![]() |
|
Wodkafilter und Pflanzenwuchs - Druckversion +- Aquarium Stammtisch - Das Aquaristikforum für alle Aquarianer (https://aquarium-stammtisch.de) +-- Forum: Süsswasser (https://aquarium-stammtisch.de/forumdisplay.php?fid=3) +--- Forum: Chemie (https://aquarium-stammtisch.de/forumdisplay.php?fid=10) +--- Thema: Wodkafilter und Pflanzenwuchs (/showthread.php?tid=208) |
Wodkafilter und Pflanzenwuchs - AME - 23.09.2015 Hi, ich denke gerade auf einem weiteren Becken herum frage mich ob es sinnvoll sein könnte, Nitrat anaerob mittels Wodkafilter abzubauen und das sauerstofffreie/-arme Wasser durch einen Bodenfluter (Fluter, nicht Filter!) den Wurzeln zuzuführen. Vorteilhaft wäre die Schaffung eines anaeroben Milieus im Boden und dadurch eine bessere Verfügbarkeit von Nährstoffen als in aeroben Umgebungen. In der Theorie klingt das für mich gut aber irgendwo vermute ich einen Haken. Das Nitrat darf man natürlich nicht vollständig abbauen aber unser Versorger liefert es ohnehin mit dem Trinkwasser frei Haus. Kennt sich hier jemand besser damit aus? Ist das einen Versuch wert oder ist das völliger Schwachsinn? (Und ja: Den Krause habe ich gelesen, der brachte mich ja erst auf die Idee) TIA, Andreas - gerald - 24.09.2015 Servus! Funktioniert, ABER sehr aufwändig, störanfällig und m.E. vollkommen unnötig. LG - MariaErna - 24.09.2015 Wie jetzt "Wodkafilter"?? Wodka?? Der heißt so, weil ihn ein Russe erfunden hat, nicht? Ah, so, ja! Ich dachte schon......
- AME - 24.09.2015 Man nennt ihn Wodkafilter weil für den Nitratabbau in anaerober Umgebung eine Kohlenstoffquelle benötigt wird. Reines Ethanol ist dafür hervorragend geeignet, zu deutsch: Wodka. Es geht aber auch mit Essigsäure, bestimmten Kohlenwasserstoffen etc. Andreas [COLOR='silver']- - - Aktualisiert - - -[/COLOR] gerald schrieb:Funktioniert, ABER sehr aufwändig, störanfällig und m.E. vollkommen unnötig. Dass es aufwändig (und teuer) ist war mir klar, ob es notwendig ist ... naja, sagen wir mal zur Befriedigung meiner Neugier schon. Aber du hast recht: Das ist schon sehr störanfällig speziell wenn der Wodkafilter nicht richtig eingestellt ist und (Schwefelwasserstoff?) produziert der dann wegen der geringen Durchströmung auch noch unnötig lange im Boden verweilt. Danke für die Anregung, Andreas - Prestutnik12 - 24.09.2015 HiHi Andreas Bei Wodka-Filter solltest Du auf Alfred (Tursiops) warten, der ist ein Kenner solcher "exotischer" Techniken. Für mich und meine simple Aquaristik frage ich mich eher: Was will ich mit einem nitratfreien Becken? Ich sehe da gar keinen Bedarf für mich. Will ich Altwasser fahren und mit Hilfe von Wodka mir die Wasserwechsel sparen? Dann düngen wie der Teufel - und wieder alles rausfiltern? Es gibt eben verschiedene Mentalitäten in der Aquaristik: Solche wie ich wollen nur entspannt den Corys beim Randalieren zuschauen, andere sehen in einem Aquarium eher die technische Heruasforderung: Was kann ich alles einbauen/messen/organisiseren? Ganz ehrlich: Wodkafilter funktionieren - ich würde mir nur den Stress nicht machen. Das ist für mich der entscheidende Punkt. Keep it simple! Grüße, Stefan - AME - 24.09.2015 Hi, mir ging es weniger um Nitratfreiheit als um die Verfügbarkeit von (Mikro-)Nährstoffen in sauerstoffarmen Wurzelbereichen, das Becken sollte nicht nitratfrei sondern der Boden sauerstoffarm und gleichzeitig schwach durchströmt sein. Die Nitratreduzierung war da eher ein willkommener Nebeneffekt. Aber es stimmt schon: Viel Aufwand für wenig Vorteil. Andreas - KatiG - 24.09.2015 Hallo Andreas, ein anaerobes Milieu im Bodengrund stellt sich mit der Zeit ja auch von selber ein, wenn man den Boden im AQ einfach mal eine Weil "stehen" bzw. sich zusetzen lässt. Die Pflanzen wurzeln dann schon dort hin, wo es ihnen am besten gefällt. Zugegeben, ich hab auch lange Zeit den Boden in größeren Abständen immer mal durchgewühlt, weil ich den Gedanken hatte, dass die Wurzeln irgendwann nicht mehr genügend Sauerstoff abbekommen. Hab dann aber den Wink bzgl. der Nährstoffverfügbarkeit bekommen, woran ich zunächst überhaupt nicht gedacht hatte (im Studium hab ich das sogar mal gelernt, aber da sieht man mal wieder wie es um die Anwendung des dort gewonnen Wissens bestellt ist ).Zu dem Wodkafilter selber kann ich leider nichts sagen. Aber Stefan hat Recht, der Tursiops kennt sich da gut aus, also mal abwarten. Viele Grüße, Kati - Berth - 24.09.2015 Hallo! Bodengrund in freien Gewässern ist immer anerob, entsprechend sind Wasserpflanzen daran angepasst und schaffen ihr eigenes Wurzelklima, keine Pflanze braucht durchströmten Bodengrund. Lese mal das Buch von Diana Walstad " Das bepflanzte Aquarium" Grüße - KatiG - 24.09.2015 Hi, wobei sich das Leben in der Natur aber auch oft lediglich entlang von Toleranzgrenzen bewegt und selten im Optimumbereich. Daher können künstliche Systeme in vielen Fällen der Natur überlegen sein. Man muss halt nur wissen, wie. Ob man das will, was es einem bringt und ob das dann wirklich noch "natürlich" ist, das muss am Ende jeder für sich selbst wissen. Andreas, nicht falsch verstehen, das soll jetzt kein Kritik an deiner ursprünlichen Idee mit dem Wodkafilter sein. Viele Grüße, Kati - Tursiops - 24.09.2015 Moin Tja, was soll ich da sagen? Ich betreibe solch einen Filter, der ja eigentlich gar keiner ist seit numehr 17 Jahren. Der ist weder kompliziert noch störanfällig, das nebenher. Die Frage ist, was will man damit bezwecken. Wer pro Woche mehr als 10 Prozent Wasserwechsel macht wahrscheinlich nichts denn dann wäre es nur Spielerei. Wer allerdings Fische nachziehen will die wenig Leitwert brauchen dann eine tolle Methode, man muß ja bedenken das 100mg/L Nitrat eben auch schon 80uS/cm sind. Ich wechsle nur einen Liter die Woche und mein Wasser ist absolut stabiel und die Pflanzen wachsen und gedeihen. Ich habe 120Liter im Becken und verbrauche dabei weniger als 0,5 ml Wodka am Tag. Schiefgehen kann bei so einem Filter entgegen der Landläufigen Meinung nichts. Bei zu wenig Wodka läuft er halt nicht und bei zu viel wird sofort durch kräftiges Infusorienwachstum das Wasser trübe. Im algemeinen ist es so das er ohnehin nur alle ein bis zwei Wochen mal anspringt außer man hat Barsche oder ähnliche Scheißerchen aber die brauchen eigentlich auch kein Nitratarmes Wasser. Ein bekannter züchtet z.b. Diskus und kann dadurch praktisch so viel Futter reinwerfen wie er will ohne das das Wasser schlecht wird, weil Wasserwchsel bei jungentragenden Diskus wohl nicht ganz ohne ist aber das nur als Nebenwirkung. Ich weiß noch wo ich damit angefangen habe und beim Nitrattest über 400 mg/L anstanden. Den Filter in Betrieb genommen und nach einer Woche noch unter zwei mg/L. Die Fische verhalten sich danach völlig anders. Die vorher dumm in den Ecken rumgestanden haben bilden nun Schwärme und flitzen durch die Becken. Ich muß allerdings sagen das es dabei recht kräftig riecht. Der Filter ezeugt nämlich auch reichlich Lachgas das dann etwas süßlich ist. Nun riecht man nur noch etwas wenn ich mal sehr reichlich gefüttert habe, mehr als gefressen wird. Das ist schlicht etwas für faule denn auch nach zwei bis drei Monaten ohne Wasserwechsel ändert sich kaum etwas meßbares. Reingen sollte man so einen Filter ungefähr alle 5-7 Jahre, also auch kein Aufwand. Wovon ich keine Ahnung habe sind Filter mit Rücklauf die auf kleinem Raum enorme Wirkung haben - sollen. Ich benutze einen alten Eheimtopf der noch nie Strom gesehen hat mit Siphoraxfüllung - hält ewig. Den Wasserduchfluß bewerkstellige ich mit einem Luftheber, ein Sclauch 5mm innen in einem Schlauch 10mm. Wer keine Luft hat kann auch eine Schlauchquetschpumpe benutzen, am besten selberbauen die Dinger sind sonst zu teuer. So eine Pumpe kann man auch zum dosieren von Wodka nehmen geht aber auch von Hand. Aber wie gesagt eigentlich ist so ein Filter nur was für faule und ich bin so einer. Die Sache mit dem Bodengrund: Da schließe ich mich voll an meine Vorredner an. Der Bodengrund braucht keine Durchflutung, dieWurzeln gehen schon in die Bereiche die angenehm sind. Ich Dünge nur den Boden mit Hornspänen und Spurenelementen, mehr brauchts nicht. Im freien Wasser habe ich gar keine Nährstoffe und die brauchts offenbar auch nicht. Ich habe haupsächlich Crinum und Echinodura und solange ich alle zwei bie drei Wochen rausschneiden muß bin ich zufrieden. |