Verpflichtender Sachkundenachweis für die Haltung von Fischen?


    • Prestutnik12
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    • Verpflichtender Sachkundenachweis für die Haltung von Fischen?

      Liebe Leutz'

      Wir hatten ja gerade das Interview mit HG Evers. Da standen einige Fragen, die ich ganz interessant fand, fast zu schade, sie "nur" dem Interviewten zu lassen... Die durchaus einer allgemeineren Foren-Diskussion wert wären.

      Etwa Corinnas Frage: "Bei dem Hype auf Exoten und dem gleichzeitigen Ruf nach dem Verbot der Haltung: Ich gehe nicht davon aus, dass Sie für ein Haltungsverbot sind, aber wäre eine Art "Sachkundenachweis" nicht auch für die Haltung von Zierfischen sinnvoll?"

      Evers antwortete: "Klar, warum nicht? Wer sich für seine Pfleglinge wirklich interessiert, der sollte auch ein gewisses Fachwissen haben. Das Wohl des Tieres sollte immer im Mittelpunkt stehen. Fortbildung und ständiger Austausch mit Gleichgesinnten gehört dazu. Ob es dann nun immer gleich behördlich reglementierte „Sachkundenachweise“ sein müssen, lasse ich mal im Raum stehen. Sollte es helfen, uns Vivarianer vor der Obrigkeit glaubhafter erscheinen zu lassen, bin ich dafür. Ich habe nur so meine Zweifel, dass in diesen Zeiten gesittet vorgebrachte Argumente überhaupt noch Gehör finden. Mir ist das polemische Geschrei selbst ernannter Tierschützer, die ein Haltungsverbot fordern, zu laut und undifferenziert. Ich habe auch das Gefühl, dass diese Leute einer vernünftigen Diskussion nicht zugänglich sind. Die momentane Entwicklung in der Politik lässt mich um meine Leidenschaft bangen."

      Das ist sehr konziliant und moderat geantwortet, da hätte man durchaus auch weniger elegante, verschärftere Formulierungen wählen können...

      In mir erinnerte diese Frage sofort ein Kindheits-Trauma! Als der kleine Stefan in der zweiten Klasse Volksschule vor der strengen Frau Lehrerin Weissenburger stand. "Doch, ich hab' sie gemacht! Wirklichlich! Ich hab sie nur vergessen! Die Hausaufgaben liegen daheim auf dem Küchentisch! Echt! Ich hab sie nur in der Eile vergessen!" "Stefan, Stefan! Schon wieder! Was soll aus Dir noch werden?" "Morgen bringe ich sie mit! Ich verspreche es. Echt und ehrlich! Wirklich!"

      Und bald in Zukunft stehe ich - gefühlte 50 Kilo schwerer und deutlich böser im Gemüt - wieder vor einer gestrengen Dame mit spitzer Stimme: "Also wenn Sie ihren Sachkundenachweis nicht beglaubigt vorzeigen können, na, dann kann ich Ihnen den Fisch aber nicht abgeben!"

      Ach, hätte ich meine unschuldig blau-strahlenden Kulleraugen noch und könnte erfolgreich pienzen: "Ich hab doch einen! Der liegt daheim auf dem Küchentisch! Echt! Ich hab ihn nur in der Eile vergessen! Morgen bringe ich den Sachkundenachweis mit! Ich verspreche es. Echt und ehrlich! Wirklich! Krieg ich das Fischlein ausnahmsweise trotzdem?"

      Danke, jetzt Ihr.

      Was haltet Ihr von der Idee eines "Sachkundenachweises" für Aquaristen?

      fragt
      Stefan :wink:
    • Hi Stefan mit den blauen Kulleräugelchen!

      Tja, manchmal wäre ein Sachkundenachweis für Eltern nicht schlecht, aber das führt wohl zu weit ....
      Ich habe vor Jahren eine Weile eine Kleintierpension betrieben, da wurde für jede Tierart, die ich aufzunehmen gedachte, ein Sachkundenachweis verlangt. Also habe ich einige Stunden beim Veterinäramt (damals sinnigerweise am Schlachthof) gesessen und meine Prüfungen abgelegt.
      Es gab extra Testbögen für Hamster, Kaninchen, Chinchillas, Meerschweinchen, für Sittiche, Papageien, Kanarienvögel und Exoten, für Wasser- und Landschildkröten etc. etc., das hörte gar nicht mehr auf.
      Bestanden habe ich auf Anhieb alle, weil die Fragen doch mit halbwegs gesundem Menschenverstand zu bewältigen waren, etwas übertrieben, aber ungefähr: Darf ich einen Hamster auch bei 60 Grad waschen?
      Was ich damit sagen möchte, es bringt außer viel Papierkram nicht allzuviel. Wer unbedingt möchte, reißt sich da eben mal eine halbe Stunde zusammen, macht dann aber doch alles anders und wie er mag.
      Es wird immer die geben, denen ausschließlich das Wohl ihrer Schützlinge am Herzen liegt, und natürlich die, die das anders sehen, sei es aus Profitgier, aus Machtgehabe oder sonstigem Quark. Und ich glaube nicht, dass so ein (durchaus auch wieder fälschbarer) Zettel was bringt.
    • Grundsätzlich finde ich so eine Idee auch nicht schlecht. ein bisschen Kontrolle, wenn es um den Umgang mit Lebewesen geht, ist nicht verkehrt. Ich glaube nur auch, dass die Umsetzung schwierig ist. In meinen Augen hat sich die Situation der Hunde beispielsweise nicht verändert, seit der Einführung des Sachkundenachweises. Diese 40/20 Regel hier in NRW ist auch so eine wahllos gesetzte Grenze, als wenn nur große Hunde Probleme machen und beißen könnten.

      Ich selber muss mich jetzt auch evtl. mit einer amtlichen Prüfung beschäftigen, da ich ja als Pflegestelle tätig bin. Das Vet-Amt an unserem Vereinssitz ist der Meinung, dass es nicht reicht, dass einer im Verein eine Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz braucht, sondern jede Pflegestelle, die inclusive Pflegehund mehr als 3 Hunde hat. Das geht über "das normale Maß" hinaus. Das ist die Genehmigung, die man braucht, wenn man ein Tierheim leiten will. Man muss einen Kurs über 4 ganze Tage besuchen, der kostet 330 Euro und dann nochmal 90 Euro für die Prüfung am Vet-Amt. Man wird in rechtlich und medizinischen Fragen geschult und natürlich Hundeverhalten und -biologie.
      Ich finde das echt überzogen, denn mit einer Tierheimsituation hat das hier nichts zu tun.

      Also wenn Sachkundenachweis, dann auch irgendwie angemessen und sinnvoll...
      Liebe Grüße von BaBo
    • Hey Stefan,
      diese Haltung vertrete ich seit nun einigen Jahren ebenfalls.
      Es tut im Herzen weh, wenn man sieht, dass verantwortungslose Menschen, für die Heimaquaristik bedingt bis ungeeignete Tiere, in ihren Pfützen verheizen.
      "Sind ja nur Fische und dazu kosten die ja nur wenige Euro!"

      Ich bin dafür, dass kritische Arten ausschließlich auf Bestellung mit Nachweis ausgehändigt werden.
      Dazu gehören unter Anderem:
      Ariopsis/Sciades - "Haiwels"
      Apteronotus - Weißstirnmesserfisch
      Balantiocheilos melanopterus - Haibarbe
      Brachyplatysoma - Spatelwels
      Chromobotia macracanthus - Prachtschmerle
      Channa (große Arten) - Schlangenkopffisch
      Clarias - Froschwels
      Colossoma - Pacu
      Datnioides - Tigerbarsch
      Epalzeorhynchos - Feuerschwanz
      Glyptoperichthys - Schilderwels
      Gnathonemus und weitere Mormyriden - Elefantenrüsselfisch
      Gymnotus - gebänderter Messerfisch
      Gymnothorax - "Süßwassermuräne"
      Hydrolycus und Ähnliche - Vampirsalmler
      Leporinus - "Wespensalmler"
      Notopterus - Tausenddollarfisch
      Mastacembelus (große Arten) - Stachelaale
      Monodactylus - Silberflossenblätter
      Myleus - Große Scheibensalmler
      Osteus/Lepisosteus - Knochenhechte
      Osteoglossum - Arowana
      Oxyeleotris - Marmorgrundel
      Panaque - "Royal pleco"
      Pangasius/Pangasianodon - Haiwels
      Phractocephalus - Rotflossenantennenwels
      Polypterus (große Arten) - Flösselhecht
      Potamotrygon - Stachelrochen
      Pseudoplatysoma - Spatelwels
      Scatophagus - Argusfische
      Sclerpages - Arowana
      Sorubim - Spatelwels
      "Tetraodon" - Brackwasserkugelfische
      Toxotes - Schützenfische


      Dazu kommen noch Arten, die einfach aufgrund der Größe nichts für den Durchschnitt sind, Großcichliden, allgemein Arten mit problematischem Fress- und Sozialverhalten usw.
      Denn der Durchschnitt wird wohl beim 54- 200 Liter Beckenbesitzer ohne große Ahnung liegen und für diesen DÜRFEN diese Tiere einfach nicht zugänglich sein.
      MfG,
      David
    • Hallo Stefan,

      einen Sachkundenachweis für Aquarienfische? In Deutschland? Bloß nicht! Ernsthaft, ich könnte mir schon vorstellen dass man jemanden, der sich so gar nichts um die Gesundheit der Fische schert, verbieten sollte, eben solche pflegen zu dürfen. Aber wie stellt man das am besten an? Ich kann mir lebhaft vorstellen wie das in unserem Paragraphendschungel aussehen würde. Wahrscheinlich müsste man sich Lehrmaterial für teures Geld kaufen, danach 2000 Fragen auswendig lernen und zuletzt eine Prüfung, die wahrscheinlich mehrere hundert Euro kosten würde, absolvieren und bestehen. Man würde das bei uns doch bereits im Vorfeld wieder tot quatschen.

      Einen Nachweis würde ich trotzdem sehr gut finden, wenn dieser Nachweis einfach und kostengünstig zu machen wäre. Sinnvoll sollte er natürlich auch sein. Die Grundkenntnisse sollte jeder nach dieser Prüfung beherrschen.

      Thema Sachkundenachweis: Um eine Hundepension zu gründen brauchte es hier bis vor wenigen Jahren keinerlei Prüfungen. Jetzt schon. Meine Frau kann da ein Lied von singen! Sie stellte den Antrag letztes Jahr im März und hatte den Termin dann im Oktober. Fast 8 Monate warten bis man endlich diese Prüfung ablegen darf! Sie hat zwar auf Anhieb bestanden, es dauerte dann aber trotzdem nochmal Wochen bis die Bescheinigung ankam. Die Prüfung selbst war der Wahnsinn! Es gibt als Lernmaterial nur einen Auszug aus vielen Fragen. Das komplette Werk kann man sich für teuer Geld zwar kaufen, es bringt nur nichts weil jede gestellte Frage bis ins kleinste Detail nochmal mündlich zerlegt wird.
      Beispiel Frage: Wie lange ist eine Hündin läufig? Wenn man jetzt nicht antwortet dass die Läufigkeit verschieden lange dauern kann oder gar die Tage der einzelnen Läufigkeitsphasen zusammenzählt wird sicherlich nachgehakt. Meiner Frau ist genau das passiert! Es folgten Fragen wie: Wie viele Phasen der Läufigkeit gibt es und wie heißen sie, wie lange dauert die Phase 2(Östrus), wie unterscheidet sich eine Trächtigkeit von einer Scheinträchtigkeit, nennen Sie die Symptome einer Scheinträchtigkeit, usw. So werden dann mal eben aus 20 Fragen knapp 80 Fragen. Danach folgte dann noch eine praktische Prüfung mit Hunden die einen echt schlechten Tag hatten. Damit will ich sagen dass man noch so viel wissen kann und trotzdem durchrasselt wenn die Amtstierärztin schlecht drauf ist. Und genau das ist eben wieder typisch deutsch! Vorher musste man überhaupt nichts machen, man war also schlampig, dafür haut man jetzt dermaßen auf den Putz dass die meisten durchfallen.

      Ich befürchte dass eine Sachkundeprüfung für Zierfische fast unmöglich ist, weil viel zu umfangreich! Man müsste sich tatsächlich auf Grundkenntnisse konzentrieren. Und wie David schreibt: bei kritischen Arten in die Tiefe gehen. Das wäre ein Ansatz!


      Gruß Roland
    • Hallo Stefan,

      ich habe beruflich am Rande mit Versuchstieren zu tun. Ich bin nicht direkt mit ihnen im Kontakt, sondern verwalte die Tierversuchs-Akten und prüfe auch, ob für Durchführende die Genehmigung zur Mitarbeit im Versuch genehmigt werden kann.
      Nur als Beispiel: wer eine Tierversuchs-Maus aus dem Käfig in die Wagschale auf der Waage setzen will, muss einen Versuchstierkundekurs absolvieren!!!

      In der Regel sind das 20 Stunden Theorie (Haltung und Handling der Tiere, Injektionen, Blutentnahme, tierschutzgerechte Tötung etc.).
      In der Theorie - ebenfalls 20 Stunden - wird gelehrt, woran man erkennen kann, ob es den Tieren gut geht oder ob sie leiden, alles rund um die Genetik, wie man sich in der Tierhaltung verhält, wie man einen Antrag auf ein Tierversuchsvorhaben auszufüllen hat usw.
      Bei den meisten dieser Versuchstiere handelt es sich bei uns um Kleinnager (Maus, Ratte, Gerbil und selten auch Meerschweinchen).

      Diese Kurse sind richtig teuer, da stehen Professoren und Doktoren im Hörsaal und halten die Vorlesungen. Sie kommen z. T. aus entfernten Universitäten zu uns.

      Wenn ich mir ansehe, was für (exotische) Tierarten in unserem Land ohne die Frage nach der geringsten Ahnung von diesen Tieren und deren Haltung in den Zoohandlungen über den Ladentisch gehen, wird mir schlecht!
      Aber andererseits: Wie willst du prüfen, ob jemand Kenntnisse hat? Wer soll diese Schulungen leisten und die Prüfungen abnehmen? Ich stelle mir gerade vor, jeder Tierhalter müsste in den nächsten Monaten einen Sachkundenachweis liefern.... Das ist vermutlich gar nicht machbar.

      Viel wichtiger wäre für mich, dass sich JEDER, der ein Haus- oder Nutztier hat, darum kümmert, dass es ihm gut geht. Dass er seine Tiere aufmerksam beobachtet und sofort handelt, wenn etwas auffällig ist. Dass der Halter mit dem Tier zum Tierarzt geht und es behandeln lässt oder anderweitig Hilfe sucht. Das sollte einem Menschen eigentlich der Verstand schon sagen...
      Und nicht wie ich heute in der Zeitung gelesen habe, dass ein Bauer seine 5600 Legehennen verhungern ließ, weil er kein Geld für Futter mehr hatte.

      Es ist auch wichtig, dass wir mit offenen Augen durch die Welt gehen und Tierquälerei melden - und die Behörden dann auch prüfen und eingreifen.
      Nicht so, wie ich es vor vielen Jahren erlebt habe, dass ein Schäferhund-großer Hund in einem Zwinger mit Betonboden und Zaun gehalten wurde (also der Witterung mehr oder weniger ausgesetzt war, in dem mehr als 10 Hundehaufen lagen. Das Veterinäramt hat nichts unternommen, obwohl ich mehrmals dort angerufen habe.

      Ganz ehrlich: Da sind sehr viele unserer Versuchstiere besser dran.
      Sie sitzen bei gleichmäßiger Temperatur in sauberen Käfigen, sie bekommen Futter und Wasser, soviel sie wollen. Sie bekommen Schmerzmittel, wenn es erforderlich ist und es gibt Abbruchkriterien, die bereits im Antrag benannt werden müssen, bei denen die Tiere aus dem Versuch genommen werden. Unsere Tierärzte und Tierpfleger haben da ein strenges Auge drauf. Sollte mal etwas auffällig sein, wird sofort der Versuchsleiter alarmiert, um zu besprechen, was zu tun ist und es wird sofort gehandelt.
      Auch an Wochenenden und Feiertagen.

      Vielleicht sollte man eher an die Tierhandlungen rantreten und ihnen verbieten, einige spezielle oder exotische/tropische Arten an jedermann ungeprüft zu verhökern. Wieso darf sich hier jeder mit dem entsprechenden Geldbeutel z. B. ein Faultier kaufen, das im Laden angeboten wird? Papageien, die 80 oder mehr Jahre alt werden können und die oft nicht zahm werden in Gefangenschaft, Die deshalb ihr tristes Leben im "goldenen" Käfig fristen, weil sie das Wohnzimmer zerrocken, sobald sie aus dem Käfig gelassen werden...
      Das ist ein No-Go für mich! Tiere, die vom Aussterben bedroht sind oder unter Artenschutz stehen, kannst du in der Zoohandlung für teures Geld kaufen. Mit Papieren. Ob die dann verecken, ist dem Händler egal. Der verkauft dir gern in ein paar Wochen ein Neues.
      Diese Tiere dürften meiner Meinung nach gar nicht mehr gehandelt werden. Denn eine Person mit Sachkundenachweis könnte die Tiere auch weitergeben an Jedermann.

      Für diese Tiere hat meiner Meinung nach die Novellierung des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013 gar nichts gebracht.
      Liebe Grüße
      Marlis
      ____________________________
      Es gibt nichts, was eine Mutter glücklicher macht, als zu wissen, dass ihr Kind gesund ist und es ihm gut geht
    • HEYA,
      wenn der moderne Mensch - zumal der deutsche - ein Problem wittert, erfindet er flugs eine neue Bürokratie... Die Obrigkeit muss es - verdammt nochmal - mit einer neuen Verordnung richten...

      Stellen wir uns mal vor, dieser Zwangssachkundenachweis käme. Also nicht nur für Händler oder "Pensionisten", sondern für jedermann, für mehrere Millionen deutscher Haushalte.

      Was wird passieren? Das Staatsvolk wird sich spalten! In - sagen wir mal - preußisch-protestantische Schuldkomplexträger und - sagen wir wieder - katholisch-pfälzische Anarchisten und Verweigerer.

      Was bliebe dem Staat, der Exekutive? In Zeiten zunehmender No-Go-Areas kombiniert mit polizeilicher Personalknappheit. Nein, es wird kein Strumtrupp des BKA wirklich in die Heimstatt eines mutmaßlich nachweislosen Aquarianers stürmen. Könnte man aber verdeckte Ermittler einsetzen, die Foren nach Aquarianern durchstöbern? Wie die entstehenden illegalen Salmler-Tauschbörsen an Autobahnraststätten ausheben?

      Wie will man denn praktisch mit solch einer Verordnung umgehen? Der Staat kann es nicht. Es ist deshalb einfach politischer Unsinn, sich Gesetze und Verordnungen auszudenken, die man in der Praxis nicht realisieren und administrativ überprüfen kann.

      Hilft der Handel? Installiert man den Nachweis als neues, zusätzliches Lichtbild-Ausweispapier, der von der Kassiererin an der Ladenkasse zu prüfen wäre? Himmel, wie soll Erna prüfen, ob derjenige, der den Fisch kauft, den Fisch auch hält? Und ihn nicht doch seiner quengelnden Nichte schenkt? Oder Nachzuchten an jemanden abgibt?

      Ich fürchte: Nichts hilft! Wer ne Sau ist, ist ne Sau. Der setzt auch NACH dem Sachkundenachweis einen Mekom-Wels in eine Suppenschüssel! (Ne kurze Zeitlang geht es ja auch gut...)

      Ihr ahnt, wo ich da stehe: Wenn dieser Nachweis eingeführt werden sollte, dann schwimmen hier halt in sieben oder acht Becken einige "Illegale"... Stört die Sprotten wohl auch nicht weiter...

      Stefan :cool:

      P.S. Marlis, das hat sich gerade überschnitten!
    • Hallo zusammen,

      bloss nicht, so einen Sachkundenachweis. Was soll man denn dort verlangen? Typisch sind solche Kurse zu trivial, das Gelehrte zu schnell veraltet, oder es ufert aus. Und was soll Inhalt sein, welche "Schule" (Weltanschauung) verordnet der Staat? Am Ende kommt es zu irgendwelchen tollen Liter pro Zentimeter Fisch regeln.

      Ist der Kurs zu teuer, macht ihn keiner. Man besorgt sich die Fische von privat oder im Ausland. Dann gibt es unter Umständen noch weniger Beratung als im Laden.

      Ist er günstig, dann ist das vermittelte Wissen vermutlich nicht so viel wert. Da hat man dann heute vielleicht schon informativere Beratung im Laden. Wenn der Kurs flach ist, könnte man statt dessen den Handel verpflichten, eine kleine Broschüre oder ein Flugblatt abzugeben. Und was die Leute daheim machen, weiss eh niemand.

      Gruss,
      Michael
    • Hallo

      Die Idee "Sachkundenachweis für Aquaristen" ist im Großen und Ganzen nicht schlecht, da heutzutage ja jeder "Hanswurst" Fische kaufen kann.

      Aber, wie will man das umsetzen? . . . überhaupt nicht . . . denn, dass ist einfach unmöglich.

      Die Anregung von David, nur für "besondere Arten" so etwas einzuführen, sehe ich persönlich nicht als förderlich.

      Das sieht dann so aus, wie eine Zweiklassengesellschaft unter Fischen, die einen, die man "einfach so" kaufen kann/darf und die anderen, für die es einen Nachweis braucht.
      Gruß Wolfgang
      ___________________
    • Hm Sachkundenachweis, da würde der Einzelhandel aber Sturmlaufen, wenn nicht wie in dem einen Beitrag geschrieben steht, HINZ und KUNZ seine bunden Fischis kaufen darf.

      Deshalb ist es auch fast unmöglich sowas umzusetzen.

      Aber jeder der einen Sachkundenachweis hat ( ich habe den §11) weis das es nicht gerade Billig ist, sowas zu machen und wenn das dann für jeden gefordert wird wird es noch teurer.

      Somit darf jeder einen Fisch kaufen und das will man ja so.

      Sehe das ja anders wie andere leider sind auch Kunden etwas Beratungsresisdent sehe das öfters in meinem Beruf kann man erzählen was man will dann holen sie sich den Fisch woanders,
      ist leider so.

      Gruß
      Joachim
    • HiHi

      Darf ich nochmal zurück? Wenn ich Hans Evers Antwort oben lese, dann hat er etwas sehr Interessantes und Kluges gesagt: Die ganze Frage entstand aufgrund von "inszenierter Radikalität" und politischem Lobbyismus.

      Die klassische Strategie ist: Eine kleine Minderheit schreit laut, stellt lauthals Forderungen auf wie "Verbot ALLER Exoten"! Das ganze ist eine Lobby-Kampagne. (Die natürlich auch der Eigenfinanzierung der Organisation dient, denn "Kampagnenfähigkeit" ist ein wichtiges Strategiemerkmal zur Spenden-Akquisition und Eigenfinanzierung. Man befindet sich ja in einer internationalen Konkurrenz-Situation.)

      Diese Kampagne versucht nun die Situation radikal voranzutreiben und eine Mehrheit anzuschieben. Wir könnten auch sagen: Vor sich her zu treiben.

      Die übliche politische Gegenreaktion ist nun, die Maximalforderung zu verhindern, ihr zuvor zu kommen, indem man argumentative "Ausweichgefechte" führt. Etwa vorauseilend zur Verhinderung des Schlimmeren einen "Sachkundenachweis" als Blockade einzieht.

      Das ist der aktuelle Stand der Diskussion. Der Sachkundenachweis als "Besänftigungsversuch".

      Evers Einschätzung oben deckt sich da sehr gut mit der meinigen: Menschen, die auf dem Trip der "Selbsterhöhung und Selbstheiligung durch Radikalität" sind, sind durch nichts zu besänftigen. (Wem das aus anderen politisch-religiösen Bereichen bekannt vorkommt, ja.) Denn Eskalation ist für sie das Elexier.

      Nur mal so zur Eindordnung.
      Stefan
    • Sachkundenachweis für die Aquaristik? Feine Sache im Prinzip. Aber wie soll'n das gehen in der Praxis? Und wenn doch, dann wäre doch ein solchener für die Halter von Säugetieren und Vögeln vorrangig, obwohl niemand ganz genau weiß, ob Fische nicht genauso leiden können, wie Tiere etwas höher auf der Leiter. Was machbar wäre in dem Bereich und imho überfällig, ist der verpflichtende Besuch einer Hundeschule und Kastrationspflicht bei Katzen. Aber sonst?....kann es weiter nur so laufen, dass man an die Halter appelliert, sich freiwillig kundig zu machen. Vorstellbar wäre ein Nachweis für Fisch-Händler und ein Verbot, Falschinformationen zu geben, die nur dem Geschäft nutzen.
      Und wennwer schon dabei sind, Pflichtelternschulen wäre schon auch nett, nicht? Denn was nützt ein Aquarianer, der brav seine WWs macht, wenn er andererseits sein Kinder regelmäßig durchprügelt? Aber das widerspricht der freiheitlichen Ordnung in unserem Land. hmmm, und nu?
      Grüße aus Nürnberg

      Gisela



      ”Alles, was wir hören, ist eine Meinung - keine Tatsache.
      Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive - keine Wahrheit.“

      Zitat: Weiß net.....aus'm Netz gefischt. :-)
    • Hallo,
      den Sachkundenachweis gibt es schon seit mehreren Jahren und wird auch in vielen Aquaristikvereinen abgelegt.
      Aber:!
      Wer pflegt oder behandelt seine Zierfische besser?
      Der der einen Sachkundenachweis nach §11 hat oder jemand der viele Jahrzente Fische hält und so sich Erfahrungen auf dem Gebiet angeeignet hat.
      Jemand der theoretisches Wissen hat oder der sich dieses Wissen praktisch angeeignet hat?
      Wer mutmaßt sich an darüber zu richten?
      Sicher gibt es Zierfische die ein Hobbyaquarianer nicht artgerecht halten kann, aber ist hier nicht der Handel gefordert Vorreiterposition zu übernehmen?
      Zumal der Handel den §11 sowie die Sachkundenachweise haben muß um Tiere verkaufen zu dürfen.


      Grüße René
    • Hi!

      Ja sicher, das ist alles richtig. Aber der Handel möchte ja auch gern davon leben, eventuell auch mal was besser leben ... Machen wir uns nichts vor, auch unter Aquarianern gibt es schwarze Schafe. Wie überall.
      Und da sieht man ja schon, was so ein Zettel bringt, nämlich nicht wirklich viel. Natürlich muss der Fachhändler ihn haben, aber genauso natürlich gibt es den, der am Heiligabend das Komplettset 54 Liter mit dem prall gefüllten Beutel voller Fische dazu verkauft, damit alles schön untern Tannenbaum passt.
    • Hallo Wolfgang,

      der Schein ist ja ein Qualifikationsnachweis, den der Händler bzw. professionelle Züchter haben muss.
      Den gibt er niemanden mit und auch eine Kopie würde dem Zierfischkäufer nicht weiterhelfen oder ihn schlau machen.
      Liebe Grüße
      Marlis
      ____________________________
      Es gibt nichts, was eine Mutter glücklicher macht, als zu wissen, dass ihr Kind gesund ist und es ihm gut geht
    • Hallo zusammen,

      es gibt schon einen Zettel, den der Händler seinen Kunden mitgeben "könnte"!
      Als ich mir fünf Panzerwelse in einem Shop in Passau geholt habe, hat mir die Verkäuferin einen Zettel ausgehändigt. Darauf waren Infos zur Fütterung, Haltungsbedingungen, Wassertemperatur, Herkunft, usw. zu finden. Alle Infos eben, die für einen Anfänger nützlich wären.

      Der selbe Händler bietet auf seiner Homepage - sowie vor Ort - Info Broschüren an. Das geht von der Einrichtung der Aquarien, über den richtigen Transport der Fische, bis hin zu den Haltungsbedingungen der jeweiligen Fische.

      Und dann gibt es noch meinen Stammdealer in Passau, der mich von Anfang an durch das Hobby begleitet. Wenn es sein muss prügelt der seinen Kunden alle wichtigen Infos ein. Ich schwöre euch, der wirft jeden Unbelehrbaren aus seinem Laden, der ihm nicht glauben mag dass man eine Brokatbarbe nicht einzeln hält.

      Aber was bringt das alles, wenn sich der Aquarianer für diese Infos nicht interessiert, oder im Anschluss seine einzelne Brokatbarbe beim Händler im Baumarkt holt?



      Gruß Roland
    • Casa Carota schrieb:

      Hallo Wolfgang,

      der Schein ist ja ein Qualifikationsnachweis, den der Händler bzw. professionelle Züchter haben muss.
      Den gibt er niemanden mit und auch eine Kopie würde dem Zierfischkäufer nicht weiterhelfen oder ihn schlau machen.
      Hallo Marlis,

      das weiß ich...(Sachkundenachweis §11) :zwinker:

      Was ich meinte, ist das Infoblatt, dass der Händler zu den gekauften Fischen, dem Kunden mitgeben soll/muss.
      Gruß Wolfgang
      ___________________
    • Neu ist das Thema nicht, weil einen SKN für Aquaristik gibt es schon seit den 90ern. Er wurde seinerzeit vom VDA initiiert, nach dem die Vogelhalter quasi über Nacht mit vielen Einschränkungen belegt wurden. Deren Hobby war anschließend kaum noch möglich. Der VDA wollte die Aquarianer vor so etwas schützen, in dem er vorauseilend einen SKN aufbrachte um zeigen zu können, dass die Sachkenntnis verbreitet ist und vorhanden ist. Auf vielen Börsen wird der SKN verlangt und auch sonst hat er sich so halbwegs etabliert. Nur echtes Gesetz wurde er nie.

      Ich denke, dass ein großer SKN positiv als auch negativ wirken würde. Zum einen würden diejenigen, die ein Aquarium nur als Einrichtungsgegenstand sehen oder damit ihr Kind (wichtig: Altersnenung und Namen) beglücken wollen, ausgebremst würden. Achtet mal darauf, wie oft in Foren Eltern aufschlagen, die anfänglich alles abfragen und ach so besorgt tun, damit es den Kindern (Alter muss genannt werden und Kindername...) gefällt. Nach einiger Zeit hört man nichts mehr von denen. Das sind reine Eintagsfliegen im Strohfeuer.

      Andererseits bleibt doch mal der eine oder andere hängen oder erinnert sich Jahre später, dass er mal ein Aquarium hatte und das sind die Aquarianer von morgen. Die würde man damit auch dezimieren. Das wiederum würde sicherlich der einen oder anderen politischen Fraktion sehr gefallen.

      Hans hat es in seiner Antwort schon gut anklingen lassen: Was fehlt ist echtes Interesse, welches über die reine Internetleserei und Schreiberei hinaus geht. Sowas lässt sich nicht per SKN erzwingen.

      Unter dem Strich überwiegen m.E. die Nachteile und daher bin ich dagegen, genau wie ich auch jegliche Positivlisten etc. ablehne. Lassen wie es ist und vor allen Dingen darf man sich nicht vom moralinsaurem Gebrabbel beeindrucken lassen.
      Regionalgruppe Nord der DKG: www.killi.org/RG-Nord/
      22.10.2016: Dr. Frank Strozyk, Aachen: "anspruchsvolle Labyrinthfische vermehren" - Vom Großmaul-Kampffisch bis zum Zwergschokoladengurami
    • Oh, sorry...

      das mit dem "Zettel" hat sich für mich ganz anders gelesen.

      Einen "Zettel" habe ich früher mitgegeben, wenn ich Garnelen und CPOs verschickt oder direkt abgegeben habe: ich habe eine Anleitung zum langsamen Umsetzen in das neue Aquarium, Ratschläge für die Vergesellschaftung, Kreuzungstabelle für Garnelen, Futter- und Haltungsvorlieben etc. mitgegeben und natürlich war auf meinem Zettel auch ein Link zu unserem Forum, falls mal Fragen auftauchen :yes:

      Das habe ich meinen Tieren zuliebe getan und auch dafür, dass die Halter später keinen Grund zu meckern haben, weil sie etwas falsch gemacht haben.
      Liebe Grüße
      Marlis
      ____________________________
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