Blaualgen - eine Lösung


    • cfish
    • 4190 Aufrufe 11 Antworten

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    • Blaualgen - eine Lösung

      Hallo,
      nach 2 jähriger Blaualgenplage (richtig dunkelbraun-schwarze Blaualgen, nicht die klassichen grün-blauen) in einem meiner Becken möchte ich für alle anderen die auch verzweifelt damit kämpfen meinen Lösungsansatz vorstellen:

      Sauerstoff.

      Nachdem ich meinem funktionierenden 112 l Becken einen dunklen Bodengrund spendieren wollte lief alles aus dem Ruder:

      1. Stadium: Die Pflanzen sind trotz Düngung (C02, Flüssigdünger) nicht mehr gewachsen.
      2. Stadium: Immer wieder Grünalgen, gefolgt von massiven Fadenalgenbefall
      3. Stadium: Blaualgen breiteten sich aus ...und haben alles überfressen. Die schöne Moosrückwand ..2 Jahre Arbeit..dahin.

      Gut, den Kampf angesagt, allerdings wieder ohne Chemie:

      - Seemandelblätter, Erlenzapfen....hat bei sanfter Algenplage immer gut gewirkt. Nicht geholfen, WW dito.
      - 1 Wo Dunkelkur - hat nachhaltig nicht geholfen

      Es war immer dasselbe: Kaum waren die Pflanzen nach Dunkelkur vom Gröbsten befreit, sind sie verkümmert trotz Düngung.
      Danach kamen sofort Grünalgen, Fadenalgen...und danach die Blaualgen. So ging das Spiel über Monate, aber ich gab die Hoffnung nicht auf denn irgendwann MUSSTE es doch besser werden. Also ging ich systematisch alle möglichen Faktoren (Filtermaterial , Viel Dünger, Kein Dünger, viel Co2, wenig CO2, Licht, Wasser, usw) durch und änderte immer wieder ein bisschen etwas - Keine Besserung.

      Eine weitere Theorie war der 1L Aussenfilter - eventuell zog der die Nährstoffe zu stark aus dem Wasser und sorgte für Ungleichgewicht. Also liess ich die obere Tasse leer ohne Filtermaterial. Keine Besserung

      Mein allerletzter Versuch:

      Eine O2-Pumpe. UND SIEHE DA , ES HILFT ! :)

      Meine Vermutung: Mangels Sauerstoff fanden Abbauprozesse im Becken nicht genügend statt. Dadurch kam es zu einem Ungleichgewicht was Algenwachstum zu stark begünstigte. Mittlerweile kann man zusehen wie die "meterdicken" Algenbeläge reihenweise braun werden und danach grau...bevore sie gänzlich aufgelöst werden. Die Pumpe liefert Stömung und O2, beides zusammen kurbelt den biologischen Stoffumsatz an....das ist jedenfalls meine Vermutung. Die gesamten Blaualgen waren innerhalb 2 Wochen weg, Grünalgen hielten sich in Grenzen ...und die Pflanzen...ja die wachsen jetzt wieder!

      Falls sich noch jemand mit Blaualgen rumplagt, wäre gespannt ob diese Lösung geholfen hat!

      Grüsse
    • Moin
      Tja, mit einer kräftigen Durchlüftung in einem Ozonkontaktrohr habe ich das auch schon lange versucht aber immer ohne Erfolg. Nun habe ich die Lichtmenge einfach gedrosselt von 60-80Watt von 9-21Uhr auf dem Tageslichtgang abhängig auf 3-80Watt. Die Kernzeit mit 80Watt nur knapp eine Stunde der Rest bedeutend weniger bis herunter auf 1Watt. Ergebnis = keine Algen mehr und die Pflanzen wachsen trozdem. Die Frage ist ja , wo hast due eine O2 Pumpe aufgetrieben? Sowas bekommt man doch eigentlich nur für teuer Geld aus dem Sanitätsbereich oder als Elektrolysegerät mit reichlich Stromverbrauch. Sonst kommt noch die Sache mit H2O2 und Mangan 4 Oxyd infrage, aber auf Dauer auch zu teuer. Oder halt ne Flasche aus dem Schweißbedarf aber dann brauche ich wohl auch keine Pumpe mehr.

      Alfred
      Alle sagten das geht nicht! Da kam einer der wußte das nicht und hat es einfach gemacht.
    • JEPP, Cfish, nachdem wir ja so lange über Blaualgen diskutiert haben, freut es mich umso mehr für Dich. Überhaupt freue ich mich, wenn Eukaryonten siegreich über Prokaryonten sind.

      Alfreds Frage tauchte auch in mir auf: O2-Pumpe? Oder meinst Du einfach nur "Sauerstoff eingebracht über eine Luftpumpe"?

      Anyway, viel Glück, dass das schöne Ergebnis bestehen möge,
      Stefan
    • Ja, natürlich handelt es sich um eine billige Luftpumpe die, wenn auch nur zu einem geringen Anteil, unter anderem "auch" O2 einbringt. Sorry wenn das nicht so rüberkam.

      Punkt ist, dass bei mir auch toxische Bakterien den Bodengrund besiedelt hatten (=>Faulgase) und darauf sofort ein schwarzbrauner Blaualgenteppich der übelsten Sorte (also nicht die dunkelgrün-türkise Variante).
      Zu meinem Erstaunen war die Plage nach der Pumpe sehr sehr schnell, binnen weniger Tage zu Ende - ziemlich flott im Vergleich zum 2 jährigen Martyrium. Abermillionen kleiner Blaualgenhäärchen strömten plötzlich durchs Wasser, eine Woche davor noch schien die Wuchsgier selbiger noch unaufhaltsam. Ein sehr plötzliches Ereignis also.
      Ich habe absichtlich auch keinen Wasserwechsel mehr gemacht seit einem halben Jahr, weil ich ja aus Erfahrung wusste, dass die Blaualgen irgendwann von ganz alleine wieder verschwinden. Dass es solange dauert war mir neu. Die Massnahme davor war noch alle Steine aus dem Becken zu entfernen, das war wie gesagt aber schon ein halbes Jahr vorher.

      Aber ja, natürlich besteht bei meinem Lösungsansatz kein Anspruch auf Vollkommenheit, es hat in diesem einen Fall zumindest offensichtlich genauso funktioniert - ohne Chemie. Welche anderen Faktoren da noch mitgespielt haben ist die andere Geschichte. Dass das Ereignis jedoch so plötzlich eingetreten ist (die totale, rasche Auflösung der Blaualgen) nachdem ich die Pumpe installiert habe muss aus meiner Sicht in direktem Zusammenhang stehen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.


      Grüsse!

      :grinz:
    • Tursiops schrieb:

      Moin
      Tja, mit einer kräftigen Durchlüftung in einem Ozonkontaktrohr habe ich das auch schon lange versucht aber immer ohne Erfolg. Nun habe ich die Lichtmenge einfach gedrosselt von 60-80Watt von 9-21Uhr auf dem Tageslichtgang abhängig auf 3-80Watt. Die Kernzeit mit 80Watt nur knapp eine Stunde der Rest bedeutend weniger bis herunter auf 1Watt. Ergebnis = keine Algen mehr und die Pflanzen wachsen trozdem. Die Frage ist ja , wo hast due eine O2 Pumpe aufgetrieben? Sowas bekommt man doch eigentlich nur für teuer Geld aus dem Sanitätsbereich oder als Elektrolysegerät mit reichlich Stromverbrauch. Sonst kommt noch die Sache mit H2O2 und Mangan 4 Oxyd infrage, aber auf Dauer auch zu teuer. Oder halt ne Flasche aus dem Schweißbedarf aber dann brauche ich wohl auch keine Pumpe mehr.

      Alfred


      Hi Alfred,

      Lichtdauer/stärke hatte keinerlei nachhaltige Auswirkung auf die Blaualgen. Solange die primären Faktoren ihrers Wachsums nicht ausgemerzt sind gibts keine nachhaltige Befreiung, da ihrem unersättlichem Wachstum bei Auftreten keine Pflanze gewachsen ist. Gut möglich, dass man sie aber trotzdem durch "Verungünstigung" ihrer Bedingungen ausmerzen kann wie du das sehr gut beschrieben und gemacht hast mit deiner Methode wie ich finde.

      Was mich aber so fasziniert ist dieses abrupte Massensterben der Blaualgen selbst, ohne "Vorwarnung" und ohne Chemie, wie ich es jetzt schon 2x erlebt habe...an das man als Betroffener eigentlich gar nicht mehr so recht glauben will.

      :grinz:
    • Hi,

      Das Problem bei einer Dunkelkur ist, dass die meissten diese falsch anwenden und dann kommen die Blaualgen zurück.
      Wichtig dabei ist, dass man zuerst einen grossen Wasserwechsel macht (über 80%) und soviel Mulm wie möglich mit entfernt. Dann das Becken 10 Tage völlig abdunkeln. Notfalls mit Decken. Danach sofort einen 80%igen Wasserwechsel und am nächsten Tag nochmal. Gerade die beiden letzten Wasserwechsel sollen sehr, sehr wichtig sein. Macht man diese nicht, kommen in vielen Fällen die Blaualgen zurück.

      Ich hatte einmal Blaualgen durch zuwenig Phosphat. Zumindest war das einer der Werte, der bei mir völlig im Keller war. Im Internet hatte ich gelesen, dass das durchaus ein Grund für Blaualgen sein kann. Also Phosphat zugedüngt und die Algen sind bis heute verschwunden.
      Muss aber auch nicht bei jedem so sein.

      Gruss
      Sascha
    • Moin

      Algen sind schon recht seltsame Teile. Ich hatte mein Becken mal vollständig mit Rotalgen verseucht, so richtig an jeder Ecke und auf allen Pflanzen. Da habe ich dann kräftig OZON draufgegeben und die Algen waren innerhalb eines Tages kaputt und auf dem Boden mindestens zwei Zentimeter abgestorbener Algenmulm. Ach die völlig veralgten Blätter absolut Algenfrei ohne die geringsten Folgeschäden. Als ich dasselbe nach anderthalb Jahren noch einmal versucht habe - keine Wirkung - auch mit einer vielfachen Menge Ozon nicht. Bei meinen Bekannten und Arbeitskollegen funktionierts immer noch. Warum nicht bei mir??
      Alle sagten das geht nicht! Da kam einer der wußte das nicht und hat es einfach gemacht.
    • Duras schrieb:


      Muss aber auch nicht bei jedem so sein.

      Genau, Sascha, das ist die Situation. Man muss sich als Aquarianer die Dimension der Cyano-Bakterien klar machen. Das ist keine Spezies, keine Ordnung, sondern ein Subregnum. Gleich nach welcher taxonomischen Einteilung, sei es in Reiche oder Domänen: Es ist einer der ganz großen Äste - mit mehreren tausend bislang beschriebenen Arten - im "Baum" der Biologie.

      Was gegen eine Art hilft, kann gegen tausend andere Arten versagen. Gemeinsam ist den Cyanos aber die Photosynthese. Das muss der Ansatz für den Aquarianer sein. Ärgere sie da, demoliere ihre Fotosynthese - und sie werden blass und tot.

      Und selbst "tot" können sie wieder "auferstehen" über ihre Akineten. Wie Du schreibst: diese Dauerformen müssen über große, wirklich radikale Wasserwechsel entfernt werden. Sonst war alles - die gesamte Dunkelkur - für die Katz'!

      Es sind richtig taffe Kerlchen!
      Stefan
    • Hallo,

      Duras schrieb:

      Hi,

      Das Problem bei einer Dunkelkur ist, dass die meissten diese falsch anwenden und dann kommen die Blaualgen zurück.
      Wichtig dabei ist, dass man zuerst einen grossen Wasserwechsel macht (über 80%) und soviel Mulm wie möglich mit entfernt. Dann das Becken 10 Tage völlig abdunkeln. Notfalls mit Decken. Danach sofort einen 80%igen Wasserwechsel und am nächsten Tag nochmal. Gerade die beiden letzten Wasserwechsel sollen sehr, sehr wichtig sein. Macht man diese nicht, kommen in vielen Fällen die Blaualgen zurück.

      Ich hatte einmal Blaualgen durch zuwenig Phosphat. Zumindest war das einer der Werte, der bei mir völlig im Keller war. Im Internet hatte ich gelesen, dass das durchaus ein Grund für Blaualgen sein kann. Also Phosphat zugedüngt und die Algen sind bis heute verschwunden.
      Muss aber auch nicht bei jedem so sein.

      Gruss
      Sascha


      ...es sind bei mir in den 2 Jahren zig Dunkelkuren durchgeführt worden, auch immer mit unterschiedlichen Zusatzparametern und Nachbehandlungsmaßnahmen. Mal hielt es länger, mal weniger lang, aber der Punkt ist man bekommt sie nicht wirklich 100% so raus solange die Begünstigungsfaktoren überwiegen. Sie sind ja überall und können dadurch theoretisch auch überall besser überdauern (Cyanobakterien...Bodengrund, Pflanzen, usw). Trotzdem gibt es durchaus aber positive Teilerfolge, die auch darauf beruhen und mit ein bisschen Glück klappt es dann möglicherweise auch so ganz gut.

      Phosphat kann bei mir (leider) ja auch nicht ausschlaggebend gewesen sein, da es sich ja bekanntlich relativ rasch anreichert (zwischendurch kam es ab und an auch mal zu verstärktem Pinselalgenbewuchs) und somit während der Testphasen ohne Wasserwechsel mit/ohne Düngung sich deutlich bemerkbar hätte machen müssen. Glaube aber trotzdem gern, dass es davon auch Varianten gibt die mit Phosphat stehen oder fallen.

      Das Geheimnis das die Natur hier immer noch vor uns versteckt hält - ja, ich möchte doch fast in dem Zusammenhang von der "Weltformel" gegen Blaualgen sprechen *lach - die für das plötzliche explosive Massensterben selbiger verantwortlich ist OHNE signifikanter, großartige Änderungen bis auf diese Membranpumpe - als würde ihnen die Lebensgrundlage von einem Tag auf den anderen enzogen worden sein - muss entweder direkt gewirkt haben oder irgendeinen irreversiblen biologischen Mechanismus in Gang gesetzt haben der mit O2 zu tun hat...

      ...nun ist es vorbei...für diesmal :grinz:


      Was ich noch sagen wollte:
      Die blaugrün-türkis - Variante, ich nenne sie die "sympathischen Blaualgen", konnte ich früher relativ oft beobachten; sie trat verstärkt regelmässig an den Stellen auf, wo sich feine gefriergetrocknete Futterreste gerne ansammeln (oben, Moose usw) . Das sah für mich so aus als ob die Futterreste lokal direkt/indirekt der Cyanobakterien als Lebensgrundlage dienen; sie breiteten sich aber nicht spontan aus und verging nach einiger Zeit auch wieder von selbst weg (natürlich habe ich diesmal auch viel Zeit gehabt mit Futter zu experiementieren (anderes Futter/wenig/viel/kein) ohne nachhaltig erkennbaren Unterschied), sodass eine 1 -2 malige Fütterung damit pro Woche langfristig trotz kurzer Wachstumsschübe gut verträglich und kontrollierbar war, fast nicht der Rede wert.

      Ich tippe bei den braunschwarzen diesmal auf toxische Ausscheidung am Sand-Bodenbelag die durch das O2 der Pumpe direkt oder indirekt verschwunden sind (das bedeuet, es ist auch gut möglich dass auch dadurch vielleicht einfach nur diese Gase schneller aus dem Becken getrieben worden sind und somit weitere sekundäre Bildungs-Prozesse dadurch eingedämmt wurden von denen die Alge profitiert). Die Blaualgen sind nämlich am Boden auffallend schnell gewachsen (fast schneller als auf den Pflanzen), kleine Blasen waren deutlich erkennbar auch dort wo keine Pflanzen stehen bis dann der Teppich überwuchs. Ohne Pumpe ist trotz Absaugung immer wieder ein Rückfall eingetreten, Sand ist darüber hinaus auch noch viel feinkörniger (und deshalb vielleicht auch problematischer) was die Zwischen - bzw. mögliche abgeschlossene Überlebensräume angeht.

      Das ist zumindest das, was ich mir aus Beobachtungen so "zusammenreimen kann"...100% wissen tu ich es natürlich nicht und reproduzieren kann ich den Vorgang (gottseidank ^^) ja auch nicht....vielleicht hilft es ja jemanden oder findet vielleicht jemand darin trotzdem einen wirkungsvollen Ansatz...

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von cfish ()

    • Hallo,

      ich wollte dir nur danken! Das du deine Lösung mit uns teilst! Es wird sich zeigen ob es mir hilft!!!

      Habe auch gute Lösung auf der Seite bekommen ist geeignet für Anfänger Link entfernt

      Lg Cho1

      :tanz: :tanz: :tanz: :tanz: :tanz:
      Lg Cho1

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Roland () aus folgendem Grund: Link wurde entfernt. Begründung: Werbung

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