eumel6 schrieb:Hallo,
diese Aquarienfibel wird oft empfohlen.
http://www.andy-blackjack.de/fibel/alt3w...hemie.html
gruß jo
Hi,
ich habe mir das mal durchgeschaut. Generell kann man sicher als Aquarianer mit den Angaben dort leben, aber aus chemischer Sicht ist doch etliches... sagen wir mal
stark vereinfacht.
Aber zurück zu den Messintervallen bei
eingefahrenen Aquarien.
GH:
Das wöchentliche Messen der GH halte ich für Unsinn! Klar ist der Parameter nicht zu vernachlässigen, aber wieso sollte sich dort binnen einer Woche etwas ändern? Wenn ich dem Wasser aus dem Wasserhahn vertraue (das sich bei uns in 20 Jahren praktisch nicht geändert hat), müssten Prozesse im Aquarium für die Senkung / Aufhärtung des Wassers verantwortlich sein.
Es gibt Berichte, die dem Bodengrund eine gewisse Ionenaustausch-Kapazität zuschreiben. Diese ist aber, wenn überhaupt, nur minimal und kann normalerweise vernachlässigt werden.
Dann käme noch die Aufhärtung durch kalkhaltiges Gestein infrage, was ich allerdings beim eingefahrenen Aquarium auch abschätzen können sollte.
Ansonsten ist da nichts, was an der GH schrauben könnte. Ich für meinen Teil halte alle 8 Wochen ein Pi*Daumen Messstäbchen hinein.
KH:
Ist schon empfindlicher und wird von mir auch kritischer beäugt. Durch CO2 und Schnecken kann man schon etliches "verlieren". KH explizit messe ich allerdings auch nur im 8-Wochenabstand. Da schaue ich lieber alle paar Tage auf den pH-Wert, ob die KH noch ok ist.
NO2:
Sicher eine der gefährlichsten Einflüsse im Aquarium. Teste ich im 4-Wochen Abstand. Wenn sich der Wert verändern würde, würde ich die Messzyklen sofort engmaschiger setzen.
Den genannten Wert von 0,2 stecken eigentlich alle Fische völlig problemlos weg, viele zeigen sich von 1mg/l noch recht unbeeindruckt. Die genannten Werte halte ich daher für überzogen. Nicht desto trotz würden auch bei mir bei Werten >= 0,2 sofort sämtliche Alarmleuchten angehen.
Dann muss man sich fragen, was denn eigentlich den NO2-Gehalt, in welchem Zeitraum ansteigen lassen könnte. Dann wird man feststellen, dass etliche Parameter so etwas (in kleinen Becken) in wenigen Stunden schaffen. Will man also das Nitrit per Tests ausschließen, müsste man auf tägliche (eigentlich sogar halbtägige) Messintervalle gehen.
pH:
Hängt eng an der KH, und zwar so eng, dass ich mir das KH-messen zugunsten der pH-Messung spare.
Gäb' es die Dauertests nicht, würde ich vermutlich alle zwei Wochen mal ein Stäbchen reinhalten. So ist das, neben der Temperatur, tatsächlich der einzige wert, den ich fast täglich kontrolliere.
Alles zusammen:
Einen Dauertest habe ich noch vergessen, den ich tatsächlich täglich sehr kritisch beurteile, die Fische und Pflanzen.
Mag provokant klingen, aber als biologischer Indikator eigenen sich die Burschen besser als alles andere. Und das ist das, was viele hier im Thread ausgesagt haben, dass ein (erfahrener) Blick ins Aquarium letztlich viel mehr aussagt, als zwei Stunden Tröpfelei mit dem großen JBL-Koffer.
Die Tests haben ohne Frage ihre Berechtigung... wenn im Becken irgendetwas schief läuft.
Viele Grüße
Thomas