Diskrete und indiskrete Themen


    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Diskrete und indiskrete Themen

      Hallo,

      Ich hab mal ne allgemeine Frage, und zwar:

      Nehmen wir als Beispiel, jemand stellt sein Aquarium vor. Alles gut- 240l mit Skalaren.

      Wahrscheinlich wird sofort angefangen, dem zu erklären, dass das Aquarium nicht für die Haltung von Skalaren geeignet ist.
      Auf jeden Fall mal, wenn es ein normales mit Höhe 45cm hat, oder?

      Warum aber wird darüber kein Sterbenswörtchen gesagt, wenn z.B. jemand ein Pflanzenproblem-Thema anfängt, derjenige in seinen Angaben seine Beckengröße und seinen Beckenbesatz aber angiebt? Also klar- es geht um die Pflanzen- aber ich wunder mich trotzdem darüber.

      Vielleicht könnt ihr mir das ja mal irgendwie erklären :schaem:
    • Hey Franzi,

      ich versuche das mal zu erklären.

      1.) Einen eigentlichen Unterschied gibt es nicht.

      2.) Bei einer Beckenbeschreibung zu einem Pflanzenproblem wird wahrscheinlich in erster Linie auf das bestehende Problem eingegangen und erst später auf andere Problemfelder.

      240 Liter für Skalare ist ja grundsätzlich nicht verkehrt. Es bedarf weiterer Angaben zu Menge, Beibesatz usw.. Gerade bei Skalaren gibt es unterschiedliche Empfehlungen zu den Haltungsbedingungen.

      Der Handel verkauft Skalare auch für deutlich zu kleine Becken, da nicht die Haltungsbedingungen zählen, sondern der Profit. Dieser Profit steigt sogar noch an, wenn die Tiere nicht lange Leben und der Kunde neue Tiere kauft.

      Der Züchter oder normale Aquarianer wird Dir dann schon eher die Sichtweise aus der Praxis geben. In der Praxis kann ein Becken gerade für Skalare nicht groß genug sein. Manche sprechen von mindestens 200, andere von mindestens 300 Liter. Nur selten wird bei dieser Angabe aber die Menge der Tiere erwähnt.
      Dazu gilt es auch zu beachten, wie das Becken aufgebaut und der Beibesatz gewählt worden ist.

      All diese Empfehlungen sind insbesondere dann wichtig, wenn jemand einen entsprechende Besatz plant. Sind wir doch mal ehrlich : Ist der Besatz da und man ist damit zufrieden, werden nur die wenigsten sich wegen einen nicht ausreichenden Beckens, von ihrem Besatz trennen.

      Ich kenne 112 Liter Becken mit 6 - 8 Skalaren drin. Diese Tiere stehen dicht an dicht, können keine Reviere bilden und auch nicht im Schwarm schwimmen. Das ist ähnlich, wie mit 12 Leuten 1 Whirlpool zu besetzen, geht, ist aber nicht schön und man hält es nur kurz aus.

      Wenn man mal gesehen hat, wie viel natürlicher Skalare und andere größere Fischarten sich bei ausreichendem Platz verhalten, wird jeder schnell selber auf die Idee kommen, das auch so haben zu wollen.

      Besatz in zu kleinen Becken oder unter anderen Haltungsfehlern führt zu einem deutlichem Stressanstieg, die Organe deformieren, die Fische werden durch Bewegungsmangel träge und verfetten. Sie sterben deutlich früher als unter anderen Haltungsbedingungen. Ich kenne Aquarienbesitzer, da habe ich persönlich die Beratung eingestellt. Diese machen eh, was sie wollen. Wenn dann nach 2-3 qualvollen Jahren die Tiere eingehen, werden sie halt neu gekauft. Im Becken auf der Arbeit schwammen bis zum Herbst noch Skalare, die waren über 20 Jahre alt. Die 2 Haibarben im Becken sind bereits 1989 in das Becken gesetzt worden und haben eine stattliche Länge von über 20 cm ( Das Becken hat 600 Liter bei 2 m Länge).

      3.) Verantwortungsvolle Aquarianer informieren sich im Vorfeld, welche Haltungsbedingungen der geplante Besatz benötigt und richten danach ihre Becken aus. Dann gibt es auch nur selten Probleme. Anderenfalls sollte man das Hobby garnicht erst betreiben.
      Gruß Jens - Olaf


      24-7-365 -- das ist nicht meine Telefonnummer.
      Das ist die Einsatzbereitschaft der
      Freiwilligen Feuerwehr.
    • Hey,
      nun sind 120x40 an Fläche für P.scalare meiner Erfahrung nach schon zu wenig.
      Die Höhe von 50cm ist bei handelsüblichen Tieren kein Thema ,bei Wildfängen und P.Altum ist es selbstverständlich nicht so.
      Pterophyllum scalare ist nicht monogam ,ergo werden auch mal Partner gewechselt ,sofern vorhanden.
      Und hier kommen wir zu einer Problematik ,die sich in die Köpfe gebrannt hat:
      Die Paarhaltung.
      Oft ist es nicht einmal ein Paar ,sondern zwei verschiedengeschlechtliche Tiere ,die zusammengesetzt werden und es noch keinen Toten gab.
      Man liest häufig von "verkrachten" Paaren ,so einfach ist es jedoch nicht.
      Bei Pterophyllum ist ,wie bei Symphysodon grundsätzlich die Gruppenhaltung zu erstreben.
      Die Tiere weisen in der Gruppe eine klare Rangordnung auf!
      Ich hielt 5 Tiere von klein an auf 120x50x50 ,funktionierte wunderbar.
      Dann meinte ich ein Paar zur Nachzucht in 55x55x65 separieren zu müssen ,direkt nach der Entnahme fingen zwei der restlichen drei Tiere an sich stark zu bekämpfen ,auch das Zurücksetzen des Paares half nichts.
      Das Becken war zu klein ,um genügend Fluchtstrecke zu bieten ,also musste ich die Tiere abgeben.
      Also was ich lernte:
      -"Never change a running system" Wenn die Tiere eine funktionierende Rangordnung haben ,nicht einmal daran denken da etwas zu ändern!
      - Für Unterlegene muss a) genügend Fluchtraum und b) genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sein!
      - Mit der Paarhaltung in kleineren Becken wird man dieser Art nicht gerecht! Sie können so schlichtweg ihr Sozialverhalten nicht ausleben,wer keinen Platz für eine Gruppe hat ,der möge doch bitte von der Haltung ablassen.
      - 120x50x50 sind für eine eingespielte Gruppe vielleicht gerade mal an der untersten Grenze ausreichend ,ab 150x50 ist man auch auf der sichereren Seite.

      Im Sozialverhalten habe ich noch keine Unterschiede zu Symphysodon feststellen können .
      Würde ein erfahrener Diskushalter jemals die Paarhaltung (außerhalb der Zucht) empfehlen?
      Nein ,also wieso sollte es bei Pterophyllum anders sein (nur weil die Tiere günstiger gehandelt werden und somit erschwinglicher als Symphysodon sind ,werden ihnen gerne mal gewisse Eigenschaften abgesprochen ,die Eeindeutig gegen Paarhaltung sprechen.) ?
      MfG,
      David
    • Wenn ich Franzi richtig verstanden habe, war die Skalarhaltung zur ein Beispiel. Speziell darum ging es ihr nicht. Sondern darum, weshalb eine möglicherweise nicht artgerechte Fischhaltung, in einem Thread in dem es eigentlich um Pflanzen geht, nicht kritisiert wird.

      Ja, Franzi, das würde mich auch irritieren, habe aber so einen Thread noch nicht bemerkt hier. Wohl deshalb, weil ich selten in der Pflanzenrubrik lese....mangels Problemen diesbezüglich.:-)
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Hi,

      Ich muss ganz ehrlich sagen, ich halte mich aus vielen solcher Fälle heraus. Das hat einfach den Grund, dass ich nicht jede Fischart gehalten habe, bzw. mich nicht wirklich so gut damit auskenne, dass ich eine passende Beckengrösse angeben möchte.
      Wenn es um Kampffische geht, kann ich da durchaus mitreden. Aber gerade das Beispiel zeigt es ganz deutlich: Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Gerade wenn es grenzwertig wird. Ich persönlich sage z.B. M. ramirezi kann man auch in 54l halten. ABER ohne weiteren Besatz. Wenn sich das Pärchen natürlich streitet und nicht zueinander findet, kann man ebenfalls Probleme bekommen. Also einem Anfänger ohne Ausweichbecken kann ich keine 54l empfehlen, was aber (meiner Meinung) in gewissen Fällen durchaus ausreichend ist.
      Passende Beckengrössen sind immer eine heikle Sache, bei denen es schnell zu grossen Streitereien kommen kann. Da misch ich mich wirklich nur ein, wenn ich Ahnung habe oder zumindest Bedenken (z.B. 2 Pärchen Zwergbuntbarsche auf 112l).

      Ein anderes Beispiel:
      Kap Lopez. Die hatte ich (4 Weibchen mit einem Männchen) auf 25l und das ging nicht wirklich gut. Andere hatten damit keine Probleme. Ich kann jetzt nur sagen, bei mir hat es nicht geklappt. Genauso habe ich keine Probleme 2 Pärchen Betta smaragdina in 54l zu halten. Andere haben das nicht geschafft. Die Erfahrungen sind bei diesem Thema eben auch immer unterschiedlich.

      Gruss
      Sascha
    • Hallo, zusammen und erst mal vielen Dank für die regen Antworten.

      Also ich meinte damit auch wirklich Skalare als Beispiel- aber egal.

      Schwer zu erklären, denn einerseits ist man froh, wenn man jetzt ZUM BEISPIEL ein Pflanzenproblem hat und dann aber bloß über den Besatz diskutiert wird- das ist dann auch nervtötend.
      Aber andererseits waren eben meine Anfangsgedanken, dass es ja dann nicht soo schlimm sein kann mit dem Besatz, wenn bloß bei direkter Fragestellung zum Fischbesatz Meinungen gebracht werden.

      Allerdings habt ihr es alle schön geschrieben, dass hier einfach das Problem vorliegt:

      10 Menschen- 10 Meinungen (bzw was Aquaristik angeht wohl 10 verschiedene Erfahrungen)


      Ich fand es bloß überhaupt einmal interessant zu wissen, warum das jetzt eben so ist :grinz:


      :wink:
    • Seit meinem 9ten Lebensjahr habe ich Aquarien, immer wollte ich, dass es die Fische (egal welche) gut bei mir haben. Die Pflanzen sind dabei oft zu kurz gekommen. Jetzt bin ich 44 und muss sagen das sich das Verständnis für's Aquarium in den letzten 10-15 Jahren bei mir völlig geändert hat. Meine Erkenntnis ist, nur wenn die Pflanzen gesund sind geht es auch den Fischen gut. Wer also versucht seinen Pflanzen ein gutes "Heim" zu geben, sorgt auch für seine Fische. Die Arbeit im und mit dem Aquarium ist viel weniger und ich kann mir mehr Zeit für die Beobachtung nehmen.
      Minimalismus bedeutet nicht, nichts zu haben, sondern keinen Ballast zu haben.
    • Irgendwie habe ich schon immer geahnt, dass mich dieser AQ-Stammtisch intellektuell überfordert. Ich blick's nimmer, grad! :popcorn:
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Schleierkampffisch schrieb:

      Hallo,

      Äh, das mag sein, aber was hat denn das mit dem Thema zu tun? :denknach: OoO

      Warum aber wird darüber kein Sterbenswörtchen gesagt, wenn z.B. jemand ein Pflanzenproblem-Thema anfängt,


      Wollte damit sagen das die Pflanzen in einem Aquarium eine sehr wichtige Rolle spielen( biologisch / chemisch) und nicht nur Deko sind. Ich behaupte mal das ein großteil der Aquarianer sich nicht wirklich gedanken drüber macht wie gut es den Pflanzen geht.



      Wie sieht es denn in einem pflanzenlosen Tanganjika oder Malawibecken aus, geht es da etwa den Fischen nicht gut?

      Hätte nicht gedacht das von dir so eine Frage kommt !
      Mit deiner Erfahrung weißt du sicher das in pflanzenlosen Aquarien die Wasserqualität durch etsprechend effiziente Filter und Sauerstoffzugabe aufrecht erhalten wird anders fuktioniert es ja nicht.
      Minimalismus bedeutet nicht, nichts zu haben, sondern keinen Ballast zu haben.
    • Uwitsch schrieb:

      Hätte nicht gedacht das von dir so eine Frage kommt !


      HiHi Uwe

      Ach, ich habe das eigentlich so verstanden, dass sowohl Wolfgang als auch Gisela und ich das als lustig-augenzwinkernde „Einwände“ gemeint haben… (Also ich wollte mit meiner Antwort einfach nur Wolf zum Grinzen bringen. Und jetzt natürlich Gisela Recht geben: Ich raffe hier vieles auch nicht so recht…)

      Ich glaube, es braucht hier jetzt keine Diskussion darüber, ob es Malawi-Becken geben kann oder nicht. Wollen wir uns nicht darauf einigen: Es gibt sie, aber sie sind so verdammt langweilig und öde?

      LG
      Stefan
    • Aqua-Wolf schrieb:

      Stefan, Stefan . . . auch Malawisee Becken sind schöne Hingucker, da ist nix mit langweilig und öde, auch diese Becken haben ihre Faszination.



      In einer Deutschstunde in der Schule würde man jetzt zu hören bekommen:

      Jetzt seit ihr gewaltig vom Thema abgekommen :grinz:

      Was letztendlich im Aquarium ist, ist jedermanns Sache.

      @Gisela:
      die 99 Antworten davor hab ich auch nicht kapiert :pfeifen: :zwinker:
    • Prestutnik12 schrieb:


      Und jetzt natürlich Gisela Recht geben: Ich raffe hier vieles auch nicht so recht…)



      Äääh, nach längerem Grübeln und im Dialog mit meinem Ego, muss ich mir selber widersprechen. Ich bilde mir ein, Franzis Frage sehr wohl verstanden zu haben und behaupte jetzt sogar extrem überheblich, dass ich die einzige bin. :teufel:

      Franzi geht es doch darum, dass bestimmte Haltungsfehler oft außer Acht gelassen werden, wenn es dem Threaderöffner darum gerade nicht geht, obwohl selbige offensichtlich sind. Extrembeispiel: Jemand jammert darüber, dass die Pflanzen in seinem 30er-Becken nicht gescheit wachsen udn erwähnt in einem Nebensatz, dass dieses Nano mit äh 10 Diskussfischen besetzt ist. Und dann wird darüber debattiert, welchen Dünger der User verwenden sollte und dass er die Beleuchtung optimieren sollte. Niemand weist ihn aber darauf hin, dass sein 30er für Diskusse ein Idee zu klein ist.

      Franzi bitte, bitte, sag, dass ich dich richtig verstanden habe!! :thankyou:im voraus!! :zwinker:
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Hallo zusammen

      Gisela, ahnte ich nicht, dass die in Chapter 11 formulierte Devotionserklärung recht bald von der Rückkehr Deines narzistischen Egos überwunden würde? Die Frage hast Du also sonnen-klar, was ist Deine Antwort?

      Für mich sei diese Bemerkung ausreichend: Die Welt der Internetforen ist eine Welt der sich tummelnden Blockwarte, Neo-Trotzkisten, Besserwisser, Taliban und Andere-in-den-Senkel-Steller. Wohltuend ist es, sowas zu lesen!

      Duras schrieb:

      Ich muss ganz ehrlich sagen, ich halte mich aus vielen solcher Fälle heraus. Das hat einfach den Grund, dass ich nicht jede Fischart gehalten habe, bzw. mich nicht wirklich so gut damit auskenne...


      Wenn Saschas Position beherzt würde, würde die Qualität der Foren deutlich steigen! Wenn Leute, die niemals Bettas hatten, nicht ungefragt über Betta-Becken-Größen fabulieren würden. Das gleiche mag für Diskus, Salmler und Skalare gelten. Ich weiß aus eigener Erfahrung: Die Tugend, mal die Klappe zu halten, wenn man selber eigentlich gar nichts aus eigener Anschauung weiß, ist eine andauernde Herausforderung in Internet-Foren!

      Genauso wie der Verzicht auf die Neigung, in Hilfe-Threads unbedingt Fragen beantworten zu wollen, die eigentlich gar niemand gestellt hat... Und sei es im Lichte einer überlegenen Moral.

      Meine 5 Cent,
      Stefan

      P.S. Mal ehrlich: Ich finde schon, dass das in unserem Forum hier eigentlich ganz gut und freundschaftlich klappt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Prestutnik12 () aus folgendem Grund: Neo-Trotzkisten MUSSTE dazu!

    • Hallo zusammen!

      Ich wage mal die Theorie, dass das Thema dieses Threads nicht diskret/indiskret ist, sondern vielmehr direkte/indirekte Themen!
      Sonst macht dat nämlich keinen Sinn, sorry!
      Und ich finde schon, dass auch auf die indirekt angegeben Infos in Threads eingegangen wird...teilweise.
      Ist ja auch normal, dass erst auf das eingegangen wird, worauf die Aufmerksamkeit gelenkt wurde.

      So, Senf abgegeben....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Aquafix ()