Quarantaenebecken


    • Oliver70
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    • Quarantaenebecken

      Moin liebe Freunde,

      ja, ich weiss das Thema ist schon mindestens 1.000 mal durchgekaut worden. Schlau bin ich noch nicht daraus geworden.

      Nach meinen Erfahrungen mit den Krankheiten (Weisspuenktchen) bin ich aber jetzt auch fest entschlossen mir ein Quarantaenebecken anzuschaffen.

      Also, so ca. 40l, passende Heizung und einen Rucksackfilter habe ich heute schon bestellt.
      Das ganze ohne Pflanzen und Bodengrund und ob ich eine Beleuchtung dafuer brauche weiss ich immer noch nicht.

      Vermutlich muss der Filter nicht einlaufen, weil sowieso ein staendiger Wasserwechsel ansteht.

      Ja, und ich will das ganze Geroedel nach der Quarantaene auch erst mal wieder wegraeumen bis vielleicht dann mal wieder Quarantaene von Noeten ist.

      Wie macht ihr das?

      LG von der Ostsee :wink:
      Oliver
    • Hallo Oliver,

      ich kann Dir bei diesem Thema leider so gar nicht weiterhelfen. Ich muss ehrlich gestehen dass ich noch nie ein Quarantänebecken hatte und wohl auch nie eines brauchen werde. Ich bin da wohl im Gegensatz zu einigen von euch gesegnet wenn es um den Kauf von Fischen geht. Meine drei Stammdealer haben immer 1A Fische für mich in den Verkaufsbecken. In Quarantäne waren sie bereits dort bevor sie in den Verkauf gingen.

      Ich denke dass es auch eine große Rolle spielt wie man die Tiere zuhause umsetzt. Das Transportwasser kommt keinesfalls ins Aquarium! Zudem lasse ich mir beim Umsetzen sehr viel Zeit. In einem 10 Liter Eimer sitzen dann die Tiere in ihrem Transportwasser und kriegen alle 10 Minuten einen viertel Liter Aquarienwasser. So lange bis der Eimer voll ist. Dann werden die Tiere mit dem Kescher aus dem Eimer gefangen und ins Aquarium entlassen.

      Aber wenn ich ein solches Becken aufstellen müsste, würde ich wohl ein 54 Liter Becken "von der Stange" nehmen. Heizstab, kleiner Schwammfilter und fertig. Licht ist da keines nötig.



      Gruß Roland
    • Hallo Ihr beiden,

      zunächst denke ich, Fische sind die ältesten Wirbeltiere auf unserem Planeten. Das heißt, dass ihr Immunsystem einige Millionen Jahre älter ist als das der Landtiere. Die Konfrontation mit Erregern bedeutet nicht gleich, dass die Fische auch krank werden. Das hängt sehr stark vom Stresslevel ab. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Epidermis der Fische einen sehr viel engeren Austausch mit der Umgebung hat, als die der Landtiere. Deswegen ist die vorsichtige Umstellung auf das Aquarienwasser, wie Roland das beschrieben hat sehr wichtig. Eine zu schnelle Umstellung bedeutet sehr großen Stress für Fische und schwächt den Schleim, der Teil der Epidermis und für die Krankheitsabwehr sehr wichtig ist (muss jeder Angler für seine Sachkundeprüfung wissen).

      @'Oliver
      Bevor Du den Filter immer wieder neu einfährst, würde ich komplett auf einen Filter verzichten. Dann sammelt sich zwar das Ammonium an, das Du mit häufigen Wasserwechseln entfernen musst. Wenn Du den Fischen jedesmal einen Nitritpeak zusätzlich zumutest, erhöhst Du den Stresslevel extrem, und riskierst eben dadurch den Ausbruch von Kranheiten oder die Schwächung gegen Parasiten. Wie gesagt: Dann lieber auf einen Filter verzichten und alle zwei Tage Wasser wechseln. In einem kleinen Becken kann der Peak so stark ausfallen, dass die Fische innerhalb weniger Stunden an der Vergiftung sterben.

      Mein unbedeutender Rat: Spar Dir in dem Fall das Geld für den Filter und kauf Dir lieber ein gößeres Becken für das Geld.

      Gruß Thomas
    • Hallo,

      zum Quarantänebecken, 40 Liter ist zu klein, es sollte schon mindestens ein 60x30x30 (54L) Becken sein.

      Kein Bodengrund, keine Deko, keine Beleuchtung, dafür ein Heizstab, einen Filter und eine Abdeckung.

      3-4 Tage bevor die Fische ankommen, dass Becken mit Leitungswasser befüllen, Heizstab und Filter anschließen.

      Wasserwechsel im Quarantänebecken, etwas Wasser ablassen und wieder mit Aquariumwasser auffüllen, dadurch gewöhnen sich die "Quarantänefische" gleichzeitig an das "zukünftige, neue" Wasser aus dem Hauptbecken.

      So habe ich das immer gehandhabt, ohne irgendwelche Probleme.
      Gruß Wolfgang
      ___________________
    • Hallo Wolfgang,

      so hab ich mir das auch gedacht. Die Fische kommen, wenn man sie online kauft, ziemlich sicher aus Becken, wie ich sie bei Aquarium Glaser gesehen habe. Kein Grund und keine Deko (mit Ausnahmen) aus hygienischen Gründen, keine Beleuchtung um den Stress zu minimieren. Der Filter sollte aber schon eingefahren, oder mit Substrat aus einem eingfahrenen beschickt sein, öder?

      Beim Leitungswasser hab ich ´ne Weile gebraucht, weil Oliver und ich Wasserpanscher sind. Du meinst sicher das Ausgangswasser und die kleinen WW aus dem "Zielbecken" um die Fische an´s microbiologische Millieu zu gewöhnen.

      Wie lange bleiben bei Dir die Neuzugänge in Quarantäne?

      Bei dem Thema fühle ich mich ein bißchen in der Zwickmühle zwischen Sicherheit und Stressvermeidung. Man muss ja einmal mehr umsetzen. Es gibt gute Argumente für und gegen eine Quarantäne. Diesmal werd ich´s mit versuchen.

      Gruß Thomas
    • Hallo zusammen,

      Klex schrieb:

      Es gibt gute Argumente für und gegen eine Quarantäne.
      Genauso sehe ich das auch Thomas. Bei mir überwiegen die Argumente gegen eine Quarantäne! Ich bin ganz einfach der Meinung dass die Tiere dann gleich 2x den Stress des Umsetzens haben. Aber wie ich schon schrieb bin ich in der glücklichen Lage wirklich absolut geniale Händler in der Nähe zu haben.

      Ich sehe halt das Problem dass man mit einer Quarantäne auch wieder ganz viel falsch machen kann. Folgendes Szenario: Ein viel zu kleines Becken, in das gleich mehrere Fischarten einziehen. Völlig andere Wasserwerte wie beim Händler/Züchter! Hand aufs Herz, wer macht sich die Mühe und misst die Werte des Transportwassers? Wer hier Fehler macht stresst die Tiere schon beim Einzug ins Quarantänebecken.

      Einer meiner Stammdealer hatte heute Lust per Telefon auf das Thema zu antworten. Er meinte dass man eine Quarantäne nur machen sollte wenn man es auch richtig durchzieht. Ein zu frühes Abbrechen der Quarantäne könnte böse Folgen haben.

      Er sagte, dass man das Quarantänebecken komplett einrichten sollte. Also mit Sand und Pflanzen. Ein Heizstab sollte vorhanden sein und ein Filter laufen. Gefüllt wird dieses Becken mit Wasser aus dem Aquarium! Ein paar Fische aus dem großen Becken sollten vor der Ankunft der neuen Fische in das Quarantänebecken ziehen. Haben die "alten" Fische einen Parasiten, ist es besser wenn die neuen Fische schon im Quarantänebecken damit in Berührung kommen und nicht erst im großen Becken. Denn dann war die Quarantäne ja umsonst!
      Kommen die neuen Fische an, werden sie natürlich OHNE Transportwasser ins Quarantänebecken gesetzt. Nach einem Tag wird ein Breitbandmedikament eingesetzt, wenige Tage später ein Teil des Wassers gewechselt. Die Tiere sollten nun vier Wochen im Quarantänebecken bleiben. Viele Erreger haben eine recht lange Inkubationszeit, weshalb ein vorzeitiger Abbruch der Quarantäne nicht gut wäre. Während der gesamten Zeit die Fische gut beobachten und nur sehr wenig füttern. Ist alles OK kann man die Tiere ins neue Heim einziehen lassen.

      In der Praxis wäre das bei mir kaum machbar. Ich denke da an meinen letzten Kauf von 8 Kongosalmlern und 10 Bitterlingsbarben. Die würde ich nur ungern in ein 54 Liter Becken setzen wollen! Zudem haben diese Fische ja bereits die Quarantäne beim Händler hinter sich gebracht. Dann bin ich so gar kein Freund dieser Medikamente. Mein Händler aber sagt dass man sich die Quarantäne besser gleich sparen kann wenn man kein Medikament einsetzt. Also gibt es da wirklich viele Pros und Contras. Deshalb meine Meinung: Entweder richtig, oder gar nicht! Und ich bin auch der Meinung dass man Fische, wann immer es möglich ist, bei einem guten Händler holen sollte. Der Lebendtierversand kostet in etwa 25 Euro. Für diese Summe kommt man mit dem Auto fast 300 Kilometer weit. Ein guter Händler bestellt auch Fische die er sonst nicht im Laden hat. Und er übernimmt auch die Quarantäne.


      Gruß Roland
    • Hallo Roland,

      das war sehr ausführlich und einleuchtend. Das größte Problem macht mir das Breitbandmedikament. Und Du bringst mich schwer in´s Wanken.
      Das beste wird sein ich schlaf noch ein paar mal drüber und nehm vllt. Kontakt mit dem Händler auf. Über persönliches Abholen denk ich eh schon nach. Auch wenn das bestimmt mehr als die 25.- € kostet.

      Danke jedenfalls für die ausführliche Info.

      Gruß Thomas
    • Hallo Thomas,

      verunsichern wollte ich Dich nicht. Ich wollte hier nur meine Meinung schreiben. Und ich wollte aufzeigen dass eine vernünftige Quarantäne mehr ist als Fische ein paar Tage in Wasser zu baden. Da gibt es sicherlich auch wieder 1000 Methoden. Welche die richtige ist kann ich nicht sagen und sicherlich hat so manche Methode seine Berechtigung. Trotzdem bleibe ich dabei meine Neuankömmlinge sehr langsam an das neue Wasser zu gewöhnen und auf eine Quarantäne zu verzichten.

      Das Medikament würde auch mir Kopfzerbrechen machen. Anderseits ist da aber sicher auch etwas gutes dran. Wenn da eine Krankheit ausbricht wird diese mit dem Medikament gleich bekämpft. Oder anders gesagt: Wenn während einer Quarantäne eine Krankheit ausbrechen würde, müsste man ja auch zum Medikament greifen.


      Gruß Roland
    • HiHi zusammen

      Interessant, das Vorgehen von Rolands Dealer. Wobei das Prozedere so wahrscheinlich nur was für professionelle Händler mit "Durchsatz" ist. Da gelten natürlich andere Regeln des Bestandschutzes. Als Simpel-Aquarianer würde ich einen Teufel tun, gesunde Fische auf Verdacht hin in ein Breitband-Antibiotikum zu werfen.

      Denn der Sinn und Zweck eines Q-Beckens ist es gerade doch, die neuen Fische zu isolieren und darin erst mal zu schauen, ob sie denn krank sind! Nur dann, wenn sie krank sind, werden sie behandelt, wenn sie gesund sind, kommen sie nach einigen Wochen so zum Altbestand ins Becken.

      Wobei das Isolieren bei mir auch von der Fischart abhängt: bei Guppys beispielsweise würde ich immer, egal aus welcher Quelle die Fische stammen, eine Beobachtungsphase in Quarantäne machen.

      Allderdings ist es bei mir ganz einfach: Ich habe ein Krebsbecken. Das nahm ich bei meinen Guppys - es war eine halt eine verdammte moralische Freundespflicht, hier Asyl zu gewähren! - als Quarantäneraum. Das wars. Denn Krebschen/ Garnelen und Wirbeltiere liegen entwicklungsbiologisch so weit auseinander, dass sie eh nicht die gleichen Krankheiten bekommen.

      Nur: Ein Extra-Quarantänebecken, das immer leer gehalten wird, habe ich auch nicht. Dazu kaufe ich einfach zu selten Fische.

      Grüße,
      Stefan
    • Hallo zusammen,

      nein, nein Roland, Du hast mich nicht mehr verunsichert, als ich schon vorher war. Im Gegenteil, die umfangreichen Informationen helfen mir eher, einen soliden Standpunkt zu finden (auch, wenn ich den noch nicht gefunden hab).


      Prestutnik12 schrieb:

      Als Simpel-Aquarianer würde ich einen Teufel tun, gesunde Fische auf Verdacht hin in ein Breitband-Antibiotikum zu werfen.
      Das sehe ich auch so: Wenn denn eine Krankheit ausbricht, kann ich sie identifizieren und gezielt bekämpfen, anstatt vorsorglich eine Clusterbombe zu werfen. Und das ständige Vorhalten eines leeren Quarantänebeckens ist selbst für mich mit 12 Aquarien ziemlich praxisfern. Früher oder später würde ich der Versuchung erliegen und doch Fische rein setzen.

      Entschieden habe ich mich, die Fische selbst ab zu holen. Dann könnte ich ein 60 l Gärfass mitnehmen in dem ich auch die Eingewöhnug machen kann. Das reduziert den Stress für die Fische enorm. Sie sind dann nur 3 oder 4 Stunden in vllt. 15 l Wasser, anstatt 20 Std. in 5 l. Zudem entfällt der Moment des Auspackens mit plötzlich Licht ohne Fluchtmöglichkeit.

      Wie dem auch sei, ich lasse mir jedenfalls Zeit dabei.

      Gruß Thomas

      Übrigens gehöre ich zu den Aquarianern, die wenigstens die Härtewerte des Händlerwassers testen. Die anderen Werte sind mE nach 20 Std. Plastikbeutel nur wenig aussagekräftig.
    • Klex schrieb:

      Hallo Wolfgang,

      so hab ich mir das auch gedacht. Die Fische kommen, wenn man sie online kauft, ziemlich sicher aus Becken, wie ich sie bei Aquarium Glaser gesehen habe. Kein Grund und keine Deko (mit Ausnahmen) aus hygienischen Gründen, keine Beleuchtung um den Stress zu minimieren. Der Filter sollte aber schon eingefahren, oder mit Substrat aus einem eingfahrenen beschickt sein, öder?
      Ich nehme zur Erstbefüllung des Quarantänebecken, Wasser aus dem Wasserhahn, dann kommt ein Innenfilter, der nicht eingefahren ist ins Becken und fertig.




      Beim Leitungswasser hab ich ´ne Weile gebraucht, weil Oliver und ich Wasserpanscher sind. Du meinst sicher das Ausgangswasser und die kleinen WW aus dem "Zielbecken" um die Fische an´s microbiologische Millieu zu gewöhnen.
      Wenn ich dann Wasserwechsel im Quarantänebecken mache, fülle ich es mit Wasser aus dem Zielbecken auf. So gewöhnen sich dann die "Quarantänefische" u.a. nach und nach an das Zielwasser.




      Wie lange bleiben bei Dir die Neuzugänge in Quarantäne?
      Ich lasse die Neuzugänge zwischen ca. 4 Wochen im Quarantänebecken.




      Bei dem Thema fühle ich mich ein bißchen in der Zwickmühle zwischen Sicherheit und Stressvermeidung. Man muss ja einmal mehr umsetzen. Es gibt gute Argumente für und gegen eine Quarantäne. Diesmal werd ich´s mit versuchen.

      Gruß Thomas
      Gruß Wolfgang
      ___________________
    • Prestutnik12 schrieb:




      Interessant, das Vorgehen von Rolands Dealer. Wobei das Prozedere so wahrscheinlich nur was für professionelle Händler mit "Durchsatz" ist. Da gelten natürlich andere Regeln des Bestandschutzes. Als Simpel-Aquarianer würde ich einen Teufel tun, gesunde Fische auf Verdacht hin in ein Breitband-Antibiotikum zu werfen.
      Hallo zusammen,

      1. Quarantänebecken mit Sand und Pflanzen einrichten.
      2 .Mit Zielwasser das Quarantänebecken auffüllen.
      3 .Fische aus dem Zielbecken ins Quarantänebecken einsetzen.
      4 .Ein Breitband-Antibiotikum "einfach so" einsetzen.


      Zu 1
      Was bitte soll das bringen, ein Quarantänebecken sollte möglichst saubergehalten werden, wie funktioniert das, wenn Sand und Pflanzen im Becken sind?
      Zu 2
      Das würde ja bedeuten, dass die neuen Fische, ohne Anpassen an die neuen Wasserparameter etc. gleich eingesetzt werden.
      Zu 3
      Klingt für mich kontraproduktiv und hat nichts mit Quarantäne zu tun.
      Zu 4
      Darin sehe ich überhaupt kein Sinn.

      Alle 4 Punkte (Aussagen) lösen in mir Erstaunen aus, ich habe dies in meiner doch schon langen Aquaristikzeit so noch nie gehört bzw. davon gelesen.
      All dies ergibt für mich keinen Sinn, so würde ich "Quarantäne" niemals machen.
      Gruß Wolfgang
      ___________________
    • Hallo,

      war mir klar dass solche Reaktionen kommen. Wie gesagt, es gibt 1000 Varianten und niemand kann für sich behaupten die effektivste erfunden zu haben. Beim Thema Medikament bin ich auch skeptisch, das habe ich bereits geschrieben. Was alles andere betrifft bin ich voll und ganz bei meinem Dealer.
      Was nutzt frisches Leitungswasser in einem sterilen Quarantänebecken, in dem die neuen Fische höchstwahrscheinlich einem Nitritpeak ausgesetzt werden? Ist es dann nicht eher ein Beobachtungsbecken wenn die neuen Fische überhaupt nicht mit der Keimdichte des neuen Aquariums konfrontiert werden? Deshalb halte ich es auch für sinnvoll diesen einen oder zwei Testfische aus dem großen Becken ins Quarantänebecken einziehen zu lassen.

      Mit meiner Meinung, bzw. der Meinung eines über Jahrzehnte erfahrenen Händlers, bei dem ich übrigens noch nie einen kranken Fisch nachhause geholt habe, wollte ich sagen dass Quarantäne nicht gleich Quarantäne ist. Ich persönlich - und das will ich gerne nochmal wiederholen - habe noch nie neu gekaufte Fische in ein Quarantänebecken gepackt. Und ich hatte noch nie Verluste. Für mich ist ein schonendes Anpassen der Wasserwerte wichtiger als jede Quarantäne.


      Gruß Roland
    • Moin an euch alle,

      ich habe da mal wieder etwas ausgeloest und die Meinungen, vor allem Roland von Deinem Fischhaendler, gehen da auch reichlich auseinander.

      Ich habe bis jetzt auch meine Fische nach einer kurzen Eingewoehnungszeit von Temperatur und Wasserwerten ins Aquarium gesetzt, ohne Quarantaene. Das ging bis auf das eine mal auch gut. Ich hatte bis dahin auch keine Lust noch ein Quarantaene Becken zu betreiben.

      Fische unter Quarantaene zu halten war fuer mich immer die Fische unter minimalen Bedingungen, also keine Pflanzen, keinen Bodengrund aber mit einem ordentlichen Filter und einer Heizung zu beobachten. Die Beleuchtung ist vermutlich nur gut fuer die Algen.
      Die neuen Fische gleich mit einem Breitbandmedikament zu behandeln fuehlt sich fuer mich so an, als ob man auf mich gleich mit Antibiotika schiesst.

      Nast not least habe ich mir ein 50l Becken bestellt, der Rucksackfilter ist schon da, die Heizung kommt noch und dann kommen die neuen Fische erst mal zur Beobachtung da rein und das Wasser wird langsam an das grosse Aquarium angepasst.

      Es ist fuer mich hier oben im Norden ja auch so, ich will einen bestimmten Fisch (Kugelfisch) haben und bekomme ihn nicht.
      Was bleibt ist wieder mal der online Handel, was ich eigentlich nicht mehr wollte.
      Nur der oertliche Haendler kann den Fisch auch fuer mich bestellen, was im Ergebnis das gleiche ist.

      Also doch wieder online Handel und dann erst mal ab in Quarantaene und dann ins grosse Becken.

      Ihr habt durch eure tolle Diskussion doch sehr zu meiner Meinungsfindung beigetragen.

      Danke :knuddel:
      LG von der Ostsee :wink:
      Oliver
    • Hallo Oliver,

      das macht doch nichts. Dafür ist ein Forum da. Und ein Forum muss ein paar verschiedene Meinungen aushalten können.

      Schau, Du hast Deinen Weg gefunden und Dich scheinbar für die Frischwasser-Variante entschieden. Da würde ich Dir dann wenigstens empfehlen das Becken einfahren zu lassen bevor die neuen Fische einziehen. Ein Nitritpeak im Quarantänebecken wäre so ziemlich das schlimmste was passieren könnte!

      Zum Palembang Kugelfisch: Der macht mir ehrlich gesagt Zahnschmerzen. Schon damals, als Du den ersten gekauft hast, Du erinnerst Dich sicher. Ich will Dich nicht vom Kauf abhalten, aber ist es nicht so dass diese Fische lieber in hartem Wasser schwimmen? Manche Halter dieser Fische salzen ihr Aquariumwasser sogar auf. Und Du kämpfst doch mit Deiner Osmoseanlage eben genau gegen hartes Wasser. Dazu kommt dass diese Tiere oftmals ziemlich ruppig sind und an die Flossen anderer Fische gehen. Das sind alles Stressfaktoren. Da frage ich mich ob eine Quarantäne überhaupt den gewünschten Erfolg bringt.
      Ich kenne mich leider mit Kugelfischen nicht so gut aus, aber ich denke dass es da andere, besser geeignetere Arten gäbe. Z.B. den indische Zwergkugelfisch.


      Gruß Roland
    • Roland schrieb:

      Hallo,

      war mir klar dass solche Reaktionen kommen. Wie gesagt, es gibt 1000 Varianten und niemand kann für sich behaupten die effektivste erfunden zu haben. Beim Thema Medikament bin ich auch skeptisch, das habe ich bereits geschrieben. Was alles andere betrifft bin ich voll und ganz bei meinem Dealer.
      Was nutzt frisches Leitungswasser in einem sterilen Quarantänebecken, in dem die neuen Fische höchstwahrscheinlich einem Nitritpeak ausgesetzt werden? Ist es dann nicht eher ein Beobachtungsbecken wenn die neuen Fische überhaupt nicht mit der Keimdichte des neuen Aquariums konfrontiert werden? Deshalb halte ich es auch für sinnvoll diesen einen oder zwei Testfische aus dem großen Becken ins Quarantänebecken einziehen zu lassen.

      Mit meiner Meinung, bzw. der Meinung eines über Jahrzehnte erfahrenen Händlers, bei dem ich übrigens noch nie einen kranken Fisch nachhause geholt habe, wollte ich sagen dass Quarantäne nicht gleich Quarantäne ist. Ich persönlich - und das will ich gerne nochmal wiederholen - habe noch nie neu gekaufte Fische in ein Quarantänebecken gepackt. Und ich hatte noch nie Verluste. Für mich ist ein schonendes Anpassen der Wasserwerte wichtiger als jede Quarantäne.
      Hallo Roland,

      schön, dass Du so reagierst :top: , andere hätten sich vielleicht anders verhalten.

      Hier sieht man das die Aquaristik sehr unterschiedlich sein kann, bzw. sehr unterschiedlich ausgeführt wird und jeder nach seinen eigenen Erfahrungen handelt.
      Gruß Wolfgang
      ___________________
    • Moin an euch,

      erst mal danke Roland, Du hast mich mal wieder auf den richtigen Weg gebracht.

      Allerdings, wie von Deinem Haendler empfohlen, ein Quarantaenebecken mit Pflanzen und Bodengrund einrichten und dann die Fische wieder rauszufangen das halte ich, wenn ich mein Aquarium ansehe, fuer aussichtslos. Das wuerde den maximalen Schaden anrichten.

      Die meisten Kugelfische fuehlen sich im Brackwasser wohl und eine Salzzugabe ist den anderen Bewohnern in meinem Becken nicht zuzumuten. Ausserdem waere das fuer die Osmoseanlage kontraproduktiv. Da hast Du vollkommen recht.

      Die einzigen Kugelfische die ich gefunden habe, die wohl im Suesswasser wohl fuelen, sind wohl die Erbsen.
      Da habe ich im Handel auch 2 gefunden. Ca. 3 bis 4 mm gross.
      Meine Schnecken lachen sich vermutlich tot ueber die Winzlinge (vielleicht auch eine Methode).

      Die naechsten Fische die ich als Schneckenfresser ausfindig gemacht habe sind Prachtschmerlen. Praechtige Fische, werden ca. 30cm gross und am besten im Schwarm mit 10 Tieren zu halten.
      Denke mal Oelsardinen in ihrer Dose haben mehr Platz als die Schmerlen in meinem Aquarium.

      Nun ja die Schnecken werde ich mal mit geschaelter Gurke anlocken. Habe da so eine Methode gelesen, die Schnecken mit einem Stueck Gurke an einer Agelschnur dann aus dem Aquarium holen.

      Jedenfalls habe ich das Quarantaenebecken mit 70l bestellt, der Filter ist schon da, die Heizung kommt noch und jetzt werde ich mit freudiger Erwartung und Zolltock durchs Haus rennen und einen Platz suchen. Das vorgesehene Quarantaenebecken war ja auch nur fuer den Kugelfisch vorgesehen.

      Habe halt meine Meinung wieder geaendert. Ich werde neue Fisch nach der altbewaerhten Methode bei den Haendlern meines Vertrauens kaufen und dann langsam an die Wasserwerte im Aquarium gewoehnen, in der Hoffnung das keine Krankheit ausbricht.

      Und Corinna, danke fuer Deine Empfehlung. Ich habe mich inzwischen von der Haltung von Kugelfischen und Skalaren verabschiedet, leider.

      Kommt gut ins neue Jahr und bleibt vor allen Dingen Gesund.

      LG von der Ostsee :wink:
      Oliver
    • Hallo Oliver,

      die kleinen Arten (Botia striata, morletti usw.) fressen auch Schnecken. Einer der Arten wird auch nachgesagt, dass sie sogar Planarien fressen.
      Was ich mich frage ist aber, warum die Schnecken unbedingt los werden willst. Die helfen doch das Becken sauber zu halten. Und wenn Du zurückhaltend fütterst, nehmen sie auch nicht überhand.

      Gruß und guten Rutsch