Huminstoffe im Aquarium


    • Duras
    • 2423 Aufrufe 8 Antworten

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    • Huminstoffe im Aquarium

      Hi,

      Ich hab ein kleines 12l Becken als Paarungsbecken für ein Pärchen Betta persephone aufgestellt. Das Wasser wurde durch Torf gefiltert. Die Bepflanzung habe ich mir gespart und das Becken nur mit ein paar Wurzeln ausgestattet und 3 Hände voll Eichenlaub ins Becken geschmissen. Zusätzlich habe ich gut 20 Erlenzapfen mit ins Becken geschmissen. Damit habe ich es wohl etwas übertrieben. Das Wasser ist nun sehr dunkel. Den Fischen scheint es völlig egal zu sein. Die haben eine so dunkle Färbung, wie Wildfänge. Ausserdem hat sich das Pärchen schon ein paar mal gepaart. Wasserwerte: PH 5,5 (soweit es mir überhaupt möglich war mit einem Tröpfchentest zu messen), GH 2 und KH 1.

      Nun eigentlich meine Frage. Ich bin mir sicher, man kann es mit Huminstoffen auch übertreiben. Ich mach mir jetzt bei den Betta persephone auch garkeine Gedanken, solange die Fische keine Probleme anzeigen. Da wo die herkommen, dürfte sowieso einiges an Huminstoffe im Wasser sein. Aber gibt es irgendwo Berichte über Huminstoffe im Wasser? Oder besser gesagt, was passieren kann, wenn man es übertreibt? Ich wollte ja eigentlich schon ein wenig Wasser wechseln. Aber weil die Fische ja nun wirklich recht gut aussehen und es auch Paarungen gibt, hab ich erstmal davon abgesehen.

      Hier mal ein Foto vom Becken.

      Gruss
      Sascha
      Bilder
      • persephone-25-11-15.jpg

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    • Salute Sascha

      Das ist schon "leicht" braun auf dem Bild. Ich kann zu Huminsäuren nur eine Beobachtung beisteuern.

      Ich nehme meist keine Erlenzäpfchen direkt, sondern koche einen konzentrierten flüssigen Erlenzapfen-Extrakt, der dann nach dem Wasserwechsel einfach aus der Flasche ins Becken gekippt wird. Also hat man kurzzeitig eine dichte Wolke des Extraktes im Becken, der sich dann langsam auflöst.

      Und diese "Wolke" ist absolut beliebt bei Schmucksalmlern und Keilfleckbärblingen. Die mögen das, schwimmen direkt rein - und paddeln mit, wenn die Wolke langsam in Richtung Filterablauf wandert. Amano-Garnelen dagegen machen sich aus dem Staub, vermeiden die Wolke.

      Es scheint also Fischarten zu geben, die eine erhöhte Huminsäurekonzentration im Wasser mögen - oder zumindest nicht stört.

      Grüße,
      Stefan
    • Hallo Sascha,

      ich habe mal nach Stefans Rezept gekocht und schütte seitdem auch Sud ins Becken.
      Mit ner alten Salatdressingflasche super zu dosieren.
      Ich habe immer so ein wenig Grisselzeugs dabei, das die Fische lieben.
      Die schnappen danach, als wäre es ne Wolke Daphnien.
      Es wird auch nix mehr ausgespuckt.
      Zumindest meine scheinen das also auf vielfältige Weise zu "vertragen".
      Viele Grüße, Corinna :fish:
      Glück ist, wenn du gesund bist und wenn die, die du liebst, auch gesund sind.
    • Hmmm, ich habe schon länger den Verdacht, dass diese gruselige braune Brühe, die entsteht, wenn man zu viele Zäpfchen ins Wasser tut, den Fischen gefällt. Bleibt die Frage offen, ob es die Huminsäuren sind, die sie lieben, oder diese braune Düsternis, die ihnen so taugt. Wahrscheinlich beides. Ich habe es aber trotz dieser Vermutungen noch nicht über mich gebracht, meinen Fischen dauerhaft so einen sauren, dunklen Urwaldtümpel zu gönnen. Das muss ich gestehen. :schaem:
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Hi,

      Schön dunkel sollte das Wasser schon werden. Aber so war es eigentlich nicht vorgesehen :grinz:
      Ich denke, dass es durchaus Fischarten gibt, die damit ihre Probleme bekommen könnten. Betta dennsiyongi z.B. soll Flecken bekommen, wenn sich zuviel huminstoffe im Wasser befinden. Ob das nun aber schädlich ist...
      Leider begrenzt sich mein Wissen, was Huminstoffe angeht, auch nur auf das übliche. In bestimmten Mengen scheint es einigen Salmlern, Zwergbuntbarschen, eigentlich allgemein allen Fischen aus leicht saurem, weichen Wasser ganz gut zu tun. Oder zumindest nicht schaden.

      Von einer Überdosierung habe ich bisher nirgends etwas lesen können.

      Edit:
      @Gisela
      Ich mache mir jetzt bei den Betta persephone weniger Gedanken. Den gleichen Versuch würde ich ungern mit meinen Betta siamorientalis machen. Betta persephone lebt in einem Laubwald. Teilweise sind die Gewässer in der Trockenzeit völlig mit Laub bedeckt und der Fisch scheint eher in nassem Laub, wie in Wasser, zu leben. Das Wasser hat dann auch wenig Bewegung. Deswegen mache ich mir da nicht so die Gedanken. Der müsste von Natur aus schon viel Huminstoffe aushalten. Der PH, in dem der Fisch dann teilweise auskommen muss, liegt zwischen 3,5 bis 5,5

      Gruss
      Sascha
    • Hallo,

      ich bin einer, der mal Erlenzapfen verwendet und wenn ich dann die Brühe sehe, es wieder bereue. Wirkliche Verbesserungen habe ich bei den Fischen nicht feststellen können. Kann sein, das Humine und Gerbstoffe bei der Zucht Sinn machen, Laichverpilzung verhindern z.B.

      Ich hatte immer ein gelochtes Kunststoffrohr in einer Ecke des Aquariums hängen , das mit Erlenzapfen gefüllt war , und alles war prima. Als ich mal wieder welche verwenden wollte und keins da war, und ich noch einen Juwelfilter im Becken hatte, habe ich einige Zapfen direkt oben in den Filter gelegt. Am nächsten Tag kamen mir die Fische irgendwie komisch vor. Ich dachte sofort an die Zapfen im Filter. Zum Glück hatte ich genau den richtigen Gedanken, und habe Nitrit getestet. Dieser hatte sich ganz dunkel gefärbt. Ich gehe nun mal davon aus, das die Zapfen im Filter ihre Dosis schneller abgegeben haben durch den Sog. Da diese Dosis nun noch den gesamtem Filter durchzog, also auch die biologische Stufe , gehe ich mal davon aus, das so die Bakterien zerstört worden. Seit dem kommen EZ nur noch ins Becken(Rohr) und nie wieder in den Filter. Es sei denn man kann die EZ nach der Biostufe einsetzen.

      Da ich aber keinen wirklichen Sinn für den Einsatz festgestellt habe, benutze ich auch solche Mittel nicht mehr , egal welche.
    • Hallo,
      Das Huminsäure, eine positive Wirkung hat, ist ja unbestritten. Zu der von dir berechtigt gestellte Frage, der Überdosierung, habe ich jedoch auch noch nichts weiter gefunden. Weder in der Humanmedizin, noch irgendwo anders. Der Konsens lag immer darauf, das sie gut ist und gut tut. Ich fand lediglich den Hinweis darauf, das eine Überdosierung zu vermeiden wäre. Was aber nun genau passiert, wenn man
      überdosiert, fand ich nirgendwo. Aber vielleicht muss man ja, zwischen den Zeilen lesen :schiel: :denknach: .
      Deine Meinung ist mir wichtig, jedoch gefällt mir meine besser. :prost: :chill:

      Liebe Grüße
      Martin :wein:
    • Hi,

      Ich hab die Fische im Auge. Wenn sich etwas negatives tut, gibt es 'nen Wasserwechsel. Die sind aber so richtig schön dunkel gefärbt. Das kenn ich eher von Wildfängen. Die Nachzuchten werden alle etwas blau mit der Zeit. Hier 'ne Nachzucht in ziehmlich normalem Wasser (oder zumindest in Wasser ohne viel Huminstoffe).

      Edit: Die Bauchflossen sind bei Nachzuchten auch recht rot. Bei Wildfängen sind sie auch viel dunkler. Mal schauen, ob ich ein besseres foto hinbekomme von den Fischen im Veruschsbecken.

      Gruss
      Sascha
      Bilder
      • persemale.jpg

        296,08 kB, 1.024×768, 6 mal angesehen
    • Duras schrieb:

      Ich hab die Fische im Auge.


      Sascha, das glaube ich Dir sofort! Ich dagegen habe auch MICH im Auge. Ich will das Wasser in manchen Becken eben so leicht bernsteinfarbig. Ein Salmlerbecken beispielsweise fahre ich mit sehr weichem, leicht saurem Wasser. Da gehört für mich zur "südamerikanischen Bach-Anmutung" einfach auch "Schwarzwasser" dazu. Die Farben der entsprechenden Fische leuchten halt so schön, das Rot intensiviert sich, das Weiß tritt hervor...

      Was ja nicht heißt, dann man die ERlenzapfen-Brühe in jedes Becken kippen sollte. Guppys in schwarzem Wasser beispielsweise? Neeee....

      Schwarzwasser ist wie Vanillesoße: zu machen Sachen passt sie prima, zu manchen nicht.

      LG
      Stefan