Nitrikpeak und Salz ?


    • Feinripp
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    • Nitrikpeak und Salz ?

      Hey Leute,

      in meinem Becken den ich leider mit Besatz einfahren musst kommt es nun nach 7 Tagen zum Nitrit.
      Der Wert liegt nun bei 1,5mg/l , den beiden Kakadus und den 3 Antennwelsen geht es jedoch noch prächtig und haben tolle Farben.

      Dennoch wollt ich denen was gutes tun und einen WW machen, mit Osmosewasser um meine Werte zu halbieren.

      Mein Aquaristikhändler des Vertrauens meinte nun ich sollte kein Wasser wechseln sondern noch weiter Bactifluid hinzugeben, weil ich sonst die Bakterien verringer, sei wohl auch nicht so gut....
      Ebenso hat er mir Salztabletten in die Hand gedrückt, und ich soll 12 Tabletten in mein Aquarium geben. Das wäre laut Waage 120g auf meine 120l.

      Da is Antennenwelse drin habe weiss ich nicht wie die reagieren wenn die daran lutschen.
      Ebenso habe ich nun auch nicht ganz verstanden wozu ich Salz in das Aquarium geben soll.

      Und bevor eine Diskussion entsteht wie ich nur so doof sein kann und das Becken gleich schon besetzt habe, es war ein Notfall weil mein anderes gebrochen war und ich keine andere Möglichkeit hatte.

      Eventuell kann mich jemand aufklären was das auf sich hat mit dem Salz und ob ich nun wirklich kein Wasserwechsel machen soll. Bin mir da etwas unsicher drum Wende ich mich an euch

      Hoffe auf baldige Antwort

      Mfg Daniel
    • Hallo Daniel,

      ich habe schon öffters Becken mit Besatz(gering) eingefahren. Bei mir gab es dabei keine Ausfälle. Ich habe einfach aller 1-2 Tage kleine WW gemacht. Zusätze gab es dabei keine. Bei einigen Becken hatte ich auch schon mal Zeolithpulver zugegeben. Ob das geholfen hat oder nicht, kann ich nicht beantworten, es hat aber auch nicht geschadet.
    • Moin
      Nun, wenn es sich um ganz normales Salz handelt besteht kein Grund das in teure Tabletten zu pressen. Ich käme auch nie auf den Gedanken solch eine Menge Salz in mein Becken zu kippen und damit die Verwendung von Osmosewasser ad absurdum zu führen. Bei Nirit kann man eigentlich nur moderat Wasserwechseln und die Sache aussitzen. Oder man hat bekannte mit einem Aquarium und kann animpfen. Ich nehm in solchen fällen einen Schluck aus der Hydrokultur, geht schneller als jedes teure Mittel das wenn es überlagert ist auch nicht wirkt. Auf keinen Fall aber den Filter reinigen.

      Alfred
      Alle sagten das geht nicht! Da kam einer der wußte das nicht und hat es einfach gemacht.
    • HiHi Daniel,

      vielleicht brauchst Du hier den Zusammenhang: Ammonium als Ausgangspunkt der Nitrifikation wird durch Bakterien der Gattung Nitrosomonas zum Nitrit oxidiert. Das wird dann von Bakterien der Gattung Nitrobacter weiter zu Nitrat verstoffwechselt. Und diese Zwischenstufe des Nitrits ist fischgiftig, weil es im Zuge der Atmung über die Kiemen vom Fisch aufgenommen wird - und ihn massiv schädigt. (Durch Blockade der Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Hämoglobins, der Fisch "erstickt".)

      Jetzt kommen wir zum Salz: Durch NaCl werden Chloride ins AQ-Wasser eingebracht, die beim Andocken in den Kiemen dann in Konkurrenz zu den Nitriten stehen. Die Chloride verhindern bzw verzögern dann die Absorbtion von Nitrit. Retten im Idealfall den Fisch eine Zeitlang vor der tödlichen Nitritvergiftung.

      Nur: Der Nitritwert selbst wird durch das Salz nicht reduziert, sondern nur die Auswirkungen auf den Fisch. Das heißt: Das toxische Nitrit bleibt im Becken. Solange, bis der Nitrifizierungsprozess in der zweiten Stufe in Richtung ungiftiges Nitrat im Becken abgeschlossen ist.

      Deshalb haben meine Vorredner absolut Recht: Wasserwechsel, dh. das massive Verdünnen des Giftes - bis die Nitrobakter voll da sind -, ist das beste Mittel der Wahl. Und die Pläne der Osmosewasser-Panscherei setzt Du erst mal aus, bleibe beim "vertrauten" Wasser in dieser Phase.

      Schwinge den Eimer! Aber richtig: Bei einem massiven Peak solltest Du ruhig die empfohlenen Riesenwasserwechsel von 80 Prozent durchführen. Wenn es sein muss: täglich. Besser als jedes Salz. Zumal viele Fischarten - darunter auch viele Welsarten, z.B. Corydoras - Salzzugaben ohnehin so gar nicht vertragen. (Nimm' das Salz und koche Dir ein Wintersüppchen...)

      Und: Kein Nitrit-Peak dauert ewig, nach wenigen Tagen ist der Spuk eh vorbei!

      Grüße,
      Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Prestutnik12 () aus folgendem Grund: ABC

    • Hallo,

      für den Einsatz von Natriumchlorid bei erhöhten Nitritkonzentrationen spricht zum einen, dass es auch bei einem erneuten Ansteig der Konzentration nach einem Wasserwechsel für die Fische weniger riskant ist. Zudem ist es weitaus weniger aufwendig, ein wenig Salz ins Wasser zu geben, als ständig Wasser zu wechseln. Chlorid reduziert die Bioverfügbarkeit von Nitrit erheblich. Zudem kann man auch mit Zeolith oder aber Schichtsilikaten (JBL Clynol, Heilerde, Montmorillionit) Ammonium adsorbieren und damit ebenfall den Nitritanstieg von der anderen Seite her angreifen.

      Zumal viele Fischarten - darunter auch viele Welsarten, z.B. Corydoras - Salzzugaben ohnehin so gar nicht vertragen. (Nimm' das Salz und koche Dir ein Wintersüppchen...)


      Bei den nötigen Zudosierungen von 0,1 - 0,25 g/l Kochsalz halte ich das für ein Gerücht. Schließlich müssen auch Corydoras und andere Fischarten, die Salz angeblich nicht gut vertragen, Natrium- und Chlorid-Ionen über die Kiemen aus dem Wasser aufnehmen.