Lafee schrieb:Also ich messe gerne mal durch, um zu sehen in wie weit sich das Wasser verändert etc...es ist mehr so ne kleine Forschung..noch ist mir allerdings nichts lebensbedrohliches an den Testergebnissen aufgefallen..außer das in kleineren frischeren AQs die KH sich senkt...was beim wöchentlichen TWW ,wieder ausgeglichen wird..
Wenn man die Messungen und andere Theorien im Rahmen der Aquaristik aus Interesse an der Sache betreibt, geht das auch völlig in Ordnung. Nur sollte man der Gefahr widerstehen allmählich zu zunehmend zu glauben, es sei für den ordnungsgemäßen Betrieb wichtig.
Um es deutlicher zu machen: Ich könnte den Aquarien auch täglich ein Lied vorsingen und nach einiger Zeit, wenn die Aquarien gut laufen, in Foren behaupten, dass zum guten Betrieb eines Aquariums diesen täglich ein Lied vorgesungen werden müsse.
Ungefähr auf der Ebene bewegt sich nämlich die Annahme, dass Wassermessungen wichtig wären. Ja, doch ... so etwas ganz man das sehen.
Hallo Jo,
du hattest anfangs das Messen an sich als wichtige Maßnahme dargestellt. Wir unterhalten uns seit geraumer Zeit aber nur über Nitrit. Ist auch verständlich. Bei der üblichen Empfehlung den Nitritpeak abzuwarten bevor besetzt wird, hat man den Ammoniakpeak bereits hinter sich, und andere Werte sieht man den Fischen nicht an.
Es gibt mehrere Wege die zum Ziel führen.
Meine Erfahrung ist, während der ersten 3 Wochen habe ich noch nie auffälliges Verhalten meiner Fische mit gleichzeitig hohen Nitritwerten gemessen. Warum sollte ich dann messen.
Aquarien die länger stehen weisen keine hohen Nitritwerte auf, ausser man hat heftige Fehler gemacht.
Welcher Aquarianer misst täglich Nitrit um durch Wasserwechsel auffälligem Verhalten vorzubeugen, wie du oben postulierst.
Und eine letzte Frage: warum haben erfahrene Aquarianer meist keinen Nitrittest obwohl sie wöchentlich Aquarien neu aufstellen.
Peter
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Hi Peter,
ja warum haben sie ihn nicht? Na weil sie "die Erfahrung haben", da sie die Aquaristik ja schon länger betreiben. Aber was ist, wenn der erfahrene Aquarianer plötzlich über ein anderes Pumpwerk beliefert wird, dessen Wasser sich anders zusammensetzt. Dort wirst du auch keine sofortige Veränderung bei deinen Fischen feststellen, es sei denn das das Wasser so dermaßen Grotenschlecht ist, das deine Tiere sofort darauf reagieren - da wäre dann aber Hopfen und Malz verloren, also weil es dann eh alles zu spät wäre. Wir können uns doch alle sicher sein, das langfristig nur mit einem gescheiten Auge auf das jeweilige Becken in Verbindung mit den Grundwasserwerten, eine eindeutige Analyse zustande kommen kann. Wassertest´s sind und können dabei hilfreich sein - gerade dem Anfänger, der "Profi" verlässt sich auf seine Erfahrung (und auf die, die er/sie noch nicht getätigt haben).
Es gibt doch sehr viele Richtungen, die in der Aquaristik verfolgt werden. Aber dort Generel zu sagen, man benötige die Wassertest nicht, halte ich für nicht gut. Wer also seine Werte - zu welchem Zwecke auch immer - überprüfen möchte, soll dieses tun und sich nicht davon abbringen lassen. Zumal er/sie sich dann eventuell sicherer fühlt und ganz nebenbei noch "die Erfahrung" sammeln kann die du schon hast (oder auch nicht).
Hallo Biene,
Lafee schrieb:lass mich raten Du hast bestimmt PH Werte im neutralen/saueren Bereich ?
Nein, bei uns kommt das Wasser mit 8,3 aus dem Hahn und pendelt sich im AQ bei 7,6 ein. Dabei kommt es aber immer noch nicht zu Ammoniakbildung, sondern es bleibt beim weitaus ungefährlicheren Ammonium.
Ich habe allerdings auch etliche Brackwasserbecken, in denen der pH-Wert über 8 liegt. Auch da hat es weder Ammoniakbildung noch einen -nitritanstieg gegeben. Es hängt wohl eher damit zusammen, daß die Becken nicht dicht besetzt sind und ich grundsätzlich nur Lebendfutter verfüttere. So kommt es zu weniger Abfallprodukten und deswegen auch zu keinem Schadstoffanstieg. Den Rest erledigen die Pflanzen.
Eins der großen Probleme in der Aquaristik ist der zu schnelle, viel zu dichte Besatz, den viele Leute mit Sammelsoriumaquarien betreiben. Aber auch da würde es genügen, wenn man gewissen Verhaltensweisen der Tiere wahrnehmen würde, bevor sie japsend an der Oberfläche hängen. Ich fins immer wieder lustig, daß so viele Leute, statt einen Eimer in die Hand zu nehmen, erst mal im Forum schreiben: "Hilfe... meine Fische hängen alle an der Oberfläche!" Solchen Leuten würde auch kein Testset helfen, weil die aus das Naheliegendste gar nicht kommen: Wasser wechseln!
Wabenschilderwels schrieb:ja warum haben sie ihn nicht? Na weil sie "die Erfahrung haben", da sie die Aquaristik ja schon länger betreiben.
auch die können pH-Werte und Co. nicht sehen. Sie wissen aber in etwa was für ein Leitungswasser sie haben (hart, mittel oder weich) und sie wissen ob sie Fische haben, die evtl. etwas besonderes brauchen.
Zitat:Wassertest´s sind und können dabei hilfreich sein
Nein, sie vermitteln nur eine Scheinsicherheit. Eher sind sie sogar kontraproduktiv, da wenn etwas daneben gegangen ist, der Anfänger Ursache in den üblichen Wasserwerten sucht. Wenn es schlecht läuft, wird er darauf hin noch mehr messen und läuft noch mehr in die falsche Richtung.
Zitat: - gerade dem Anfänger, der "Profi" verlässt sich auf seine Erfahrung (und auf die, die er/sie noch nicht getätigt haben).
wie gesagt, Wasserwerte kann auch der langjährigste Aquarianer nicht sehen.
Zitat:Es gibt doch sehr viele Richtungen, die in der Aquaristik verfolgt werden. Aber dort Generel zu sagen, man benötige die Wassertest nicht, halte ich für nicht gut.
Tja, wenn man sie benötigen würde, müsste sie jeder regelmäßig benutzen müssen. Auch die Altaquarianer kämen nicht umhin. Was die allerdings benutzen ist das Thermometer. Das aber kommt in der Diskussion viel zu kurz. Da werden die Fische munter durcheinander gekippt. Das ist schlecht.
Schmetterlingsbuntbarsche z.B. werden in der Natur meistens bei >30°C angetroffen. In den üblichen Aquarien haben sie die nicht. Wenn es mit denen Ärger gibt, werden pH und Härte verantwortlich gemacht, aber die Temperatur kommt in der Betrachtung nicht vor.
Wenn Du extreme Fische machst, also z.B. was richtig weichsaures, dann brauchst Du pH, Leitfähigkeit und °C und das war es dann auch schon. Mehr nicht.
Wenn man den Fischen was gutes tun will (also Risikominimierung), dann gebe man ihnen Artbecken und Lebendfutter. Damit erreicht man wirklich was. Die Wasserwerte und Messungen sind eher nur ein Ablenkungsmanöver um sich ein reines Gewissen zu schaffen von wegen man hätte was wichtiges getan. Zum Beispiel in dem Sinne ...
Zitat:...Wer also seine Werte - zu welchem Zwecke auch immer - überprüfen möchte, soll dieses tun und sich nicht davon abbringen lassen. Zumal er/sie sich dann eventuell sicherer fühlt...
Hallo,
Zitat:du hattest anfangs das Messen an sich als wichtige Maßnahme dargestellt.
Ich habe mich dagegen gewendet, dass das Messen total unter den Tisch gekehrt wird.
Zitat:Da muss man schon absoluter messtechnischer Pedant sein, um so etwas abzufangen.
Ich habe niemanden aufgefordert, ein solcher messtechnischer Pedant zu werden.
Zitat:Ich habe allerdings auch etliche Brackwasserbecken, in denen der pH-Wert über 8 liegt. Auch da hat es weder Ammoniakbildung noch einen -nitritanstieg gegeben. Es hängt wohl eher damit zusammen, daß die Becken nicht dicht besetzt sind und ich grundsätzlich nur Lebendfutter verfüttere.
Ich habe in nicht besetzten Becken einen Nitritpeak gehabt. Kein Flockenfutter, nichts, und trotzdem Nitritpeak.
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Zitat:Nein, sie vermitteln nur eine Scheinsicherheit. Eher sind sie sogar kontraproduktiv, da wenn etwas daneben gegangen ist, der Anfänger Ursache in den üblichen Wasserwerten sucht. Wenn es schlecht läuft, wird er darauf hin noch mehr messen und läuft noch mehr in die falsche Richtung.
Wieso soll er dadurch in die falsche Richtung laufen? Wenn die Parameter im gewünschten Bereich liegen, wieso sollen sie dann verantwortlich sein? Das ist doch eine an den Haaren herangezogene Argumentation.
Zitat:Wenn man die Messungen und andere Theorien im Rahmen der Aquaristik aus Interesse an der Sache betreibt, geht das auch völlig in Ordnung. Nur sollte man der Gefahr widerstehen allmählich zu zunehmend zu glauben, es sei für den ordnungsgemäßen Betrieb wichtig.
Um es deutlicher zu machen: Ich könnte den Aquarien auch täglich ein Lied vorsingen und nach einiger Zeit, wenn die Aquarien gut laufen, in Foren behaupten, dass zum guten Betrieb eines Aquariums diesen täglich ein Lied vorgesungen werden müsse.
Ungefähr auf der Ebene bewegt sich nämlich die Annahme, dass Wassermessungen wichtig wären. Ja, doch ... so etwas ganz man das sehen.
Hier wird einiges durcheinander geworfen.
Mit einer Messung nehme ich nur einen Zustand auf. Damit ändere ich noch überhaupt nichts. Ich habe nur ein paar Parameter, die ein System beschreiben. Diese Parameter sind wichtig für eine Entscheidung, ob ich mit dem Zustand des Systems zufrieden bin oder nicht.
Ich kann natürlich auch postulieren, dass sich diese Parameter die ganze Zeit im gewünschten Rahmen u.a. durch diese oder jene Maßnahme bewegen, und mich hinstellen, dass diese Parameter nicht wichtig wären. Ist aber nicht so.
Der pH-Wert ist eine wichtige Größe. Wenn ich ihn für Guppy und Co. als Zielbereich mit pH 7-8,5 festlege, dann wird er sich mit den meisten Ausgangswassern und ohne CO2-Anlage in diesem Bereich bewegen. Ich kann ihn einmal messen oder messen lassen, ob ich wirklich in diesem Bereich liege und dann hat es sich. Dadurch verliert aber diese Größe an sich nichts an Bedeutung, nur muss ich für den konkreten Fall nicht dran schrauben oder eine spezielle Überprüfung ansetzen.
Bei dem Parameter Temperatur sieht es etwas anders aus. Ich habe eine Regelheizung. Bei Ausfall dieser Regelheizung falle ich aus meinem gewünschten Temperaturbereich raus. Der Ausfall kann jederzeit passieren. Also sollte ich in regelmäßigen Abständen die Temperatur überprüfen - das wird täglich sein.
eumel6 schrieb:Wieso soll er dadurch in die falsche Richtung laufen? Wenn die Parameter im gewünschten Bereich liegen, wieso sollen sie dann verantwortlich sein? Das ist doch eine an den Haaren herangezogene Argumentation.
Nö, es ist absolut zutreffend. Die Einsteiger glauben nämlich, dass die regelmäßige Messung der Wasserwerte für den erfolgreichen Betrieb eines Aquariums notwendig sei.
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Hallo,
eumel6 schrieb:Hier wird einiges durcheinander geworfen.
nein, es wird einiges in Ordnung gehalten.
Schau mal... Anfänger erkennt man daran, dass sie glauben das die regelmäßige Messung der Wasserwerte wichtig sei. Anfänger verbreiten das nun in Foren und andere nehmen das auf. Es ist doch gut, wenn dem entgegengetreten wird.
Zitat:Ich habe nur ein paar Parameter, die ein System beschreiben. Diese Parameter sind wichtig für eine Entscheidung, ob ich mit dem Zustand des Systems zufrieden bin oder nicht.
Nö, dass entscheidet das Verhalten der Fische. Aus Wasserwerten den Zustand des Aquariums abzulesen hat noch nie funktioniert.
Es gab mal eine Firma (Dupla). Die wollten sogar eine automatische Messbox auf den Markt bringen und damit Ferndiagnosen durchführen. Sie haben ganz schnell die Finger davon gelassen als sie merkten, dass ein schlechtes und ein gutes Aquarium exakt die gleichen Messwerte aufweisen können.
Zitat:Ich kann natürlich auch postulieren, dass sich diese Parameter die ganze Zeit im gewünschten Rahmen u.a. durch diese oder jene Maßnahme bewegen, und mich hinstellen, dass diese Parameter nicht wichtig wären. Ist aber nicht so.
Solange das Aquarium gut funktioniert ist das genau so.
eumel6 schrieb:Ich habe in nicht besetzten Becken einen Nitritpeak gehabt. Kein Flockenfutter, nichts, und trotzdem Nitritpeak.
Auch gammelnde Pflanzen (und in einem "hungernden" Becken gammeln die schnell) können einen Nitritpeak verursachen. Mit anderen Worten: wenn ich ein Becken frisch aufsetze, impfe ich es entweder mit Mulm aus einem anderen Becken an, oder, wenn ich es wirklich "einfahren" will, dünge ich die Pflanzen von Anfang an. Ansonsten darf ich mich über gewisse Peaks nicht wundern.
Hallo Olaf,
Zitat: Die Einsteiger glauben nämlich, dass die regelmäßige Messung der Wasserwerte für den erfolgreichen Betrieb eines Aquariums notwendig sei.
Und?
Die regelmäßige Messung nicht der sondern von Wasserwerten ist für den erfolgreichen Betrieb eines Aquariums notwendig.
Was gibt es daran auszusetzen? Diese Aussage ist prinzipiell richtig.
Hängt eine Regelheizung dran, dann sollte man die regelmäßig prüfen.
Hängt eine CO2-Anlage dran, sollte man die regelmäßig prüfen.
Habe ich eine UOA, dann werde ich in irgendwelchen Abständen die Membran prüfen.
Alles Dinge, die Bedingung für ein erfolgreiches Betreiben sind.
gruß jo
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