Strom und Wasser


    • derTeichfloh
    • 598 Aufrufe 32 Antworten
    • Hallo moldvarpa,

      ich danke Dir :top: Damit hast Du für mich viel Licht ins Dunkel gebracht.
      Auch wenn ich jetzt ein klein wenig vom Thema abweiche, lasst uns doch das Thema bitte kurz vom Aquarium auf den Schwimmteich oder Pool übertragen. Wahrscheinlich bin ich da übervorsichtig, aber mittlerweile bin ich auf Niedervolt umgestiegen. Erklärt wurde mir zwar bereits mehrmals, dass ich in meinem Teich absolut sicher bin, selbst wenn einmal durch eine defekte Isolierung Strom ins Wasser geleitet wird. Mein Teich ist begehbar. Genauer gesagt kann ich über eine Treppe unter Wasser in meinen Teich gehen. Wenn ich also mit einem Fuß bereits im Wasser bin, mit dem anderen aber noch auf der Terrasse stehe, könnte es doch durchaus möglich sein dass ich keine Abkühlung mehr brauche?? :-O
      Wie erwähnt habe ich die 220V Pumpe bereits wegen meiner Bedenken entfernt und durch eine Pumpe mit Netzteil ersetzt.

      In meinem direkten Umfeld sehe ich zum Teil haarsträubende Installationen. Unter anderem wird da mit einem Erdungsband mit Potentialausgleichsschiene und einem Kupferdraht im Wasser gearbeitet, das mit Sicherheit binnen kürzester Zeit oxidiert und deshalb seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann. Im selben Teich sind 5 Stück Pumpen, eine Unterwasserbeleuchtung und eine UVC-Lampe(alles 220V) installiert. In diesem Teich schwimmen hauptsächlich Kinder. Für mich eine Katastrophe! Ich würde mich in diesem Fall überhaupt nicht mehr auf den FI-Schalter im Haus verlassen wollen!



      Gruß Roland
    • Moin, moin!

      Spannung im Pool/Gartenteich ist ein sehr umfangreiches Thema. Dort kommen viele und unterschiedlichste Möglichkeiten und physikalische Gesetzmäßigkeiten zum tragen. Kurz gesagt - ich würde hier auf Nummer sicher gehen und Niederspannung oder Gleichspannung bevorzugen.
      Allerdings bekommt man zu diesem Thema von 10 Leuten 11 Meinungen. Selbst unter Fachleuten (ich hab das eben in der Firma mal in die Runde geworfen und eine grosse Diskussion ausgelöst). ;-)))

      Schönen Bergfesttag!
      Grau ist alle Theorie - entscheidend is auf`m Platz.
    • Moin
      Niederspannung ODER Gleichspannung ist etwas irritierend. Gleichspannung ist bei Berührung um ein vielfaches gefährlicher als Wechselspannung. Wer 230V gleichrichtet erhält 320V. Wer schonmal an Gleichspannung "geklebt" hat und noch davon erzählen kann weiß was ich meine.

      Alfred
      Alle sagten das geht nicht! Da kam einer der wußte das nicht und hat es einfach gemacht.
    • Hallo,

      genau das habe ich selbst erlebt. Frage 3 Elektriker und Du erhältst 3 verschiedene Meinungen! Für mich steht fest: Nur Niedervolt ist da die Lösung. Und die Trafos für die Geräte werden absolut spritzwassergeschützt untergebracht.
      Mir ist das Thema Strom und Wasser, gerade im Schwimmteich, viel zu gefährlich.


      Gruß Roland
    • HiHi zusammen

      Wasser und Strom. Mich hat eben ganz spontan interessiert, wie "groß" das Problem eigentlich ist. Wieviele Unfälle in Zusammenhang mit Aquarien - oder zumindest Wasser- und Strom gibt es eigentlich im Jahr?

      Nur: Auf die Schnelle habe ich nichts gefunden. Natürlich gibt es Statistiken der Berufsgenossenscahft und Verbänden über Stromunfälle allgemein. Aber das ist a) beruflich und b) ohne Aufschlüsslung nach Wasser etc in Privathaushalten.

      JA! Das ist eine doofe, allgemeine langweilige akademische Frage. Ohne jede Relevanz.

      Trotzdem: Werde mal einen Blick auf die EU-Statistiken werfen. Kann ja sein, dass diese Erbsen-Zähler was haben. Es sei denn: Jemand von Euch hat irgendwelche Quellen parat.

      Sinnlos neugierige Grüße,
      Stefan
    • Hi!
      Rein technisch bin ich hier schon lange aussen vor.
      Nichtsdestotrotz habe du du interessiert mitgelesen.
      Und auf die Frage nach den Unfällen kann ich mit einem eigenen Erlebnis aufwarten.
      In der Zeit, als dennoch Aussenfilter hatte, habe ich mal mit laufendem Filter im Wasser gepanscht.
      Pflanzenflege ohne Deckel.
      Dabei habe mir für versehentlich den Zulauf aus dem Becken befördert.
      Ich hatte eine Hand noch im Becken, die andere grabechte nach dem Schlauch.
      Ich stand auf Socken auf dem Boden und sah, wie das Wasser in die hinter dem Becken liegende Steckdosenleiste plätschert.
      Und zack-, stand ich im Dunkeln. Und mir war nicht Schwarz vor Augen geworden :engel: .
      Ich darf dem FI wohl dankbar sein, schätze ich.
      Viele Grüße, Corinna :fish: <br>
      Glück ist, wenn du gesund bist und wenn die, die du liebst, auch gesund sind.
    • Cara Corinna

      Hast Du nun einfach Glück gehabt - oder bist Du gar die Erste der neuzeitlichen Mutanten, die man durch Strom einfach nicht mehr erledigen kann?

      Ich denke jetzt eher mal so genetisch-evolutionär: Die indigenen Völker Südamerikas beispielsweise waren zwar Träger der Syphillis, selbst aber nicht krank. Oder 5 bis 8 Prozent der mittelalterlichen Menschen Englands war einfach immun gegen die Beulenpest. Nichts zu machen, die sind einfach nicht an der Pest gestorben!

      Vielleicht bist Du die Urmutter einer neuen Evolutions-Variante unserer Spezies, die man mit Strom unter 1.000 Volt schlichtweg nicht von der Leiter holen kann? Um Corinna herum blitzt es hell und alles wird dunkel, aber C. steht weiterhin entspannt ...

      grinzt
      Stefan :cool:



      P.S. Weil um mich herum alle so fleißig arbeiten, hatte ich bis eben wunderbar Muse sinnlos im Web zu stöbern. Nur, wie ich bereits vermutet hatte: nichts zu finden! Keiner der einschlägigen Erbsenzähler hat da eine Statistik oder Listung.

      Wollen wir draus folgern: Wasser und Strom kann kein Problem sein, sonst gäbe es ja garantiert eine EU-Statistik? :crazy:
    • Mein lieber Stefan,

      was ich bin? Dad kommt ganz darauf an, wen du fragst.

      Nehmen wir an, du fragst meinen Mann. Der würde in der Mutanten- Geschichte endlich die Antworten finden, die er sich schon seit Jahren zu meiner Person stellt. :crazy:

      Frag meine Kollegen, die halten mich schon länger für total bekloppt.
      Ich geh nämlich gerne arbeiten, springe oft ein, wenn Not am Mann ist und lasse mir in Abständen die Überstunden auszahlen. Freizeit ist doch unbezahlbar! Wie kann das sein? :kopfkl:
      Völlig verpeilt, ihrer Meinung nach.

      Mein Sohn? Wahrscheinlich würde er sofort glauben, dass mir nichts und niemand etwas anhaben kann.
      Strom? Pah! Gibt nur zusätzliche Energie! :zigarre:

      Meine Feinde? Die haben das schon immer gewusst :motz: !

      Meine Freunde? Die auch :klatsch: !
      Ich muss zugeben, mir gefällt die Vorstellung von der 6Millionen-Dollar-Frau :couch:
      Viele Grüße, Corinna :fish: <br>
      Glück ist, wenn du gesund bist und wenn die, die du liebst, auch gesund sind.
    • Moin Forengemeinde,

      ich bin eben beim "stöbern" mal hier über den Thread gestolpert - auch wenn dieser hier schon über ein halbes Jahr alt ist, will ich trotzdem mal etwas klar stellen:

      Es ist Fakt, dass bei bestehenden (alten) Installationen ohne extra Schutzleiter (d.h. Nullleiter und Schutzleiter sind zusammen ausgeführt) kein nachrüsten eines FI-Schutzschalters im Sicherungskasten möglich ist.

      Das heißt aber nicht, dass ein so genannter FI-Schutzschalteradapter keine Funktion bei der Benutzung im Hausnetz mit zusammen geführtem Nullleiter und Schutzleiter hat.


      Die Funktion eines FI-Schutzschalters wurde ja schon (richtig) erläutert. Gemessen wird der Strom zwischen Spannungsführendem Außenleiter und Nullleiter - kommt es hier zu einer Differenz, fließt ein Teil des Stromes über einen anderen Weg als die Rückleitung(Nullleiter) zurück - dass wäre im Fehlerfall über den Aquariener der mit Hand im Wasser selbst einen (wenn auch relativ hohen) Widerstand bildet und damit einen Stromfluss aufgrund der im Becken anliegenden Spannung (zum Beispiel wegen schadhafte Isolierung) unterliegt.

      In einem FI Schutzschalter ist der Aufbau wie folgt:
      Der Außenleiter und der Nullleiter werden (von der Steckdose) "durchgeführt". Die Erdung wird von der Steckdose ebenso "übernommen". Jetzt sind zwar in der Steckdose Nullleiter und Schutzleiter gebrückt, damit (praktisch, da in der Steckdose in der der Adapter steckt die beiden Leiter gebrückt sind) auch im Adapter. Die Messung der Ströme findet aber trotzdem (wie hier schon beschrieben, über Spulen um den Leiter, da diese den kleinen Differenzstrom sehr stark in der Wirkung für die Auslösung verstärken können und selbst galvanisch vom Netz getrennt sind) statt. Für die Messung der Ströme (bzw. der Differenz des Stromes im Außenleiter des Adapters und des Nullleiter des Adapters) ist es aber egal, ob die Leiter HINTER der Messung der Differenzströme im Adapter gebrückt(in der Steckdose) sind. Wichtig ist hier, dass der Adapter selbst dreipolig ausgeführt ist - und die Messung so wie im Sicherungskasten bei FI-Schutzschalterautomaten funktioniert. Vergleich ist hier, man würde im Sicherungskasten hinter dem FI wieder Schutzleiter und Nullleiter zusammenführen, die Funktion wäre trotzdem gegeben. (Auch wenn hier kein Sinn bestünde)

      Benutzt man nun also so einen Adapter, bietet er genau den selben Schutz, da die beiden Leiter (Außenleiter und Nullleiter) der Differenzstrommessung unterliegen, auch wenn der Schutzleiter und Nullleiter hinterher (in der Steckdose) wieder gebrückt werden.

      Anbei mal eine Skizze, um das zu verdeutlichen. Im Gerät befindet sich der Defekt (kaputte Isolierung, etc.) - damit fließt ein Teil des Stromes über den Erder des Gerätes. Der FI löst sofort aus, da ein Teil des Stromes über den Schutzleiter zurückfließt, es also im FI-Adapter eine Differenz gibt.
      Ein weiterer Fehlerfall wäre bei nicht geerdetem Gerät: (Schutzleiter gar nicht am Gerät verfügbar, wie zum Beispiel beim Heizstab etc.)
      Der Strom fließt bei Berühung über den Mensch selber - dann findet im Moment des Berührens die Differenz statt - der FI löst aus.

      Wenn die (normale) Sicherung fällt, lag das an einem Kurzschluss - d.h. das wäre der erste Fehlerfall, unter der Vorraussetzung, dass zum Beispiel ein blanker Draht das Gehäuse des Gerätes berührt. Es kann sein, dass nur manchmal (je nach Bewegung des Gerätes) ein Teil überbrückt wird (Sprich ein kleines Äderchen berührt das Gehäuse, nicht das ganze Kabel.
      Beim Fehlerfall zwei hat eine normale Sicherung kaum eine Wirkung bzw. erst nach langer Zeit (Kurzschluss über Mensch gegen Erde, Widerstand aber "relativ" hoch.)

      Ich hoffe, es ist jetzt dem ein oder anderen klarer!

      Trotzdem: Seit immer vorsichtig mit dem Thema Strom. Auch wenn ich meinem FI Adapter vor dem Aquarium vertraue, also keine Stecker bei Arbeit im Aquarium ziehe, aber dass muss jeder für sich entscheiden.


      Übrigens, noch ein paar Infos:

      Es führt in der Steckdose immer ein Leiter die Spannung (ca. Spitze 325 Volt, Effektivwert sind 230 Volt, (idealerweiße) Sinusförmig), der andere (Nullleiter) hat das Potential "0 Volt".
      d.h. man könnte also nur einen Leiter an der Steckdose anschließen (dazu müsste man wissen, wo der Außenleiter sitzt) und den anderen an zum Beispiel der (geerdeten) Heizung, das Gerät würde laufen - vorrausgesetzt man hat kein FI-Schalter ;-), der würde dann direkt auslösen.

      Die Aussage, "nur die Spannung" ist gefährlich stimmt so übrigens nicht. Beispiel: Elektrozaun, die führende Spannung liegt bei einigen Tausend Volt, ebenso erreicht die Spannung bei elektrostatischen Aufladungen selbst auch einige Tausende Volt ("man bekommt eine gewischt"). Hier kommt es darauf an, wie lange die Spannung aufrecht gehalten wird bzw. welchen Strom eine Quelle selbst treiben kann. Deswegen sind oben genannte Entladungen auch nicht gefährlich.

      Richtig ist, dass die Spannung (eigentlich die Feldstärke, welche integriert über eine Strecke die Spannung ergibt) einen Strom treibt. Es kann eine Spannung anliegen, nicht jedoch ein Strom fließen. Ein Stromfluss ist immer die Folge einer anliegenden Spannung.

      Auch ist es theoretisch möglich, ein Gerät so zu betreiben: Man hat auf einem Leiter 500 Volt anliegen und auf dem anderen Leiter 730 Volt anliegen. Das Gerät sieht nun trotzdem nur die 230 Volt Potentialdifferenz (=anliegende Spannung am Gerät).


      Viele Grüße
      Philipp
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