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Blue Exit von easy life gegen Schmieralgen/Cyanobakterien
#1
Hallo,

da ich seit Längerem ein Problem mit den Schmieralgen/Cyanobakterien habe, habe ich mir jetzt mal dieses Blue Exit von easy life besorgt. Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht? Dort steht, dass man Adsorptionsmaterialien (wie Aktivkohle) aus dem Filter entfernen muss. Wie läuft das genau ab. Was kommt dann stattdessen rein? Und was mache ich mit dem alten Filtermaterial? Muss das Filtermaterial welches während der Anwendung mit dem Mittel im Filter ist nachher entsorgt werden? Und was passiert nach der Anwendung? 14 Tage soll man ja keinen Wasserwechsel durchführen, und danach? Normal wie sonst oder muss direkt danach ein größerer Wasserwechsel stattfinden? Steht nicht viel in der Gebrauchsanweisung:[

Hoffe auf ein paar Tipps blub
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#2
HiHi Jani

Jepp, Cyano-Bakterien sind ein Klassiker. (Klick mich!) Ich hatte sie nur einmal, habe sie aber mit einer 10-tägigen Dunkelkur erledigt. Also durch Unterbrechung ihrer Photosynthese verhungern lassen.

Du aber willst sie vergiften. Geht natürlich auch, vergiften kann man, so man denn will, alles. Ich kenne dieses BlueExit nicht, weiss also nicht, was es sonst noch antibakteriell anrichtet. Deshalb nur grundsätzliche Überlegungen.

Erstmal: Hast Du überhaupt Filtermaterialien wie Aktivkohle oder Zeolith in Deinem Filter? Wenn ja: mach es raus und mache die Kammer einfach leer.

Vermische nicht die "Kampfformen": Wenn Du eine Dunkelkur machen würdest, dann wären anschließende große Wasserwechsel angebracht. Denn Du willst ja die flotierenden Akineten der Cyanos, aus denen sich dann neue Bakterien bilden, aus dem Becken rauskriegen.

Du aber willst vergiften: Also lässst Du die toxischen Wirkstoffe so lange im Becken, bis auch die nächste Generation der Cyanos inkubiert ist und durch das Gift abgetötet wird. Du lässt das Gift mindestens einen Generationszyklus im Becken. Die 14 Tage passen also schon.

Im Anschluss an die Behandlung würde ich ganz normal weiter machen und mit den üblichen Wasserwechseln fortfahren. Also: keine besonderen Maßnahmen.

Viel Glück,
Stefan


P.S. Ansonsten: Aktivkohle im Filter ist eh so ne Sache. Für den Normalbetrieb würde ich es nicht einsetzen. Sondern nur, um - nach einem Krankheitsfall - Medikamente aus dem Becken zu filtern. Ich würde im Normalbetrieb die Aktivkohle eher durch biologische Filtermaterialien ersetzen.
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#3
Die Filtermaterialien hat mir ein Züchter in der Nähe zusammengestellt. Das müssten Aktivkohlepellets, Clinop Zeolith und als drittes sind da so weiße Röhrchen drin. Weiß nicht genau was das ist. Ich denke Kohle und Zeolith muss raus, die Röhrchen können bleiben.

Was wäre denn generall als Filtermaterial, also welche Zusammenstellung, zu empfehlen?

Wenn die Kohle nicht nötig ist würde ich sie nachher ganz weg lassen. Krankheiten hatte ich bislang noch nie. Darf ich denn das alte Zeolith nach der Kur wieder reinnehmen?

Würde auch gerne wissen wie oft Ihr euren Außen- bzw. Innenfilter reinigt und das Material austauscht.
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#4
Okay, Jani, langsam kommen wir der Sache näher...

Hat Dein "Filtermaterialkomponist" Dir auch gesagt, dass Kohle und Zeolith aktive Materialien sind, die sich in Laufe der Zeit erschöpfen? Zeolith musst Du mit Salz regenerieren, Aktivkohle kannst Du nach einer gewissen Zeit nur entsorgen und ersetzen. (Bei Aktivkohle kann es zum "Ausbluten" kommen. Das meint: Bereits aufgenommene Schadstoffe können bei Übersättigung wieder ins Wasser abgegeben werden.)

Diese Röhrchen sind bekannt. Sera siporax oder ähnliches von einer anderen Firma. Die halten ewig, werden von Zeit zu Zeit zur Reinigung ausgespült. Fertig. Passt.

Über Zeolith will ich nichts weiter sagen: das ist Zeugs für Spezialisten. Hier hilft Dir die Suchfunktion. Zur Eingrenzung: Klaus (Gibbycebs) hat um Laufe der Zeit einiges zu seinen Erfahrung mit dem Material geschrieben. Vor- und Nachteile, Regeneration des Materials etc.

Auf jeden Fall: Die Kohle flöge bei mir im Dauerbetrieb raus, würde durch Röhrchen, Keramik oder Ton, ersetzt, auf denen dann die nitrifizierenden Bakterien siedeln können.

Also: Wie Du richtig sagst: Zeolith und Kohle müssen bei der Cyano-Behandlung unbedingt raus.

Dann hast Du zwei Wochen Zeit, Dir zu überlegen, welche Filtermaterialien Du ersetzen möchtest.

Gruß,
Stefan
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#5
Ok, vielen Dank. Werde dann heute mal mit der Behandlung starten und hoffe, dass es was bringt, wenn man schon so Zeugs reinkippt.
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#6
Dann mal viel Erfolg beim Vergiften von Prokaryonten! Jani, ich würde in dieser Phase auf jeden Fall SEHR sparsam füttern, eventuell sogar die erste Woche eine Futterpause machen.

Einfach nur ins Blaue: Wenn Du explizit bakterizide Mittel einsetzt, deren Wirkstoff(e) keiner von uns kennt, dann musst Du im Worst Case auch mit einer Beeinträchtigung der Nitrobaker und Nitrosomonas (also der "Guten Bakterien") rechnen. Damit es bei deren Schwächung zu keinem Nitrit-Peak kommt, solltest Du Deinen Futterfinger so ruhig wie möglich halten.

Ich würde auch das Becken insofern beobachten, ob die Fische anfangen an der Oberfläche zu schnappen. Denn wenn Du sehr viele Bakterien auf einen Schlag vergiftest, kann über die Zersetzung der Biomasse eventuell Sauerstoffmangel entstehen. In dem Fall wäre eine zusätzliche Belüftung (Ausströmer plätschern lassen, Luftpumpe mit Sprudelstein) kein Fehler.

Erzähle dann mal, ob es geklappt hat,
ruft
Stefan
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#7
Ok, mach ich!
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#8
Hallo Jani,

ich würde dieses Zeugs gar nicht erst benutzen, sondern eine Dunkelkur bevorzugen.
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#9
... aber wenn Du es doch nimmst, dann berichte bitte von Deinen Erfahrungen!
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#10
Hallo,

Mich interessiert auch, ob es funktioniert.
Nochmal zum Filter.
Die meisten packen Filterschwämme und Tonröhrchen rein.
Zuerst oft noch gröber, weiter hinten dann einen feineren.
Wenn dann keine aktiven Materialien mehr drin hast und auch nicht
Die Dauerausscheider im Becken, dann hält so ein Filter lange.
Bis der Durchfluss nachlässt.
Manchmal ein Jahr...
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