Pinselalgen ​- Nährstoffmangel???


    • OttoKowalski
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    • Pinselalgen ​- Nährstoffmangel???

      Hallo zusammen,

      Ich hoffe ihr könnt mir mit euerer geballten Erfahrung ein bisschen weiterhelfen.
      Mein Problem ist folgendes:
      • Mein Becken (240l) läuft jetzt seit seit 7 Jahren
      • Regelmässige Wasserwechsel alle 7-10 Tage (30%)
      • CO2 Düngungen und regelmässes Düngen (Dennerle E15/V30/S7; etwa 50 % der angegebenen Menge)
      • aktuelle Wasserwerte: 25°; pH: 7,5; GH: 12; KH: 6; NO2: 0,05; NO3: 1; PO4: 0,02; Fe: 0,05 (waren über die Jahrfe immer stabil)
      • Recht viele Pflanzen (s. Bild)
      Vor etwas einem Jahr habe ich dann massiv Probleme mit Pinselalgen bekommen.
      Innerhalb von 3-4 Wochen hat es richtig gewuchert. Danach musste ich mehrere Pflanzen entsorgen weil sie völlig mit Pinselalgen zugewuchert waren. Auch auf dem Bodenkies wucherten die Pinselalgen und die einzelnen Körner wurden richtig pelzig.

      Ich habe mich dann im Internet auf die Suche nach einer Lösung gemacht.
      Ich habe dann vor allen die Bestückung des Aussenfilters (Eheim 350T) geändert und auch die Eisendüngung über die E15 Tabletten weggelassen.
      Über die nächsten Monate hat es sich dann langsam verbessert. Aber wirklich weg waren/sind die Pinselalgen nie. Ich habe immer wieder über die Wochen verteilt Zeiträume, in denen sie wieder stärker kommen.

      Dies sind aktuelle Bilder:


      Meine Frage an euch ist nun: Was würdet ihr in diesem Fall tun? Was würdet ihr versuchen?
      Ich freue mich über jeden Hinweis!

      Lieben Gruss
      Otto
    • Moin Otto.

      Das ist ja doch schon ziemlich starker Bewuchs.
      Ich habe in solchen Fällen immer konsequent 70-90% vom alten Bodengrund entfernt, den Filter neu bestückt und das Becken neu eingefahren. In der Regel hatte ich nach 4-6 Wochen wieder Ruhe.
      Gute Ergebnisse soll auch EasyCarbo erzielen, allerdings habe ich damit keine Erfahrungen. Es baut wohl irgendwas chemisch in den Pflanzen (damit auch in den Algen) um, sodass sie von Schnecken und Garnelen gefressen werden können.

      Gruss,
      Martin
      Grau ist alle Theorie - entscheidend is auf`m Platz.
    • Hallo,

      auch ich kann bestätigen, das Pinselalgen nach einigen Jahren kommen...
      Bei mir - ohne jede Düngung - sowohl im Altwasserbecken, als auch im normalem Becken. Im gedüngten Becken waren sie immer vereinzelt da.

      Eine explosionsartige Vermehrung konnte ich nicht feststellen. Sie gehen halt nicht von allein weg - was aber eher damit zu tun hat, das auch tote Algen genauso aussehen wie lebende Algen.

      EC ist ein Desinfektionsmittel. Einige schwören darauf - andere verteufeln es. Ich weiss, das es nur wirkt, wenn man es "pur" auf die Algen gibt. Dann allerdings darf es keine anderen Pflanzen - und erst recht keine Tiere treffen - also Pumpe aus. Ein "paar" Minuten einwirken lassen, dann Wasserwechsel durchführen. Muss wahrscheinlich ein paar Mal in Abständen wiederholt werden...
      mfg
      David Teichfloh

      ( ich weiß ja nix von Fischen ... )
    • Moin,
      die Biester sind ziemlich hartnäckig. Sie kommen schnell und gehen wenn überhaupt nur sehr langsam.
      Ein Patentrezept habe ich leider auch nicht, aber bei mir half damals (neben viel Geduld) die am meisten befallenen Pflanzen(teile) rauszuschneiden und Steine usw. abzukochen und abzuschrubben. CO2-Zugabe und regelmäßige Wasserwechsel machte die Algen dann langsam mürbe und die Armee ausgehungerter Amanogarnelen, die ich dazuholte, hat sich dann soweit darum gekümmert, dass sie nun praktisch weg sind. Auf eine Zugabe von Dünger habe ich ganz verzichtet. Da ich Sand als Bodengrund drin habe, konnten sie sich da nicht festsetzen.
      Die Amanos kümmern sich aber nur um die Algen, wenn sie echt Kohldampf haben und es nix anderes gib. Also in der ersten Bekämpfungsphase die Fische möglichst gar nicht oder extrem wenig füttern. Die Algen schmecken wohl nicht so lecker. Andernfalls fressen die Amanos nämlich lieber Fischfutter oder klauen den Welsen die Tabletten.
      Allerdings war mein Befall auch nicht so ausgeprägt wie bei dir. Bei deinem Befall fürchte ich, muss zumindest auch ein Teil des Bodengrundes raus. Viel Erfolg und viel Geduld!
      Gruß,
      Michael
    • HiHi Otto

      Interessant, dass es Dich auch erwischt hat. Denn wir beide hängen ja wohl am gleichen Wasserturm...

      Bei mir traten die Biester in einem Uralt-Becken auf, das seit soliden 15 Jahren läuft. Nicht massiv, sie waren halt da. Und zwar einige Wochen, nachdem ich die Leuchtröhren getauscht hatte. Gleiche Werte, nur diesmal Röhren von Silvania als Ersatz für Phillips.

      Bin einfach wieder zurück auf die Phillips-Röhren – und die Algen verschwinden wieder. Langsam, aber sie gehen.

      Ich will nun keine wilden Vermutungen anstellen: unterschiedliche Licht-Spektren bei verschiedenen Herstellern? Etc.

      Ist nur einfach ein schneller Bericht.

      Grüße,
      Stefan
    • HiHi

      JEPP! Was Teichfloh anspricht ist leider richtig. Und er spielt damit - indirekt - auf eine regelrechte „Kundenverarschung“, die sich viele Hersteller mit uns erlauben, an. Viele Hersteller garantieren / behaupten zwar eine bestimmte Laufleistung der LED (10.000, 20.000 Stunden oder gar 50.000 Std.), verschweigen dabei aber, dass die Lichtleistung im Zuge der Zeit degradiert. Abhängig von der Qualität der Fertigung und der Materialien der LED. Und vor allem der Einsatz-Temperatur. Als Faustformel wird gerne angeführt: nach 20.000 Stunden hat man etwa noch 70 Prozent der Lichtleistung.

      Aber auch das Licht-Spektrum verschiebt sich. Bei weißen LED stärker in Richtung Blau.

      Taschenlampen-Hersteller wie Cree sind da bei ihren High-Tech-Teilen oft ehrlicher als die Leuchten-Bauer. Da habe ich diese Alterungs-Diskussion zum ersten Mal gelesen. Die Aquarienlampenhersteller tun dagegen immer so: Einmal montieren, für immer Ruhe...

      Scheinbar nicht!,
      Stefan

      P.S. Otto, 3 Jahre laufen Deine Teile, also etwa 10 bis 11 Tausend Stunden. Da dürftest Du schon noch gute Werte haben. (Würde ich vermuten.)
    • Moin, auch wenn mich jetzt gleich wieder alle steinigen werden, aber ich hatte ja auch ein Algenproblem und eben diese Pinselalgen sind einfach nicht wieder in den Griff zu bekommen.
      Ich habe sehr gute Erfahrungen mit EasyLife ALGEXIT gemacht, 4x angewendet und nach 3-4 Wochen waren die Algen weg. Hatte sogar den Eindruck das die Algen von den Fischen gefressen werden.

      Gruß
      Chris

    • Hallo,

      "EasyLife ALGEXIT" = das sehe ich gelassen. Wenn´s hilft.
      Auch EC hilft - manchmal. Wer es so machen will - gut.

      Ich gebe gerne zu, dass ich kein Freund von Chemie bin. Aber wenn es nützt? Ich hab selbst EC ausprobiert - es "kann" helfen.

      Diese Algen sind solange kein kein Problem, wie sie in Maßen auftreten. Nur leider schlägt das sehr schnell - und, vor allem, unerwartet, in Massen um. Warum? Eine einheitliche Lösung konnte ich nicht finden. Und "messen" hilft, zumindest meiner Erfahrung nach, gar nichts. Was wollen wir denn messen? Die Wasserwerte? Die sind, vorher und nachher gleich.
      Oft zeigte sich sehr viel später, dass es ein kleine, nachzu unscheinbare Änderung war.
      Bei mir war es eine andere Pflanze, die ins Becken kam. Und schupp! Da waren sie...
      Aber die Pflanze raus und weg? Nö, natürlich nicht...
      mfg
      David Teichfloh

      ( ich weiß ja nix von Fischen ... )
    • Hallo Otto!

      Ich würde Dir raten zu Deinem Eheim Filter den Eheim UV Klärer 500 anzuschließen,- Du musst die Lampe ja nicht immer brennen lassen,- aber auf jeden Fall mal 3 bis 4 Wochen lang.
      Kostet ca. 85 € im Versand und rentiert sich auf Dauer immer gegen Algen sowie auch um Krankheiten zu vermeiden. Spart Zeit und dennoch Geld auf Dauer davon bin ich überzeugt.

      Probiere das mal aus....

      MFG, Johann
    • Huhu Johann!

      Wie wirkt denn ein UV-Kärer gegen Pinselalgen? Dazu hätte ich gern mal eine Erklärung.


      Pinselalgenbefall hatte ich nur einmal kurzzeitig in meinem 250er. Das läuft mit Außenfilter und UV-Klärer. Da ich an verschiedenen Stellen gelesen hatte, dass der UV-Klärer dafür sorgt, dass der Eisengehalt im Dünger ausfällt, hatte ich versucht, dass mit zusätzlichem Eisendünger auszugleichen. Als Folge gab es ganz plötzlich Pinselalgen in meinem Becken. Eisendünger weggelassen=Pinselalgen auch wieder weg!
      Der UV-Klärer, der bei mir im Dauereinsatz läuft, hat übrigens keinerlei negative Auswirkungen auf den Pflanzenwuchs. Dauernd muss ich gärtnern, weil mir das Grünzeug sonst über den Kopf wächst.

      Algenprobleme hatte ich in dem Becken anfangs reichlich, erst wegen zuwenig Licht, dann wegen zuviel Licht, etc.
      In den Griff gekriegt habe ich das, indem ich aus dem Außenfilter fast alle Keramikröhrchen genommen und gegen Schaumstoff ersetzt habe und gleichzeitig habe ich eine LED-Leiste mit einer Zeitschaltuhr versehen, sodass ich die meiste Zeit des Tages eine mittlere Beleuchtungsstärke über dem Becken habe und für etwa 2,5 Stunden, brutzelt richtig viel Licht ins Becken. Das hat den Pflanzen einen ordentlichen Wachstumsschub gebracht und die Algen sind restlos verschwunden.

      Otto, ich wünsche Dir ein gutes Händchen und viel Erfolg bei der Bekämpfung der Algen!
      Liebe Grüße von BaBo
    • Moin zusammen!
      Ich hatte ein ähnliches Problem mit meinen seit einigen Jahren laufenden 250l-Becken. Eines Tages traten am Filterauslauf braune Büschel auf. Hab mir nichts dabei gedacht. Nach einigen Wochen wurde die Rückwand des Beckens besiedelt. Diese wurde vom Fiterwasser großflächig angeströmt - und, naiv, wie ich damals war, fand ich es sogar gut, dass diese besiedelt wurde. Nach einiger Zeit war die gesamte rückwärtige Scheibe von einer durch die Strömung leich wogenden schokoladenbraunen Schicht bededeckt. Sah richtg gut aus. Die Freude hielt aber nicht lange, da sich diese Algen sehr bald explosionsartig über das gesamte Becken ausbreiteten. Weder Fische noch die zahlreichen Turmdeckelschnecken machten Anstalten, diese zu fressen. Ich hab mir dann EasyCarbo, was gerade neu auf dem Markt war, besorgt und es genau nach Vorschrift angewendet. Schon am nächsten Tag konnte ich beobachten, wie ein ganzes Heer von Schnecken, sich über die Algen hermachte. Nach 2 Wochen waren sie gänzlich verschwunden. Da niemand genau weiß, woraus EC eigentlich besteht, haben einige Kollegen es mal analysiert und festgestellt, dass es Glutaraldehyd enthält. Kommt mir etwas seltsam vor, denn dies ist ein starkes Desinfektionsmittel und wird zur Fixierung organischen Materials in der Elektronenmikroskopie verwendet. Zwei Jahre später hatte ich in einem anderen Becken das gleiche Problem, und es hat mit EC nicht funktioniert. Unbestätigten Informationen zufolge hatte man inzwischen die Zusammensetzung des Mittels geändert.
      Jetzt habe ich angefangen, Ursachenforschung zu betreiben, mich umgehört und Literatur gewälzt.

      Hier das Ergebnis:
      Besagte Pinselalgen gehören zur Familie der Rotalgen. Diese benötigen für ihr Wachstum eine höhere Konzentration an verwertbarem (löslichem) Eisen (Fe II - Oxid) als andere Algen und Wasserpflanzen. Indem man sein Becken, den Empfehlungen der Hersteller zufolge brav mit Volldünger versorgt, führt man dem Wasser Chelat-gebundenes Eisen II zu, das von den Pflanzen gut aufgenommen werden kann. Chelate sind organische Substanzen, die von den im Boden und im Wasser befindlichen Bakterien aber ziemlich schnell abgebaut werden. Gleichzeitig sorgt der Sauerstoffgehalt des Wassers dafür, dass lösliches Eisen II-Oxid zu unlöslichem Eisen III-Oxid aufoxidiert wird. Das heißt: diese Eisenverbindungen bleiben im Filter hängen. Ist der Filter gut eingefahren, dann sorgen die dort befindlichen Bakterien und Protozooen für ein sauerstoffarmes, reduzierendes Mileu, und das abgelagerte Eisen wird als reduziertes lösliches Eisen II-Oxid wieder freigesetzt. Aus dem Filter strömt also CO2-reiches und stärker eisenhaltiges Wasser als es sich im Rest des Beckens befindet. Genau dies ist das Mileu, das alle Rotalgen brauchen. In einem schhon lange laufenden Becken sorgt der mit organischem Material belastete Bodengrund ebenfalls für eine Freisetzung von Eisen.
      Wenn sich die diese Algen im gesamten Becken verbreiten, dann deutet das auf einen erhöhten Eisengehalt des Wassers hin, zusammen mit einer stärkeren Strömung. Sie sitzen nicht umsonst meistens an exponierten Stellen, wie z,B, auf Steinen, an Blattspitzen langsam wachsender Pflanzen oder deren Rändern und auf den herausragenden Stellen von Wurzeln oder eben am Filterauslauf.

      Abhilfe brachte bei mir eine wöchentliche Reinigung des Filters (einfaches Ausspülen des Filtermaterials), um die organische Belastung zu reduzieren und der Einsatz eines Söchting Oxidators, der übrigens auch das wirksamste chemiefreie Mittel gegen Blaualgen ist. Da es sich um ein altes eingefahrenes Becken handelte, hab ich auf Volldüngung verzichtet und lediglich beim Wasserwechsel Spurenelemte zugesetzt. Da der Filter ohne Organik kaum noch CO2 liefern konnte, wurde eine CO2-Düngung nötig. Probleme gab es seitdem nicht mehr. Damit ist eigentlich alles gesagt.
      Gruß
      K-O