Mal wieder ein Eigenbaubecken


    • Klex
    • 3749 Aufrufe 32 Antworten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Mal wieder ein Eigenbaubecken

      Hallo Aquarienfreunde,

      Tja, nachdem ich umgehend ein Aquarium abgebaut habe um Platz zu schaffen, mein Wohn-/Aquarienzimmer zu einer Werkstatt umfunktioniert habe und alles soweit vorbereitet war, ist leider der Kontakt abgebrochen.

      Nachdem ich aber schon in die Schwünge gekommen war, wollte ich nicht mehr auf die Bremse treten. Also habe ich weiter gemacht. Jetzt geht’s halt nur noch um ein weiteres SB- Becken. Schade, hatte mir ein Experiment zur Kommunikation erhofft.

      Entsprechend fasse ich alles zusammen und fokussiere vor allem auf meine Vorgehensweise und was besser gehen sollte.

      Zuerst einmal muss man sagen, dass der Eigenbau keineswegs billiger ist, als der Kauf. Ein fast gleiches Becken bekommt man für 195,- € zzgl. 50,- € Fracht. Glas und Silikon haben mich 225,- € gekostet. Das gekaufte hätte geschliffene Kanten und 5 Jahre Garantie, meines nicht. Man muss ehrlicherweise abraten.
      Mir geht es darum, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Das gefällt mir und gibt mir Selbstvertrauen.

      Prinzipielles:

      Die Klebeflächen müssen absolut sauber und trocken sein. Darauf achte 200%ig, weil davon die gesamte Stabilität abhängt.
      Der Hersteller empfiehlt bei Fugen über 12 mm Tiefe in zwei Schichten auf zu bauen, die jeweils ganz aushärten sollen. Der Versuch hat mir auch gezeigt, dass Silikon auf Silikon eine gute Haftung hat.
      Da ich in Coronazeiten allein arbeiten muss, habe ich beschlossen in Etappen vorzugehen. Dadurch vermeide ich wiederholtes Korrigieren, das nach spätestens 10 Min. dazu führt, dass sich die Verklebung wieder löst. So bleibe ich entspannt im Zeitfenster. Das ist zulässig, da die Kontaktflächen zum ausgehärteten Silikon entweder sehr klein sind oder keine Kräfte aufnehmen müssen. Aus Sicherheitsgründen habe ich die Kehlfugen leicht überdimensioniert.
      Auf Abkleben habe ich vollständig verzichtet. Trotzdem nahm die Vorbereitung bei weitem die meiste Zeit in Anspruch.

      Maße:

      LxBxH 100x60x60 cm, 360 l, Glasstärke 10 mm

      Etappen:




      1 Drei Teile zusammen fügen, ausrichten und zwei Tage aushärten.

      2Schmale Seitenscheibe einfügen, ausrichten und wieder zwei Tage aushärten.

      3Kehlfuge anbringen, Querstrebe montieren, mit Richtscheit ausrichten, breite Seitenscheibe einfügen und ausrichten. Wieder zwei Tage aushärten lassen.

      4Kehlfugen und Seitenauflagen anbringen. Nach dem Aushärten bekommen diese unten ebenfalls welche.

      Details:




      Diesmal habe ich das Becken auf Leisten gestellt, weil so die Luft entweichen kann und die Fuge besser gefüllt wird. Zudem kann das Silikon besser ablüften.
      Allgemein sind die Fugen gelungen. Ich habe nur 3 sehr kleine Lufteinschlüsse produziert.
      Die ersten Kehlfugen habe ich angebracht bevor die letzte Scheibe eingesetzt war. Wer einmal den Kopf zum Abziehen der Fugen in ein 60 cm tiefes Becken gesteckt hat, kann das nachvollziehen (Essigsäure).

      Was ist schief gegangen?

      Geschickt und behände, wie ich mich in meiner Wohnung so bewege, ist es mir gelungen mit einer kleinen Bewegung die zwei gerade zu geschnittenen 60x60 cm Scheiben zusammen zu schubsen. Resultat: Eine Ecke mit kleiner Abplatzung und eine mit Sprung. Zum Glück war noch eine 120x60 cm Scheibe da (eigentlich anders verplant).

      Also mache ich aus der beschädigten Scheibe die Querstrebe und die Auflagen. Beim Versuch, einen Streifen ab zu schneiden, wurde mir klar, dass eine Scheibe mit Sprung natürlich innere Spannung aufweist, und der Schnitt beim öffnen verläuft. Verlust: Ein 15 cm breiter Streifen. Gewinn: Was gelernt.



      Die Zuschnitte, die ich bestellt habe sind zwar maßhaltig, aber manche Schnitte sind sehr unsauber. Ich hatte gehofft, dass das nicht sehr auffällt, was aber der Fall ist. Das nächste Mal werde ich vorher schleifen. Am fertigen Becken an der linken Kante zu sehen.



      Manöverkritik:

      Das Aufstellen auf Leisten hat sich bewährt. Das herausquellende Silikon wird nach dem Aushärten abgeschnitten.
      Etappenweises Vorgehen hat sich für mich ebenfalls bewährt. Es räumt mir die Zeit ein, einwandfreie Klebefugen her zu stellen. Es erleichtert auch das Abziehen der Fugen ich kann vorwiegend bei bereits fester Verklebung arbeiten.

      Immer noch trage ich zu viel Silikon auf und zu wenig gleichmäßig, was vor allem beim Abziehen stört.

      Beim Bestellen der Zuschnitte würde ich paar mm mehr einkalkulieren. Mit 2,5 mm breiten Fugen bin ich zwar noch im Fenster das der Hersteller empfiehlt, aber mehr Spielraum wäre wünschenswert.

      Trotz einiger Mängel ist es mein bisher am besten gelungenes Becken.

      Gruß


    • Hallo Thomas,

      das was Du da gemacht hast sieht doch schon sehr gut aus. Ich habe mal vor vielen Jahren, allerdings sehr viel kleinere Becken als Zuchtbecken gebaut. Waren so ca. 40l Wasser drin.
      Das mit dem Silikon fuer Aquarien war auch noch nicht so weit, war halt einfach Silikon.
      Sie waren aber dicht und es funktionierte und die kleinen Nachkommen wurden darin gross.

      Bei einem so grossen Becken wuerde ich mich das nicht getrauen.
      Also Chapeau,

      LG Oliver
    • Hallo Leute,

      das Becken hat einen Bruder bekommen: Gleiche Maße, gleiches Glas, gleicher Aufbau aber diesmal mit farblosem Silikon, weil ich vermutlich Fehler besser erkenne.
      Ganz ohne kleine Einschlüsse hab ich´s auch diesmal nicht geschafft. Die unsauberen Zuschnitte hab ich an zwei Stellen geschliffen, die Kanten des Beckens sehen viel besser aus. Fehler, die man bei schwarzem Silikon nicht sehen würde hab ich keine produziert, allerdings verbrauch ich immer noch zu viel Silikon . Nicht perfekt geworden, aber ich bin zufrieden.
      Jetzt werden Unterbauten gebastelt und zwei Becken ausgetauscht.



      Gruß
    • Hallo zusammen,

      danke für die Anerkennung :grinz:
      Wie ich schon gesagt hab, hab ich immer Bock das nächste zu bauen, wenn ein Becken fertig ist. Bin schon am überlegen, was ich mach, wenn´s keinen Platz mehr in der Wohnung gibt (was eigentlich jetzt schon der Fall ist...). Aber erst mal Becken aufstellen. Das reicht für ein paar Tage basteln. :zwinker:

      Von den Unterbautischregalschränken :denknach: mach ich, wie versprochen, auch ein paar Bilder.

      Gruß
    • Hallo Leuts, hallo Daniel,

      Der Unterbau ist jetzt zwar fertig, aber bevor ich das Becken aufstelle, müssen erst noch zwei andere Aquarien umziehen.

      Um Euch, und vor allem Daniel nicht länger warten zu lassen, sind hier die Bilder soweit ich gekommen bin.
      Die sprechen, denke ich, für sich selbst. Deshalb sind nicht viele Worte nötig.

      Materialstärke für die Wangen: 12 mm
      Materialstärke für die Auflage: 15 mm
      Materialstärke für die Leisten: 21 mm, gesägte Breite 30 mm









      Eigentlich ist das Aquarium 103 cm lang, ich hatte aber nur noch Zuschnitt mit 100 cm und hätte mit anderer Materialstärke viel Verschnitt in Kauf nehmen müssen. Deshalb habe ich an den Enden 15 mm starke Leisten verleimt. Man kann es auf den Bildern vom fertigen Möbel sehen.

      Das ist so zu sagen der Rohbau. Jetzt könnten die Bauteileteile gestrichen, lackiert oder furniert werden.

      Die Konstruktion ist flexibel. Man kann die Seiten geschlossen ausführen, Türen anbringen oder die Rückwand an der Außenseite. Bei Bedarf kann ein Filterbecken integriert werden. Ein großer Vorteil ist, dass das Ganze zerlegt und wieder aufgebaut werden kann.

      Gruß
    • He He :respekt:


      Ausgezeichnet großer das nenn ich mal ne Top Bebilderte Anleitung .

      Ich muss aber später noch auf ein Komplettbild mit Aquarium am endgültigen Standort bestehen !

      Hast du alles selber zugeschnitten oder konntest Du den Baumarkt überzeugen dies zu tun .

      Bin gespannt wie es weiter geht - will ja auch noch anbauen (weißte ja) bin aber erstmal 4 Wochen auf Reha und meine Frau kümmert sich um die Aquarien hoffe die Filter halten solange durch , das hab ich ihr nicht mehr gezeigt :schaem:

      Grüsse DW :diyaqu:
      Wer zweideutig denkt, hat eindeutig mehr zu lachen.
    • Hi Daniel,

      das Bild vom aufgestellte Becken kommt. Versprochen...
      Wird aber bestimmt noch bis nächstes Jahr dauern, bis die anderen beiden Becken soweit sind. Es fehlt noch an Hardscapematerial (Steine, Wurzeln usw.) und Kunststoff will ich nicht.
      Derzeit bin ich auf der Suche nach Terracottaröhren für die Channas. In ca. 25 - 30 cm Länge ist das schwieriger als ich dachte. Klar, alte Drainagerohre könnte ich günstig kriegen, aber wohin mit 150 Stück davon. Ansonsten sind sie entweder nur geschrüht (ca. 800° C Brand) und nicht richtig fest, oder die gesinterten (1050° - 1100°) sind nicht lieferbar. Bin aber weiter hartnäckig.

      Das habe ich vergessen: Das Material ist Multiplex aus Birke. Ist leichter und billiger als Buche. Ich beziehe es von eine Holzgroßhändler und bestelle die Zuschnitte so, wie sie in mein Auto passen. Den Rest mach ich mit einer Tischkreissäge, die nach ein bißchen Bastelei ausreichend genau arbeitet. Zuschnitt kostet immer extra. So hat sich die Säge mittlerweile schon fast amortisiert.

      Für die Reha wünsch ich Dir alles Gute. Mein Tip: Sieh es positiv und lass Dich drauf ein. Das Ding ist für Dich und je besser Du es geniesen kannst, desto erfolgreicher ist die Sache. Ich drück Dir die Daumen und wünsch Gute Besserung. :daumen:

      Gruß
    • HoHA!

      Werde ich Euch mal den "pfälzer Weg" schildern: Ich hatte meine Tonröhren weiland handwerklich einzeln fertigen lassen! Jedes Teil ein Unikat! Ich engagierte dafür die Früh- und Hochbegbten der Löwen- und Bärengruppe der „Villa Regenbogen“. Die Kinder waren begeistert! Ne kleine Spende für den Ton und den Kindergarten, ein paar Süßigkeiten für die „Künstler“…

      Und die Röhren sahen echt „naturnahe“ aus!

      Grüße,
      Stefan
    • Hallo Ihr Beiden,

      ja, das ist wie bei Blumentöpfen. Die kleinen gibt´s für ein paar Cent, für 40 oder 45 cm Durchmesser ist man gleich bei 30 €.
      Für 16 € hab ich gute Röhren gefunden, leider hab ich da nur 2 gekriegt.

      Röhrenformt in der Größe ist schwierig beim Brand. Es entstehen Spannungen im Material und es klappt am besten in einem großen Ofen.
      Wir haben hier eine Töpferei, an die ich mich wenden könnte. Ist eine gute Option, zumal ich das nach dem Abi eine Weile gemacht hab. Ich ruf da mal an.

      Der pfälzer Weg ist natürlich sehr elegant. Leider sind mir einschlägige Kontakte eingeschlafen. Außerdem hör ich schon die ehemaligen Kolleginnen: "Super Idee, Thomas! Möchtest Du das nicht gleich selber machen mit der Gruppe?" Noch ein bißchen Bauchpinseln und schon hat man ein Projekt an der Backe, was in Coronazeiten eigentlich nicht auf der Agenda steht.

      Wie dem auch sei, der gelassene Aquarianer fährt mehrgleisig und sagt sich, dass es langweilig wäre, wenn alles gleich klappt. :zwinker:

      Gruß
    • Hallo Roland,

      das wär natürlich der Hammer. :klatsch: Die Röhren sind für die Channas. Die sind mittlerweile mit knapp 30 cm Länge abgewachsen und bräuchten so 25 bis 30 cm lange Röhren mit 8 - 10 cm Durchmesser. Die müssen auch gar nicht perfekt sein, im Gegenteil, ungleichmäßig sieht natürlicher aus. Du müsstest mir nur sagen, was sie dafür will, wenn sie sich das zutraut.

      :thankyou:

      Gruß
    • Hallo liebes Forum,

      jetzt bin ich wieder ein Stück weitergekommen. Das erste der beiden Becken ist aufgestellt, und hier sind ein paar Bilder:



      Der Unterbau: 100 x 60 x 40 cm



      Mit 21 mm Platte 103 x 63 cm
      Der Einhandhobel arbeitet nach ein wenig Einstellarbeit so gut, dass sogar bei den Multiplexplatten ein feiner und gleichmäßiger Span ensteht. Und die Kataba hat mich geradezu begeistert bei der Arbeit. Die hätte ich mir schon vor Jahren zulegen sollen. Damit trau ich mir als Ungeübtem jetzt sogar Verzinkungen zu. :diyaqu:



      Das Aquarium steht im Pflanzenfenster ohne direkte Sonne zu bekommen. Auch dahinter ist noch alles zugänglich.



      Das halbwegs fertige Hardscape. Die Steine stehen direkt auf einer Plexiglasplatte, dass da nix kippen kann, auch wenn die Fische buddeln. Ich hab am Freitag 3mal alles wieder ausgeräumt und neu eingebaut bis ich zufrieden war. Dann noch 40 kg Kies waschen und verteilen. Am Schluss das Holz...
      Am Samstag war dann aufräumen, heudeln, feudeln und Staubsauger schieben angesagt. Heute müssen sich erst mal die morschen Knochen erholen.

      Den Umzug hab ich ein paar Tage verschoben. Erst mal will ich es jetzt bepflanzen.
      Da mach ich aber einen neuen Thread auf, um mir ein paar Ratschläge von Euch zu holen. :klatsch:

      Gruß
    • Thema wurde von 1 Benutzern gelesen

        Oto2020