Juwel Innenfilter aufmotzen


    • gstar
    • 1096 Aufrufe 22 Antworten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Juwel Innenfilter aufmotzen

      Hallo alle zusammen,

      Ich spiele mit dem Gedanken in meinem Rio 300 (also ca. 350L) die 1000l/h Pumpe durch das 1500l/h Modell zu tauschen.

      Bringt das einen Vorteil mit sich ausser mehr Strömung (Sturm dürfte die grössere Pumpe ja eher nicht simulieren :headbang: )? Das Filtervolumen bleibt ja das Selbe.

      Ich nutze im Augenblick nur grobe und feine Filterschwämme und Watte im Filter, also eher mechanische Filterung.

      Durch eine höhere Pumpenleistung würde die biologische Filterung in Mitleidenschaft gezogen werden? :confused:

      Was meint ihr? Tauschen oder nicht?
    • HiHi Patrick

      Spontan würde ich sagen: Nicht tauschen. Denn ich gehe davon aus, dass Filtervolumen und Pumpleistung vom Hersteller aufeinander abgestimmt sind. Mehr Power hieße nicht, bessere Filterung, sondern - wie du ja auch schreibst - nur mehr Dampf, höhere Strömung nach draußen.

      Ein gut gebauer Filtern ist ein austarierter Kompromiss zwischen biologischer und mechanischer Filterung. Ohne gleichzeitige Vergrößerung des Filtervolumens erreichst Du mit mehr Durchströmung unterm Strich nichts. (Oder gar eine Verschlechterung der mechanischen Filterung.)

      Ich würde es lassen mit dem Pumpen-Pimpen. Wenn Du experimentieren willst, die biologische Filterung forcieren, dann erstetze den Schwamm in einer Kammer durch Siporax oder was ähnliches, optimiere die Siedlungsfläche für die nitrifizierenden Bakterien.

      My 5 Cents,
      Stefan
    • Hi,

      die Filtergröße und -leistung sind tatsächlich aufeinander abgestimmt. Allerdings weniger wegen der Leistung, als eher mit der Größe des Zu- und Abflusses. Größere Pumpe bringt also nicht mehr Durchfluß (oder eher nur gering mehr). Wasser läßt sich bekanntlich nicht zusammendrücken (komprimieren).

      Die biologische Leistung aller Filter wird bekanntlich weit überschätzt. Der größte Teil der nützlichen Bakterien befindet sich ohnehin im Aqua, auf allen Oberflächen. Im Filter, insbesondere in Filtern mit hoher Durchström-Leistung, ist es ihnen zu stürmisch (sie haben keine Krallen!). Aus diesem Grund funktionieren viel schwach- bis mittelbesetzte Becken ja auch weiter, wenn man den Filter ausleert (NICHT entfernt, Strömung ist wichtig).

      Willst du mehr Durchfluß, brauchst du wohl einen größeren Filter.
      Ach ja: was für Filtermaterialien du verwendest, ist nahezu egal - im bezug auf die biologische Filterung.
      mfg
      David Teichfloh

      ( ich weiß ja nix von Fischen ... )
    • Hi,
      mit Siporax oder ähnlichem kannst du anfangs gute Erfolge erzielen. Allerdings ist nach einer Weile der Vorteil des Materials weg, wenn die Bakterien sich in größerem Maße auf der Oberfläche angesiedelt haben. Dann kannst Du genau so gut auch einfache Tonröhrchen nehmen - Siporax ist dann zu teuer.
      MfG
      Dieter
    • madiewo schrieb:



      mit Siporax oder ähnlichem kannst du anfangs gute Erfolge erzielen. Allerdings ist nach einer Weile der Vorteil des Materials weg, wenn die Bakterien sich in größerem Maße auf der Oberfläche angesiedelt haben.
      Hallo,

      was heißt "nur Anfangs gute Erfolge erzielen"? und "nach einer Weile ist der Vorteil des Materials weg"?
      Kannst Du das mal näher erklären?

      Ich habe Siporax seit Jahren als Filtermaterial und kann überhaupt nichts negatives erkennen.
      Siporax ist für mich das beste Filtermaterial, dass ich je benutzt habe.
      Gruß Wolfgang
      ___________________________

      Sollte...Hätte...Könnte...Würde... ---> MACHEN!
    • Moin Patrick.

      Ich habe davon auch zwei Filter im Einsatz und finde die Ausströmleistung ausreichend hoch. Könnte aber auch an der Ausstattung liegen. Ich habe von oben nach unten:
      Watte - Korb mit Sipo-Röllchen - Korb mit Cirax - Korb mit etwas Torf - dünne Lage 60er Schwamm. Die Zwischenräume sind mit Schnecken aufgefüllt. :lach: Die Röllchen spüle ich alle paar Wochen mal kalt durch - das wars auch.

      Gruss,
      Martin
      Grau ist alle Theorie - entscheidend is auf`m Platz.
    • Hallo Wolfgang,
      das kann ich schon erklären. Die Oberfläche des Materials wird mit der Zeit dann zugesetzt. D.h. es ist dann kein Vorteil mehr, gegenüber dem "normales" Filtermaterial z. B. Tonröhrchen. Ich hoffe, ich bin nicht falsch verstanden worden. Selbstverständlich funktioniert das Material. Nur ist es meiner Meinung nach letztendlich zu teuer.
      Gruß
      Dieter
    • Hallo zusammen,

      ich sehe das ähnlich. Siporax ist sicherlich ein sehr gutes Filtermaterial, aber ob es so viel besser ist als andere? Ich z.B. schwöre auf Zeolith. Das ist auch grobporig und erfüllt seinen Zweck bestimmt genauso gut. Eine Glaubensfrage! Ich denke das beste Filtermaterial ist das, mit dem man gute Erfahrungen gemacht hat.


      Gruß Roland
    • madiewo schrieb:

      Die Oberfläche des Materials wird mit der Zeit dann zugesetzt. D.h. es ist dann kein Vorteil mehr, gegenüber dem "normales" Filtermaterial z. B. Tonröhrchen.
      Hallo Dieter,

      danke für Deine Antwort.
      Was das Zusetzen betrifft, ist plausible Erklärung.
      Und was den Preis von Siporax angeht, dass stimmt schon, der ist heftig.
      Gruß Wolfgang
      ___________________________

      Sollte...Hätte...Könnte...Würde... ---> MACHEN!
    • Hallo,

      ich habe mich in unserem Klinikbecken für Siporax entschieden, weil es offenporiger sein soll
      und damit mehr Siedlungsfläche für die Bakterien bieten soll. Bewiesen soll das ein Video wie dieses haben,
      das zeigt, dass gefärbtes Wasser viel besser aufgenommen wird als bei den Produkten der Wettbewerber.

      Mit Zeolith will man ja oft etwas bezwecken, wie zB. Algenprobleme "lösen".
      Nach einiger Zeit, wenn es nicht in Salzlösung regeneriert wird, wird das Zeolith zum "normalen Tonröhrchen",
      sprich, es bleibt nur noch die Eigenschaft der besiedelten Oberfläche übrig.
      Zudem steht Zeolith ja auch im Verdacht, nicht nur unerwünschte Stoffe zu filtern, sondern auch erwünschte, wie Eisen und Spurenelemente, die dann zuerst das Algenwachstum hemmen, später aber auch das Pflanzenwachstum hemmen sollen.
      Wozu es sich gut eignen soll, ist, das Wasser zu enthärten, weshalb Weichwasserliebhaber es wohl ern nutzen.
      Viele Grüße, Corinna :fish:
      Glück ist, wenn du gesund bist und wenn die, die du liebst, auch gesund sind.
    • madiewo schrieb:

      Hi,
      mit Siporax oder ähnlichem kannst du anfangs gute Erfolge erzielen. Allerdings ist nach einer Weile der Vorteil des Materials weg, wenn die Bakterien sich in größerem Maße auf der Oberfläche angesiedelt haben. Dann kannst Du genau so gut auch einfache Tonröhrchen nehmen - Siporax ist dann zu teuer.
      MfG
      Dieter
      Das stimmt so nicht ganz. Siporax ist gesintertes Glas, d.h. es sind feinste, zusammengeschmolzene Glaspartikel, die durch feine Gänge das Einströmen von Wasser in die Siporax-Kugeln oder -pastillen ermöglichen und damit den Bakterien eine besiedelbare Oberfläche in ihrem Inneren bieten. Da Bakterien Sauerstoff verbrauchen, herrscht dort sehr bald ein nahezu anaerobes (sauerstofffreies Milieu) und die Bakterien decken ihren Sauerstoffbedarf aus dem Nitat im Wasser, d.h. sie schalten auf Nitratatmung um, deren Endprodukt molekularer Stickstoff (N2) ist.
      Siporax ist das Mittel der Wahl zum Nitratabbau und macht eigentlich nur in sehr stark besetzten Becken und pfanzenfreien Malawi-Becken Sinn. In gering oder mäßig besetzten Becken, in denen ein üppiger Pflanzewuchs angestrebt wird, ist es dagegen schädlich, denn Nitrat (NO3-) ist für ein gesundes Pflanzenwachstum erforderlich und im Gegensatz zu Nitrit (NO2-) in geringeren Konzentrationen für Fische und Wirbellose unschädlich. Zu hohe Konzentrationen führen zusammen mit hohem Phosphatgehalt allerdings zu verstärktem Algenwachstum. In einem optimal besetzten Becken mit gutem Pflanzenwuchs braucht man kein Siporax und eine mechanische Filterung durch Schwämme (z.B. HMF) reicht vollkommen aus, denn nach einer gewissen Einlaufzeit hat sich auf der inneren Oberfläche der Schwämme ein Biofilm aus Bakterien und Protozooen gebildet, der auch gröbere Partikel einfängt und unter Sauerstoffverbrauch verdaut.
      Gruß
      K-O
    • HiHi zusammen

      Muntere Diskussion!

      Welcher Aquarianer mit welchem Filtermaterial gut fährt, ist in der Hobby-Aquaristik halt ein Spiel mit vielen Variablen. Wenn ich die Besatz-Ideen innerhalb dieses Forums so Revue passieren lassen, dann habe ich doch den Eindruck, dass viele Becken hier randständig bis notorisch überbesetzt sind. Auch Pflanzenbecken. Dazu kommt dann eine chronische Überdosierung an Trockenfutter... (Genau: Da freut sich die Alge! Gleich nachdem der Aquarianer gerufen hat: "Hilfe! Meine Fische wollen nicht mehr tauchen gehen, sie japsen nur noch an der Oberfläche...!")

      Ich hatte oben das "Siporax" in die Menge geworfen, ohne die aktuelle Preisentwicklung zu beachten. Das Zeug - danke, Karl-Otto, jetzt weiß ich, was es ist: gesinteres Glas - ist wirklich teuer (geworden). Allerdings habe ich meine Röhrchen vor 15 Jahren in den Filter geworfen, danach musste ich mich nie mehr kümmern. Das relativiert den Preis ein wenig. (Etwa im Gegensatz zu Matten, die ja Verschleißartikel sind.)

      Ich weiß ja, dass Roland gerne Zeolith im Filter einsetzt. Nur ehrlich gesagt, habe ich eine gewisse Scheu vor aktiven Materialien im Becken. Sei es aktiver Soil, Akadama oder Zeolith. Die machen immer irgendwas, nur nicht das, was ich gerade will. Oder sie machen es am Anfang ihres Einsatzes zu heftig - und irgendwann gar nicht mehr. (da bin ich bei Corinna.) Das ist was für Spezialisten. Zumindest, wenn man das Material dauerhaft aktiv halten will.

      Aber was solls? Der beste Filter ist eigentlich derjenige, den man eigentlich gar nicht bräuchte...

      Grüße,
      Stefan
    • Ich kenne Siporax noch als kleine Pillen in der Form so wie duie Tetra TabiMin-Tabletten für Welse, vielleicht ein wenig größer aber immer noch klein genug, dass man sie auch im Aquaball-Innenfilter von Eheim einsetzen konnte. Wurde zwar unter der Marke von SERA verkauft, der Hersteller war aber Schott. Ursprünglich waren diese Pillen als Füllstoff für Trennsäulen in chemischen Laboren gedacht und aus qualitativ hochwertigen Glaspartikeln, die keine Schadstoffe abgeben, gesintert. Stand auch extra auf den Packungen. Leider gibt es heute nur die viel größeren Röhren, und ob der Hersteller noch Schott ist, möchte ich bezweifeln und auch ob das verwendete Glas noch chemisch rein ist. Anstelle von Siporax benutze ich mittlerweile nur noch die EHEIM-Keramik-Perlen, die auch unbegrenzt verwendbar sind. Für die gering besetzten Pflanzenbecken reichen mir aber die Schaumstoffmatten.
      In dem mittlerweile leider geschlosssen, fachlich hervorragenden Forum "Aquaristik im Detail" von Olaf Deters, war man einhellig der Meinung, dass Siporax die Bildung von Cyanobakterien-Matten fördert. Ich hab die gleiche Erfahrung gemacht und mich mal um die wirklichen Ursachen gekümmert. Das wäre aber was für einen speziellen "Cyano-Thread". Ich denke, gerade die Cyanobakterien machen vielen Aquarianern Ärger.
      Gruß
      K-O
    • HiHi K-O

      Oha!, da hast Du Dir was vorgenommen! Hintergründe zu Cyanos zu recherchieren. Nur so gesagt: Wir Aquarianer tun oftmals so – vereinfachend – als ob es sich bei diesen Prokaryonten um eine Spezies handele. Aber nein, Cyanos bilden in der Bilogie ein eigenes Reich! Ein Regnum in der Taxonomie, genau wie Tiere, Pflanzen und Pilze. Mit tausenden von Spezies. (Hier ein altes Paper der Uni Ulm: uni-ulm.de/IT/Scripte/Prokaryoten_Cyanobakt.pdf )

      Es ist sehr schwer, da einen gemeinsamen Nenner zu finden, außer dass es Prokaryonten (Zellen ohne Kern) und energetisch mt Photosynthese arbeiten.

      Aber wenn du Neues weißt, hänge Dich doch einfach hier an den ULF-Thread an, in dem ja schon vieles gesagt wird:aquarium-stammtisch.de/index.p…laualgen-cyanobakterien/&

      Frohes Schaffen,
      Stefan
    • Ist nicht so schlimm, wie es aussieht. Während meiner Promotion in Mikrobiologie/Biochemie, die zwar schon etwas her ist, habe ich über die Energiegewinnung von Nitrit oxidierenden Bakterien der Gattung Nitrobacter gearbeitet. Später, im Institut für Meereskunde hatte ich viel mit Cyanobakterien zu tun. Es ging darum, Zellzahlen von Bakterien im Salz- und Süßwasser mit Hilfer chemischer Marker automatisch zu erfassen unter Ausschluß von Cyanobakterien, die man in diesem Fall getrennt betrachten muß. Es gibt also schwierigere Themen.
      Was mich an der aquaristischen Behandlung der Cyanos stört, ist die Tatsache, dass 5 (nur so als Beispiel) verschiedene Aquarianer, die sich darüber auslassen, nicht nur 5 verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten empfehlen sondern auch 5 verschiedene Ursachen für ein Massenauftreten verantwortlich machen. Einig ist man sich lediglich darüber, dass ein ökologisches Ungleichgewicht im Becken herrscht, weniger darüber, wodurch dieses verursacht wird und vor allem, was man darunter vesteht. Dabei ist die Lösung dieses Problems eigentlich ganz simpel. :kopfkl:
      Gruß
      K-O
    • HEYA K-O

      Wenn Du ein altes Mikrobiologisches Schlachtross bist (einer von denen, die weiland noch mit Foto-Ausbelichtung Sequenziert haben) - und die Cyanos sozusagen in "Erinnerung an Deine Jugend" recherchierst, dann ...

      Meine Lady hat ihre Promotion in Mikrobiolgie über die Cyano-Gattung "Anabaena" gemacht. Irgendwo im Keller stehen bei uns auch noch drei große Umzugskartons mit Riesen-Fotos. Die dürfen nicht weg! (So ist es halt, wenn man seine Doktorarbeit nicht im Kopf machen kann!)

      Bin gespannt und interessiert,
      ruft
      Stefan :wink: