54l ohne Filter?


    • Sunny
    • 3173 Aufrufe 9 Antworten

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    • 54l ohne Filter?

      Huhu! :grinz:

      (tl;dr unten)

      Nach meiner Vorstellung hier im Forum ging ich gemütlich meine beiden neuen 54l Becken an. Da ich mit dem Besatz eh auf unkomplizierte und weniger empfindliche Arten gezielt hatte, zog ich alles auf aufbereitetes Leitungswasser, saute mit dem eh schon fast dichten Filterschwamm die Becken ein und ließ es einlaufen. So weit, so gut.
      Dann, etwa eine Woche später - ich saß gerade an einem Beitrag für das Forum, wollte etwas plaudern was alles passen könnte - kam der Tag, an dem meine Vierjährige gesehen hat, wie einer der größeren Guppys einen "Babyfisch" einfach weggefuttert hat. Tränen flossen und wir waren einfach untröstlich. Fix die Werte in einem der neuen Becken gemessen, Nitrit war noch in Spuren da, der Peak schon vorbei, für Guppys geeignet befunden und die Größeren umgesetzt. Mittlerweile ist auch der Nachwuchs im neuen Becken, mitsamt den erwünschten Schnecken. Dies alles einfach in Kurzform, hat mit meinem Anliegen auch nur entfernt zu tun, ich bin gerade etwas in Plapperlaune :grinz:

      Nachdem also die großen Guppys umgesiedelt wurden dachte ich mir ich könnte auch mal bissl "die Pfütze" a.k.a. 15l Nano pflegen, wenn ich schon mal dabei bin. Kurz davor gesetzt, die Nelchen beim Wuseln beobachtet. Ich schaue einer nach, die schwimmt hoch zum Filterschwamm und krabbelt rein. Ich verwundert, Nelchen kommt nimmer raus. Ich warte. Nichts. Eimer und große Schale bereit gelegt, Filterschwamm vorsichtig gehoben, Licht reingehalten und reingeschaut. Schock. Alle drei Kammern wuseln voller Garnelen. Fieberhaft überlegt wie ich die Kerlchen da heraus bekomme, da passt kein Kescher rein.

      Eines der neuen 54l hatte ich eh für die Garnelen gedacht, ich fand dass die Nelchen im Nano einfach zu wenig Platz haben. Auch ganz ohne die Bagage in den Kammern.
      Hätte ich bloß den Schwamm an seinem Platz gelassen. Jetzt wieder rein drücken und eventuell Tierchen verletzen kam nicht in Frage. Also habe ich eine Mooskugel aus dem Becken in die Schüssel gelegt, Stück Schwimmbotanik dazu und fing an, die Garnelen von unten anzuleuchten, damit sie nach oben kamen. Einige haben den Weg zurück ins Becken gefunden, der Rest wurde von mir mit einem kleinen Messlöffel, KarateKid und Essstäbchen mäßig, heraus gefischt und in die Schüssel gelegt. Es waren sogar paar mit Eiern dabei und ganz viele Jungtiere. Strumpf auf Filter gezogen, Pfütze wieder plätschern lassen. Die Nelen im vorderen Becken ließ ich erst mal drin. Falls das Umsiedeln noch zu verfrüht wäre und es zu Ausfällen kommt, sollte nicht der ganze Stamm dahinraffen.

      Das Aquarium hatte ich ordentlich geimpft, überall hatte sich Mulm abgelegt und sogar auf dem Filterschwamm vom Schwammfilter (höhö) war schon was zum abgrasen. Also mit minimal Bauchschmerzen und großer Portion Zuversicht an das neue Becken gewöhnt und reingesetzt.
      Keine Ausfälle. Ich habe bis zum nächsten Tag gewartet, die kleineren müssten sich bis dahin schon etliche Male gehäutet haben, erste Probleme sollten zu sehen sein. Nun, der Eindruck war: es fehlte nur, dass die Nelchen Polka tanzten.

      Paar Tage Beobachtung später nahm ich mir die Zeit, vorsichtig die Deko im neuen Becken zu konsolidieren. Viel war ja nicht im Nano, eine Wurzel+Pflanze und ein Stein. Nelchen heraus gefischt. (Bei einer nächsten, ähnlichen Aktion werde ich mir sicher einen Studenten mieten.) Die letzten Mini-Nelchen kippten wir dann zum Schluss mit dem restlichen Wasser, mitsamt Schlamm, in die Schüssel. Nach der Gewöhnung haben wir wieder etwas Wasser abgelassen und dann diese letzte Portion Schüssel komplett ins Aquarium geleert. Falls es Ausfälle gab, sind mir keine aufgefallen. Im Gegenteil, paar Tage später waren sogar minikleine Nelchen zu sehen, tragende Weibchen waren unversehrt.

      Nitrit per Tröpfchen nicht nachweisbar, Rest per Stäbchen gemessen, unauffällig. Wenn beim Lesen Einige den Wunsch verspürt haben mich zu steinigen: ich hatte einige Momente, da hätte ich das am liebsten selbst gemacht. Nun komme ich mir vor wie nach meiner ersten Autofahrt alleine mit neuem Führerschein: zwei mal geblitzt, ein Knöllchen, Stossstange mit etwas mehr Charakter- aber glücklich.

      So, nun endlich zu meiner Frage, welches ich via Suche, im Netz allgemein und auch hier im Forum, nicht klären konnte.


      tl;dr:


      Anfangs war das Becken schön vermulmt, die Nelchen hatten überall etwas zu tun und wuselten auch fröhlich rum. Nun ist es einfach zu sauber, sogar der Schwamm ist blitzesauber abgeweidet. Ich habe das Gefühl, der aktuelle Filter, Aquael Pat Mini, ist einfach zu effektiv. Ich habe aber wegen der Größe des Beckens (60-30-30) Bedenken, dieses ganz ohne Filter laufen zu lassen. Sauerstoff über (Söchting?) Oxydatoren sicherstellen? Oder schaffen das die Pflanzen? Wie bekomme ich etwas Bewegung ins Wasser ohne elektrische Gerätschaften für Strömung einsetzen zu müssen? Braucht es das überhaupt?

      Der Besatz sind etwa 50 Neocaridina und neuerdings 4 Amano; zur Einschätzung der Pflanzen und Umgebung füge ich noch ein Foto bei.
      Habe ich etwas wichtiges vergessen oder übersehen?

      Was meint ihr?


      Sonnige Grüße!

    • Hallo Sunny,

      was hältst du denn von einem kleinen, selbstgebauten Hamburger Mattenfilter? Dahinter eine kleine "Springbrunnenpumpe", die bekommst du schon für ein paar Euro.

      Die Garnelen lieben es, die Matte abzugrasen!

      Ansonsten kannst du ihnen auf trockenes (Buchen)-Laub ins Becken geben, das mögen sie auch gern. Damit die Blätter schneller sinken, kurz im heißen Wasser überbrühen. Ich finde, das sieht obendrein noch dekorativ aus.
      Gern mögen sie auch Filtermulm. Also wenn du deinen Filter vom anderen AQ reinigst, gib ihnen eine ordentliche Kelle ins Becken! Sie werden es dir danken :popcorn:
      Liebe Grüße
      Marlis
      ____________________________
      Es gibt nichts, was eine Mutter glücklicher macht, als zu wissen, dass ihr Kind gesund ist und es ihm gut geht
    • Hallo Sunny, ich spreche vorsichtshalber nur von meinen drei Becken. Sie sind sehr schwach besetzt. Das 110er beherbergt 15 Neons plus etliche Krabbler und ist sehr stark bewachsen. Ein "Filter" ohne Filtermedium mit einem drübergestülpten Nylonsöckchen bewegt das Wasser, weil ich davon ausgehe, dass ehemalige Flussbewohner schon ein bisschen Strömung mögen. Das Nylonsöckchen verhindert, dass Garnelen im Filter geschreddert werden.
      Im dicht bepflanzten 54er schwimmen derzeit 10 Kardinalsfische plus x Krabbler. Auch dort ein Filter, der, weil ohne Medium, nicht filtert, aber eine ordentliche Strömung macht. Das Nylonsöckchen verdrehe ich immer mal wieder, weil es an der Stelle, wo das Wasser einströmt mit der Zeit zusetzt und die Strömung geringer wird. Kardinäle mögen aber stärkere Strömung.
      Und genau die gleiche nicht gefilterte Situation im 30er Nano: 10 Minipanzerwelse plus x Krabbler und jede Menge Botanik, die natürlich in allen drei Becken die Sauerstoffversorgung und den Nitratabbau gewährleisten.
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Hi,
      werf raus die scheiß Technik. Mein 60er läuft schätze seit knapp einem Jahr ohne Filter, ohne Heizung, nur mit Beleuchtung und da hab ich 0 Probleme mit.
      Das schwimmen zwischen 5-10 Microrasboras drin, mal mehr mal weniger, und den geht es augenscheinlich gut. Jede Woche paar Krümel Futter rein gut ist.
      Durch die dichte Bepflanzung (man sieht eigtl. gar nichts mehr) kommt da genug 0² rein.

      Und bei Garnelen sehe ich das ganze noch unproblematischer.
    • Danke für die Anregungen! :grinz:

      Ich tendiere dazu, den Filter ganz heraus zu nehmen. Wenn ich Kopfkino laufen lasse, wie ich dort den Filter laufen habe und dann von einem anderen Becken Dreck aus dem Filter rüber trage, endet das in Gelächter ;)

      Morgen erst mal den Schwamm durch einen Strumpf ersetzen, nur Pumpe laufen lassen, das Becken schön mit dem Schwamm einsauen und abwarten ob die Nelchen nach Luft japsen.

      Feintuning überlege ich noch.

      Gute Nacht! :grinz:
    • Huhu!

      Kleines Update:

      Ich habe gestern noch zwei Pflanzen eingesetzt, eine weitere Cabomba und eine -öhm, ja, Sunny, besser aufpassen was der Verkäufer sagt- ich glaube das ist ein Wasserkelch.
      Da ich meinen Pflanzen nicht wirklich über den Weg traue, habe ich noch einen Söchting Oxydator reingestellt.
      Vom Filter habe ich den Schwamm abgezogen, den Ansaugschutzkorb entfernt, aus grobem Filterschwamm ein rundes Stück herausgeschnitten, auf die Öffnung gelegt, Stück Strumpf drüber fixiert. Bin gespannt wie lange das hält, denke aber dass es sehr bald dicht sein wird. Den Austritt habe ich nach oben gelenkt, für Oberflächenbewegung.
      Läuft alles absolut geräuschlos :grinz: wohl, bis mir die Pumpe um die Ohren fliegt...
      Lässt mir keine Ruhe, da muss noch bessere Lösung her.

      Und bei den Guppys müsste es auch etwas weniger plätschern, nehme ich als nächstes in Angriff :grinz:

      Aber den Nelchen hat sowohl das Schlammbad gefallen, als auch der Oxydator und als es wieder etwas Bewegung an der Wasseroberfläche gab, dürfte alles wieder gepasst haben. Nach den Veränderungen war richtig Trubel im Becken; heute wuseln sie alle wieder überall rum, es sind viel mehr zu sehen als die letzten Tage.
      Nur die Amanos haben sich wieder verkrochen, stehen wohl nicht so sehr auf Veränderung im Becken :zick:

      Sonnige Grüße! (und diesmal ist es hier tatsächlich mal sonnig)
    • Wenn deine Pflanzen wachsen und gedeihen, was eine Cabomba praktisch immer tut, kannst du davon ausgehen, dass sie das tun, was sie sollen: Sauerstoff produzieren und Nitrat verbrauchen, schnell wachsende mehr, langsam wachsende wie deine Anubien weniger. Ein Oxidator ist absolut überflüssig.
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Die Menge an Sauerstoff, die im Aquarium durch die Pflanzen produziert wird, ist derart marginal, daß du sie vergessen kannst. Ungleich mehr Sauerstoff kommt über die Wasseroberfläche ins Becken, besonders wenn diese durch Bewegung (Filter!) noch vergrößert wird.
      Also mach Dir da mal keine Sorgen...