Gobioides broussonnetii


    • David s.
    • 4697 Aufrufe 13 Antworten

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    • Gobioides broussonnetii

      Hey,
      darf ich euch Rüdiger vorstellen?

      Charmant, oder?
      Rüdiger ist eine Aalgrundel, gefangen in Süßwasser und seitdem auch ausschließlich in Süßwasser gehalten.

      Ich pflege ihn seit vier Monaten, in denen er die 20cm Marke erreichte und ordentlich fett geworden ist.
      Er lebt in einem 300 Liter Aufzuchtbecken mit langsamen Fressern, da er fast blind ist, ist dies ein wichtiger Aspekt!

      Hier ist er in Action als "Staubsauger" zu sehen:

      MfG,
      David

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von David s. ()

    • Hey ihr beiden!

      Also Gobioides broussonnetii ist in Deutschland wenig verbreitet, wer hätte es gedacht? :yes:
      Die Gründe dafür sind recht verständlich:
      Nur wenige Tiere vertragen auf Dauer Süßwasser!
      Mein Exemplar kennt bis dato nichts anderes, ich bin aber bereit jederzeit umzurüsten, sobald sich sein Verhalten zum negativen wendet!
      (Der stille Wunsch nach Brackwasser ist sowieso da... Gymnothorax tile ist ein Traum!)
      Die Endgröße liegt zwischen 40cm und 60cm!
      Gut, Alttiere bewegen sich nur noch zur Fütterung, aber die Größe hat eine gute Schockfunktion für uninformierte Menschen.
      Es sind Nahrungsspezialisten!
      Die Tiere reagieren nicht auf Bewegungen vor dem Becken, mit den stecknadelkopfgroßen Augen ist ihr Sehvermögen sehr eingeschränkt!
      Die Futtersuche funktioniert also nicht durch das optische Entdecken des Futters, nein es wird gewittert!
      Gebe ich Futter in's Becken fängt das Tierchen an Wasser durch das Maul und die Kiemen zu Pumpen und findet so zum Futter.
      Das große Maul erinnert tatsächlich an einen Räuber, ist der Gute aber weit von entfernt!
      Es dient zur Filtrierung des Bodengrundes bei der Futtersuche!
      Er frisst primär Mückenlarven und Diskuspellets, geschnittener Stint wird "ausgelutscht", da er ihn nicht runterbekommt!
      Und durch dieses Fressverhalten sind die Tiere in normalen Gesellschaftsbecken fehl am Platze, scheue Exemplare würden einfach verhungern oder von territorialen Fische zerlegt werden.
      Auch Rüdiger wehrt sich nicht, wenn der Datnioides polota in Einzelhaft (ich pflege vier, aber dieses Tier versuchte nach dem Einsetzen die Artgenossen mit gezielten Bissen an den Kiemen so zu verletzten, dass diese daran verenden würden) mal wieder seine 5 Minuten hat.

      Wobei ich sagen muss, dass ich mit dem Guten in jeder Hinsicht Glück habe, er frisst super, ist definitiv nicht scheu, permanent aktiv und verträgt Süßwasser.

      Also zusammenfassend:
      Ein großwerdender, nicht immer für's Süßwasser geeigneter, fast gesellschaftsunfähiger Filtrierer.

      Haltungsbedingungen würde ich folgendermaßen formulieren:
      Wissenschaftliche Bezeichnung: Gobioides broussonnetii
      Gängige Bezeichnung: Violetgoby
      Deutsche Bezeichnung: Aalgrundel
      Endgröße: 40-60cm
      Wasserbeschaffenheit: Süß- tendenziell aber eher Brackwasser, Temperatur um 25 Grad
      Beckengröße: laut amerikanischer Halter ab 100x40, meines Erachtens nach ab 120x50
      Fütterung: Algenhaltige Tabs, Frostfutter, zerkleinerter Stint oder Shrimps
      Vergesellschaftung: keine territorialen Tiere, keine schnellen Fresser! Polypteridae haben sich als ideale Gesellschaft herausgestellt!
      Anfälligkeit; abhängig vom Individuum
      Territorialverhalten: innerartlich weiß ich es nicht, gegenüber Artfremden nicht vorhanden
      Beckengestaltung: lange Höhlen und Unterstände, sandige Flächen , die Art gräbt!
      Genereller Schwierigkeitsgrad: für fortgeschrittene Aquarianer mit Erfahrung mit Nahrungsspezialisten und genügend Kapazitäten!

      So und jetzt ab in's Bett mit mir, morgen kommen ein Apteronotus albifrons und ein Notopterus notopterus aus Tschechien an!
      Bilder
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      MfG,
      David
    • Hey,
      Wolfgang, das ist einer der Gründe, weshalb die Art nicht weit in der Aquaristik verbreitet ist!

      Es wird oft gedacht, dass es sich um Räuber handelt, wobei dies völlig daneben ist.
      Bei einer Fütterung basierend auf der Grundlage, dass man die Art für räuberisch hält, verhungern diese Tiere.
      Sie sind ja eben das genaue Gegenteil:
      Friedliche Filtrierer, die sich in der Natur primär von Algen und Kleinstlebewesen ernähren.

      Der weitere Hauptgrund wäre, dass die Tiere in der Natur zwischen Süß-, Brack- und Meerwasser wandern und man stets bereit sein muss die Wasserbeschaffenheit zu wechseln.

      Ja Kati, im Becken wird auch aktuell zwei bis dreimal pro Tag gefüttert, weshalb er sich da gar nicht beeilen braucht!
      MfG,
      David
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        Till