokoladengurami
    • Es ist ja so, dass es durchaus legitim ist, wenn ein "Gesellschaftsbecken-Aquarianer", der aquaristische NoGos mit gutem Grund verinnerlicht hat, wie z.B. das Vermeiden von Fischsuppen oder eben das Halten üblicher Fischarten in Becken unter 54l, dezent die Stirn runzelt und höflich zu Bedenken gibt, ob ein 25er für Fische nicht unzumutbar ist. Wenn dann aber so hochinteressante Fakten angeführt werden, wie z.B. diese:

      Parat schrieb:

      Weil eben nicht alle Fische in ihren Habitaten in großen und freien Bereichen leben und munter große Strecken schwimmen. Nicht wenige Arten sind an ganz kleine Habitate angepasst und dort leben sie und nur da. Die sind teilweise nicht mal mehr als wirkliches Gewässer erkennbar.
      Man denke an etliche kleine Laubkampffischem, an diverse Killifische und so weiter. Es gibt eine Aphyosemionart die hat gar keine Schwimmblase mehr weil sie in 1,2 bias 5cm hohen Wasser lebt, also ganz eng am Ufer. Im tieferen Wasser lauern die Fressfeinde.

      Es ist wirklich nicht so, dass Größe für alle Fische glückseligmachend ist. Und Du solltest davon ausgehen, dass etliche als sehr heikel und hinfällig beschriebene Arten es nur sind weil sie in großen Aquarien und damit ungeeigneten Aquarien gehalten werden.


      ....dann könnte man doch in sich gehen und zumindest in Erwägung ziehen, dass da was dran ist, anstatt die "Tierquälertröte" auszupacken. Mit letzterem meinte ich nicht Alex' sachlichen Beitrag. Schon klar!

      Parats Ausführungen erinnern mich übrigens.....lacht nicht.....an Babies, also an Menschenbabies. Es soll immernoch Leute geben, die das Pucken, also das sehr feste Einwickeln von Neugeborenen in ein Tuch für Kindesmisshandlung halten. Fakt ist aber, dass die Kleinen genau das wollen, weil sie die Enge im Bauch der Mutter gewöhnt sind. Ääh, okee, zurück zum Thema.... :lach:
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Hi,

      Ich habe ja meine Becken umgestellt, bzw. musste ich für einen Umbau alles leerräumen und umstellen. Dabei habe ich aus einem 25l Becken mit einem Pärchen Betta tussyae 29 Tiere herausgeholt. Aus einem 45l Becken mit 2 weiblichen und einem männlichen Betta uberis habe ich 20 Tiere herausgeholt (die ganzen kleinen habe ich nicht herausgefangen, aber da ist noch was drin). Bei meinen Betta persephone habe ich 17 Tiere aus einem 25l Becken geholt. Eingesetzt hatte ich ein Pärchen. Da haben sich übrigens gerade 1 Pärchen in einem 12l Becken gepaart, obwohl sich dadrin insgesammt 10 Tiere aufhalten und es eigentlich nur das Aufzuchtbecken ist.

      Ich habe diese kleinen Becken nicht, weil ich weiss, dass es eine Zeitlang geht. Das wäre mir nicht genug. Ich persönlich habe gleich bei der Bettawildformhaltung mit diesen Becken angefangen, weil ich von Erfahrungen sehr erfahrener Halter profitieren konnte (dadrunter Michael Scharfenberg, Thomas Weiblen und Martin Hallmann). Die beiden (und einige andere) haben das schon über Jahre getestet. Natürlich müssen gewisse Kriterien erfüllt werden, um sagen zu können, die Fische können dauerhaft in so einem Becken gehalten werden.
      Es reicht nicht, dass sie eine Zeitlang dadrin überleben und auch nicht nur die Vermehrung spielt eine Rolle. Ein Pärchen Skalare überlebt auch eine längere Zeit in 25l. Das sowas natürlich absolut unpassend ist, dadrüber brauchen wir uns nicht streiten. Man kann das aber sehr gut erkennen, wenn etwas nicht stimmt. Vor allem Bettawildformen zeigen durch Stresstreifen sehr gut an, wenn es Probleme gibt.
      Damit eine Beckengrösse ausreicht, müssen für mich folgende Dinge zutreffen:
      1. Der Fisch muss seine Endgrösse erreichen können, um Deformierungen usw. auszuschliessen.
      2. Der Fisch muss seine natürliche Färbung zeigen, darf keine Stresstreifen haben, bzw. blass sein usw.
      3. Eine Vermehrung muss stattfinden, bzw müssen die Fische zumindest balzen oder sich sogar paaren.
      4. Das Schwimmverhalten muss ausgelebt werden können.
      5. Die Fische müssen ihre Reviere bilden können, ohne das andere Fische in diesem Becken ihnen dabei in die Quere kommen.
      Und der wichtigste Punkt: 6. Die Fische müssen ihr mögliches Alter erreichen.

      Wenn das alles gegeben ist, dann passt die Beckengrösse auch auf Dauer. Gerade das Alter, welches ein Fisch erreicht, gibt doch entgültig Klarheit dadrüber, ob alles gepasst hat oder nicht. Ich habe auch 2 Fischarten auf 12l ausprobiert. Von meinem Vercuh mit Betta tussyae habe ich schon berichtet. Das ging bis zur Eiablage gut. Danach gabs Flossenschäden für das Weibchen und es gelang dem Weibchen nur schlecht sich in diesem 12l Becken zu verkriechen, trotz sehr dichter Bepflanzung und Verstecke in Form von Höhlen. Für mich war das Becken für ein Pärchen auf Dauer zu klein. Bei 25l gabs diese Probleme nicht mehr.
      Und der 2. "Versuch", den seh ich im Moment. 12l Aufzuchtbecken für Betta persephone. Es kommt bei 8 Männchen und 2 Weibchen zur Paarung UND das Schaumnest bleibt bestehen, bzw. dürften die Eier heute irgendwann schlüpfen. Gut, hier würde ich sagen, für diese grosse Anzahl an Jungtieren ist so ein kleines Becken nichts. Die ziehen auch nächste Woche um. Aber 12l ist für ein Pärchen durchaus geeignet. Man muss die Fische nur mal beobachten. In 25l mit einem Pärchen besetzt das Männchen eine Höhle (in Form von einer Filmdose) und wirklich nur wenige Zentimeter drumherum. Das Weibchen wird nur wenige Zentimeter vertrieben. Teilweise wird es auch garnicht vertrieben und baut mit am Schaumnest. Meine Jungfische haben jetzt fast ihre mögliche Endgrösse von 3,5cm erreicht und das bei anfangs 15 Tieren in 12l (5 Tiere habe ich bisher weitergegeben, bzw. wurden umgesetzt). Alle Kriterien, bis auf den letzten Punkt, wurden bisher erreicht.

      Gruss
      Sascha
    • Grüß Euch!

      Ich finde bei dieser sehr interessanten Diskussion auch sehr wichtig, wie die 25l "aufgeteilt" sind, also die Abmessungen des Beckens.

      Fische, welche z.B. bodenorientiert sind (einige Schneckenbuntbarsche, welche auch in der Natur nicht mehr als 15-30 cm2 Reviere beanspruchen), oder die genannten Oberflächenfische, sind in 25l Becken mit wenig Wasserhöhe, aber viel Grundfläche sicher besser aufgehoben, als in einer üblichen eher hoch orientierten Form.

      Habe z.B. ein Neolamprologus Brevi Paar jahrelang in einem Becken mit 35x35 Grundfläche und 20cm Wasserhöhe gehalten. Dort haben sie ihre volle Körpergröße entwickelt und Nachwuchs ohne Ende produziert.

      Weils so viel Nachwuchs gab (welchen ich gar nicht mehr abgeben konnte), wurden sie mit ihrem Schneckenhaus und mit einigem Nachwuchs in ein 250l Tanga-Becken überführt, wo auch Julidochromis lebten.
      Das Zuchtpaar hat sofort ihre Produktion eingestellt und der Nachwuchs hat zwar paarweise Schneckenhäuser bezogen, aber selbst nach Jahren nie ihre "Endgröße" erreicht.

      Nun kann man sich fragen, wo sie "glücklicher" waren. Eigentlich unnatürlicher Weise alleine auf kleinem Raum, oder "natürlicher" mit viel Platz, aber Streß mit den Nachbarn.

      LG
    • Moin,

      dass letzte Beispiel zeigt aber, dass das größere Becken von der Vergesellschaftung und wohl auch von der Beckeneinrichtung nicht geeignet für die Schneckenbuntbarsche ist.

      Fische werden nicht krankheitsabfälliger oder Schreckhaft nur weil sie in ein größeres Becken gesetzt werden. Die artgerechte Vergesellschaftung und Einrichtung des Beckens stehen hier natürlich an oberster Stelle. Die Begründung dass kleine Fische in größeren Becken verhungern halte ich für Humbug, hier wurde dann offentsichtlich etwas falsch gemacht.

      Gruß

      Alex
    • Servus!

      250l sehr gut strukturiert, hinten unzählige Höhlen, im Vordergrund Sand mit vielen original Neotauma Schneckengehäusen, gleiches Wasser wie im Kleinen, 3 Paare Brevis (und Einer der aus unerfindlichen Gründen frei schwimmt) und rund 10 Julis (welche auch im Tanga-See zu den Nachbarn zählt) ist wohl kein so schlechtes Konzept, daß man da von ungeeigneter Zusammenstellung oder unpassender Beckeneinrichtung sprechen kann.

      LG
    • Buschfisch schrieb:

      Fische werden nicht krankheitsabfälliger oder Schreckhaft nur weil sie in ein größeres Becken gesetzt werden. Die artgerechte Vergesellschaftung und Einrichtung des Beckens stehen hier natürlich an oberster Stelle. Die Begründung dass kleine Fische in größeren Becken verhungern halte ich für Humbug, hier wurde dann offentsichtlich etwas falsch gemacht.


      Das ist kein Humbug, es ist so. Ich spreche nicht von handelsüblichen Fischen, ich spreche z.B. von Spectrolebias costai, diversen kleinen Parosphromenus und kleinen Bettas, von Indostomus und solchen Fischen. Die sind einfach weg, wenn Du sie in große Aquarien setzt.

      Und wie schon angedeutet, es macht sich gut echte Erfahrung zu haben bevor man sich mit dicken Ansagen verhebt. Meinung ersetzt nun einmal keine Ahnung.
      Regionalgruppe Nord der DKG: www.killi.org/RG-Nord/
      22.10.2016: Dr. Frank Strozyk, Aachen: "anspruchsvolle Labyrinthfische vermehren" - Vom Großmaul-Kampffisch bis zum Zwergschokoladengurami
    • Hey,

      ob ein Konzept in der Praxis ebenso gut ist wie in der Theorie, zeigt sich erst im Nachhinein! Da geschrieben wurde, dass es Stress mit den Nachbarn gab bzw. noch gibt, ist eine fehlerhafte Pflege offensichtlich! Das eine Haltung con Schneckenbuntbarschen im Gesellschaftsbecken ohne Probleme mit gesunden Tieren möglich ist, habe ich selber schon oft gesehen!

      Zudem möchte ich erwähnen, dass ein größeres Becken nicht automatisch ein Gesellschaftsbecken sein muss...!


      Gruß

      Alex