Mörtelwanne


    • Jannis
    • 1439 Aufrufe 32 Antworten

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    • Mörtelwanne

      Moin Moin,
      ich bin Jannis und war hier schon einmal unter den Nutzernamen "ernie" unterwegs.
      Inzwischen bin ich 20 Jahre alt und bin wieder etwas mehr in der Materie Aquaristik unterwegs.

      Hier möchte ich nun einmal meine Mörtelwanne vorstellen und die Entwicklung mal dokumentieren.

      Die Wanne ist als Lebendfutterquelle, Pflanzenschnittlager und kleines Experiment für die Outdoorhaltung von Aquarientieren und -pflanzen gedacht. Die Wanne fasst etwa 100L, steht im Terrasseneck neben einer Mauer und bekommt etwa ab 11 Uhr bis ca. 14 Uhr volles Sonnenlicht ab.

      Bodengrund ist ein Sand-Schlammgemisch , welches sich durch den Eintrag von organischen Material gebildet hat. Ursprünglich war nur eine ganz dünne Schicht Sand drin.
      Mit Pflastersteinen werden verschiedene Gewässertiefen nachgestellt. Dies ermöglicht auch die Haltung von Sumpfpflanzen bzw. die emerse Haltung von Wasserpflanzen.
      Außerdem strukturieren einige Steine und Äste die Wanne.

      Die Bepflanzung besteht aus verschiedenen Lilien, Gräsern oder Schilfarten und Schatelhalmen, sowie einer Sumpfdotterblume, welche ich teils gekauft und teils gesammelt habe.
      Im Plastiktopf wachsen außerdem noch Lileaopsis brasiliensis, Hydrocotyle verticillata und Rotala indica je nach Wasserstand mal submers, mal emers. In kleinen Tontöpfen wachsen in Soil verschiedenen Pflanzenabschnitte aus meinem Aquarium. Auf Steine und einen Ast habe ich eine Mischung aus Weeping und-Christmasmoos aufgebunden. Außerdem habe ich Rotala bonsai und Ludwigia palustri aufgebunden.
      Ich möchte noch eine Seerose als Schutz von oben für Fische einsetzten.

      An Tieren sind neben den üblichen Kleinstlebewesen Spitzschlammschnecken und Blasenschnecken drin, welche mit den Pflanzen eingeschleppt wurden. Außerdem habe ich eine sehr große und rote Red-Fire-Garnele gefunden. Wo die herkommt keine Ahnung... Ich habe seit März keine Garnelen mehr im Becken. Vielleicht auch mit den Pflanzen eingeschleppt. An Fischen ist ein Zwergbuntbarsch der Art Apistogramma trifasciata not untergebracht, da das andere Männchen dieses Tier zerpflückt hatte. Der Fisch hat sich gut entwickelt und ist gewachsen, zeigt tolle Farben und Flossen im Vergleich zu vorher.

      Im Laufe der Zeit werden noch einige Tiere dazu kommen. An Pflanzen werde ich mal nach und nach Ableger rein schmeißen und schauen, was wächst und was wächst nicht.
      Fotos kommen mal die Woche, wenn das Wasser klar ist.

      Mal schauen, wie es sich entwickelt!

      Gruß,
      Jannis
    • Hallo Jannis,

      dann will ich Dich auch mit Deinem neuen Usernamen nochmal recht herzlich willkommen heißen! :lach:

      Was Dein Projekt betrifft: Mir gefällt diese Wanne sehr gut :top: Aber ich hätte Bedenken in einer solchen Wanne Aquarientiere zu halten. Ganz einfach weil diese Wannen, die mit industriellem Ruß eingefärbt werden, evtl. Schadstoffe an das Wasser abgeben und durch die schwarze Farbe das Wasser natürlich sehr stark aufgeheizt wird.
      Vielleicht irre ich mich auch, aber ich kann mich halt noch sehr gut an den Vortrag meiner Frau erinnern als ich vorgeschlagen hatte eine solche Wanne als Pferdetränke für ihr Pferd zu kaufen :-O :kaplach:


      Gruß Roland
    • HiHi Jannis

      Ich begrüße Dich nicht, wir kennen uns ja schon... :zwinker:

      Zumindest bei uns in den dampfenden Sümpfen des Rheins kann ein solches Wannenexperiment nicht gut funktionieren. Ich hatte so eine schwarze Wanne im Garten (Südseite) stehen, 44 Grad Wassertemperatur im Sommer, Sauerstoffgehalt dürfte nahe Null gelegen haben. Kann schwierig werden, da höhere Tiere drin am Leben zu erhalten. Aber: Erstklassige Fanggründe für Mückenlarven!

      Grüße,
      Stefan
    • Hallo zusammen,

      @'Roland'
      An Schadstoffeabgabe habe ich nicht gedacht.
      Der Fisch schwimmt jetzt etwa einen Monat darin rum und entwickelt sich gut. Deshalb gehe ich bisher nicht davon aus, dass irgendein Schadstoff gelöst wird.
      Ist vielleicht auf Dauer ein Problem, wenn die Fische über längere Zeit immer eine leichte Dosis bekommen und somit eher Langzeitschäden oder Brutschäden bekommen.
      Ich hoffe mal nicht.

      @'Klex'
      Im Winter kommt die Wanne mit etwas Styropor als Wärmedämmung in die Garage zu den Gartenmöbeln.
      Die Pflanzen bleiben drin und mal schauen, ob sich einige Sorten auch über den Winter halten.
      Die Tiere kommen ins Aquarium oder werden abgegeben.

      @'Prestutnik12'
      Ich habe ein kleines schwimmendes Thermometer in der Wanne.
      Gestern waren es an der Wasseroberfläche 30 Grad. Nachdem die Sonne nicht mehr direkt drauf schien, külte sich die Temperatur auf 28 Grad runter. Dann habe ich neu eingerichtet.
      Entscheident scheint eine möglichst hohe Höhe und somit verschiedene Wasserschichten. In den tieferen Wasserschichten bzw. am Bodengrund betrüg die Wassertemperatur nur 20 Grad.
      So können die Lebewesen die kühlere oder wärmere Schicht aufsuchen.
      Sowas geht natürlich nur ohne Wasserumwälzung.
      Sauerstoffmangel kann man erkennen und ich dann eingreifen. Erstmal abwarten, wie trocken der Sommer wird. Niederschlag verschafft Abhilfe, ansonsten wird Wasser gewechselt.
      Zur größten Not kommen die Tiere ins Aquarium.

      Wie gesagt, einfach mal schauen was passiert.
      Die Tage will ich mal nach Fischen schauen. Dann wird's spannend.
      Gruß,
      Jannis
    • Hallo Jannis,

      sieht doch ganz hübsch aus, so in der Mauerecke, und es leuchtet schon ein: Wenn Du´s wüsstest müsstest D´s nicht ausprobieren.
      Mir macht es Spaß und ich werd die Geschichte verfolgen.
      Du musst aber zugeben, dass Du bei 30cm Wassertiefe und Sonne bis zum Grund eine Sprungschicht erwartest, ist ein bißchen mehr als gesunder Optimismus. :lach:

      Grüßle
    • Doch, Doch genauso ist es.

      Ich schätze es kommt durch die kälteren Pflastersteine auf der die Wanne steht. Über Nacht kühlen diese aus und halten dann die Temperatur. Die Wasseroberfläche bekommt als erstes Sonnenlicht ab und wärmt sich so als erstes auf.
      So erkläre ich es mir.

      Ganz extrem ist der Unterschied am Vormittag. Über den Tag wird der Unterschied immer weniger, allerdings kühlt sich das Wasser der oberen Schicht dann auch wieder ab.

      Gestern ist mein Weibchen der Apistogramma trifasciata mit raus in die Wanne gekommen. Mal gucken, ob sich das Paar draußen besser verträgt als das Paar drin.
      Gruß,
      Jannis
    • Hallo Jannis,

      ich habe bei der Haltung des Apistogrammas kein gutes Gefühl.
      Wenn es ihm zu heiß wird, wirst du es vermutlich gar nicht mitbekommen und er treibt eines Tages "Kiel oben". Die heißen Phasen kommen ja erst noch auf uns zu.
      Und im Winter kannst du ihn bestimmt auch nicht dort im Kübel lassen.
      Auch für die Red Fire Garnele ist der Kübel auf Dauer nicht geeignet. Entweder wird es ihr im Hochsommer auch zu heiß oder sie erfriert im Winter.

      Ich würde, wenn ich offen sprechen darf, hier gar keine Tiere einsetzen. Die siedeln sich von allein dort an, wenn ihnen die Bedingungen zusagen. Und so tust du etwas für die heimische Natur und unterstützt die Artenvielfalt.
      Liebe Grüße
      Marlis
      ____________________________
      Es gibt nichts, was eine Mutter glücklicher macht, als zu wissen, dass ihr Kind gesund ist und es ihm gut geht
    • Moin Moin,

      @'Klex'
      Ich klemme das Thermometer einfach zwischen die Wurzeln und Äste am Grund und warte dann mal ein paar Minuten. Eben grad hatte ich an der Oberfläche 25 Grad und unten knapp 20 Grad. Kann ich auch gerne mal aus Foto einstellen.
      Wasser wird nach Bedarf gewechselt, wenn es lange nicht regnet oder zu viel verdunstet ist oder so. Ansonsten kein Wasserwechsel und auch keine Düngung. Da etwas Soil in der Wanne ist wird wohl etwas Dünger aus dem Soil gelöst.
      Gefüttert wird gar nicht. Die Apistogramma sind im Aquarium nicht an Trockenfutter gegangen und werden es in der Wanne wohl auch nicht.

      @'Casa Carota' @'Oto2020'
      Nachdem ich gesehen habe, wie sich der eine Fisch entwickelt hat, habe ich ein extrem gutes Gefühl. Wichtig ist für mich einfach die Temperatur im Auge zu behalten. Sollte es zu warm werden, wird das Experiment beendet und alle Tiere kommen rein.
      Überwinter sollen eigentlich keine Aquarientiere. Die kommen dann wieder rein ins Aquarium.
      Gruß,
      Jannis
    • Also ich habe auch so eine Wanne in pink mit Seepflanzen, Gräsern und Muschelblumen im Garten, ich wäre aber niemals auf die Idee gekommen, dort Fische einzusetzen.
      Wenn man es so sieht wie Du, könnte man ja auch einen KaFi darin halten, er atmet atmosphärische Luft, will dichte Bepflanzung und verkrautete Umgebung, braucht nicht viel Platz, mag es warm, abgedunkelt durch Muschelblumen etc..sorry aber :crazy:
      :hammer:
      LG Lizzy :klatsch:
      sunt homines
      sunt opiniones
    • Eben gerade mal geschaut.

      Die Temperatur beträgt 19 Grad. Lufttemperatur liegt bei 15 Grad und starker Regen seit ca. 30min. Vorher war das Wetter eher bewölkt, teils sonnig bei 22 Grad.
      Am Boden wird es eher so 15 Grad haben.

      Ich will die Tage nochmal Fotos machen, Wasser werte messen und nochmal ein paar Pflanzen rein schmeißen.
      Gruß,
      Jannis
    • HiHi zusammen

      So ganz schlecht hat Jannis die Fischart für dieses Experiment ja nicht ausgesucht. Der Apistogramma trifasciataist ein Barsch, in dessen natürlichem Habitat immerhin auch Temperaturen von 29 Grad gemessen wurden fishbase.org/summary/Apistogramma-trifasciata.html (der Link funktioniert schon, die Datenbank lädt nur ewig...)

      Thomas, meinst Du, dass ein subtropischer Fisch, in diesen Lebensräumen gibt es ja stärkere Temperaturschwankungen, auch im Laufe eines Tages, besser geeignet wäre?

      Grüße,
      Stefan
    • Hallo Stefan,

      möglicherweise, spontan hatte ich an eine Art gedacht, die gelegentlichen Sauerstoffmangel besser wegsteckt. Wobei ich darüber nicht wirklich nachgedacht habe. Was Temperaturschwankungen angeht denke ich einmal, dass der Platz in der Mauerecke gut gewählt ist, und zum anderen, dass die Fische plötzliche Drops ganz gut können (Starkregen kommt in den Tropen häufig vor). Plötzlich nach oben kommt dagegen nicht vor.
      Was von 29° hab ich auch gelesen. Aber es ist doch ein großer Unterschied ob es sich um ein stehendes oder fließendes Gewässer handelt, und wieviel organische Sustanz in wieviel Wasser umgesetzt wird.
      Allerdings muss ich einräumen, dass ich nur weiß, was ich gelesen hab, weil ich schon mit dem Gedanken gespielt hab Apistogramma zu halten. In meinen Becken schwimmen derzeit keine Südamerikaner. Deshalb interessiert es mich, wie die Fische tatsächlich reagieren.

      Gruß
    • HiHi

      Ja, Jannis, inspirierend - und sei es nur zu Gedankenexperimenten - ist Dein Versuch allemal! Was würde ich für einen Fisch wählen? Thomas, ja, ich würde Dein SAuerstoff-Argument schon ernst nehmen und wahrscheinlich auf einen Labyrinther gehen. Denn Labyrinthfische scheinen mir aufgrund ihrer Temperaturtoleranz und - vor allem - aufgrund des zusätzlichen Atmungsorgans die besten Voraussetzungen zu haben.

      Vermutlich könnte eine der Naturformen der Betta da am Ehesten funktionieren. Eventuell auch die eine oder andere Art von Killifischen. Aus der Gattung der Chromaphyosemion? Doch da kenne ich mich leider viel zu wenig aus, da müsste ein Fachmann was genaueres zu sagen.

      Was gegen beide Ideen spricht: Es sind jeweils gute Springer! So ein charmant offenes Becken, wie oben gezeigt, wo es so herrlich rauswuchert, wäre wohl nicht machbar. Dann fehlt natürlich der Reiz...

      Aber bei mir wird es - so oder so - eine kontrafaktische Konditionale bleiben, "was wäre ... wenn", denn ich werde kein zusätzliches Becken für die Unterbringung im Winter einrichten.

      Grüße,
      Stefan