Tragende Garnelen stoßen ihre Eier ab!


    • Naveli
    • 3661 Aufrufe 13 Antworten

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    • Tragende Garnelen stoßen ihre Eier ab!

      Hallo,

      sowohl bei einer Red Bee und einer Blue Carbon Rili habe ich gesehen, dass sie teilweise ihre Eier abstoßen. Ein paar Eier tragen sie noch mit sich, aber der größte Teil ist weg oder hängt ganz locker am Bauch :cry: !

      Woran könnte das liegen und kann ich irgend etwas dagegen tun?

      Liebe Grüße

      Naveli
    • Guten Morgen!

      Die Tragzeit dauert ca. 3-4 Wochen. Vielleicht sind die kleinen Garnelen ja doch schon geschlüpft? Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, wenn man tragende Weibchen entdeckt, dass die quasi nicht frisch tragend sind, sondern auch schon mal eine Woche oder länger tragend sein können und sich dann erst blicken lassen. Wäre das hier bei dir der Fall, dann halte ein paar Tage die Augen offen. Hast du einen guten Blick dafür, findest du nach und nach weitere Junge :grinz: Eier, die nichts geworden sind, verschwinden spätestens mit der nächsten Häutung. Auch während der Tragzeit geht durchaus mal das ein oder andere Ei verloren, z.B. wenn es einfach nicht richtig haftet.

      Es kann aber ebenso sein, dass die gesamte Brut angestoßen wird. Das kann aus vielerlei Gründen passieren. Störung, Wasserwerte... Kurz gesagt, der Garnele passt ihre Umgebung nicht. Habe ich selbst noch nicht erlebt. War eine Garnele tragend, dann hat sie sich anscheinend wohl gefühlt und dann ist auch immer was draus geworden. Oder aber, es stellte sich erst gar kein Nachwuchs ein, also auch keine tragenden Weibchen.

      Wie lange läuft das Aquarium oder die? Bzw. wie lange hast du die Garnelen? Bei mir hat es auch einige Wochen gedauert, bis sich Nachwuchs eingestellt hat. Die müssen sich ja auch erst eingewöhnen.

      Liebe Grüße, Sarah
    • Hallo Sarah,

      ich bin mir ziemlich sicher, dass die Garnelen noch nicht so weit sind, dass sie ihre Jungen bekommen. Bei den Blue Carbon Rili sind bei Zweien die Bäuche noch voller Eier, bei den anderen Beiden hängen einige lose und sie haben schon etliche verloren.

      Bei den Red Bee hat eine ihre Eier fast komplett verloren und bei den anderen teilweise, mit lose hängenden Eiern am Bauch :cry: : .

      Ich gehe davon aus, dass die Weibchen alle zum ersten Mal Eier tragen, weil sie noch jung sind. Vielleicht liegt es daran? Kann anscheinend alle möglichen Ursachen haben.
      Werde heute nochmal die Wasserwerte kontrollieren und nur alle zwei Wochen einen Wasserwechsel machen. Es dauert wahrscheinlich seine Zeit, bis es sich richtig eingespielt hat.

      Die Becken laufen noch nicht so lange, ca. 8 Wochen. Und die Garnelen sind vor 4 Wochen eingezogen, ungefähr... Dann muss ich mich nun doch noch länger warten, bis es mit den Babys los geht (Böses Wort, ich hatte hier irgendwo gelesen, dass man das bei Jungen von Fischen usw. NICHT sagt. Das dies nicht korrekt ist, ist mir bekannt. Lediglich eine Verniedlichung, Junge oder Brut liest sich so lieblos :grinz: !)

      Geduld, Geduld.... ohhhhmmmm :blub: , bin seeeehr gespannt ob es mit dem Bienennachwuchs ohne Zusätze überhaupt klappt!

      Liebe Grüße

      Naveli
    • Hallo Naveli,

      Du kannst da gar nichts machen, außer Dich ein bisschen mit Biologie und Fortpflanzungsstrategien zu beschäftigen.

      Du hast den falschen (eben menschlichen) Blick auf Garnelen. Wenn Du verstehen willst, warum enorme Verluste (schon an der Mutter, aber auch hinterher) bei diesen Tieren auftreten - und dies auch völlig normal ist - , dann lies mal den Unterschied zwischen r-Stragegen in der Fortpflanzung und K-Strategen. Zum Einstieg hier: de.wikipedia.org/wiki/Fortpflanzungsstrategie

      Deine Garnelen sind von der Vermehrungsstrategie her eindeutig r-Strategen. Ohne Brutpflege ist die Gelegegröße von vornherein auf große Verluste angelegt, kurze generative Folge, relativ geringe Lebenserwartung des einzelnen Individuums.

      Wobei es bei r-strategischen Spezies gar nicht so ungewöhnlich ist, dass sogar eine ganze Population einer Region zusammenbricht und ausstirbt. Dann folgt es den Regeln dieser Vermehrungsstrategie, dass solche "Leerräume" entsprechend von außen nachgefüllt werden.

      Es fällt uns Menschen – wir sind eben extrem brutpflegende K-Strategen, die ihren Nachwuchs oftmals jahrzehntelang hätscheln und versorgen, Studiengebühren für die Kinder und Alimente für die Enkelkinder bezahlen - halt psychologisch nur sehr schwer, solche weitreichenden Ausfälle bei Garnelen und auch Fischen einfach als „natürlich“ und normal zu akzeptieren!

      Du solltest versuchen zu lernen, von Dir als Homo sapiens zu abstrahieren.

      Grüße,
      Stefan
    • Hallo,

      ich würde mir da auch nicht so viele Gedanken machen. Bei meinen Bees ist es oft so, dass ich gar nicht mitbekomme, wenn sie Eier tragen. Oft entdecke ich dann plötzlich junge Garnelen, die sich im Moos oder sonst welchen Pflanzen verstecken. Bei mir mag es an dem recht dicht bewachsenem Becken liegen, indem ich z. B. auch äußerst selten Überreste vom häuten finde. Bin dann immer sehr erfreut, wenn ich beim gärtnern neue Garnelen und auch Häutungsübereste finde.
      Da du bei dir in den Becken schon mehrere tragende Weibchen gesehen hast, wirst du auch bei dir bestimmt demnächst ein paar junge Tiere entdecken. Einfach abwarten, kannst außerdem froh sein, dass es bei dir so schnell geklappt hat. Bei mir hat es ein paar Monate gedauert bis es soweit war, bei einigen geht Garnichts und sie sind froh das die Bees wenigstens überleben.
    • Ich stelle öfter solche Fragen, weil ich verstehen möchte, was vor sich geht :crazy: :grinz: ! Ihr habt ja recht, allem Anschein nach, geht es den Garnelen soweit gut und warum sich den Kopf zerbrechen. Meine Vorfreude auf kleine Garnelen war schon da. Ich versuche es jetzt gelassen zu sehen :grinz: !

      Vor kurzem kam ein Bericht über Buckellachse in Vancouver und deren beschwerlichen, harten Weg zum Laichplatz, auf dem es der überwiegende Teil der Lachse nicht schafft. Und das war mir neu... Männchen und Weibchen sterben nach dem laichen und befruchten der Eier. Aus menschlicher Sicht überhaupt nicht zu verstehen. Total erschöpft, gekennzeichnet von den Strapazen, sterben sie, nachdem ihre Aufgabe Nachwuchs zu zeugen, erfüllt ist. Kein HAPPY END, da hätte Homo sapiens sich was anderes gewünscht :zwinker: , rein emotional! Den Bericht fand ich sehr beeindruckend.

      Von daher kann ich froh sein, wie Henk schon schrieb, dass es meinen Garnelen bisher gut geht und sie leben!

      Die Fortpflanzungsstrategie ist auch sehr interessant. Danke für den Link Stefan!

      :thankyou:
    • Tragende Garnelen

      Ich würde mir nicht so apokalyptische Gedanken machen, vielleicht liegt es auch an ganz einfachen Dingen. Um die Wassertemparatur für Garnelen einigermaßen erträglich zu halten mache ich täglich ca. 60% Wasserwechsel mit kaltem Leitungswasser. Ich bekomme dadurch die Temperatur zwar von 29 auf 22,5 runter treibe aber damit den Teufel mit dem Belzebuben aus. Es passiert das Gleiche wie bei Dir. Ich muss mir unbedingt einen Durchlaufkühler zulegen da auch in den folgenden Jahren durch den Klimawandel mit solch hohen Temperaturen zu rechnen ist. Da nützen auch Vetilaturen, Licht aus, Abdeckung runter nicht viel. Die Natur lässt sich halt doch nicht alles gefallen.
      Grüsse
    • Bei mir liegt die Wassertemperatur die letzten Tage bei 25 Grad. Ist also noch im grünen Bereich. Die Aquarien stehen im einigermaßen kühlen UG! Mit Morgens durchlüften und Jalousien halb runter, geht's.

      Sollte der Sommer durchgehend so heiße Tage haben, wäre das echt ein Problem.
    • Ich wusste garnicht, dass Garnelen hohe Wassertemperaturen nicht mögen. Aber egal, ich werde den Teufel tun und runterkühlen, fällt mir nicht ein. Sie vermehren sich weder im Winter noch im Sommer. Und, ja, tragende Weibchen hab ich andauernd. Aber daraus wird fast nie was. Die treiben wahrscheinlich ab. :motz:
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • HiHi

      Meine Erfahrungen mit Garnelen bei hohen Temperaturen sind da deutlich entspannter. Als wirklich heikel empfinde ich da nur die Bienengarnelen, da sollte die Temperatur auch kurzfristig nicht über 27 oder 28 Grad gehen.

      Andere - ich rede jetzt von Amanos, Neocaridina davidi inklusive ihrer Farbschläge und Macrobarchium inlesee - schwimmen und überleben bei mir durchaus in Temperaturen, die auch mal um die 30 Grad spielen können. (Das Problem scheint mir dabei gar nicht die reine Temperatur zu sein, sondern der Sauerstoffmangel in bei diesen Temperaturen. Vor allem in kleinen Becken.)

      Beispiel: Mein ältester Garnelenstamm ist die Nominatform der N. davidi. Die schwimmen in 200 Liter nun schon über 12 Jahre, obgleich unter pfälzer Dächern 30 Grad keine Seltenheit sind. Im gleichen Becken sind seit rund 10 Jahren auch uralte Amanos. Diese Arten können das ab...

      Will sagen: Mittlerweile sehe ich das Temperaturproblem unter 30 Grad bei diesen Garnelen ziemlich entspannt.

      Grüße,
      Stefan