Fuettern, wieviel??


    • Oliver70
    • 342 Aufrufe 6 Antworten

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    • Fuettern, wieviel??

      Moin von der Ostsee,

      das Thema hatten wir ja schon mal wegen meinen vielen Schnecken.
      Gut, ich fuettere weniger und die Schnecken sind auch weniger geworden.

      Allerdings weiss ich immer noch nicht ob das Futter fuer die verfressenen Fischchen ausreichend ist.

      Erster Versuch war, einen handelsueblichen Beutel mit lebenden roten Mueckenlarven zu verfuettern.
      Die verfressenen Keilfleckbarben und die roten Neon haben gleich alles aufgefressen. Die Fische in den unteren Regionen gingen leer aus.
      Denen habe ich dann halt noch Granulatfutter fuer Welse und etwas Trockenfutter gegeben.

      Zweiter Versuch, wieder einen Beutel diesmal mit lebenden Wasserfloehen. Nach ca. 2 Min. war alles weg.
      Ergebnis wie beim ersten Versuch. Die unteren Bewohner haben nichts abbekommen.

      Dritter Versuch, 2 Wuerfel aufgetaute schwarze Mueckenlarven. Weiss nicht was bei den unteren Wasserbewohnern ankam.
      Jedenfalls noch mal Trockenfutter und das war auch ganz schnell weg.

      Meine "Kleinen" haben dann noch mindestens eine Stunde jedes Sandkorn umgedreht und jedes Blatt untersucht ob sich da noch was fressbares findet.
      Wohlgenaehrt sehen sie ja aus, allerdings habe ich immer noch kein Mass ob sie an Unterernaehrung leiden oder zu fett sind.

      Ist wohl ein Balanceakt, jedenfalls fuer mich.

      Wie sehen denn eure Fuetterungsrithualien aus ? :confused:

      LG :wink:
      Oliver
    • Hallo Oliver,

      erstmal denke ich, wenn Du sagst sie sehen wohlgenährt aus, dann sind sie es auch. Wenn sie unterernährt sind siehst Du das sofort. Man muss sich vor Augen halten, dass Fische keine Energie brauchen um die Körpertemperatur hoch zu halten. Wir neigen ein wenig dazu, unseren eigenen "Futterbedarf" als Referenz zu sehen.

      Lebende Mückenlarven schwimmen natürlich aktiv. Damit sind die Freiwasserfische im Vorteil. Auch gefrorene schwarze und weiße Mückenlarven schweben im Wasser, die roten sinken zu Boden. Deshalb mische ich die. Dann sind die Fresssäcke beschäftigt, während die Jungs unten die roten einsammeln können. Das ist auch der Grund warum immer noch Muschelfleisch, klein geschnittene Schrimps und Mysis mitgefüttert werden. Die Vorlieben sind zwar unterschiedlich, aber am Ende wird alles aufgefressen.

      Zudem passen sich die Fische an. Wenn´s um Futter geht ist man lernfähig...
      Ich hatte mal einen Synodontis (kein nigriventris), der gelernt hatte, dass er das meiste Futter (Flocken) an der Oberfläche abgreifen kann. Er ist sofort nach oben gekommen und hat dort Bauch oben den Staubsauger gegeben. Nach 3 Monaten war er ein Riese.

      Wenn Du Trockenfutter gibst würde ich im Zweifelsfall Flocken und Tabs mischen und sehen was passiert. Aber wohlgemerkt, lieber weniger als zu viel. Gut genährte Fische kommen erstaunlich lange ohne Futter aus. Z.B. ist es besser die Fische im Urlaub gar nicht zu füttern, als das einem ahnungslosen Nachbarn zu überlassen.

      Ich hatte vergessen: Frostfutter besser absieben, sonst bringst Du viel Nährstoffe ein, die gar nicht gefressen werden können.

      Gruß Thomas
    • Klex schrieb:

      Wir neigen ein wenig dazu, unseren eigenen "Futterbedarf" als Referenz zu sehen.
      HEYA,

      das ist wohl der klügste Satz, den ich seit Langem hier im Stammtisch gelesen habe!

      Das ist eines der Dinge, mit denen man als Aquarianer immer und ewig kämpfen wird: die richtige – oder sagen wir
      besser: gerade noch erträgliche - Futtermenge. Die kann man nur durch Erfahrung und Beobachtung individuell herausfinden. Und ich möchte wetten, selbst erfahrene Aquarianer füttern unterm Strich notorisch immer noch viel zu viel!

      Thomas, ich sehe es genauso: Das ist einfach evolutionär bedingt. Es fällt uns endothermen Menschen mit unserem sehr hohen 37-Grad-Grundumsatz einfach schwer, uns vorzustellen, wie wenig Nahrung wechselwarme Spezies eigentlich brauchen. Wir haben dafür die falschen Augen und das falsche Maß! Und kippen viel zu viele Kalorien oben rein... , die dann – einmal quer durch den Fisch durch – wieder im Becken landen. Mit allen negativen Konsequenzen für den Fisch, für die Wasserwerte und das anschließende Algenwachstum durch ein paradiesisches Überangebot an Nährstoffen. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass ein Fisch - berechnet auf die Biomasse hin - weniger als 5 Prozent des Energiebedarfes hat wie ein Säugetier...

      Sagen wirs mal so: Der größte Teil unserer Sprotten sind überfütterte, vollgefressene Strünke, die mit notorischer Leberverfettung kämpfen... Verhungern werden sie kaum...

      Viel Glück,
      Stefan
    • Hallo,

      ihr beide habt es mal richtig auf den Punkt gebracht :top: :top:

      Für den "ungeübten" Aquarianer ist die Dosierung des Futters in der Praxis aber schon auch schwierig, denn die Fische machen es uns nicht leicht. Kaum eine Stunde nach der Fütterung schießen sie wieder an die Scheibe und nach oben sobald man nur in ihre Nähe kommt. Meine Frau meint dann schon mal gerne: "Du musst deine Fische füttern. Die haben Hunger!"

      Es mag schon richtig sein dass ein Fisch ganz wenig Futter benötigt, einfordern wird er aber mind. die 10-fache Menge. Bei mir gibt es mittlerweile zwei Fasttage pro Woche. Die Fische danken mir das indem sie gesund bleiben.

      @Oliver70: Ich bin mit Lebendfutter aus dem Handel sehr vorsichtig geworden. Zu oft habe ich mir damit eine Krankheit ins Becken geholt. Und das nicht nur mit Lebendfutter, sondern z.T. auch mit Frostfutter. Rote Mückenlarven gibt es bei mir z.B. überhaupt nicht mehr. Weder lebend, noch gefroren.

      Dafür habe ich so eine kleine Faunabox, in der ich Artemien mit Liquizell und Mikrozell bei Bedarf weiterziehe. Wenn die Krebse dann richtig groß sind, sind sie ein schmackhafter Leckerbissen für die Fische. Und im Sommer dient mir sowieso der Teich als Futterquelle für die Fische.



      Gruß Roland
    • Moin Roland,

      danke fuer Deine Anregungen mit Frostfutter und Lebendfutter aus dem Handel in den ueblichen Platiktuetchen.
      Ich habe dabei auch manchmal Bauchschmerzen vor allem deshalb, weil ich nicht weiss wieviel von den Tieren im Lebendfutter noch leben.
      Auf den ersten Blick sieht man das ja auch nicht.
      Bei Frostfutter weiss man natuerlich auch nicht was drin ist und ob die Kuehlkette unterbrochen wurde.

      Jetzt habe ich mich auch entschlossen die Artemia Nauplien (dafuer habe ich diese Blubberzuchtanlage von JBL),
      zu richtigen ausgewachsenen kleinen Krebschen zu zuechten.

      Korrigiere mich bitte, wenn ich jetzt dazu falsche Vorstellungen habe.

      Also als erstes die Nauplien aus den Eiern "ausbrueten", dann die Winzlinge in ein Gefaess mit ca. 5L Salzwasser umsiedeln.
      Das Salzwasser sollte ca. 30g pro Liter Meersalz haben. Das ganze mit einem Blubberstein schwach bleueften und die Nauplien nach dem 3.Tag fuettern. Dazu habe ich mir Artemio Fluid von JBL besorgt.
      Irgendwo habe ich gelesen, das man zur Algenbildung noch ein paar Tonscherben reinlegen kann.

      Und wenn man das alles richtig macht vermehren sich Artemia wohl auch von selbst in ihrer kleinen Welt und es ist staendig Lebendfutter da.
      Keine Ahnung ob das so funktioniert.

      Jedenfalls haette ich Lebendfutter und muesste nicht immer nach Rostock fahren um dann meinen Fischen zu sagen es gibt mal wieder mal Trockenfutter weil nichts lebendes da war.

      LG von der Ostsee :wink:
      Oliver
    • Hallo Oliver,

      da habe ich Dich ja wieder zu einem neuen Abenteuer angestiftet. So kannst Du ja jetzt zu Deiner Frau sagen: "Der Roland hat Schuld" :lach:

      Also: Was Du da schreibst ist völlig richtig. Ich gebe dem Wasser nur ein klein wenig mehr Salz zu. Knapp 35 Gramm. Nimm auf jeden Fall entweder abgestandenes Leitungswasser, oder noch besser destilliertes Wasser. Mit letzterem habe ich die besten Schlupfraten.

      Klar kann man die Krebse selber züchten. Das geht ganz gut, allerdings ist hier ein größeres Gefäß deutlich besser geeignet als ein winziges Aquarium. Hierfür nimmt man am besten eine Mörtelwanne und stellt diese im Freien auf. Dort gibt man auf den Boden etwas Lehm und füllt dann mit Salzwasser auf. Einige wenige Krebse dürfen dann in dieser Wanne einziehen. Man glaubt nicht wie schnell sich diese Tiere vermehren und wie groß sie werden können! Gefüttert wird nur durch nachfüllen des verdunsteten Wassers mit grünem Algenwasser aus der Regentonne.
      Vor längerer Zeit habe ich ein kleines Video davon gemacht, auf dem zu sehen ist wie groß die Salinenkrebse in einer solchen Wanne werden:


      Übrigens: Über Winter bleibt die Wanne draußen stehen. Wenn sie abgedeckt wird kann da nichts passieren. Die Krebse legen im Spätherbst nochmal kräftig Eier ab, die dann im Frühjahr automatisch zu Salinenkrebsen werden. Eine vollautomatische Zuchtanlage also :yes:


      Gruß Roland
    • Moin Roland,
      danke fuer Deine Erfahrungen und Anregungen ,

      meine Frau wirds aushalten muessen :schiel: . Das ganze geblubbere mit der Aufzuchstanlage fuer die Nauplien und die Aquarien stehen im ehemaligen Wohnzimmer von meiner Mutter und da ist ja noch eine kleine Pfuetzte von 60l dazugekommen.
      Das sollte mein Quarantaenebecken geben. Inzwischen bin ich dabei es als vollwertiges Aquarium einzurichten.

      Aber fuer die Artemia werde ich mir wohl noch ein Becken mit 10l anschaffen muessen.
      Also, dann 35g Salz pro Liter Wasser und dann will ich mal sehen ob sich die kleinen Krebschen zu Fischfutter fuer meine verfressende Bande entwickeln.

      LG von der Ostsee :wink:
      Oliver